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Central-Verein-Zeitung · 1927-01-21 · 3 (21.1.1927) · p. Seite 25

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
3 (21.1.1927)
Date
1927-01-21
Page
Seite 25 (sequence 1)
Language
German
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MÄW V Srrlin, 21. Januar 1927 VI. Jahrgang <r Nr. 3 _* V <y vv ♦ «-> \ <» ff «<'•-'-.fvtr—^«a>% *3*Vd Einzelnummer 10 Pfennig Bierteljuhrsabonuement 1.20 RM. (zuzügl. Bestellgeld). Verlag u. Schriftleitung: Berlin 3^V 6S, Lindenstr. 13. .:. Fern vrecher: Amt Dönhoif &>94,, SoG? s Post,.^ckkonto: Der irr 304 72. ... Bankkonto. -re-d..er Dank. Oech.el stube O, Berlin 8^'63. Lindenstr. 7, und von GolL'chmrd:.Nothschüd L Co., Berlin s- 8. . o„-r, ansftrf cnjrtnv* 1 “ -Berlin 8^V IS, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0LO die ige;p2ltLne Zsrle . ^ch Rudolf Moi.es icht Stellenangebote) für Mitglieder d. Centraloereins 0,45 XJl, die 90 mm breite Süeticmcaeue 4,.3>«7iA. nubt(... Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Moste. Mormalzeilenmefser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht yf, ™ MHVil/JI hl/; i; I! kyky Ovv Das englische Witzwort von den fünf Deutschen, deren Zusammentressen zwangsläufig jur Gründung von mindestens drei Vereinen führen müsse, kann man als Motto über gewisse Kapitel deutscher Geschichte der Nachkriegszeit setzen. Der Druck von außen erzeugte in unserem Vaterland den Wunsch nach Sammlung i m I n n e r n, nach engem, festem Zusammenschluß aller Gleichgesinnten zu gemeinsamer Arbeit. Damals schrieb Walther Rat Henau an den Freund Wilhelm Schwaner: „Deutschland ist jung und neu im politischen Leben, in solcher Zeit ist der einzelne wenig, die Gemeinschaft alles." Die Sehnsucht nach einer „wahrhaften Volksgemeinschaft" wurde in allen Lagern und Schichten des deutschen Volkes lebendig, sie einst noch zu erleben, bezeichnet Walther Rathenau in dem eben erwähnten Briefe als sein „höchstes Glück". Begreiflicherweise fanden Bestrebungen dieser Art in vaterländisch und ideal gesinnten Kreisen des deutschen Akademikertums besonders starken Widerhall, bietet doch dieser Stand mit seinen mächtigen Bünden, Verbänden, Gruppen und Erüppchen wie wohl keine andere Schicht ein trauriges Abbild der Zerriffenheit des deutschen Volkes. Man gab in der Akademikerschaft die Parole aus, alle Bestrebungen, eine Volksgemeinschaft zu schaffen, seien so lange zur Aussichtslosigkeit verdammt, als die deutsche Führerschicht, das Akademikertum, selbst nicht einig sei. Innerhalb der Jungakademikerschaft war' es gelungen, alle reichsdeutschen Studenten wenigstens organisatorisch in der Deutschen S t u d e n t e n s ch a f t zu vereinigen. Ter D euts che Hochschulring wurde gegründet, der Waffenstudenten und Nichtkorporierte, Katholiken und Protestanten auf der gemeinsamen Grundlage der völkischen Weltanschauung Zusammenschluß und sich bald zu einem Machtfaktor im Hochschulleben entwickelte. Die Gründmigsgeschichte. Diese Erfolge veranlassen die gleichen Kreise die gleichen Tendenzen auch in die A l t a k a d e m i k e r s ch a s t hineinzutragen. Eine Reihe von Altakademikervereinigungen wurde gegründet, so in Hamburg, Kassel, Erlangen, Gotha, Nürnberg, Braunschweig, Elberfeld-Barmen, Hannover, Remscheid, Siegen, Minden, Hameln, Berlin, die sich meist B u n d a l t e r Akademiker oder Bereinigungvaterländischer Altakad^miker nannten. Eine der bedeutendsten wurde die Vereinigung in Hamburg, die heute mehrere Tausend Mitglieder zählt.^ Diese Vereinigungen legten Wert auf eine neutrale Fassade. Sie nannten sich unpolitisch und verfolgten nach ihren Satzungen lediglich kulturelle Ziele, wie die Stärkung des bedrohten Deutschtums im Ausland und in den Grenzlanden, Erhaltung und Ausbau deutscher Kulturgüter, Ziele, gegen die gewiß nichts einzüwenden ist. .Ihre besondere Prägung erhielten diese Vereinigungen durch rhre „ überbündische" Zusammensetzung. Wahrend bisher in den deutschen Städten nur Ortsgruppen der verschiedenen großen studentischen Verbände, also etwa Zusammenschlüsse „alter Korpsstudenten", „alter Burschenschafter" bestanden hatten, die miteinander in fast gar keinem Zusammenhang standen, wurden nun Altakademiker aller Richtungen und aus allen Verbänden, vor allem aber auch beider christlicher Bekenntnisse, unter der völkischen Fahne gesammelt und zum Kamps für gemeinsame Ziele in eine Front gestellt. Die Vertreter dieser in Deutschland in großer Zahl gegründeten Vereinigungen kamen im August 1928 mit denen ähnlich zusammengesetzter auslandsdeutscher Organisationen, wie des Verbandes deutscher Akademiker Böhmens und Mährens, des Verbandes der baltischen Akademiker, deutscher Hochschüler Rumäniens sowie den leitenden Persönlichkeiten des Deutschen Hochschulrings, in Karlsbad zusammen und gründeten zur „Steigerung und Vertiefung" der Arbeit für die gemeinsamen Ziele und Zwecke die Arbeitsgemeinschaft der völkischen A k a d e m i k e r v e r b ä n d e des deutschen Sprachgebiets. Die Abrichten -es ßschfchutrmgs. Es war von vornherein klar, daß die so zielbewußte Leitung des Hochschulrings in die neue Arbeitsgemeinschaft rnrr eingetreten war, weil der neue Zusammenschluß ihr geeignet erschien, ihre eigenen politischen Tendenzen zu fördern, ihre Machtstellung zu stärken. Der Hochschulring konnte durch diese Neugründung auf dem Umweg über die nach außen hin ü b e r b ü n d i s ch e (d. h. Angehörige aller studentischen Verbände umfassenden) und interkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft sich den schon lange gewünschten Rückhalt u n t c r der A lta k a d e m i k e r s ch a f t schassen und die für die Willensbildung in den einzelnen studentischen Verbänden maßgebenden ,,Alten Herren", die vielfach der Politisierung ihrer Verbände durch deu Hochschulring nicht eben freundlich gegenüberstanden, für seine Ideologie gewinnen. Für Anfang April 1924 wurde ein Erster völkischer Akademikertag nach Potsdam berufen, der nur die Bedeutung einer ersten Heerschau hatte und mit Ausnahme der Feststellung einiger im wesentlichen völkischen „Grundsätze" nichts Bemerkenswertes brachte. yiszL fosHti Itifc/slf* * 3mii Ncichspräsidcntcu-Besuch in *ÜU® VUli ^rnMl. Brauuschwcig. — Julius Bab: Der Gustav-Freytag-Lärm. — Dr. Paul Nathan: Die Erklärungen des Bundeskanzlers. — Fort mit den Würdelosigkeiten in den Kabaretts. — Dr. jur. I. Levh: .Oorrstorr St. Ghambcrlain. — Zur innerjüdischeu Befriedung. — Ludwig Holländer: Jacob Guttmanns Predigten. — Dr.Hugo Lach man st i: Schlußwort zu Jud Süß.—Georg Hermann: Bon; deutschen Juden nnd seinen Gegnern*

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