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Central-Verein-Zeitung · 1926-12-24 · 52 (24.12.1926) · p. Seite 687

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
52 (24.12.1926)
Date
1926-12-24
Page
Seite 687 (sequence 16)
Language
German
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m firn Grabe Henrik Wergelanös. Von Professor Walter A. Berendsohn (Hamburg). Als ich im Spätsommer bei strahlendem Weiter nach Oslo kam, standen die Anlagen in der Karl-Johans-Gade und rings um das Schloß noch in grünem Laub. Irl den Billenvororten aber, die sich in weitem Bogen um die Stadt an den Hügeln bis zu 400 bis 500 Meter Höhe hinauf ansdehnen, flammten schon die Birken und die Ahornbäume auf, uud an der Borgenbahn, die stundenlang ans der Hochebene über 1000 Meter hoch dahinsährt, erstreckten sich die Abhänge in der leuchtenden Pracht der Herbstsarben. Als ich dann gegen Mitte September nach Oslo zurückkehrke und den „Friedhof unseres Erlösers" aufsuchte, fielen auch dort schon die bunten Blätter ans den Boden. Kommt man durch ben Haupteingang, kann man den weiten Platz, wo Björn so n und Ibsen ruhen, gar nicht verfehlen. Von weitem schon leuchtet rötlich das breite Denkmal, vor dein, in gleichem Gestein gesonnt, ein Banner liegt: so huldigt das. norwegische Volk den: Dichter, der seinem Herzen so nahe stand: Vjörnson. Links davon erhebt sich schwarz und schmal das Denkmal Ibsens, dunkel in sich geschlossen wie der Dichter selbst, nur mit einem Hammer geziert. Es soll an das Bergmannslied erinnern. Wir Deutschen möchten ihn als Zeichen dafür nehmen, daß Ibsen wie Nietzsche mit dem Hammer philosophierte, mit rücksichtslosen Schlägen das Menschenherz zn freier Selbstbestimmung zn stählen sich mühte. Nicht auf derselben Lichtung, sondern rechts den Abhang, hinauf, in einem anderen Teil des stillen Gartens, liegt das Grab eines dritten norwegischen Dichters: Henrik Wergeland. Als revolutionärer Geist von unbändigem Freiheitsdrang im Leben heiß umstritten, wird er heute vom erstarkten Nationalgefühl als eine der urwüchsigsten, genialsten und liebenswürdigsten Gestalten der norwegischen Dichtung ersaßt, in der sich unendlich viel von des Volkes eigenster Art offenbart und verkörpert hat. Sein Grabmal aber ist um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von der jüdischen Samssr-srhrtte itt WsSkersbißsseS Staatlich anerkannte Realschule rnit Schirlerheim (gegründet 1736) Kleine Klassen. — Rituelle Verpflegung. Unterrichtsbeginn nach den Wirnerserien am Donnerstag, den 6. Januar 1927. Gemeinde Stockholms errichtet worden, ein eiserlies GitterwerL in gotischen Formen mit der Büste des Dichters, alles im historisierenden Geschmack der Zeit. Die Juden hatten besonderen Anlaß, dein Manne ihren Dank auf diese Weise zn bezeugen. Er hatte sich scholl an§ allen Kämpfen der Zeit zurückgezogen mtb ganz den Studien gewidmet, die if)m sein -)lmt als Neichsantiquar uahebrachte, als 1842 iur norwegischem Storthing die Zulassung der Iuden in s L a n d zur Erörterung gestellt lvurde. Da widmete der Dichter, denr die durch Leiden geadelte Würde jüdischer Greise einst in Paris zum Erlebnis geworden war, der DiattonaC=* Versammlung einen Gedichtzyklus „D e r I lr d e, n c u u b l ü h e ll d e D o r ll e ll zw e i g e" mit beit Worten :„Dem Storthing Norwegens werden diese Ergießungen des Mitgefühls gewidmet für'den berühmten, verdienstvollen, unglücklichen Zweig des Ntenscheugeschlechts, dessell künftiges Verhältnis zum Vaterland er entscheiden soll." Ter Antrag auf Streichung des Satzes der Verfassung, der die Judell allsschloß, lvurde abgelehnt. Als er 1844 erneut gestellt wurde, trat Wergeland mit einenl zweiten Gedichtzyklus aus den Plan: „D i e I ü d i n , elf blühende Dornen z lv e i g e". Auch diesmal drangell die Antragsteller llicht dllrch. 1845 starb der Dichter nach langem Leiden. 1849 lvurde ihm das Denkmal errichtet. Sechs Jahre nach seinen: Tode, 1851, lvurde die Zulassung der Juden beschlossen. Nun schmückell die Juden Oslos jedes Jahr seine Grabstätte nlit Blumen. Die beideil Gedichtsammllmgen „Ter Jude" und „Die Jüdin" sind so schön, daß ein begabter deutsch-jüdischer Dichter, der des Norwegischen mächtig ist, sie einmal übertragen sollte. Die deutschen Juden würden ihn: gewiß dankbar sein, und das kleine Werk (es handelt sich um etwa 80 Seiten) könnte gute Hilfe leisten in dieser schweren Zeit. Keiner aber, der nach Oslo kommt, sollte versäumen, den Friedhof aufzusuchen, wo Björnson, Ibsen und Wergeland nahe beieinander ihre letzte Ruhestätte gesunden haben. Er ist vom Brennpunkt attell Verkehrs, der Karl-Johans-Gade, in wenigen Minuten zu erreichen. Es gilt einem Manne einige Augenblicke stillen Gedenkens 31t zollen, der tapfer lvie lvenige für die Gleichstellung der Judell eingetreten ist, einen: Vorkämpfer echten Menschelltlnns bis zum Tode. -Schweiz Physikalisch-diätetische Kuranstalt und Erholungsheim. Aerztl. Leitung. | Deutsches Haus. Pension vonM.8,- an. lllustr. Prospekt durch den Besitzer. ntrr» Aelieffes Geschäft unter Aufsicht -er Gcme!n-e Ssnü1 mi? Louis Zecker LLLL Berlin N 24, Oranienburger Straße 90. 5£55 Telephon: Norden 127 und 4340. 5555 Erstklassige Fleischwaren * ff. Wurst u. Ausschnitt Brimrr Mastgeslüqel Svezial- Gänseausschlachterei. In Groll-Berlin Versand frei Hans. Fordern Eie P re i 8 l i fl e! M-mtm liefert Zur Verbrauchszeit für Klein-n. Großabnehmer in bekannter erstklassiger Qualität Mchaeä Wäger, Wazzenfabeik Neustadt a. d. Haardt (Nbeinpfalz). aOOOQQOOQQOQQOOQGOQOOQOOO Feinste frische Oiin T ih Postpaketen zu den billigsten Tagespreisen direkt ah Molkerei Lange, Altjührden i.O. öooooooocmmmxxxmx! 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