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Central-Verein-Zeitung · 1926-12-24 · 52 (24.12.1926) · p. Seite 677

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
52 (24.12.1926)
Date
1926-12-24
Page
Seite 677 (sequence 1)
Language
German
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enhttt ßerlin, 24. Dezember 192b V. Jahrgang ❖ Nr. 52 Einzelnummer 10 Gol-pfennig _f±_ VWller sür-eMcdkun unöltwentum MonatsabonnemenL 40 Goldpfennig zuzüglich Bestellgeld Srymr des LsrtrÄMrÜns ümmrkb n ^U^sr^sirxs Zeitung des Judentums «erlag u. Schriftleitung: Berlin KS, Lindenstr.lS. Fernsprecher: Amt DSnhoss 3594, 3595. Postscheckkonto: B ~ "" "" ~W 68, Linoenstr. 7, und von Goldschmidt'Rothschrld & Co., : Berlin 304 72. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechsel- Berlin W 8. stube G, Berlin SW 68, Linoenstr. 7, und von Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Moffe, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 JIM für die 7gespaltene Zeile nach Rudolf Mostes Normalzeilenmeffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d. Centrawereins 0,45 4ML, die 90 mm breite Reklamezerle 4,SO JtM> 0om innere« Friede«. Ekrre irruerMbllche BetrraMrms von Ludwig KottSudev. I. Neben sehr unerfreulichen Vorkommnissen im innerjüdischen Leben der letzten Monate haben wir festzustellen, daß die grundsätzliche Auseinandersetzung über das Wesen der gegenseitigen Einstellung zweifellos Fortschritte gemacht hat. Sie allein bietet die Möglichkeit zu einer Befriedung. Ost genug wirrde and) hier ausgesprochen, daß mit dieser erwünschten Befriedung nicht etwa eine Verwischung von Grundanschaurtngen bezweckt werden soll, daß es jedoch bedeutsam und notwendig ist, die Achtung vor den Andersdenkenden innerhalb unserer Kreise zu stärken. Und ein Beweis für das, was in dieser Hinsicht geleistet werden kann, ist die von uns so häufig geschilderte Bewegung, die Dr. Friedrich T h imrne mit der Zeitschrift „D er Z usammenschluß" geschaffen und gefördert hat. Den Gegner verstehen, den Gegner begreifen und ihn achten lernen, ist die unbedingt zu befolgende Parole. Vielleicht wird es einmal möglich sein, eine aus Vertretern aller jüdischen Richtungen be st eh ende kleine Körperschaft zu schaffen, w e l ch e h a u p t s ä ch l i ch z u r g rundsüßlichen Klärung st r i t t i g e r Fragen, ihrer Ver - arbeitu n g zrr G irta ch t en itrr d zu r s ch ied sr i ch t erlich e n Schlicht u n g u n d E n t s ch e i d u n g vorhandener Streitigkeiten bestimmt ist. Eine solche kleine Körperschaft könnte, wenn sie fleißig arbeitet, vieles von dem aus der Welt schassen, was heute Menschen voneinander trennt, die bei aller Verschiedenheit ihrer gesinnungsmäßigen Einstellung für die Wahrheit leben und das Gute wollen. Wir kennen die Schwierigkeiten. Wir wissen, daß dem Wunsche der Führer die Anhänger sehr häufig nicht Nachkommen und daß das übliche Niveau von Versammlungen und einer gewissen Art von Pressesehden sehr oft den Grad der Vornehmheit und Wahrhaftigkeit nicht erreichen kann, zu dem schließlich das innerjüdische Leben gelangen muß. Wir haben in den letzten Tagen wieder ein überaus trauriges Beispiel erleben müssen, das uns in unserem Bestreben nach Ausgleich und innerem Frieden außerordentlich stutzig machen mußte. Am 12. Dezember d. I. hat eine Versammlung der Jüdischen Volk spartet in'Frankfurt a. M. stattgefunden, in welcher der Gegenstand „W o z u I ü d i s ch e Volkspartei?" behandelt wurde. Die Jüdische Volkspartei suchte sich mit dieser Versammlung in Frankfurt einzuführen. Das war ihr gutes Recht und von dem Standpunkt ihrer Anhänger auch ihre Pflicht. Ganz zu schweigen davon, daß diese ganze Versammlung von schlimmen persönlichen Angriffen namentlich gegen konservativ gerichtete jüdische Persönlichkeiten erfüllt war, muß aber die folgende Frage aufgeworfen werden: Was soll man dazu sagen, wenn einer der führenden Männer unseres Berliner Gemeindevorstandes, der die Aufgabe in sich fühlen sollte, eine Vertrauensperson für alle Juden seiner Gemeinde zu sein, in seinem Schlußwort den C. V. in heftigster Weise beschimpfte und Sätze aussprach, welche, stenographisch sestgelegt, folgendermaßen lauten: „Alle Hetze r eien g e g e n O st j u d e n werden v o m C en t r alv er ei n gedeckt", oder „Das sind die L e u te, d i e m i t d em C. V. P a r te i e n i n Gr u n d u n d Boden hetzen und verleumden", oder „D er Geist des C. V., den wir bekämpfen müssen wie die Sünde". Es war nicht der geringste Anhaltspunkt dafür vorhanden, auf den Centralverein Bezug zu nehmen, denn der C. B. hate mit der Veranstaltung nicht das mindeste zu tun und keinerlei Ausführungen irgendeines Redners hatten sich bisher mit ihm beschäftigt. Wir wollen mit Herrn Karefft nicht rechten. Wenn ihm sein Gewissen nicht sagt, daß er sich insbesondere mit seiner Bemerkung „alle Hetzereien gegen Ostjuden werden vom C. V. gedeckt", in der schärfsten Weise gegen die Wahrheit vergangen hat, so können wir ihm nicht Helsen. Wir können aber dem dringenden Wunsch Ausdruck geben, daß endlich einmal dieses absichtliche Verkennen des Standpunktes der Gegenseite, das eine schwere Versündigung gegen die wesentlichsten Interessen unserer Gemeinschaft darstellt, aufhört, und wir müssen allen ehrlichen Juden, ob sie unsere Anhänger oder ob sie unsere politischen Gegner sind, das Gewissen für solche Dinge schärfen. Hätte die Erfüllung dieser unabweisbaren Notwendigkeit schon etwas weitere Fortschritte gemacht, so wäre auch der Fall Sonnenfeld — Badt, der kürzlich die Gemüter erregte, anders beurteilt worden, als ihn die Masse der Jüdisch-Nationalen in Gesprächen, Versammlungen und in der Presse bisher kritisieren zu müssen geglaubt hat. Man mußte, auch wenn man dieses oder jenes nicht billigte, die Achtung vor dem Persönlichkeitswert eines Mannes, der schon zu Zeiten des K o n i tz e r Prozesses Unendliches für das Judentum geleistet hat, der ganzen Betrachtung seines Verhaltens zugrunde legen. Man muß überhaupt die Seele des Gegners zu verstehen und auch da, wo man tadeln zu müssen glaubt, Verständnis für die Gesamtpersönlichkeit auszubringen versuchen. Darum muß als unbedingtes Erfordernis Ittftnf f * Rechtsattwalte Dr. Char 1 g - POS! Jlltjill!« Emde rr und Dr. Dannenb a u m - D ü s s e l d o r f Wichtige Reichsgerichtsentscheidnngen. — C. A. Bratter: Allzuviel Lärm um Ford. — Dr. Muskat: Ist der Plattfuß eine RassenergentümLichfelf? — Professor Gasnizki-Heidelb erg: Das Bindemittel. — Das neue deutsche „Pro-Palästina4** Komitee. -- Artur Schweriner: Gesuch im Reich. — Dr. Hugo L a ch m a n s t i: Die Akten über Jud Süss. — Professor Walter A. B er e n d s o h n - H am b n r g : Am Grabe Henrik Wergelarrds.

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