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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-19 · 47 (19.11.1926) · p. Seite 613

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
47 (19.11.1926)
Date
1926-11-19
Page
Seite 613 (sequence 9)
Language
German
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m dt» / Wochenbetrachtuug. Als die von unserem Namensvetter Jakob ausgesandten Boten ihm berichteten, daß sein Bruder Es au mit einer Gefolgschaft von vierhundert Mann heranziehe, und also wohl feindliche Angriffe verfolge,'da fürchtete sich Jakob, und es ward ihm angst. Er fürchtete sich, so meint der Midrasch, er könne getötet werden, und es ward ihm angst, er werde selber töten müssen. Die Gefühle, welche diese späteren Weisen dem Erzvater in dieser einem kriegerischen Zusammentreffen vorangehenden Stunde zuschreiben, kennzeichnen in treffender Weise die Gesinnung des Judentums gegenüber dem Kriege. Wenn Jakob sich fürchtete, er könne getötet werden, so ist das nicht Feigheit, sondern das natürliche Gefühl eines gesunden Menschen vor einer Entscheidung über Leben und Tod. Auch die tapfersten Helden erzählen uns, daß sie von dieser Todesfurcht nicht frei gewesen sind und sie erst im Rausche des Kampfes überwunden haben. Wenn aber die Erklärer hinzufügen: Und es ward ihm angst, er werde selbst töten müssen, so enthüllt uns das den Charakter wahrster Menschlichkeit u n d t i e f i n n e r st e r Friedlichkeit, zu dem sich das jüdische Volk in jener Zeit emporgerungen hatte. Auch in dieser Hinsicht bildet E s a u und das von ihm stammende E d o m sowie das vom Talmud mit diesem Namen bezeichnte Rom den schärfsten Gegensatz zu ihm. Diesem Gedanken verleiht der Midrasch sinnigen Ausdruck. Gott habe, bevor e r f i ch I s r a e l o f f enbar t e, die Thora auch den anderen Völkern, so auch den Edomiten angeboten. Als diese aber das Gott es wort vernahmen: „Du sollst nicht mordend da lehnten sie die Annahme der Thora ab, denn sie konnten sich ein Leben ohne Krieg und Mord n i ch t denken. Run finden wir allerdings auch im alten Israel Krieg nach außen und Mord, besonders politischen, als Mittel der sich bekämpfenden Dynastien im Innern in reicher Fülle. Es ist das Verdienst des viel verschrieenen Talmudismus, daß er Israel entpolitisierte und ihm dadurch jenen tiefinnerlichen Abscheu vor blutigen Greueln des Krieges einpflanzte und ihm damit jene Friedlichkeit gewissermaßen zur zweiten Natur machte, die noch heute den Ltolz unserer Gemeinschaft ausmachen darf. Das jüdische Ideal w a r g e i st i g e und s i t t l i ch e V e r v o l l k o m m n u n g. Israel sollte ein heiliges, ein Gottesvolk werden. Dieses Ziel kann aber nur errungen werden. Hierin alle, die danach streben, vom Geiste tiefster Friedlichkeit erfüllt sind. Hoffrrrarm. Schokolade €IN ■HOCHG5NU// PREM I ER-XWERKE,/CHWAßZEe RÖDER, LEIPZIG Stammbaum -er Familie Guggenheim aus Worms. Das Wort vom Heimatrecht der deutschen Juden gewänne erst seine ganze Bedeutung, wenn jüdische Familien sich anschicken würden, die Geschichte ihrer Vorfahren in so ansprechender und wissenschaftlich gesicherter Weise dev Oefsentlichkeit zu übergeben, wie es die Familie G u g g e n h e i m in der vorliegenden Schrift getan hat. Lehrer R o t h - sch i l d (Worms), Notar Dr. G n g g e n h e i m (Offenbach) und Rabbiner Dr. D i e n e m a n n (Offenbach) haben in gerneinsamer Arbeit an der Herstellung des Stammbaumes und des erläuternden und verbindenden Textes zusammengewirkt. Die Familie Guggenheim kann ihren Stammbaum bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurücksühreu. Das Leben dieser Familie hat sich seit dieser Zeit innerhalb ein und derselben Stadt Worms abgespielt, cho daß man hier an einem Beispiel die Verbundenheit! solch einer jüdischen Familie nicht bloß mit der deutschen Landschaft überhaupt, auszeigen kann, sondern zugleich auch die Treue, mit der sie an einer Stadt hängen, und in ihr ihren Lebenskreis vollenden". Das Hauszeichen und der Hausspruch der Familie ist auf der Eingaugsseite in künstlerischer Form wiedergegeben: Eine behandschuhte Hand, die eine Gewürzbüchse hält, und darunter stehen die Worte: Mit ganzem Herzen — Mit ganzer Seele — Und mit ganzer Kraft. Das Hauszeichen weist auf die beiden Stammhäuser der Familie in Worms hin, das „Haus zum Handschuh" und das „Hans zur Büchs". xn 1ü0RSJXvnt xjzxt&n, QjLxal^a^nj Schofför-Anzug “lßttermaus grauem Cord...... M. Damen-Leder-Jacke traun 44 mit Plaidfutter ..... M. II Ob"” Damenleder-Mantel braun ... mit Plaidfutter ..... M. LLV» Herren-Leder-Jacke braun -nc mit Wollfutter .M. 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