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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-19 · 47 (19.11.1926) · p. Seite 611

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
47 (19.11.1926)
Date
1926-11-19
Page
Seite 611 (sequence 7)
Language
German
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m Dr. Felix Goldmann nicht näher eingehen. Es genügt, hier festzustellen, daß in den Angen der Revisionisten-Zionisten, die ja besonders in Palästina einen imgewöhnlichen Anhang besitzen, alle die, die eine antizionistische Einstellung in jüdischen Dingen besitzen, nach wie vor als j ü d i s ch - in i n d e r w e r t i g betrachtet werden. Diese Feststellung ist eine nur begrüßenswerte Klärung. Die österreichischen Zionisten, unter denen die Revisionisten stark sind, haben int übrigen in der letzten Zeit eine weitere Klärung vorgenommen. Sie haben aus dem Delegiertentage mit einer Mehrheit von 18 gegen 5 Stimmen folgende Resolution über den „ Iud e n st a a t" angenommen: „Der Delegiertentag der österreichischen Zionisten stellt mit Besorgnis fest, daß eine gegen die Idee von: Judenstaate, also auf Verkleinerung des 4 Zionistischen Endzieles gerichtete Propaganda innerhalb der zionistischen Reihen immer merklicher wirkt und in einzelnen Teilen der Zionistischen Weltorganisation vielfach geduldet oder gefördert wird. Ein Ueberhandnehmen dieser Tendenz führt notgedrungen zur Lähmung der Schlagkraft und Werbetätigkeit der zionistischen Organisation und bedroht sie in ihrem Rechte, vom jüdischen Volke, von den jüdischen Massen und der jüdischen Jugend restlose Hingabe an das Palüstinawert zu fordern. Angesichts dieser Sachlage erachten es die österreichischen Zionisten für geboten, die Erklärung abzugeben, daß sie daran festhalten, datz die Erreichung des" Judenftaates in Palästina das mit allen Kräften anznstrebende Endziel der zionistischen Bewegung ist"*). Diejenigen Richtzioniften, die immer noch behaupten, es handelt sich bei dem nationaljüdischen Aufban in Palästina lediglich um ein h u m a n i t ä r e s Werk, mögen ihre Folgerungen ans diesem eindeutigen Beschluß über das Endziel der zionistischen Arbeit ziehen. Gautaa des Landesverbandes Brandenburg in Forst. Am 6onn* ^ag, den 14. November, fand der große Gautag des Landesverbandes Brandenburg rn Forst statt, an dem 23 auswärtige Gruppenvertreter, zahlreiche Beamte unserer Zentrale und der gesamte Vorstand des Landesverbandes teilnahmcn. Nach sehr eingehenden Referaten und einer fördernden Aussprache wurden die Wahlen vorgenoimnen. Wichtige Beschlüsse zum Ausbau unserer G. V.-Organisation wurden gefaßt. Am Nachmittag fand im großen Saal des „Kcnserhofcs" eine öffentliche Versammlung statt, bei der zahlreiche Nichtfuöcn auch der äußersten Rechtsparteien geladen und erschienen waren. Die Vorträge von Rabbiner Dr. S a l o m o n f k i, Syndikus Artur Schweriner, Dr. Eva Jungmann und Dr. Joseph Weil wurden mit lebhafter Zustiinmung ausgenommen. *) Von uns fett gesetzt. Die Schriftleitung. ""' * v n Der Nobelpreisträger James §rank. Von Rechtsanwalt Walter Proskaner lGöttingen). Der altberühmten mathematisch - nakurloissenschaftlichen Fpkultät der Georgia Augusta ist große Ehre erwiesen. Zwei Nobetpreisträger in einem Jahr! Professor Zsigmondy, der anorgailischc Chemiker, und Professor James F r a n ck, der Ordillnrius für Experimentalphysik, haben ihn erhalten. Mit Stolz und Genngtuung blickt die berühmte Stätte naturwissenschaftlicher Gelchrsamteit aus ihre beiden Mitglieder. In die Reihen der Weltgrößen, der G a u h s, Weber, N i e m a n n , W a l l a ch , M i n io \v | f i, Klein, H ilbert, sind nunmehr die beiden Preisträger getreten. Groß ist aber auch die Freude der kleinen Göttinger jüdischen Gemeinde, einen Göttinger jüdischen Professor dieser höchsten internationalen wissenschaftlichen Anerkennung teilhaftig zu sehen, lmd darüber hinaus empfindet es das gesamte deutsche Ju d en tli m m i t stolzer Freude, daß James F r a n ck der M e h r e r des R u h m s der de u tsche n W i s s e it s cf) n f t ge \o vrde n t ft. Die mathematisch - naturwissenschaftliche Fakultät der Georgia. Augusta kennt keine völkischen Bestrebungen. Ihr gehören mehrere bedeutende jüdische Gelehrte an. Aber wenn anderwärts der Ruf nach Freihaltnng von jüdischen Lehrern erhoben wird, s o m a g n e b e n Rüde r n a u ch I a m es F r a n ck als Beispiel dafür dienen, was der d e u t s ch e I u ö c d e r deutschen Wissenschaft gewesen ist. Franck ist als R'achsolger Debyes hierher gekommen. Debye, der berühmte Atomtheoretiker, hatte in Gemeinschaft mit dein genialen Mathematiker Hilbert grundlegende Forschungen über die Struktur der Materie Eingestellt. James Franck mit seinen Arbeiten über den Ausbau der Materie, über die Elektronenstöße, die Gasionen und die Spektralanalyse ist der gegebene Nachfolger seines Vorgängers geworden. Er hat die Göttinger Tradition gehalten und gewahrt, lim ihn sammeln sich begeisterte Anhänger seiner Wissenschaft, die in jungen Jahren unter seiner Leitung bereits wichtige neue Ergebnisse gesunden und wissenschaftlich verarbeitet haben. Unser Gruß und Glückwunsch gilt aber sauch James F r a n ck als deutschen Juden! Doppelt groß ist unsere Freude, daß diese Auszeichnung einem Freunde unserer Sache zugefallen ist. Unser Glückwunsch gilt schließlich auch dem M e n s ch e u. ^o groß wie seine Bedeutung ist auch seine Bescheidenheit. Den ehrenvollen Ruf nach Berlin, der in jungen Jahren ihm das erste deutsche Ordinariat anbot, hat er abgelehut. Ihn grüßen in dieser Stunde ganz Deutschland, das ganze deutsche Judentum und allen voran der Centralverein! Sj,i£ j^ümfcpjodlßr ffibn^e/9 *£jfa DOIOMIT Sie an Husten, Heiserkeit, Verschleimung? Nehmen Sie?ay$ echie Sodettev ittiner<9!=PastiHen Aerztliche Leitung. — Unterricht im Hause. — Telephan: Steinplatz 7244. LOESERsWOLFF Zentrale: Berlin C 25, Alexanderstrasse 1 \Ö^^eeKOaa^^J:'e/!'/ Führend in Qualität* j Arbeit und Ruf! Ueber 4000 Arbeiter und Angestellte! 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