Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 42 (15.10.1926)
- Date
- 1926-10-15
- Page
- Seite 554 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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554 Die Staatliche Overrealschule (ehemalige Yaeovson-Schule) zu Seesen feierte kürzlich unter Teilnahme vieler ehemaliger Schüler aus allen Teilen Deutschlands das Fest ihres 125jährigen Bestehens. Die Jacobson-Schule hat bekanntlich vom ersten Tage ihrer Gründung rm Jahre 1801 nach der Absicht und im Sinne ihres Stifters, des Vorkämpfers der jüdischen Emanzipation, Israel Jacobson, der Gemeinschaftserziehung jüdischer und christlicher Knaben gedient. Der Leiter der Anstalt, Studiendirektor Professor Dr. Friedland, führte in seinem Festvortrag aus, rvie sich im Innenleben der Anstalt dieser Gedanke der Toleranz auswirkte, wie die Schule bei allen äußeren Wandlungen, auch nach der im Jahre 1922 infolge der finanziellen Notlage erfolgten uebernahme in die Verwaltung des braunschweigischen Staates, dem Werke Israel Jacobsons treu geblieben ist. Daß der braunschweigische Staat willens ist, gemäß den vertraglichen Vereinbarungen mit der Jacobson-Stiftung in diesem Sinne die Anstalt (Schülerheim und Schule) zu leiten, kann aus dem amtlichen Schreiben entnommen werden, das der Vorsitzende des Landesschulamtes für das höhere Schulwesen, Herr Oberstudiendirektor Dr. Witte, anläßlich der 125-Jahrfeier an den Direktor richtete. Es heißt darin u. a.: „Es ist mir ein Bedürfnis, dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, daß die Schule getreu dem ihr von ihrem Gründer und dessen Nachfolgern eingeflößten Geist der Humanität auch als Staatsschule die in ihre Mauern einziehende Jugend zu innerlich gefestigten und wertvollen Bürgern der menschlichen Gemeinschaft erzieh t." In der Ueberzeugung, daß die Seesener Schule weiterhin dem Gedanken der sozialen Versöhnung der deutschen Volksgenossen dienen wird, haben sich die ehemaligen Mischen und christlichen Schüler zusammengeschlossen, um durch Bereitstellung von Geldmitteln die Jacobson-Stiftung in den Stand zu setzen, ihre Freizöglinge ohne Unterschied des Glaubens während ihres Aufenthaltes im Schülerheim und auch nach rhrem Abgang von der Schule wirksam zu unterstützen. A. St. (G o s l a r). Siegmund Bendix 95 Jahre alt. Am 18. Oktober begeht Herr Siegmund Vendix (Berlin) in bester Gesundheit und völliger geistiger Frische feinen 95. Geburtstag. Der Großvater des Jubilars war der Enkelsohn des Begründers der unter dem Schutz des Herzogs von Anhalt in Groß- Mühlirrgen bei Magdeburg errichteten ersten jüdischen ländlichen Kolonie. Seit Begründung des C. V. -ist Bendix Mitglied; -dasselbe gilt von seinen zahlreichen Familienangehörigen, so von seinem in New York lebenden Sohn, dem bekannten Bankier Ludwig Vendix, Wirtschastsbeirat der deutschen Botschaft in Washington. Mögen dem Jubilar und seiner mit -ihm in böjähriger harmonischer Ehe lebenden Gattin noch viele glückliche Jahre beschieden sein. Meine Chronik. Am 15. Oktober begeht der beliebte und erfolgreiche Schriftsteller S.Steinbe r g (Hamburg), der auch den Lesern unserer Zeitung durch Beiträge bekannt f*ine* ©tttittt Bertha geb. Israel, die goldene Hochzeit. Steinberg ist als Ampfer des Krieges 1870/71 vom Feldmarschall Moltke vielfach ausgezeichnet worden. Volle 40 Jahre haben feine Schriften und Bücher die vaterländische Begeisterung iin deutschen Volke wachgehalten. Unserem Centralverein gehört Sternberg seit ferner Begründung als treuer Freund und eifriger Mitarbeiter an. Wir f^uen uns, heute Herrn Steinberg und feiner Gattin zu ihrer unsere herzlichsten Wünsche aussprechen zu dürfen. — Zum lebhaftesten Bedauern aller Kreise schied jetzt Herr Lehrer Nathan Alexander, ver Vater unseres Hauptvorstandsmitgliedes Dr. Curt Alexander (Krefeld), aus seiner Tätigkeit an der städtischen jüdischen Volksschule in Krefeld, an der er 39 Jahre mit ungewöhnlichem Erfolg gewirkt hat. In dieser ganzen rr* o c Jc.me A.A^üAaft auch in den Dienst der Synagogengemeinde gestellt. In semer stillen Art will Lehrer Alexander im Gemeindeleben weiter wirken. Jahrzehnte ungeschwächter Lebens- und Schaffensfreude mögen ihm noch vergönnt fern. verbanö Groß-Serliner Ortsgruppen. t Mittwoch, 20. Oktober, abends 8 Uhr, 2. Vortragsabend de» rauer,--Schulungskursus in der „Gesellschaft drr Freunds", erlin w 9, Potsdamer Straße 9. Dr. Margarete Edelheimr „Die Frau im Staatsleben." Berliner Mitglieder, haltet euch S o n n a b e n d, den 6. November, frei für den großen Gesellschaftsabeud, den die Ortsgruppe Eharlot« r e n b u r g des Centralverems in den gesamten oberen Räumen des Brüdervereinshauses, Kurfürstenstraße, veranstaltet. Nähere Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Landesverband Groß-Berlin. An die Mitglieder der Ortsgruppe SchSneberg! Die Karten zu dem Gesellschaftsabend am Sonntag, den 24. Oktober 1926, im Rathaus Schöneberg sind schon jetzt erhältlich bei: Leo Bluhm, Schöneberg, Freisinger Straße 13; Frau Rosa Borchardt, Schöneberg, Rosenheimer Straße 39; Frau R.-A. Dr. Arthur Donig, Schöneberg, Am Park 15; Frau Direktor Regina Zuckermann, Schöneberg, Eisenacher Straße 103; Bureau des Landesverbandes Groß-Berlin, Berlin SW. 68, Lindenstraße 13 (Fernspr.: Dönhoff 3593). Erklärung. In dem Aufsatz „Frauengodanken über die Sprache deS Gottesdienstes" („C. V.-Zeitung" Nr. 33) nahm Frau Rast Graetzer Bezug cmf einen in -einer jüdischen Zeitung erschienenen Artikel über die hebräische Gebetssprache. Sie fragte darin, ohne den Namen des Verfassers oder der jüdischen Zeitung, in der der Aufsatz erschienen war, zu erwähnen, ob der Satz: „Ueberlaßt die hebräische Sprache dem Munde der „gottesdienstlichen Funktionäre", die sie, ähnlich wie die Messe der katholischen Kirche, erklingen lassen sollen, aber ihre Erlernung sei nicht mehr Sache des jüdischen Publikums, der jüdischen Kinderwelt", von einem Proselytenmacher geschrieben sei? Wir wußten nicht, daß dieser Satz sich auf einen Artikel der „Jüdisch-Liberalen Zeitung", verfaßt von Herrn Lehrer Hermann Wallach in Aachen, bezog. Es ist selbstverständlich, daß wir, und sicher auch die Verfasserin — die Frageform ergibt das zur Genüge — Herrn Wallach nicht als „Proselhtemnacher" bezeichnen wollten. Jedenfalls bedauern wir sehr, wenn solches uns peinliches Mißverständnis schon irgendwo und irgendwie entstanden sein sollte. Die Schriftle i t u n g. Geschäftliche Notizen und Säöernachrichten. Bad Lausick wird auch im kommenden Winter den Kurbetrieb vollständig geöffnet halten, so daß an Gicht, Rheuma, Ischias, Nerven-, Herz- und Frauenleiden Erkrankten die Möglichkeit zur Heilung geboten ist. Auch für Gesunde bieten die Kuranlagen eine Stätte der Zerstreuung und Erholung. Im Kursaal ist jeden Sonntag der übliche Fünfuhrtee. Nicht in der Düte erhalten Sie den echten Kaiser-Borax, sondern nur in der bekannten roten Original-Packung nnt Schutzmarke: knieende Frauengestalt. Sie haben bei Kaiser-Borax die Gewähr, daß Sie nur allerfeinste, garantiert reine, leichtlösliche Ware kaufen, die Ihnen als ideales Hautpflegemittel unschätzbare Dienste leistet. Dem Wasch- und Badewasser regelmäßig etwas Kaiser-Borax zugesetzt, ist immer noch das Beste und Natürlichste, was Sie gegen unreinen Teint, Hautröte, Sommersprossen, Ausschläge und sonstige Hautübel tun können. Beim Einkauf verlange man stets „Kaiser-Borax" in der bekannten roten Original- Packung mit ausführlicher Gebrauchsanweisung. Lieferungsfirma Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D. Verlag: Centralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens e. V., Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin". Postscheck!.: Berlin 30472. F. d. Schriftleitung verantwort!.: I. B. Dr. Alfred Wiener, Berlin SW. 68. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt wenn Fveiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Adolf Weidner, Berlin-Pankow. — Druck: Rudolf Mosse, Berlin SW 19. Mech. Weberei „Lica“ Herbert Joseph CHEMNITZ (Telephon 695) LICHTENSTEIN-C. (Telephon 24) Gobelin-Tisch- und Diwandecken / Madras Das Berliner Tageblatt mit seinen politischen, wirtschaftlichen u. literarischen Artikeln von Weltruf ist von unerreichter Schnelligkeit und Zuverlässigkeit seiner Berichterstattung. Neue Romane von Tristan Äernard, Maxim Gorki, Georg Hirschseld, Zerome K. 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