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Central-Verein-Zeitung · 1926-10-08 · 41 (8.10.1926) · p. Seite 533

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
41 (8.10.1926)
Date
1926-10-08
Page
Seite 533 (sequence 1)
Language
German
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r+ ■saitcrfärDmltctitiim' «mvLrwenwm Serttn, S. Oktober 1026 V. Jahrgang ❖ Nr. 41 Linzelnummer 10 GolSpfennig oryan des lLnlrrüst^erenrs örutsc ciss Oractsristrarms MonaLsabonnement 40 Goldpfennig zuzüglich Bestellgeld Verlag u. SchriftleiLung: Berlin SW 68, Lindenstr. 13._ stube O, Berlin SW (__ .. _ _ Alleinige Anzeigenannabme: Annoneen-Expedition Rudolf Moste, Berlin 8WIS, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 Mi Mr die 7gespaltene Zeile nach Rudolf Mostes Normalzeilennreffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) sur Mitglieder d. Centralverems 0,4s JIM, Die 90 mm breite Reklamezeile 4,80 JIM« Fernsprecher: Amt Dönhoff 3394,3595. Postscheckkonto: Berlin 804 72. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechsel- ^68, Linoenstr. 7, und von Goldschmidt-Rothschild & Co., Berlin W 8. J\ 116 einer sächsischen Mittelstadt. von Rechtsanwalt Dr. Hoküberg (Plauen). Im sächsischen Landtag waren bisher Vertreter „völkischer" Parteien und Gruppen nicht vorhanden. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn für die bevorstehenden sächsischen Landtagswahlen seitens der besonders radikalen Nationalsozialisten alle Anstrengungen unternommen werden, um einige ihrer Parteiangehörigen in den sächsischen Landtag zu bringen. Ja, man gibt sich dort der Erwartung hin, daß die etwa aus dem Landtagswahlkamps hervorgehenden nationalsozialistischen Abgeordneten bei den eigenartigen Parteiverhältnissen in Sachsen vielleicht das Zünglein an der Wage bilden könnten. Frühzeitig hat daher für die am 30. Oktober 1926 stattfindende Wahl insbesondere im Vogtlande die nationalsozialistische Agitation eingesetzt, und als Folge der von der nationalsozialistischen Presse des Vogtlandes betriebenen systematischen Hetze haben sich in der Stadt Plauen Vorfälle ereignet, deren Bedeutung weit über den Rahmen der Stadt Plauen hinausgeht. In zahlreichen Fällen sind in den letzten Wochen Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Plauen aus offener Straße in der unverschämtesten Art und Weise von Hitler- Anhängern. und hakenkreuztragenden Jünglingen und Männern angepöbelt, beschimpft und mißhandelt worden. Zu der antisemitischen Verhetzung trügt wesentlich bei die in Plauen erscheinende Wochenschrift „Völkische Nachrichten für W e st s a ch s e n", deren verantwortlicher Redakteur Alfons Hitzler vor einigen Wochen wegen Gotteslästerung an Stelle einer an sich verwirkten Strafe von einem Monat Gefängnis zu 200 Reichsmark Geld st rase und wegen Beleidigung der deutschen Republik zu 50 Reichsmark Geld st rase verurteilt worden ist. In den letzten Nummern dieser Wochenschrift befindet sich ein Aufruf der Nationalsozialistischen Partei, eine „Schuhst a f s e l" zu bilden. Der Führer dieser Schutzstaffel erklärt, daß er dringend zuverlässiger, kräftiger und u n e r - s ch r o ck e n e r Mitglieder für diese Schutzstasfel benötige. Schon aus dem Wortlaut dieser Aufforderung kann man entnehmen, daß die Nationalsozialisten von vornherein daraus ausgehen, für ihre Gedanken mit Mitteln zu werben, die, gelinde gesagt, ganz abseits jeder Geistigkeit sind. Der Aufruf hat auch Erfolg gehabt. Die „kräftigen und unerschrockenen" Mitglieder dieser Schutzstasfel haben ihre Tätigkeit bereits begonnen. Es ist ganz unmöglich, im Rahmen dieses Aufsatzes auf alle einzelnen der vielen Dutzende von Fällen einzugehen, die sich im Laufe der letzten Wochen als Folge der antisemitischen Verhetzung abgespielt haben. Einige markante Fälle, darunter die Mißhandlung eines über siebzig Jahre alten gebrechlichen Mannes, haben uns im Anfang September veranlaßt, Vorstellung bei der Polizeibehörde in Plauen zu erheben. Hierbei wurde darauf hingewissen, daß in den fortgesetzten Ueberfällen ein System stiege. Der Gemeindevorstand lenkte auch die Aufmerksamkeit der Polizei auf die regelmäßig an den Sonnabenden zwischen 6 und 7 Uhr abends auf einem belebten Platz in der Nähe der Hauptgeschäftsstraße der Stadt stattfindenden Propagandareden der „Schutzstaffel", als deren Folgen die Belästigungen, Beschimpfungen lind Mißhandlungen jüdischer Einwohner zu betrachten sind. Aber auch nach der Anzeige an das Pvlizeiamt hörten die Belästigungen nicht auf, so daß in einer zweiten Eingabe an die Polizei auf mehrere neue Fälle hingewiesen werden mußte, darunter auf einen ganz unerhörten Roheitsakt von Mitgliedern eines nationalsozialistischen Trupps an einem der letzten Sonntage am hellen Tage mitten auf der belebtesten Straße, die ohne jede Veranlassung einen jüdischen Einwohner MusvemAnttaUr L. V.-Tage in Bayern! Wirklich gleicherSchutz allenStaatsbürgern? Vinters 197 Thesen. Von Pastor D. Windfuhr. Falsche Propheten. Von vr. Eva Iungmann. Leilage: deutsch-jüdischer Zagende Ar. r.

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