Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 40 (1.10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 528 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Paul NaHian beginn! am Montag, den 11. Oktober, in der Synagoge Fasanenstresse (5 Uhr) eine Vortragsreihe über Humanüäre Welicr^anisaficineii des Judeniums Im Rahmen der „Freien Jüdischen Volkshochschule", Berlin SW 61, Yorckstr. SS. Karlen auch durch Landesverband Gross-Berlin des G V. (Dönhoff 3593) zu haben. moderne Regisseur, der ja schon tauge mit der Tradition gebrochen Hat, ist in der Praxis auf eine ganz andere Erklärung gekommen. Bei der Besetzung von jüdischen Rotten Hat mau im allgemeinen mit christlichen Schauspielern bechere Erfahrungen gemacht wie mit jüdischen. Natürlich kann man dazu nur solche christlichen Schauspieler verwenden, die frei von jedem Aullsernitismus mit offenen Angen und denkendem Verständnis in jüdischen Kreisen verkehrt haben. Und es gibt viele solche. Jeder Bühnenvorstand weift nun, daft ein geistig liefstehender Schauspieler die Rolle eines einfättigen Merlschell me so erschöpfen wird wie ein geistig hochstehender Darsteller. Da der erstere wahrscheinlich mit allen Merkmalen eines einfältigen Menschen ausgestattet ist, fehlt ihm zur Darstellung einer solchen Rolle die Beobachtung seiner eigenen Ei ge schäften auch bei anderen typischen Vertretern seiner Art, und er wird ein ganz falsches, übertriebenes Bild eines Einfältigen konstruieren. Der intelligente Schauspieler jedoch sieht diese Eigenschaften, die er selbst ja nicht hat, und kann sie darrun in seinem Spiel verwenden. So ist es auch mit dem jüdischen Schauspieler, der unter Verkennung der vorhandenen jüdischen Rasseeigenheiten, die ihm ja durch Gebart und Erziehung selbst allhasten, sich oft Uebertreibungen in jüdischen Rollen zuschulden komuren läßt, weil er es. ohne über der Situation stehen zu können, besonders gut machen will, statt so einfach zu spielen, wie er selbst im Leben ist. Dahingegen wird der christliche Schauspieler, der dem Judentum s y m P a t h i sch gegenübersteht, unter Leitung des modernen Regisseurs oft eine feinere Darstellung des zu verkörpernden Juden Hervorbringen und wird sogar das gute jüdische Herz erkennen und verstehen. Ich habe über dieses Problem mit vielen Regiekollegen schon gesprochen und bin fast überall auf die gleiche Beobachtung gestoßen. Ader selbstverständlich gibt es auch hier lute bei jeder Regel Ausnahmen. Max Berges (Hamburg). Bekanntlich betont mm die Bergpredigt mit ihrer Lehre den Gegensatz zu dieser SchriWelle in den Worten: „Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch:.. Mit allem Nachdruck stellt Norden fest, daß es ein jüdisches Gebot: „Du sollst deinen Feind hassen" überhaupt nicht gibt, und daß es der Wahrheit ent- ’ spräche, wenn jede Ausgabe des Neuen Testamentes darauf Hinweisen würde, daß hier ein bedauerlicher Irrtum sich eingeschlichen habe. Im übrigen aber enthalten die Forderungen box Bergpredigt keine Aenderung und Aushebung jüdischer Bestimmungen, sondern einen Fortbau, eine Verinnerlichung und schließlich eine Mahnung, Streitigkeiten aus dein Wege Zu gehen. Das Büchlein ist unter dem Motto: „Das Siegel des heiligen Gottes ist Wahrheit" geschrieben. Wir wissen nur Zu aut, daß im Namen Gottes gar oft die Wahrheit gebeugt wird, unser Dank gilt dem Verfasser dafür, daß er sich in so ganz vortrefflicher Weise für die Wiederausrichtung der Wahrheit eingesetzt hat. Der Philo-Berlag aber hat seine Rüstkammer für den Kamps gegen den -Judenhaß um eine wertvolle Waffe bereichert. Dr. Krrrt Alexander (Krefeld). verbau- Groß-Serlmer Ortsgruppen. _ Ortsgruppe Neukölln. Sonnabend, 2. Oktober, abends 8 Uhr, P a f s a g e - F e st f ä l e, Neukölln, Bergstraße IM/152, Vortrag Georgs G o e tz. Nach dem Vortrag Simchas-Thora-Ball, Kaffeetafel — Vorträge — B ll ch e r v e r l o f u n g. Ciutritiokarten zu 50 Pfennig an der Abendkasse erhältlich. — Ortsgruppe Süd, SilVweN, Südost herzlich willkommen. I. A.: Dr. Harts Salomo n s k i. Ortsgruppe Schöneberg. Eintrittskarten 51: dem Gesellschaftsabend im großer: Bürgersaal des Schöneberger Rat» Hauses am Sonntag, 24. Oktober, abends 7 Uhr — Tombola, Thsateraufführung usw. — sind schon jetzt zum Preise von 1 Mark einschließliär Steuer zu Haber: bei Herrn Leo Bluhm» Schöneberg. Freisinger Straße 13, Frau Rosa BorcharDtr Aosenheimer Straße 39, Frau R.-A. Dr. Arthur Donig, An: Park 15, Frau Direktor Regina ZuckerMNNN, Eisenacher Straße 10«% und in: Bureau des Landesverbandes Grou-Berlin. SW 6% Lindenstraße 13. N u r auf Namen lautende Eintrittskarten habe n Gültigkeit. I. A.: Leo B l u h m. Ortsgruppe Charlotienburg. Wir bitten unsere Mitglieder, sich den 6. November für eine gesellige Veranstaltung des Centralvereins in: großen Saal des Brüdervereinshauses, Kurfürstenstraße, freizuhalten. I. A.: Kommerzienrat N. Hamburger. Ortsgruppe Osten. Unsere Mitglieder werden zu dem am 7. Oktober, abends 8 Uhr, in der Aula der jüdischen Mädchenschule, Kaiserstraße 29'30, vom Synagogenvecein Kaiser st raste veranstalteten Vortrag des Herrn Artur Schweriner: „Politische Kämpfe einst und jetzt" hiermit freundlichst eingcladen. I. A.: Georg Marcus. Die Grotz-Berliner Landesverbandstagung findet nicht am 7., sondern am 14. Oktober statt. „Auge um Auge —- Zahn um Zahn." Von Dr. Josef Norden, Philo- Verlag nnd Buchhandlung 8.-nt. b. H. Berlin 1926. Es ist schon oft versucht worden, die vielnmstrittene Schriftstelle „Auge um Auge — Zahn um Zahn", die ein beliebtes Argument unserer Gegner gegen uns ist, richtig zu deuten. Noch einmal unternimmt der Elberfelder Rabbiner Dr. Norden in einer knappen klaren Darstellung diesen Versuch. Es muß ihm gerne zugestanden werden, daß er ihm ausgezeichnet geglückt ist. Daß dieser Satz eine der damaligen Kultur- und Rechtsanssasfimg entsprechende Rechtssatzung ist, wurde schon oft erläutert. Norden geht darüber hinaus und weist nach, daß jene Regel nicht etwa eine Anweisung an den Richter Zu besonderer Strenge, sondern zu größter Unparteilichkeit sei. In diesem Sinne hat auch das jüdische Schrifttum der nachbiblischen Zeit die Redewendung einmütig ausgelegt. Samsonschule in tvolsenbirttel Staatlich anerkannte Realschule mit Schülerheim (gegründet 1786) | Kleine Klaffen. — Rituelle Verpflegung. I Das Winterbalblabr beginnt am Dienstao, den 12. Oktober 102«, IPBiffil.1 I Sanatorium für Nerven-undinnere Kranke Leiiende Aerzfe: Dr. R. Fleischmann, Dr, Fr. Poansgen.J ..-.- 1000 METER SEEHÖHE, 2 BAHN¬ STUNDEN VON WIEN UND GRAZ Golf * Reiten * Tennis Erstklassige Hotels, Sanatorien und Pensionen in jeder Preislage llitti Mut Hü SONNE SPORT ERHOLUNG HERRL. HERBSTAUFENTHÄLT FÜR GESUNDE UND KRANKE j Schöne, ausgedehnte Promenaden Herbstarrangements - Auskünfte ] durch die Kurkommission IHRE AUFMERKSAM K EIT verdienen in ganz besonderem Maße unsere Neuerscheinungen! Coblenz, Predigten, gehalten in der Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde in Berlin ... Ganzleinen NL 4,50 Ferner liegen die ersten Hefte der Morgen-Reihe vor: Friedläaier, Das Leben Gabriel Riessers, Ganzleinen M. 7,— Stern, Warum sind wir Deutsche?..M.1,40 James, Unsterblichkeit .. M. 1,10 Norden, Auge um Auge — Zahn um Zahn.M.0,9j Nathan, Das Problem der Ostjud^n.M. 1 49 Krebs, Urkirche und Judentum M. 0,90 Müller, Völkische Weltanschauung .etwa M.1,40 Beermann, Unser Judentum . etwaM.0,75 B a b, Goethe und die Juden M. 1,40 R o s i n, Die Juden in der Medizin.M. 1,50 Stein, Die Juden in der neueren Philosophie ..... M.0,50 Schütter, Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn .. M. t,— liefern portofrei! | PHILO VERLAG UNO BUCHHANDLUNG G.m.b.H., BERLIN SW68, LINDENSTRA3SE 13 D9NHOFF3M4