Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 39 (24.9.1926)
- Date
- 1926-09-24
- Page
- Seite 515 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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bringen könnte, ober — wenn auch das nicht möglich, ob man ihn nicht in Gottes Namen da liegen lassen sollte, wo er vorher gelegen hat. Andere, Bescheidenere, die nämlich nicht den Ehrgeiz haben, Marmorblöcke Zu wälzen, erfüllen ja auch ihren Posten in dieser Welt und fühlen sich ganz wohl dabei, wie die Dänen, die Schweizer, die Holländer und hundert andere Völker mehr. „Es kann nicht der Endzweck -eines Volks sein", sagte der Norweger Siegbjörn Ob st selb er schon vor dreißig Jahren, „sich mit großen Worten als Weltmacht auszuspielen." Und wenn einem die Zeit recht gegeben hat — nicht nur für Deutschland allein, sondern für jedes andere Land gleichfalls — so i 1)111. Von all diesen Enttäuschungen einer verfehlten Weltpolitik, die keine Kulturpolitik, keine Politik der Menschheit, keine des Rechts, sondern auf allen Seiten reine M a ch 1 p o l i t -i k war und sich ganz skrupellos zu dem Grundsatz bekannte: Macht geht vor Recht, Staat geht vor Menschlichkeit — ist vielleicht Deutschland am schwersten betroffen worden. Jedenfalls hat es sich am unglückseligsten und erstaunlich unvernünftig mit diesen Enttäuschungen abgefunden, es hat sie nach der falschen Seite abreagiert. Wenn ich hier Deutschland sage, so meine ich seinen Repräsentanten, den Durchschnittsdeutschen, und nehme auch oie „arischen" Intellektuellen und Gebildeten bis hinauf in die höchsten Gelehrtensphüren und Beamtenkreise (von Militärs zu schweigen!) n >i>ch t davon aus. Sie alle kommen mir jetzt vor wie Wilde, die nun, nachdem der Ueberfall aus den Nachbarstamm nicht glückte, zuerst ihren Fetisch verprügeln, der ihnen den Sieg versprochen hatte, dann es aber doch Vorziehern einige Stammesgenossen zu schlachten, um den Fetisch wieder zu versöhnen. An den allernächst liegenden Gedanken, daß ihr Fetisch nicht der richtige wäre und zum mindesten nicht mehr oder weniger tauge als der des Nachbarstammes, nämlich eine Fratze, ein Holzklotz, ein lebloses und wertloses Idol sei, und daß man ihn nebst dem Wundermann, dem Medizinmann, der sie in den Krieg getrieben, zum Dempel hinauswerfen müsse, können sie sich auf die Dauer nicht gewöhnen. Und sie denken nicht an ihre Toten und für nichts und wieder nichts gemordeten Brüder, sondern sie zittern, weil der Gott grollt, und sie schleppen neue Brüder heran, um sie ihm zu opfern und ihn zu versöhnen. Der Medizinniann wetzt grinsend das Messer: Her mit ihnen! Sie sind schuld, daß wir den Krieg verloren haben; aber das nächste Mal werden wir mehr Glück haben, dafür bürgt uns ihr Blut. Seht, wie der Gott schon lacht und sich die Lippen leckt. (Weitere Artikel folgen.) Die Arbeit öes „Joint" in Uußlanü. Auf einer Pressekonferenz, die die ^nreriean. lloiüt Distribution Comitee vor kurzem in Berlin veranstaltete, gab Herr Billikopf aus Grund eigener Anschauungen ein Bild von der Lage des O st j u d e n t u m s. Er ging zunächst aus Polen ein. Um der durch Arbeitslosigkeit und Krankheit bedrückten Bevölkerung aufzuhelsen, sind umfangreiche Hilfswerke organisiert worden, insbesondere hat man sich der Waisenkinder angenommen, von deizen man 26 000 versorgte. Die Schulkinder werden verpflegt, rund 25 000 Familien ist durch die Gewährung zinsfreier Darlehen Existenzmöglichkeit geboten worden. Sehr eingehend war sodann der Bericht über die jüdische Kolonisation -in der Krim. Der Referent äußerte, daß die Begeisterung der russischen Inden in ununterbrochener Arbeit ein Werk geschaffen habe, das in der jüdischen Kolonisation beispiellos da st ehe. Es bestehen in der Krim 34 jüdische Kolonien mit 2400 jüdischen Familien. 200 000 Hektar Boden sind bereits in jüdischen Händen; für 100 000 bis 200 000 Siedler ist noch Platz vorhanden. . Im Anschluß an das Referat beantwortete Billikopf einige an ihn gerichtete Fragen, so über die Stellung der russischen Zionisten zum Sied lungs werk. Herr Billikopf sagte, in der Krim bestehe eine C h a l u z i m k o l o n i e, die nicht verstehen könne, warum große Teile der zionistischen Organisation den russischen Siedlungsprojekten feindlich g e g e n ü b e r st e h e n. In dieser Richtung sind auch noch Ausführungen des jüdisch-amerikanischen Publizisten Breynien HAG Obwohl anfänglich gegen den coffeinfreien Kaffee mißtrauisch, bin ich heute durch eigene Versuche mit Kaffee Hag völlig bekehrt, sodaß ich meinen nervösen und herzkranken Patienten den Kaffee Hag warm empfehle, vor allem auch, weil das Aroma durch Coffeinentzug nicht gelitten, völlig erhalten ist. Dr. med. Kistler, Mestal Alleinige Anzeigen-Ann alime Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46—49 Breslau ♦ Chemnitz . Dresden » Düsseldorf- Erfurt» Frankfurt a. M.- Halle (Saales» Hamburg » Hannover » Karlsruhe . Köln a. Rh. ♦ Leipzig Magdeburg ♦ Mannheim * München. . Nürnberg - Stettin - Stuttgart» Amsterdam ♦ Barcelona - Basel. Budapest. Bukarest * London . Mailand « Prag Warschau» Wien * Zürich. 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