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Central-Verein-Zeitung · 1926-09-17 · 38 (17.9.1926) · p. Seite 505

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
38 (17.9.1926)
Date
1926-09-17
Page
Seite 505 (sequence 9)
Language
German
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505 t\n derartiges T h e mn behandelt w u r d e, und Wh freuen Ans, daß, wie aus den Berichten der Tagespresse und der jüdischen Zeitungen Zu ersehen ist, der Vortrag allgemeinen Beifall fand. Nach einem kurzen Rückblick auf die älteste Musik der Hebräer erwähnte Herr Kellermann u. a. die Entstehung der Negunim, berührte den Einfluß der Völker, unter denen die Juden lebten, auf die shnagogale Musik, kam auf die ersten Aufzeichnungen hebräischer Gesänge zu sprechen und wies aus die gegenseitige Berührung der Kirchenmusik mit den shnagogalen Gesängen hin/ Unter besonderer Erwähnung Nv-ssis (16. Jahrhundert) sprach er bann noch von der Entwicklung der sogenannten „Steiger und führte, aufs 19. Jahrhundert übergehend, die Koryphäen shnagogater Gesänge an. Nach weiterer Hervorhebung einzelner Komponisten aus der Neuzeit beschloß der Vortragende seine interessanten Ausführungen mit dem Klaviervortrag dreier besonders charakteristischer hebräischer Melodiein — Es iixitc sehr wünschenswert, wenn diesem Vortrag weitere derartige Vorführungen' durch den Rundfunk folgen würden. Heldcngedcnksricr in Wcrßcnsce. Tie am o. September auf dem Ehrenfriedhof in Wcißcnsee von der Chewra Kadischa unter Beteiligung des R e i ch s b u n d e s i « d i f ch e r F r o n t s v l d a t e n , des Centralvereins und anderer jüdischer Organisationen veranstaltete Gedenkfeier fand bei herrlichem Wetter unter dem Zustrom von etwa 15 000 Menschen in großartigster Weise statt. Als Vertreter des Reichswehrministeriums nahm Major v. B r e d o w , für die Marine Kapitän M a t t h e i, vom Magistrat der Stadt Berlin Stadtrat R e i m a n n , für das Kultusministerium Ministerialrat v. Hi ecke und als Vertreter des Polizeipräsidiums Regierungsrat Tr. Kaps er an der Feier teil. Chorgesang und wirkungsvolle Eiuzelgesangsvortrage der Herren Oberkantoren Davidsohn und AhLbcck umrahmten die eindrucksvolle Feier- Rabbiner Dr. 2 j n f hielt die tiefe in pfundene Weihrede unb betonte insbesondere, daß Menschen aller B e t c n n t n i1 s e im Weltkriege miteinander gestorben seien unb daraus auch den Willen und die) Kraft herleiten müßten, in Frieden miteinander zu leben. Für den Frvntbnnd und den Centralverein sprach unser HauptvorstandsmiLglied Justizrat Max Chodziesner. Er gedachte mit warmen, von Begeisterung getragenen Worten der mehr als 12 000 gefallenen jüdischen Soldaten, insbesondere derer, die in fernen Ländern unb in den abgetretenen Gebieten, namentlich Westpreußen, Posen und Dberschlesien begraben liegen, an deren Ruhestätte die wegen ihres Deutschtums ansgewanderten jüdischen Familien keinen Kadisch lagen und nicht in stiller 'Andacht verweilen könnten. Er beklagte mit besonderer Betonung, daß trotz großer Opfer alles Unglück, welches über Deutschland hereingebrochen sei, aus uns Juden als Prügelknaben abgebürdet werde. Wenn Gott uns solche Bürde auferlege, so rufen wir im Vertrauen auf seinen Beistand: „Herr, was dein Witte mir auch auferlege, Wie Krone will ich's tragen, nicht wie Joch!" Ter Redner schloß mit dem Gelübde, daß wir mit den Waffen des Geistes, mit Wahrheit und Gerechtigkeit nls pflichtbewußtes Glied jeder staatlichen Ordnung weiterkämpscn werden für unser Recht, für unsere Ehre sowie die Ehre und das Andenken unserer teuren Toten. Kieme Chronik. Am 30. August starb plötzlich der Vorsitzende unserer Ortsgruppe A n k l a m, Herr Julius N e u m a u n. Wir -verlieren in ihm einen treuen Mitarbeiter, der jederzeit die Interessen unseres Vereins auf das wärmste wahrnahm. Wir werden dein Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. — Unser langjähriges Mitglied, Herr Louis Mareus, früher Hohensalza, jetzt Charlottenburg, begeht aut 10. September seinen 90. Geburtstag. — In Bingen am Rhein starb das langjährige Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe Bingen, Herr Ferdinand S e L i g m a n n , nur wenige Wochen nach Vollendung feines 80. Lebensjahres. In ihm verliert das gesamte deutsche Judentum einen Vorkämpfer von vornehmster und lauterster Gesinnung. — Herr Abraham B l ü t h e n t h a l in Rocken h a u seu feierte am 5. September in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. — Herr Morris M e y e r f e l d in Sau Francisco wurde von seiner Vaterstadt Beverungen a. d. Weser, der er stets sehr viel Gutes erwiesen hat, zum Ehrenbürger ernannt.. Gleichzeitig wurde eine Straße nach ihm mit dem Namen „Meyerfeld-Stxaße" bezeichnet. — Unter großer Beteiligung der ganzen Gemeinde und der Nachbargemcinden fand auf dem jüdischen Friedhose in Schneide m ü h I die Einweihung des vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (Ortsgruppe Schneidemühl) gestifteten Ehrenmals für die im Weltkriege gefallenen jüdischen Soldaten Schneidemühls statt. Als Vertreter der Stadt nahmen der Oberbürgermeister Dr. Krause, der Stadtverordneteuvorsteher und anders Mitglieder des Magistrats an der Feier teil. Auch der Provinzial-Kriegerverband war durch Professor Gofsow vertreten. — Die jüdische Gemeinde Butzbach i. H. beging unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung, der Geistlichen aller Konfessionen, Vertreter der Schulen, Kirchenvorstände und anderer Korporationen tue Einweihung ihrer neuen Synagoge, die nach Entwürfen und unter der Leitung von Herrn Architekt Lippert gebaut wurde. Namens des Krcisamts sprach Regierungsrat Dr. Grein; namens der Stadt Bürgermeister Dr. Jansen und Beigeordneter Mittig. Nach einer Ansprache des Gemeindevorstehers, Herrn Isidor Krämer, und verschiedener hervorragender Gemeindemitglieder hielt Provinzialrabbiner Dr. H i r f ch f e l d eine ergreifende Festpredigt. — Am 3. September feierte die jüdische Gemeinde in Mesoritz das 100jährige Bestehen ihrer Synagoge. Zahlreiche ehemalige Meseritzer, sehr viele Vertreter und Mitglieder benachbarter Gemeinden und eine große Reihe von Rabbinern waren erschienen. Auf dem alten Waldfriedhofe hielt Rabbiner Dr. Wilde ans Magdeburg die Gedenkrede. — Am Vorabend des Neujahrsfestes wurde die Synagoge in R h e y d t neu eingeweiht, nachdem sie aus Anlaß ihres 50jährigen Bestehens umgebaut worden ist. An der Feier nahmen außer den Mitgliedern der Synagogengemeinde Rheydt und der Nachbarorte der Oberbürgermeister, dev Kreis- und Stadtschulrat und der evangelische Pfarrer teil. — Am 5. September fand unter großer Beteiligung der jüdischen Gemeinde die Einweihung der neuen Synagoge in Rathenow in Anwesenheit des Oberbürgermeisters, des Stndtverordnetenvorstehers und der Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche statt. Rabbiner Dr. L ö w e n ft a m m (Spandau) hielt die Festrede; Dr. Ismar Freund sprach als Vertreter des Landesverbandes über die Notwendigkeit des sittlichen Wiederaufbaus der Welt. Dev Vorsitzende des Jüdischen Box-Clubs „Maeeabi" E. B., Berlin, schreibt uns: „Auf Seite 471 wird in dem Bericht der „C. V.» Zeitung" über die Erfurter Zionistentagunz von der Maccabi - Bewe g u n g gesprochen, die au die Stelle der früheren Blau-Weiß-Vewegung getreten ist. Die Nameusähnlichkeit mit dem Maccabi-Weltverband und die erwähnte Besprechung haben offenbar zu der Annahme geführt, daß der I. B. E. Maccabi zu den verkappten politischen Organisationen gehört, die nach dem. Bekenntnis von Herrn Dr. Holzer auf der Erfurter Tagung unter neutraler Flagge versucht haben, die jüdische Jugend im Sport tendenziös zu beeinflussen. Dem Eentralverein ist es wohl bekannt, daß im I. B. C. Maccabi der Sport n u e u m des Sportes w i l l e n g e t v i e b e n wird. Die neutrale Gin ft e l t un g in dem von mir geführten Klub ist nicht nur in den Statuten verankert, sondern ruht im Herzen aller Führer, in dev ehrlichen lleberzeugung/ daß nur die Neutralität dem Sportgedanken entspricht." verbanü Groß-öerlinsr Ortsgruppen. Ortsgruppe Neukölln. Sonnabend, 2. Oktober, abends 8 Uhr, Vortragsabend mit anschließendem gesellige:: Beisammensein und Tanz in den Passage- Festsälen. Wir bitten unsere Mitglieder, sich diesen Abend freizuhalten. I. A.: Dr. Hans Salomo n s k i. NiedertassungsmögLichkeiLen. In westfälischer Kleinstadt bietet sich Niederlassuicgsmöglichkeit für j ü d i f ch e u Arzt, der auch in der Chirurgie bewandert ist. — Zahnärztlicher Assistent kann sofort bei beschäftigtem Zahnarzt (Oberschlesien) eintretcn. Sehr gute Ansbildungsmöglichleit. — A e r z t l i ch e A s s i st e n t e n st e l l e u werden dringend gesucht. — Für ärztliche Vertretungen stehen mehrere gut ausgebildete Vertreter zur Verfügung. — In kleinem Orte Oftpreußens bietet sich Niederlassungsmöglichkeit für Anwalt. Bureauräume vorhanden. — Iic westfälischer Kleinstadt bietet sich Niederlassungsmöglichkeit für einen Anwalt. — Niederlassungsmöglichkeit für Chirurgen mit Operationsmöglichkeit gesucht. — In oberschlesischer Mittelstadt bietet sich gute Niederlasfungsmöglichkeit für einen Augenarzt. — Junger Tierarzt sucht Assistenten- oder Vcrtreterstelle. — Anfragen zu richten an Bureau des Central-Vereins, Berlin SW 68, Lindenstraße 13. Verlag: Eentralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens e. V., Berlin SW 68, Lindenltr. 13. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin". Postschecks.: Berlin 30472. F. d. Schriftleitung verantwort!.: I. B. Dr. Alfred Wiener, Berlin 81V 68. — Unverl. Mcmuskr. werd. nur zurückges., wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantw. f. d. Anzeigeut.: Max Junge, Bln.-Friedenau. Druck: Rudolf Mosse, Berlin SW19« PETZOLD & AULHORN A. G., DRESDEN S L» L 1 an Iaa.jxa.l~fc und Ansstattunflf sind unsere Heuenscheinungen l E N L I S T ü GEN Coblenz, Predigten, gehalten in der Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde in Berlin ... Ganzleinen M.4,50 Ferner liegen die ersten Hefte der Morgen-Reihe vor: Friedländer,DasLeben Gabriel Riessers,Ganzleinen M.7,— Stern, Warum sind wir Deutsche?...M.1,40 James, Unsterblichkeit ... M. 1,10 Norden, Auge um Auge — Zahn um Zahn.M.0,90 Nathan, Das Problem der Ostjuden.M. 1,40 Krebs, Urkirche und Judentum M. 0,90 Müller, Völkische Weltanschauung.etwa M. 1,40 Beermann, Unser Judentum..etwaM.0,75 B a b, Goethe und die Juden M. 1,40 R o s i n, Die Juden in der Medizin.. M. 1,50 Stein, Die Juden in der neueren Philosophie.M. 0,50 Schaffer, Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn .. etwa M. 1,— »HILO VIRU« UNO BUCHHANDLltNQ O.m.b.H.. BERLIN SW68, LINDENSTRASSE 13 - DÖNHOFF 3594

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