Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 37 (8.9.1926)
- Date
- 1926-09-08
- Page
- Seite 490 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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m das Vibeldeutsch der Zukunft übergehen werden, das zu entscheiden, steht nicht in unserer Macht. Uns will aber scheinen, daß die Verfasser tief in den Urtext und zu den lebendigen Quellen der deutschen Sprache hinabgestiegen sind. Darum. können auch gewagte Worte wie:: „Ruch der Befriedung", „Wenn Eure Worte sich erwahren (bewahrheiten)" sehr wohl einmal das uns fremd-vertraute Bibeldeutsch werden. Aber damit überhaupt' das Wort der „Schrift" zu uns Heutigen wieder, spricht, möge Hillel uns mahnen: Gehet hin und leset! Ernst Heinrich Seligsohn. AHMr Mrst Br. yigmuns W (Hamberg) Warben. Durch den am 30. August erfolgten Tod von Geheimrat Dr. Held hat die bayerische Judenheit einen unersetzlichen Verlust erlitten. Eine überragende Persönlichkeit, ausgestattet mit scharfem Verstand und ungewöhnlichem Wissen, mit einer glänzenden Rednergabe und vor allem der Fähigkeit, ausgleichend und versöhnend zu wirken — so stand er seit Jahren an der Spitze der Nürnberger Kultusgemeinde, an führender Stelle im Verband bayerischer israelitischer Gemeinden, wie er überhaupt immer da zu finden war, wo es galt, jüdische Interessen zu fördern und zu pflegen. Als einer der gesuchtesten bayrischen Anwälte erfreute er sich höchsten Ansehens im ganzen Lande; das Vertrauen seiner Kollegen berief ihn vor einem Jahrzehnt zum ersten Vorsitzenden der Anwaltskammer Mittelfranken. Besondere \x GrundzurTrauerhatderCentralverein, derinihm einen bewährten und tatkräftigen Mitarbeiter verliert. Bei der Gründung der hiesigen Ortsgruppe zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, führte er dies Amt zehn Jahre lang; als Mitglied des engeren Ausschusses brachte er seither unseren Bestrebungen stets größtes Interesse und vollstes Verständnis entgegen. Es gab, wie Herr Justizrat B e r n h e i m als Vertreter des C. V. an der Bahre des Verblichenen treffend aussprach seit nahezu dreißig Jahren keine Angelegenheit von irgendwelcher Bedeutung in unserer Ortsgruppe, die ihm nicht vorgelegt wurde und die er nicht mit erledigen half. Sogar an seinem Krankenlager versammelte er die hiesigen Führer des C. V. um sich, um wichtige Dinge mit ihnen zu besprechen. Seine Beisetzung gab beredtes Zeugnis von der Hochachtung und Wertschätzung, deren sich Eeheimrat Held allerorts erfreute. Solche Menschenmasfen hatte der jüdische Friedhof noch nie gesehen wie an jenem strahlenden Septembernachmittag, da wir den treuen Freund trauernden Herzens zu seiner letzten Ruhestätte begleiteten. Die Gesamtverwaltung der Kultusgemeinde Nürnberg, der vollzählig erschienene Rat des Bayrischen Israelitischen Gemeindeverbandes unter Führung seines Präsidenten, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeher (München), C. V.-Vorftünde verschiedener Ortsgruppen, die höchsten richterlichen Beamten der Stadt und eine endlose Zahl von Freunden und Kollegen des Verstorbenen waren herbelgeeilk, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Nach der eindrucksvollen Gedächtnisrede von Rabbiner Dr. Freudenthal, der die machtvolle Persönlichkeit Sigmund H e l d s nochmals vor dem geistigen Auge der Trauerversammlung auferstehen ließ, gedachte Herr Rosenzweig als Vertreter der Kultus gemeinde Nürnberg in markanten Worten der Leistungen und Erfolge H e l d s im Dienste unserer Gemeinde, in der sein Andenken unauslöschlich sein wird. Justizrat Dr. Dorrnitzer sprach namens der Anwaltskammer und des Anwaltsvereins Nürnberg dem hochverdienten Vorsitzenden den Dank der Kollegen aus, denen er Freund und Führer gewesen. Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeher überbrachte die Abschiedsgrüße des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden, Rabbiner Dr. Heilbronn die der Beamten der Kultusgemeinde. Die Loge „Joseph zur Einigkeit", die in Geheimrat Held khren langjährigsn Meister vom Stuhl und Ehrenmeister verehrte, sowie einige befreundete Logen legten Blumengrüße am Sarge nieder. Justizrat Beruh e im sprach als Vertreter der Ortsgruppe Nürnberg und des Hauptvorstandes des C. V. tiefempfundene Worte des Dankes für alles, was der Verstorbene für unsere Organisation geleistet hat. Ihm schlossen sich Vertreter der jüdischen Lehrerschaft Bayerns, der Gemeinde Adas Israel an, dann ließen eine Anzahl von Aktiengesellschaften, denen der Verstorbene als Aussichtsrat angehört hatte, Kranzspenden niederlegen. Die Sonne sandte ihre letzten Strahlen herab, als die Schollen auf das Grab eines Mannes fielen, der nach Dr. Neumeyers Wort „die Zdealgestalt eines deutschen Juden" verkörpert hat. - E. D. Kleine Chronik. Dm 9. September vollendet Herr Venas Levy seinen 70. Geburtstag. Herr Venas Levy, der seit Jahrzehnten unser Mitglied ist, hat sich stets in aufopfernder Weise für das Wohl der Berliner Jüdischen Gemeinde eingesetzt. 28 Jahre hindurch rvar er Mitglied der Berliner Repräsentantenversammlung; bei Gründung der Jüdischen Volkshochschule u. a. m. hat er mitgewirkt. Seitmehr als 25 Jahren gehört er dem Kuratorium des Waisenhauses in Pankow an. Wir wünschen dem verehrten Manne, der auch uns jederzeit helfend zur Seite gestanden hat, einen gesegneten Lebensabend. — Das außerordentlich verdiente Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe Plauen i. V., Herr Sally Wolfsberg, vollendete sein 70. Lebensjahr. Wir sprechen dem verehrten Freunde unsere wärmsten Glückwünsche aus. — Postdirektor Carl P h i l i p f o h n, der auch unseren Lesern durch gelegentliche Mitarbeit bekannt ist, beging vor kurzem sein 40jähriges Dienstjubiläum. Bei dem Jubilar liefen Glückwunschtelegramme vom Reichspräsidenten v. Hindenburg und Reichspostminister S t i n g l ein. HAG Kaffee Hag, der coffeinfreie Bohnenkaffee, kann Lungenkranken, die immer zu beschleunigter Herztätigkeit neigen, nicht genug empfohlen werden. Proff. Dr. Möller (Deutsche ÄrztezeltungJ SPITZENLEISTUNGEN an Inhalt und Ausstattung sind unsere Neuerscheinungen! Coblenz, Predigten, gehalten i der Synagoge der Jüdischen Reformgeineinde in Berlin Ganzleinen M. 4,50 Friedländer, Das Leben Gabriel Riessers .. .Ganzleinen M. Stern, ‘Warum sind wir Deutsche? etwa M. 1,40 Ferner liegen die ersten Hefte der Morgen-Reihe vor: James, Unsterblichkeit etwa M. 1,10 Norden, Auge um Auge — Zahn um Zahn.M, 0,90 S Krebs, Urkirche und Judentum Nathan, Das Problem der Ostjuden .etwa M. 1,40 Müll e r, Völkische Weltanschauung etwa M. 1,40 Beermann, Unser Judentum etwa M. 0,75 Rosin, Die Juden in der Medizin etwa M. 1,50 Stein, Die Juden in der neueren Philosophie ......etwa M, 0,50 etwa M. 0,90 Bab, Goethe und die Juden etwa M. 1,40 Schaffer, Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn ..etwa M. 1,— | Wir liefern portofrei 11 PHILO VERLAG UND BUCHHANDLUNG G.m.b.H. / BERLIN SW68 LINDENSTRASSE 13 TEL.: DONHOFF 3594