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Central-Verein-Zeitung · 1926-08-27 · 35 (27.8.1926) · p. Seite 460

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
35 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
Seite 460 (sequence 8)
Language
German
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4ö0 Ja, ja wie denn? Der Zionismus soll doch die Erlösung aus der europäischen Zerrissenheit sein? Hier aber wird von führenden Zionisten zugesranden, daß diese Zerrissenheit das Schicksal der P a l ü st i n e n s i s ch e n Zionisten geblieben i st und bleibe n w i r d. Ein in Palästina geborenes Geschlecht ist ausgewachsen. Zeigt es die in sich geschlossenen Persönlichkeiten, die Neberwindung des Galuthjuden? - L o e w e n st e i n antwortet Seite 65 zögernd, „daß die Jungen und Mädchen, die im Augenblick die Schulen Palästinas frequentieren oder sie vor kurzem verlassen haben, noch nicht diesem Gegenbilde entsprechen". Er erzählt von der Jdeallosigkeit und Hausbackenheit der neuen Generation, gesteht, daß die geistigen Interessen dieser Heranwachsenden Jugend entschieden geringer und begrenzter sind als in Europa, und verlangt schließlich: „Klar ist vor allem, daß die hebräische Schule ihnen die Kenntnis des Arabischen und Englischen vermitteln muß." Den .tiefsten Einblick in die Zerrissenheit der p a l ä st i - nensischen Jugend erschließt aber erst Moses Calvarys „Jngendnot in Palästina". Er muß die Frage: Wie weit sind unsere Volksschüler vorbereitet, sich in das vorwärtsschreitende Palästina einZureihen? mit Tatsachen beantworten, die er selbst Seite 51 erschrecke n d nennt. Die Einstellung der Lehrer und der Schulen in Palästina ist nicht dem wirtschaftlichen Leben des Landes angepaßt, der jüdische Lehrer auf dem Lande ist mit der Scholle nicht verwachsen, die p a l ä st i n e n s i s ch e Jugend ist seelisch unbefriedigt, richtungslos, wächst ohne die Möglichkeit, ihre beruflichen und geistigen Bedürfnisse zu befriedigen, heran. „Die Umformung der Galuthjuden zu Bürgern des künftigen Palästinas" ist der Schule nicht gelungen (S. 59). ° Jedes Wort der Kritik würde die Bedeutung dieser Erkenntnisse beeinträchtigen. Sie sind die Bestätigung, diesmal aus zionistischem Munde, daß die sogenannte kompromißlose hebräische Kultur eine ökonomische und e r z i e h l i ch e U n m öglichkert ist, und daß die angebliche Zerrissenheit des europäischen Galuthjuden ihr volles Gegenbild in dem Palästinensischen findet, der sich notweudigerweise die a r a b i s ch e und englische Kultur n e b e n seiner hebräischen aneignen muß und stets ein n a ch A f i e n verpflanzter E u r o P ä e r bleibt! Uleine Chronik. Unser langjähriges Mitglied Herr A. L o e w e n st e i n (Münster i. W.) vollendete am 19. August in vollster Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar war jahrzehntelang Vorsteher der Synagogengemeinde Lesern. — Der Schatzmeister unserer Ortsgruppe W Ü r z b u r g, Herr Ignaz R i n d s k o p f und seine Frau, geb. Lehmann, feiern das Fest ihrer silbernen Hochzeit. — Am 17. August verstarb plötzlich der Vorsitzende unserer Ortsgruppe Stolzenau, Herr Gustav L i p m <r n u. Der Verstorbene, der VUrgervorsteher und Vorsitzender der Synagogengemeinde war, erfreute sich allgemein der höchsten Achtung und Verehrung. Als Kriegsteilnehmer wurde er mit allen militärischen Ehren unter Mitwirkung des Kriegervercins beerdigt. — In Hörde verstarb im Alter von 88 Jahren der Vorsitzende des Vorstandes der Synagogengemeinde, Herr Rentier Levy Strauß, der langjährige Vertrauensmann der Ortsgruppe H ö r d e des C. V. Der Verstorbene war auch in verschiedenen kommunalen Ehrenämtern tätig. An der Trauerfeiev nahm fast die ganze jüdische Gemeinde und viele christliche Mitbürger teil. Dr. Rosenthal (Berlin) betonte in seiner Gedächtnisrede das hervorragende Wirken des Entschlafenen für Stadt und Gemeinde. Wir betrauern den Tod des von uns hochverehrten Mannes aufs schmerzlichste. — In Stuttgart starb Oberpostrat a. D. Simon S ch l o ß b e r g er. Der Verstorbene war dev einzige höhere jüdische Beamte im Postdepartement und überhaupt der einzige höhere jüdische Beamte in einer Verwaltungsabteilung in Württemberg. Mit eisernem Fleiß hat er sich seine Stellung errungen und die nicht geringen Hindernisse, die seinem Eintritt in die höhere Veamtenlaufbahn in den Weg gelegt wurden, hinweggeräumt. Sein Name ist mit großen Neuschöpfungen, besonders auf dem Gebiet des Postscheckwesens und des Kraftwagenverkehrs, unauslöschlich verbunden. Durch seine mustergültige Pflichterfüllung und seinen vorbildlichen Lebenswandel hat er Großes gegen die Vorurteile, insbesondere in Beamtenkreisen, geleistet. Ehre seinem Andenken! HTlein cKind, ich rate Q)ir gut: TUmm BI OM ALZ. Das beliebteste und verbreitetste Nähr- und Kräftigungsmittel. Hergestellt aus edelstem Gerstenmalz. Erliältl.in Apotheken u.Drogenhandlungen. Gebr. Pater mann, Teltow- Berlin 14. Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für säintl. 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