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Central-Verein-Zeitung · 1926-08-06 · 32 (6.8.1926) · p. Seite 423

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
32 (6.8.1926)
Date
1926-08-06
Page
Seite 423 (sequence 7)
Language
German
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423 Prozentsatz der Produktion herauskomme! Auf daß die deutsche Seele genese! Er ist nicht ehrenvoll für die Deutschen, dieser Ausweg. Aber was sagt Münchhausen zu jenem, den der Herr Verleger von „Deutschlands Erneuerung" weist? Das ist Mord, ist geistiger Mord. Hier ist nicht mehr der Deutsche schuldig; hier ist nicht mehr der Jude Mithelfer; hier ist es der Jude allein, der der deutschen Seele das Sterbebett bereitet. Das i ft der Antisemitismus, „dessen Vater der Neid, und dessen Bruder der Mord ist". Und Börries v. Münchhausen hat ihn entfacht — und hat einst gesungen im „Buch Juda" für Israel: Ich bin des Predigers Stimme in der Wüste, Stark ist mein Schrei, die Liebe ihn gebar. 3m Hanne ües Expressionismus. „Deutsche Dichtung unter jüdischer Vorherrschaft." Im Heft 4 der Zeitschrift „Der Bücherwurm" bespricht P rose s s o r v a n d e r L e y e n die jüngst erschienene Literaturgeschichte von Albert S o e r g e l: „Im Banne des Expressionismus". Er schließt seine Ausführungen mit den Worten: „Eine deutsche Dichtung ist die von Soergel in diesem Band geschilderte eigentlich auch nicht, sie i st j ü d i s ch e Dichtung auf deutschem Boden; deutsche Stimmen mischen sich selten in dies Geschrei. Es ist aber gut, daß man es nun, urkundlich, in Wort und Bild vor sich hat, w i e e i n e d e u t s ch e D i ch t u n g unter jüdischer Vorherrschaft a u s s i e h t." Hierzu wird uns von nahestehender Seite geschrieben: „Bisher galt es als Adolf Bartels' Privileg, deutsche Literaturgeschichte aus völkischer Grundlage und nach Nasen geordnet zu schreiben. Es ist ein unerfreuliches Zeichen, das; die an sich von Soergel mit anerkennenswerter Unparteilichkeit geschriebene Literaturgeschichte nun in einer verbreiteten Vuchzeitschrift eine solche Besprechung findet, doppelt unerfreulich, wenn die Besprechung von einem Manne wie Professor v a n der Lehen stammt, der, im Gegensatz zu Bartels, einen a n e r k a n n t e n Ruf als Wissenschaftler, als G e r m a n i st b e s i tz t. Das deutsche Schrifttum und das Verständnis für dieses kann nur dann gedeihen, wenn alle Liternturgeschichtsfchreiber und -kritiker sich dessen befleißigen, was Lehen selbst als Vorzug von Soergel hervorhebt, nämlich das Schrifttum „gründlich und gerecht abwägend" zu beurteilen." Die Anthologie von Soergel „Saat und Ernte" ist auch in unseren Blättern bereits besprochen worden (vgl. „C. V.-Zeitung" Nr. 10 vom 5. März d. I.). In dieser Besprechung wurde ausgesührt, daß in der Anthologie unter 120 Autoren nur 15 jüdische Namen zu finden feien, daß ferner Beiträge von Otto Ernst und Adolf Bartels ausgenommen wurden! Sind diese ausgesprochenen Judenfeinde nun auch Juden? Wie lächerlich es ist, den Expressionismus in Deutschland als eine speziell jüdische Veranstaltung zu bezeichnen, mag man sich auch an der Tatsache vor Augen führen, daß der Expressionismus eine internationale Erscheinung ist, die auf allen Geistesgebieten und bei allen Völkern gleichzeitig auftrat. Der Expressionismus ist ganz wesentlich genährt worden durch den Einfluß großer Ausländer, wie Dostojewskh, S t r i n d b e r g, in anderer Art auch Walt Wh i tm ct n. E r h at sich in seiner letzten literarischen Phase in Deutschland besonders an die Dramatiker G r a b b e u n d Georg Büchner angelehnt. In alledem steckt doch durchaus kein jüdischer Einfluß. Der Expressionismus hat in Deutschland Wedekind, Karl Hauptmann, Heinrich Mann zu Vorläufern gehabt, alles keine Juden. Und zu seinen wesentlichen literarischen Vertretern gehören z. B. Stramm, Zech, Becher, E d s ch m i d, Brecht, Bronnen, Jahn und vor allen Dingen Barlach, die keine Juden sind. Nach alledem-scheint die Behauptung, daß der Expressionismus „jüdische Dichtung auf deutschem Boden sei", ganz unhaltbar. Der zurzeit bekannteste kritische Stimmführer der Bewegung, Herbert I h e r i n g, gehört zur Familie der berühmten Juristen und ist also keineswegs ein Jude. Vielleicht läßt sich der Kritiker des „Bücherwurm" durch diese Angaben bekehren, die zwar nicht dem „asfektbetonten Sy stem" der Antisemiten, dafür aber der Wirklichkeit entsprechen. Der jüdische Hagen. lieber eine neue Nibelungenansgabe mit Wiedergaben der Bilder der Handschrift von 1130 schreibt das Blatt der völkischen Lehrer u. a.: „Außerdem haben die meisten Hauptpersonen etwas sehr merkwürdige Nasen erhalten. Sv sieht Hagen, der ein großes Schlachtschwert, das einem Käsemesser ähnelt, in der rechten Hand hält, wie ein Judenjunge mit Wasserkopf aus. Aus allem geht die deutliche Absicht hervor, das Nibelungenlied und seine Gestalten lächerlich zu machen." Die Hakenkreuz-Phantasie, die wache, Entlarvt totsicher die jüdische Mache. Doch ist das so gründlich noch nie gelungen^ Wie jetzt bei den Bildern der Nibelungen. Da fälscht man germanische Necken um: Die Nasen sind nämlich verdächtig krumm! Semitisch sind sämtliche Nibelungen. Und Hagen gleicht völlig 'nem Judenjungen; Ein Käsemesser sieht wild man ihn zücken Zum tückischen Dolchstoß in Siegfrieds Rücken. Uns macht man nicht dämlich. Ganz klare Sache: Jüdische Mache! * Was dereinst das Mittelalter Hier mit holdem Klang gehörst. Hat ein spitzer Federhalter Klar und schonungslos entlarvt. Nämlich man beschmutzte fleißig Und mit völkischem Verstand, Was schon 1130 Einst von deutscher Hand erstand. „Man versucht doch nur, mit diesen Bildern uns das zu vermiesen. Das gelingt euch keinesfalls. Völkische durchschauen alles!" Wiegt die Dummheit nicht noch schwerer, Wenn sie Meinung deutscher Lehrer? Lehrer lassen so vermissen Wissen. Wissen und Gewissen. Aus den Bildern, diesen schlichten, Sprach, was Volkes Kunst gedichtet. Wagen die zu unterrichten. Welche selbst nicht unterrichtet? Wenn je ein Schüler Unstnn sprach. So bleibt er nach. Gebt dem, der diesen ungesunden. Und stumpfen Quatsch heransgesnriden, Nachhilfestunden. Es rettete noch nie sein Land Der Ignorant. Uli. km- MM ÜJMMftiungen. furTüeceu.(B£a&e Zur Mius-Jrinkkup bei Nierenleiden Harnsäure Eiweiss Zucker MmenquM Sadesdiäfiens, sowie Aufgabe billigster Bezugsquellen für das Minerob Wasser durdidieKun/erwiiiiy

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