Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 26 (25.6.1926)
- Date
- 1926-06-25
- Page
- Seite 351 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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351 Die Zelte Jakobs. Wocherrbetrachtung. Bileam erhob seine Augen und sah Israel nach seinen Stämmen Lagern. Da kam der Geist Gottes über ihn, und er begann seinen Spruch mit den Worten: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!" In die Vergangenheit zurückblickend, schaute er wie jeder echte Seher die Zukunft. Was die Stärke der Väter gewesen, müßte auch die der Kinder sein. Von dem schlichten Manne, der in Zelten wohnte, stammen die schönen Zelte Jakobs. Im Zelte des Sem und Eber hatte er die überlieferte Weisheit der Vorwelt kennengelernt. In den Lehrhäusern schöpfen die Söhne seines Volkes noch heute aus dem heiligen Born des reinen, unverfälschten Gotteswortes. Ein treuer, gehorsamer ^ohn, ein zärtlicher, liebevoller Gatte, ein fürsorglicher, im Wöhle seiner Kinder ausgehender Vater, gründet er das Familienzelt, welches noch heute für den überwiegenden Teil Israels die Quelle alles Glückes bildet. Er legte den Grundstein zum Gotteshause, wo seine Nachkommen in Kummer und in Leid, in Wonne und in Freude sich inuner wieder zusammen fanden. In diesen d r e i Z e l t e n l i e g t I s r a e l s G r ö ß e und Eigenart. In ihnen hat es Einiges und Dauerndes für die Menschen geschaffen. Aber wie lange werden wir noch lobpreisend rufen können: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob!" Hat sich nicht am Himmel der Zeit finsteres Gewölk Zusammengeballt? Wird nicht das Gotteswort vernachlässigt und herabgewürdigt? Wird nicht die Reinheit des Familienzeltes angetastet und eine Kluft zwischen den Stämmen Israels geschaffen, die sich nimmer Überdrücken läßt. Steht nicht vielfach das heilige Zelt des Herrn öde und verlassen da, selbst inmitten äußerlich blühender Gemeinden? Dürfen wir uns noch wundern, daß Schimpf und Schmähung uns umtost, daß wir nirgends mehr vernehmen den Lobgesang des heidnischen Sehers, wenn wir selbst die uralte Schönheit unserer Zelte Zerstören. Drum möge dieses Mal mit Recht das alte Losungswort erschallen: „A u s, Israel, zu deinen Zelten. Schützet sie, wahret sie, haltet die Zerstörer fern, rettet das k ö st l i ch e, ewige, unersetzliche E r b z e l t der Väter, das sie bergen. Reiniget eure Zelte, heiliget sie, erneuert sie, daß sie wieder werden wie in der Vorzeit Tage. Hosfmann«- Geheimrat Dr. Ludwig Hahn zum Gedächtnis. Mehr als 30 Jahre ist Geheimrat Hahn Mitglied des C. Vgewesen. Frühzeitig hatte er erkannt, daß der Kampf für Deutschtum und Judentum im C. V. nur dann erfolgreich geführt werden kann, wenn die überwiegende Mehrzahl der deutschen Juden hinter ihm steht. So ist der Verblichene in vorderster Reihe unermüdlich für die Werbung neuer Mitglieder eingetreten. In zahlreichen Versammlungen hat er immer wieder die Notwendigkeit der ehrenamtlichen Werbetätigkeit betont. Als Vorsitzender der Ortsgruppe S ch ö n e b e r g hat Geheimrat Hahn fünf Jahre hindurch mit stärkster innerer Anteilnahme für den Ausbau und den Ausbau der inneren Organisation des Landesverbandes Groß- Berlin gearbeitet. Seiner Initiative sind die Satzungen des Landesverbandes zu verdanken, in denen die Einrichtungen des Derbandsausschusses und des Verbandsvorstandes begründet wurden. Als zweiter Vorsitzender des Verbandsausschusses hat Geheimrat Hahn zwei Jahre hindurch segensreich gewirkt. Sein Andenken wird in der Geschichte des C V. nie erlöschen. Dr. Bruno Glaserfeld, 1. Vorsitzender des Landesverbandes Groß-Berlin. Paul Laskar (H a m >b u r g) verstarb vor wenigen Tagen im Aller von 70 Jahren. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, dessen Wirken für das Judentum und die Allgemeinheit fast alle Bereiche seiner Hamburger Heimat umfaßte. Besonders die Fürsorge für die Aermsten Der Armen erfüllte seine Tätigkeit. So war er Leiter des Zentralbureaus für A u s w a n d e r u n g s a n g e l e g e n h e i t e n des Hilfsvereins der deutschen Juden in Hamburg, führender Kops des Israelitischen U n t e r st ü tz u n g s v e r e i n s für Obdachlose, Vorstandsmitglied des Israelitischen humanitär e n F r a u e n v e r e i n s. In unserem Centralverein arbeitete der Verblichene seit Jahrzehnten mit. Er gehörte mehrere Jahre dem Vorstande der Ortsgruppe Hamburg an und war stets auf dem Posten, wo es galt, seine Persönlichkeit für Deutschtum und Judentum einzusetzen. Ehre seinem Andenken! Gedenkfeiern für unsere Gefallenen. In der Synagoge in Fulda fand am 30. Mai eine stimmungsvolle Gedächtnisfeier zu Ehren der gefallenen jüdischen Soldaten der Stadt Fulda statt. Gleichzeitig wurde die Gesallenengeidächtnistasel, die auf schwarzem Marmor in goldenen Buchstaben in Deutsch und Hebräisch die Namen der 18 Mitglieder der jüdischen Gemeinde verzeichnet, die den Heldentod gestorben find, eingeweiht. Zur Gedächtnisfeier waren neben den Mitgliedern der j ü d i s ch e n Ge m e i n b e die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden erschienen. Außerdem nahmen Abordnungen von Krieger- und Frontkäinpservereinigungen (darunter der Stahlhelm) an der Feier teil. Provinzialrabbiner Tr. Cahn hielt die außerordentlich weihevolle und ernste Gedenkrede. Alsdann brachte Landrat Freiherr v. Gagern in einer Ansprache zum Ausdruck, daß die Trauer der Ge m c inde d i e Trauer des ganzen Vvlkes sei. Für Artille^ieregiment Nr. 5 sprach Oberstleutnant Scheffel, der nebst Oberst K raus und anderen Offizieren erschienen war. Scheffel betonte, daß es i m 5k r lege keinen Unterschied der Konfessionen gegeben h a b e, u n d i n d i e s e r Einigkeit die Q u e l l e der d e n t s ch e n m i l i t ä r i s ch e n Großtaten liege. Studienrat Eschelbach redete für das Reichsbanner Schwarz-Rvt-Gvld, Beigeordneter Arnd überbrachte in Vertretung des Oberbürgermeisters den Taut der Stadt für den Opfertvd der jüdischen Kriegen. Namens des Neichsbundes jüdischer Frontsoldaten sprach Kamerad F. schuft er, der aus die insgesamt 12 000 gefallenen Juden hin wies, und Spnagogenältester Tr. Herz sprach als letzter im Namen des Shnagogenvorstandes ehrende Worte für die Gefallenen. — Mit einer schlichten Feier wurde in R a st c n b it r ö (Ostpreußen) die vorn R e i ch s b int b jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Rastenburg, gestiftete Gedenktafel für die gefallenen Kameraden der jüdischen Synagogengemeinde übergeben. Im Mittelpunkt der Feier stand die Weiherede des .Kantors H e ch t. Herr Lewinnek übergab die Gedenktafel der Obhut der Synagogengemeinde, die der erste Vorsitzende der Gemeinde, Herr Stadtrat U s i r h a l o w skr, übernahm. Nleine Chronik. Stadtrat a. D. Herr Julius Fiele nzigcr, seit Jahrzehnten im Vorstande der Potsdamer Squagogengememde, feiert am 28’ Juni seinen 70. Geburtstag. Möge der um das Wohl der Stadt und der jüdischen Gemeinde hochverdiente Jubilar, ein alter, treuer Freund des G.V., nach lauge Jahrzehnte segensreich leben und arbeiten! — Unser langjähriges Mitglied Herr Bruno Breslauer, Vorsteher der jüdischen Gemeinde G o g o l i n , beging mit seiner Frau aim 23. Juni Las Fest der silbernen Hochzeit. — Der verdienstvolle Mitbegründer und langjährige Führer unserer Ortsgruppe Schwedt a. d. O., Sanitätsrat Dr. Martin Löwen thal, ist uns durch den. Tod entrissen worden. Wir betrauern den Verlust dieses aufrechten und stets zuverlässigen Vorkämpfers unserer guten Sache aufrichtig. Bei der Trauerfeier hat Herr Rabbiner Dr. Ealomonski in unserem Aufträge den Dank und die letzten Grüße des Ccntralvereins ausgesprochen. — Ihre goldene Hochzeit begehen am 27. Juni das Isak K o l a t h s ch e CheP-aar in Schlawe in Pommern. — Die langjährigen Vorstandsmitglieder und bewährte:: Mitarbeiter der Ortsgruppe Wor m s des Centraworeins, die Herren Rechtsanwalt B a r u ch, Ludwi-g und Otto L o h n st e i n und ihreGattinncu haben ihre silberne Hochzeit gefeiert. — Unser - langjähriges Mitglied Herr Marcus Margonrner (Berlin) feiert am 27. Juni seinen 80. Geburtstag. — In diesen Tagen beging Herr Iustizrat Dr. R o t h f e l s (Kassel) feilt fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Unsere Ortsgruppe hat diese Gelegenheit benutzt, Herrn Dr. Rothfels für feine besonderen Verdienste um den Lentralverein zu danken. Wir wünschen dem Jubilar noch eine lange Reihe von Jahren in bisheriger Frische. An die jüdischen ElternbeiräLe in Groß-Berlin. Wir bitten diejenigen jüdischen Väter und Mütter, die in Groß-Berlin in die Elternbeirätr gewühlt sind, ihre Adresse mit Angabe der Schule mizuteilen an den Landesverband Groß-Berlin, SW 68, Lindcnstr. 13, III. Fernruf Dönhoff 3593. ,,Morgen"-L-efer. ,,Morgen", Jahrg. I, Heft 1. Wer kann dieses Heft entbehren? Wir zahlen für jedes portofrei eingcfandte unbeschädigte Heft 2,26 Mark. Philo-Verlag, E. m. b. H., Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Frühes Aitern?... Lebens- und Jugendfrische, Arbeitslust durch den Gebrauch von Radiosclerin (R. P. A. Wz. 313 844), den. seit Jahren bewährten radiumhaltigen, Mineralsalztabletten. Bei ArtCftCtlVCTilCllklltlQ und deren Folgen, wie Gicht, Rheuma, sowie beifrühzeitigenÄlterserscheinungen mit nachweisbarem Erfolge angewendet. RttdiOSClerm enthält reines Radiumsalz, welches die verkalkten Gefässwände abbaut und die Neubildung gesunden Gewebes anregt. Die Folge ist eine bessere Blutzirkulation und. normale Funktion der lebenswichtigen Organe, wie Herz, Niere, Galle und Leber, sowie Wiederherstellung körperlicher und geistiger Frische. Radiosclerin ist neben Bade- und Trinkkuren im Hause besonders empjehlenswert. 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