Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 15 (9.4.1926)
- Date
- 1926-04-09
- Page
- Seite 201 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2277379-2277622-2277637--02847-2283299- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
6eeUn, ». -rprtt r-2ö V. Jahrgang -» Nr. IS Einzelnummer IS SolSpfennig lentra» Msreir» PMler süröeiUscktum^Mvrtzml des Lntral-Verems deutscster unvllwentum.^^ W Staatsvüryeriü-tstAen vlavbenSL« B^ncteoboitnemetü^^soibpieniiia Allgemeine Zeitung des üudentums Oerlagu. Cchristleitung: Berlin 81V SS, Lkndenstr. IS. .'. Fernsprecher: AmtDvnhosf »594,8599.Postscheckkonto: Berlin 30472.Bankkonto: Dresdner Bank,Wechlü« stube G, Berlin SW 68, Lindenftr. 7, und von Goldschmidt-Rothschild L Co., Berlin W 8. NLeinige Anzeigenannahme: Annoneen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin 8W 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90^ für die Tgespallene Zeile nach RudolfMosies NormaljZeilenmeffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) sür Mitglieder d. Cenrralvereins 0,42 «die 90 mm breite Reklamezeile 4,80 ütJU Me Äugend für de« inneren Friede«. / Eine Umfrage. Die Gestaltung der Politik im Geiste der Volksgemeinschaft, die der Generatio«, die jetzt am Werke ist, eine schwere Aufgabe stellt, kann unter den Händen der kommenden Generation Tatsache werden. Der Wille zur Gemeinschaft, der in der deutschen Jugend mit ganz geringen Ausnahmen wirkt und wirbt, kann in 15 Jahren herrschender Geist sein. Aus dieser Erwägung heraus haben wir an besonnene Mitarbeiter der deutschen Jugendbewegung und eine Reihe von Jugendverbänden folgende drei Fragen gerichtet: 1. Wie weit bietet die Jngendbewegnng die Möglichkeit, eine wahre deutsche Bolksgemeinschaft zu schaffen? 2. Welche Stellung weifen Sie der dentfch-jiidischenJngendbewegung im Rahme» dieser Bolksgemeinschaft zu? 3. Welche praktischen Möglichkeiten gibt es, den Berwirrnngs- und StörungsversuchenjederArtwirkfamentgegenzu treten? Wir veröffentlichen nachstehend die bisher bei uns eingetroffenen Antworten. Die Schriftleitnng. Professor Dr. flugust Messer (Gießen). Herausgeber von „Philosophie und Lebe»"« Ihre Fragen gelangten an mich gerade in den letzten Tagen des Semesters, die durch Prüfungen u. a. besonders arbeitsreich sind, auch ist die Frist, die Sie zur Antwort gewähren, knapp bemessen. So werden Sie es verstehen, daß ich mich ganz kurz fasse. Z u 1. Die Jugendbewegung schien mir einst — während des Krieges und noch gleich nach dem Krieg — eine gewisse Möglichkeit zu bieten, an echter deutscher Volksgemeinschaft mitzuschaffen, solange noch auf „freideutschen" Tagungen sich Vertreter der verschiedensten Richtungen zusammenfanden und trotz mancher leidenschaftlich erregten Aussprachen doch in der Regel mit dem Gefühl innerer Zusammengehörigkeit voneinander schieden. Damals war auch das Organ dieser „mittleren" Richtung der Jugenbewegung, „Die Freideutsche Jugend", die Stätte, an der Vorkämpfer der verschiedensten Weltanschauungen und politischen Standpunkte zu wirklich sachlichen Aussprachen sich trafen. Ich fürchte aber, daß die zweite Meißner Tagung (von 1923) zugleich das Ende der freideutschen Bewegung darstellte. Jetzt herrschen völlig die Sondergruppen und Sonderrichtungen vor, und so scheint leider deutscher Partikularismus über die Tendenz zur Volksgemeinschaft in der Jugendbewegung den Sieg davongetragen zu haben. Zu 2. Die deutsch-jüdische Jugendbewegung wird am fruchtbarsten wirken, wenn sie bei grundsätzlicher Bejahung ihrer inneren Zugehörigkeit zum deutschen Volke und seiner Kultur das beste ihrer jüdischen Eigenart zur Entfaltung bringt: das leidenschaftliche Verlangen nach Gerechtigkeit, den sozialen Sinn, den starken Aktivismus in Verbindung mit klarem Verstand und praktischer Klugheit. Zu 8. Wenn bei den „Verwirrungs- und Störungsversuchen" an Auswirkungen des Radauantisemitismus gedacht ist, so könnte ich mir als ein — allerdings nur allmählich in Erscheinung tretendes — Mittel der Abhilfe dasselbe Verfahren denken, von dem ich auch eine gewisse Ueberwindung jenes oben beklagten einseitigen Partikularismus noch erhoffe. Da eine Vereinigung der gesamten deutschen Jugend auf d i e Weise nicht mehr zustandezubringen ist, daß unmittelbar die Massen der einzelnen durch die Jugendbewegung zusammengeführt werden, so wäre vielmehr mittelbar eine Gemeinschaft auf dem Wege anzustreben, daß die verschiedenen Sonderrichtungen und Gruppen in Berührung gebracht werden. Dazu scheinen mir nicht sowohl Massenversammlungen geeignet, als vielmehr gelegentliche Aussprachen von wirklichen Führern im engen Kreise. Da könnten durch die persönlichen Berührungen manche Mißverständnisse beseitigt Mrs Sem Ankalt r Die Zügenfür den inneren Frieden. / Sine Amstage. Beiträge von Professor August Messer, Fugendpfarrer Suderow, Erwin Niffka, Hans Werner Gysling, Werner Hufen, Friedrich Mewes, George Goetz. Erfahrungen eines Lehrers.. Von Dr. K. Müller (Potsdam). Seite 204. Gin Schuldttch? Von Dr.S.Feist. Seite 206.