Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 12 (19.3.1926)
- Date
- 1926-03-19
- Page
- Seite 161 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Srrtt«, 1V. März 1V2S V. Jahrgang -» Nr. 12 Einzelnummer 1- Golöpfennig iMrtear vlSller für-eolsrlldimMl unvluvenlum. 'orymi des rLulnü-Verrms üenlscker. Stmttsvüryer iüötscdM Amlbeus L« S^U^srrvSins Lsuurich clss IllcLsrirur'ns VUrrunsadonnement 40 Goldpfermi» suzüglich Bestellgeld _ Verlag u. SchrifLleiLung: Berlin SW 68/ Lindenstr. 13. . . Fernsprecher: Amt Dönhoff 8594,8593. Postscheckkonto: Berlin 80472.Bankkonto: Dresdner Dank, Wechsel« stube O, Berlin Sw 68, öindenstr. 7, und von Goldschmiüt-Rothschild & Co., Berlin W 8. Alleinige Anzeigenannahme: Annoneen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 JUi für die 7gespaltene Zelle nach Rudolf Molle» Normolzerlenmeffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangevore) für Mitglieder d. Crnrrawereins 0,45 J2JI, die 90 mm. breite Reklamezeile 4,80 ÜlJL, Nach der Hauptversammlung. Von Ludwig Holländer. Trotz der wirtschaftlich schweren Zeiten war die Hauptversammlung des CentralvereinS von Abgeordneten der Landesverbände und der Ortsgruppen ebenso wie von Mitgliedern des Hauptvorstandes so gut besucht, wie kaum eine Hauptversammlung vorher. Den besten Beweis für die Vorzüglichkeit und Lebensfreudigkeit des Eentralvereins hat uns diese Tatsache gegeben. Das Ujrteil der Abgeordneten über den Verlauf der Hauptversammlung war allgemein günstig. Die Freude an den erzielten Erfolgen war groß, und der Wunsch, unsere Arbeit zu verstärken, vor allen Dingen uns selbst in unseren Bestrebungen zu kräftigen, ist durch den Verlauf der Hauptversammlung noch erhöht worden. Man hatte das Bedenken geäußert, daß durch die Ungunst der Lage viele sich von der Reife nach Berlin abhalten lassen würden. Glücklicherweise ist diese Befürchtung nicht eingeirossen. * Wie schon in der vorigen Nummer berichtet wurde, war die Kundgebung am Vorabend der Hauptversammlung, die die „Wege zum inneren Frieden im deutschen Vaterland" zum Gegenstand hatte, ausgezeichnet besucht. Man sah es der Hörerschaft an, daß unser Aufruf in weiten Kreisen mit herzlicher Teilnahme ausgenommen wurde. Diese „Wege zum inneren Frieden" suchte man auch am ersten Sitzungstage in den innerjüdischen Fragen unseres Centralvereins zu finden. Man weiß, wie sehr wir von jeher die grundsätzlichen Auseinandersetzungen mit innerjüdischen Gegnern im Interesse der jüdischen Deutschen und im Interesse des gesamten deutschen Vaterlandes ebenso wie jdes Judentums auf einer vornehmen und würdigen Basis szu führen bestrebt gewesen sind. Man weiß, wie sehr gerade st>em deutschen Judentum dieser Friede notwendig wäre. Man weiß aus der anderen Seite, daß eine Einigung im Grundisätzlichen nicht möglich ist, und daß es jede Bewegung zu-; gründe richten und die heilige Sache opfern heißt, wenn man sin den wesentlichsten Fragen schwankend, schwach und unklar stst. Dessen ist sich der Centralverein in seinen Auseinandersetzungen über inner- und außerjüdische Fragen stets bewußt gewesen. Aber die Entgiftung dieser Auseinanderfetzungen müßte herbeigeführt werden können! Man war sich vollkommen darüber klar, daß wir in der grundsätzlichen Stellungnahme zu den Jüdisch-Nationalen auch nicht ein Jota pusgeben können. Unser Centralverein hat zur Voraussetzung feiner Mitgliedschaft die u n b e i r r t e Pflege deutscher G e s i n n u n g. Er steht auf dem Standpunkt, daß sich jedes 'einzelne Mitglied durch seinen Beitritt zum Centralverein .verpflichtet, die Ehre des Judentums im deutschen Vaterland ^auch durch die unbeirrte Pflege deutscher Gesinnung zu wahren. Wer diese Arbeit muß notwendigerweise verbunden sein mit 'dieser deutschen Gesinnung, und daß sich beide vereinigen lassen, ja, daß sie sogar eine Einheit darstellen, hat die Vergangenheit bewiesen. Wir sind kein Volk im Volk, wirsindkeinenationaleMinderheit, sondern Wir sind gute Deutsche und gute Juden. Trotz aller Anfeindungen von außen und von innen wurden diese Wahrheiten, die heute schon Binsenwahrheiten geworden sind, der ganzen Welt durch die Einmütigkeit der H a n p t v e r s a m m l u n g wieder bewiesen. Und ivenn wir jetzt in der „Jüdischen Rundschau" mit einer Flut von Entstellungen und Verdächtigungen bedacht werden, so läßt uns das kalt. Wir wünschten nur, baß unsere Gegner etwas inehr von der Gerechtigkeit, von dem Anstand und der Vornehmheit erleuchtet würden, die sie von anderen erwarten. Wir haben es nicht nötig, uns mit ihnen herumzubalgen, denn wir haben Wichtigeres zu tun. Weit weniger wichtig als die Beurteilung des Jüdisch- Nationalen überhaupt ist die Stellungnahme zum Keren Hajessod. Diese ist keine zentrale Frage für unsere Bewegung. Wir waren infolgedessen auch niemals bestrebt, sie zu einer solchen zu machen und werden das auch in Zukunft nicht tun. Auch hier hat die Hauptversammlung zur nötigen Klarheit geführt. Der alte Standpunkt des Cenitral- Vereins bleibt gewahrt. Eine nationale Besiedlung Palästinas durch die Zionisten unter Zugrundelegung der Schaffung eines gemeinsamen Kulturzentrums in Palästina lehnen wir ab, und infolgedessen auch den dazu dienenden Keren Hajessod um so mehr, als wir in Deutsche land genug zu tun haben. Damit sind wir keineswegs Gegner Palästinas. Viele von uns haben mit unseren: seligen Führer Hirsch Hildesheimer begeistert im Esra zusammengearbeitet, wir alle billigen und wünschen den Ausbau Palästinas auf religiöser Grundlage, keiner -von uns verkennt das Heilige in der religiösen Verbundenheit mit der Stätte unseres Tempels, dennoch haben wir nichts gemeinsam mit denen, die auf dem Wege der Schaffung eines hebräischen Weltkulturzentrums die Juden aus der lebendigen Kultur ihrer Heimat entwurzeln und sie zu einer hebräischen Gesamtkultur zusammenschweißen K«s dem S«NU: AaH der Hauptversammlung. Von Ludwig Holländer. Die Friedhossschandung in Erfurt. Seite 165. Mische Rollen aus Berliner Bühnen. Von Heinz Stroh. Seite 166.