Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1926-01-29 · 5 (29.1.1926) · p. Seite 55

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2277379-2277622-2277627--02691-2283129
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

55 Jetzt soll aber Religion Volkssache werden. Golj erwählt fiel) ein Volk zum Träger der Gottesidee. Und der Inhalt dieser Idee ist: Ich bin der Ewige, d.h. ich bin mit dir in deiner Not. Ich bin der Ewige, d.h. ich werde euch herausführen von den Lastarbeiten Aegyptens, euch mit ausgestrecktem Arm und großen Strafgerichten erlösen und euch mir Zum Volke nehmen. Noch war Israel nicht reif für diese Idee. Sie waren kleinmütig, denn zu schwer war der Druck. Erst als das wunderbare Erlöstmgswerk sich vollzogen hatte, glaubten sie an den Ewigen und an Mose. Uns aber hat er sich als unser Gott offenbart, hat uns durch unsere Propheten und Lehrer den Sinn seines heiligen Namens gekündet, hat sich in tausendjähriger Geschichte immer wieder von neuem als der erwiesen, der mit uns ist in unserer Not. Wie können wir an eine Erlösung glauben, ohne uns zu ihm 31t bekennen? Darum rufe ich mit dem Propheten: Zeitgenossen, schauet das Wort des Ewigen. Nur mit ihm könnt ihr erlöst werden. Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht. Hoffmann. Aufruf für cin Heine-Denkmal. In diesen Blättern bat Herbert Eulenberg sich mit der Wärme seines Herzens und der Kraft seiner Feder für ein Heine-Denkmal in Düsseldorf eingesetzt. Nunmehr sott der Plan Tat werden, Herbert Eulen b erg und Hanns Heinz Ewers veröffentlichen den folgenden Aufruf: Die Zeit ist erfüllt. In seiner Vaterstadt Düsseldorf soll dem Dichter Heinrich H eine ein Denkmal errichtet werden — endlich. Ein später Dank für des Sängers so oft und so tief bekundete Liebe zu seiner rheinischen Heimat, ein Dank auch der imac3äl)tten Tausende, die seit über hundert Jahren nun in allen Weltteilen durch sein Lied beglückt, feinen Witz und Geist bereichert wurden. Noch haben wir nicht einen Heller des benötigten Geldes, noch haben wir nichts als die Gewißheit, daß die Zeit der Mißverständnisse und Widerstände vorbei ist, und die Aussicht, daß der Platz, der des Dichters Steinbild in der Stadt seiner Kindheit gebührt, uns gegeben wird. Aber wir wissen, daß überall in der Welt Menschen leben, die Heinrich Heine lieben, wissen, daß sie nur auf dies Zeichen warten, um durch große und kleine Spenden ihrer Liebe und Dankbarkeit Ausdruck zu geben. So sind wir sicher, in kürzester Frist die Mittel zusammenzubringen, die nötig sind. Wir, zwei Dichtersleute aus der Stadt Heinrich Heines, suhlen in aller Bescheidenheit die Verpflichtung, zusammen mit einigen Düsseldorfer Freunden den ersten Anstoß zu geben. Wer mit uns übereinstimmt, wer uns mit Rat und Tat helfen will, möge Mitteilung richten an den vorbereitenden Ausschuß für ein Düsseldorfer Heine-Denkmal, zu Händen von Dr. Herbert Eulenberg (Kaiserswerth bei Düsseldorf). Herbert Eulenberg, Hanns Heinz Eivers. Bie Hauptversammlung des Centrai* Vereins findet am Sonntag, den 7. und Montag, d. B.Märx in Berlin statt. Uleinr Chronik. Der Prediger u R. Jakob £> ft to n I b in Berlin-Schöneberg vollendete sein 88. Lebensjahr. Herr Ostwald blickt auf eine lange, verdienstvolle Tätigkeit in seiner westfälischere Heimat zuruck, wo er sich als cin eisriger Förderer aller jüdischen Bestrebungen bewährte. — Reichobahnoberrat Oberbaurat a. D. Dr.-Ing. Spiro in H a m b u r g ist zum Direktor bei der Reichsbahn ernannt. — Am 1. Januar 1026 beging die Synagogengemeinde Koblenz die Feier der 25jährigcn amtlichen Tätigkeit ihres Predigers und Lehrers, Herrn Benno Huhn, mit einem Feftgottesdienst, bei Dem. der Vorsitzende, Herr Moser, in ciitcr Ansprache die Verdienste des Seelsorgers feierte, und dieser in der darauffolgenden Festpredigt der Anhänglichkeit und Liebe zu seiner Gemeinde beredten Ausdruck verlieh. Oberkantor F l e i s ch m a n n aus Köln trug zu dem Gelingen der Feier durch meisterliche Ausführung des kantoralen Teils des Festgottesdienstes bei. — In diesen Tagen konnte Herr Siegmund Loeb in Trier, Vorsitzender der dortigen Ortsgruppe und Vorstandsmitglied des linksrheinischen ^Landesverbandes, auf eine 20jährige Tätigkeit als Stadtrat znrückblicken. Die e-tadt hat es an reichen Ehrungen nicht fehlen lassen. — Der Ehrenvorsitzende der Ortsgruppe G u in Linnen, Herr I. Lindenft r a u st , feierte unter vielfachen Ehrungen am 4. Januar seinen 70. Geburtstag. Ebenso konnte unser langjähriges Mitglied Herr Kantor M. I a f f e am 27. Januar d. I. seinen 70. Geburtstag begehen. Herr Fasse, früher Kantor in Eydtknhnen, feierte gleichzeitig sein oOjähriges Amtsjubiläum. Der Israelitische F r a u c n n c x c t n in Potsdam feiert in diesen Tagen fein 7öjähriges Bestehen. In Anbetracht der wirtschaftlichen Not wird von einer Feier abgesehen. Spenden sind an die 1. Vorsitzende, Frau Anna Z i e l e n z i g e r , Potsdam, Burggrafenstraße 34, zu übermitteln. — Am 17. d. M. starb in W i t t l i ch Herr S. Er m a n n - B a ch , Vorsteher der Gemeinde sowie Vorsitzender unserer dortigen Ortsgruppe, ein Amt, das er seit ihrer Begründung bekleidet hatte. Er wurde am 20. zu Grabe geleitet. Die Beerdigung gestaltete sich zu einer Trauerfeier, an der die Bevölkerung der Stadt und des rheinischen Kreises in überwältigender Weise Anteil nahm, -v Gesellschaft süv jüdische Familiensorfchung. Die „Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Familienforschung", Heft 4, enthalten folgende Aussätze: Wie ich meine Ahnen suchen ging: Die Familie Katzenellenbogen-Saul Wahl; Der jüdische Polenkönig Saul Wahl und seine Nachfahren; Frankfurter Iudenstättigkeitsliste vom Jahre 1802; Die Ephraims in der Berliner Liste der im Jahre 1812 angenommenen Familiennamen; Aus der Geschichte der Familie Dinkelspiel in Mannheim; Jüdische Familiennamen; Der „Semi-Gotha" und sein Vorgänger vor 300 Jahren. Alleinige Anz eigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämfl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 8 >V 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / Dresden / Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a.M. / Halle (Saale) / Hamburg / Hannover / Karlsruhe / Köln a. Nh. Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stettin / Stuttgart / Amsterdam ] Barcelona / Basel / Budapest / Bukarest / Prag / Warschau / Wien / Ziwich.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.