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Central-Verein-Zeitung · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 44

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 44 (sequence 8)
Language
German
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44 Deut scht u m a ls' solch es bejahen, so fern sie im deutschen Volt Eins! ir ft wollen. Mit dem größeren Teile der Schuld an dem Bestehen des Konfliktes belastet er aber die Nichtjuden. Sie hätten es nicht einmal dazu gebracht, die notwendige Klarheit über die Vorfragen der Judenfrage Zu erarbeiten und steckten noch 31t Hundert tausenden im „Nasseaberglauben" und „Volkstumaberglauben", die nichts als Unglück in die Welt gebracht hätten. Die Grundforderung sei: Erkenntnis des Judentums. Weiterhin mußten die Nichtjuden sich die Einsicht erzwingen, daß die Juden in Deutschland bleiben. Sie als die Stärkeren müßten eine Verständigung herbeisühreu. Es sei aber zurzeit weder eine politische noch eine geistige Organisation da, die das Leistern tonne. $11 sehr eindringlichen, sympathischen Darlegungen erörtert er sodann die Möglichkeit einer geistigen Entspannung und Gemeinschaftsarbeit. Vorher wendet er sich noch einmal au die Zionisten: „Ich nenne ein Wort und berühre ein Problem, das auch die Zionisten zu innerst angeht. So wenig wie ich selbst darüber je zur Klarheit gekommen bin, so wenig habe ich sie in Zionistischen Kreisen gefunden: ob die Bewegung Hinwerst aus eine vorderasiatische Sonderkleinknltnr oder ob sie Fühlung mit Europa halten wird. Einstweilen steuert sie jüdische Kräfte schon dadurch in die Enge eines sehr kleinen Sonderkreises, daß sie sie Z n r hebräi s ch e n Sprache b e st i m m t, welche ihre Träger im Verein mit der klimatischen Entwöhnung und der sozialen Umstellung zum Ausscheiden aus Europas Bannkreis verurteilt . . . Doch mache ich auf den ungeheuren Preis miTrncrfuuu, der Zu Zahlen notwendig scheint: Ente u x 0 p ü i s i e r u ng. Vorübergehender Pessimismus, ephemere Großstadtmüdigkeit und nackte Notstandsgesinnung mag ihn heute fCctti nennen. Sie irren sich, soweit sie sich als Dauereinstellungen geistiger Menschen auffassen! Der Preis ist ungeheuer! Und gerade für Juden doppelt hoch. Hier Liegt, es osten zu sagen, der letzte geistige Grund, warum ich nicht au einem allumfassenden „Erfolg" der zionistischen Bewegung glaube. Ich habe den Eindruck gewonnen, daß ein Teil der Juden innerlich an Europa gekettet ist, und dieses Erdteils Zukunft verpflichtet." Wilhelm Michel, der unfern Lesern durch sein treffliches Buch: „Verrat am Deutschtum" wohlbekannt ist, wendet sich mit ganz besonderer Schärfe gegen das Nationaljudentum. Er verurteilt die „starre Verkrustung, die das jüdische Volk bis heilte als eine volkühnliche Gemeinschaft erhalten hat". Er steigert daS zu dem Saß: „Ich faste es durchaus als welthistorischen „Skandal" auf, daß es heute noch ein volkähnliches Judentum gibt." Den Gegensatz zwischen Judentum und Deutschtum findet er hauptsächlich in der verschiedenen Auffassung über das Wesen des Todes. Das Judentum binde alles Geistige und Religiöse an das Leibliche. Alle jüdischen Segenswünsche klingen aus irr die Worte: Du wirst leben! und alle Flüche in die Worte: Du wirst vergehen! Im Judentum habe der Tod keine Süße, weil er zürn Leben nicht hinzugerechnet werde. Das Deutschtum habe aber mid£> den Tod, und gerade den Tod liebend einbezogen in den großen Neigen des Geschehens. Deutsches Wesen bejahe auch den eignen Tod und finde erst im Tode eigentliche Lebensersülluug. Bestände in Wahrheit ein solcher Gegensatz/dann wäre es kein Gegensatz zwischen Judentum und Deutschtum, sondern zwischen Judentum und Christentum. Jedoch ist die ganze Formulierung, wie B u b e r in sehr schönen Ausführungen in seinem Schlußaufsatz dartut, falsch und unhaltbar. Falsch auch ist es. wenn er in der Assimilation den „Weitergang ins Christliche" sieht. Auch hier derselbe Fehler, das Nationale mit dem Nelig.i ö s e n g leichzus etzen. Bei den vielleicht am stärksten assimilierten Juden, den englischen, ist ein Streben, im Christentum unterzutauchen, nicht zu beobachten. lieber den Antisemitismus urteilt Michel mit äußerster Schärfe ab: „Es gibt keine Judenfrage. Es gibt nux eine Frage des Judenhasses. Seine Gesinnung ist nicht einmal menschlich, geschweige denn deutsch." Die anderen Aufsätze von Leon Blum und Bernhard Shaw, von denen der Letztere bereits anderweitig veröffentlicht war, und die Besprechung des Palästinabuchs von Felix Salten 'THein 'Kind, ich rate Oirgut: Tiimm BIOMALZ. Das 'beliebtest© und verbreitetste Nähr- und Kräftigungsmittel. Hergestellt aus edelstem Gersten.- malz. Erhältl.in Apotheken u.Drogenhandlungen. Gebr. Patermann, Teltow-Berlin 14. Alleinige Anzeigen-Annahme Hudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. 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