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Central-Verein-Zeitung · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 37

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 37 (sequence 1)
Language
German
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Serlkn, 22. Januar 1924 V. Jahrgang « Nr. 4 Einzelnummer IS Sol-psimn'iz Plätter sürvrutscklmn ua-Ivvenwm DKonsrsaboinremenL 40 Goldpfemri- Zuzüglich Bestellgeld vrmm des tentrallkrems öcutsrker Skmtsvüryer iü-ikdeuAavvens Allgemeine Zeirun^ des Oudenrums eckkonto: Berlin 304 72.Bankkonto: Dresdner Ban?, Wechsel Verlag vu SchriftleiLung: Berlin SW 68, Lindenstr. 13. •*. Fernsprecher: Amt Dönhoff S594,35S5..:. Po Meckkonto: Berlin 804 ftubr S, Berlin SW 88, Lindenstr. 7, und von Goldschmrdt-Rothschud L To., Berlin Wl, Alleinige Anzeigenannahme: Annoneen-Expedition Rudolf Moffe, Berlin 8W IS, und deren Filialen. AiMigeiwreise: v,SO«-r^ kür die 7gefpaltene Zelle nach NudolfMosies Normalzeilanmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d. Cenrrawereins 0,45 &A.t die 90 mm breite Reklamezeile 4M Ae vudapester Zraursölschuage« Die Budapefter FrancsStschungen haben in der ganzen Welt der Beteiligten, der politischen Zusammenhänge und ihres Umfangs wegen gewaltiges Aussehen erregt. Wir find in der Lage, von besonderer Seite, die sich aus naheliegenden Gründen nicht nennen kann, die folgenden Mitteilungen zu veröffentlichen, die zum ersten Male in deutlicher Zeichnung die groben politischen und internationalen Zusammenhänge der Angelegenheit würdigen. Die Bedeutung dieser Mitteilungen wird jedem unserer Leser sofort klar erkenntlich sein. Die Schristicitimg. B u d a p e st, 17. Januar 1926. So große Sensationen die Francsälschungsassäre schon gebracht hat, ist man doch noch immer weit entfernt von ihrer restlosen Aufdeckung, denn die große Oefsentlichkeit kennt wohl die Namen von fünfundzwanzig Fälschern, die inneren Zusammenhänge des Skandals, die Organisation der Fälscher; ihre eigentlichen Ziele und ihre ausländischen Beziehungen lverden aber noch streng geheimgehalten. Als die Untersuchungsbehörde an diesem Punkte ‘ rührte, kam sie mit der hohen Politik in Konflikt. Daß dem so ist, geht schon daraus hervor, daß seit zehn Tagen in der Francsälschungsaffäre ausschließlich der Ministerpräsident, also das oberste politische Forum, der Polizei lind der Staatsanwaltschaft Weisungen gibt. Die Francfälscher arbeiteten ein Jahr lang mit großem Apparat im militärgeographischen Institut (das mit Rücksicht auf den Trianon-Bertrag jetzt kartographisches Institut heißt und budgetmäßig dem Finanzministerium untersteht). Von der Arbeit der Fälscher hatte General H a i t s, der Leiter des Instituts, Kenntnis, und als er in Pension ging, übergab er mit dem ganzen Institut auch die Fälscherwerkstätte seinem Nachfolger, dem Obersten Kurz. Die Fälscherarbeiten aber leitete Major G e r ö, der selbst das Papier aus der in Deutschland gekauften rohen Papiermaste herstellte und mit dem Wasserzeichen versah, die Klischees zeichnete und Tag und Nacht in der „Notendruckerei" anwesend war. Zur Durchführung der maschinellen Arbeiten wurde ein Teil des Personals des kartographischen Instituts kommandiert. Man kann also sagen, die Noten wurden von Amts wegen gemacht, wie man etwa Landkarten herstellte. Oberst Jankovics, der im Haag beim Wechseln falscher Noten ertappt wurde, war, da er in der Slowakei ansässig ist, bis vor kurzem tschechoslowakischer Staatsbürger. Ehe er die falschen Noten ins Ausland schaffte, wurde er — was sonst Monate in Anspruch nimmt — im kurzen Wege »ach Ungarn repatriiert und in den Ruhestand der Ungarischen Armee ausgenommen; er erhielt einen Kurier- Paß. sein Gepäck mit den falschen Noten wurde amtlich als Kuriergepäck versiegelt (nota bene: .Kurierpost hat er überhaupt nicht mitgesührt). Die Falschmünzer wurden vom Feldbischvf Z ad r av ec, dem obersten Priester der ungarischen Militärgeistlichkeit, in Eid genommen und zum Schweigen verpflichtet. Finanziert aber wurde das Unternehmen von der staatlichen Postsparkasse. Und über dem Ganzen waltete die schützende Hand des obersten Hüters der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung, des Landespolizeichess Nädosy. Man flüstert noch von anderen hohen Staatswürdenträgern, die an der Sache beteiligt sein sollen, doch für die allgemeine Beurteilung der inneren Zusammenhänge der Francfälschungen ist cs unwesentlich, ob dem Skandal tatsächlich noch einige Prominente zum Opfer fallen werden. Schon aus dem, was bisher bekannt ist, geht deutlich hervor, daß den Fälschern ein nicht unwesentlicher Teil des Staatsapparates zur Verfügung gestanden hat. Diese Feststellung erfordert scheinbar den logischen Schluß, daß es sich also um eine Regierungsaktion handle. Dieser Schluß würde vielleicht anderwärts zntrefsen, i it Ungarn nicht. In Ungarn steht der Staatsapparat nämlich nicht unbedingt und nicht ausschließlich der offiziellen Regierung zur Verfügung. Aus einer Reihe von Parlamentsdebatten ist bekannt, Satz es in Ungar» einen Geheimbund gibt, Sem viele Staatsbeamte — bis hinauf in ganz hohe Positionen — und sogar Richter angehören, nnv Satz Sie Mitgliever dieses Bundes — er nennt sich Bluthund Doppelkreuz - einen Eid leisten, der jeden früher geleistete» Cid — Husdem-Snlrattr Die Vudapester ZrancsSlschungeu. Von V Was ich den Juden verdanke. Registriert zu meinem Sv. Geburtstag. Von Herbert Eulenberg. Seite 39, Steiger und der Leniralverein.! Von Dr. Paul Nathan. Seite 42. Van Deutschtum,Judentum und Zionismus. Von Dr. Karl Löwenstein (Aachen). S. 43. --- -- ■-

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