Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 3 (15.1.1926)
- Date
- 1926-01-15
- Page
- Seite 31 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Meine Chronik. Am 3. Januar fand in Regensburg die Leichenfeier für den verstorbenen Rabbiner Dr. S. Meyer, der 45 Jahre dort amtiert hatte, statt. Auf dem Friedhof schilderte der Bürgermeister in einer längeren Ansprache die Herzensgute, Wohltätigkeit und vorbildliche Amtstätigkeit des Derewigten in begeisterten Worten. Tausende armer christlicher Einwohner ständen als Leidtragende an seinem Sarge. Nie habe der Entschlafene bei Werren der Menschenliebe einen Unterschied zwischen Jude und Christ gemacht, und unter seinem Einflüsse habe auch die jüdische Gemeinde stets mit vollen Händen gegeben, wo sie nur konnte. Es sei einer der erschütterndsten Momente feines Lebens gewesen, als der Verstorbene ihm einmal bekannt habe, wie schwer er die wüste Iudenhetze empfinde. Nur sein felsenfestes Eottvertrauen habe ihn über diesen Schmerz hinweggeholfen und ihn an der Zukunft nicht verzweifeln lassen. — In Köln-Lin denthal verstarb am 23. Dezember im Alter von 59 Jahren Herr Wilhelm Dreyfuß. Der E. V. verliert in dem Verewigten eines seiner ältesten Mitglieder und treuesten Mitkämpfer für seine Sache. — Am 14. Januar begeht Herr Ferdinand Kahn in Längs» vorf i. Hessen seinen 80. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. — n Haua u starb kürzlich unser langjähriges und eifriges Mitglied John o s h u a. Der Verstorbene war eines der ersten Mitglieder unserer Ortsgruppe Hanau. — Das sehr geschätzte Mitglied unserer Ortsgruppe Chemnitz, Herr Leopold E g e v, ist in die Handelskammer gewählt worden. — Der Ehrenvorsitzende unserer Ortsgruppe Gumbinnen, Herr L i n■ d e n ft t o u ß, feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag. Wir sprechen unserem verdienstvollen Mitarbeiter unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Antworten. E. M., Berlin-SchSneLevß. Der „Völkische Kurier", der mit dem 1. Januar 4 926 sein Erscheinen einstellen mußte, ist nicht das Organ Hitlers, sondern Ludendorffs gewesen. Der „Völkische Beobachter", Hitlers Leiborgan, erscheint nach wie vor. S. M.» Berlin. Zu unserer Notiz in Nr. 40 der „C. V.-Zeitung" teilt die Firma H e r m i ii g h a u s u. B u ch h o l z , Berlin 8 44, Annenstraße 47, mit, daß der fragliche Brief von einem Angestellten geschrieben und aus Unachtsamkeit vom Prokuristen unterzeichnet wurde. Die Firma stellt fest, daß ihr irgendwelcher Antisemitismus ganz fernliege und die Abfenduug des Briefes einem unglücklichen Zufall zuzufchreiben sei. Nach Frankfurt #. M. Herr Patzelt, Frankfurt a. M., Grüneburgweg 12, Wiener Damenhutfabrik, hat einem jüdischen Kunden erklärt, er sei H i 1 l e r i a n e x; die Juden sollten sich deeilen, nach Palästina zu kommen, sonst würden ihnen die Hälse abgeschnitten. — Der Zigarrenhändler Georg Krebs, Frankfurt a. M., Kaiserftraße 18, will sich nicht einmal „von Juden etwas schenken lassen". Nach Fulda. Der Zahnarzt Dr. H o h m a n n in Fuld« bezeichnet in einem Hypothekenaufwertungsantrag, den er an das Gericht gestellt hat, den Besitzer des betreffenden Grundstücks als „den Juden" N. N. A. H., Chrrrlotteuburg. Die Sängerin Zinaida Iurjewfkaja, deren rätselhaftes Verschwinden großes Aufsehen hervorgerufen hat, ist jüdischer Abstammung gewesen. L. I., Charlottenburg^ Der bekannte Wiener Psychoanalytiker, Professor Sigmund Freud, ist Jude. In einem Aufsatz in dem soeben erschienenen Almanach 4926, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien, schreibt er darüber: „Endlich darf der Autor in aller Zurückhaltung dre Frage aufwerfen. TrPtIP TflPGrVl liest vor <{en Mitgliedern und JLJl wXXC* JL X XR^«X^XX Freunden des Verbandes Gross- Berliner Ortsgruppen aus Bibel und Klassikern. Nicht nur aus Berlin, sondern aus Nachbarstädten, die geeignete Eisenbahnverbindung haben, sind Karten für diese Veranstaltung am 28. Januar in der „Gesellschaft der Freunde", Potsdamer Strasse Y, bestellt worden. Sichern Sie sich sofort durch Anruf im Landesverband Gross-Berlin (Amt Dönhoff Nr. 3593) einen numerierten Platz. Die bestellten Karten werden durch Postnachnahme zugesandt, soweit sie nicht persönlich abgeholt werden. Eingeleitet wird der Irene-Triesch-Abend durch eine Ansprache des CeirtralVereins DrXtlClwig Ödländer ob nicht seine eigene Persönlichkeit als Jude, der sein Judentum nie vorbergen wollte, an der Antipathie der Umwelt gegen die Psychoanalyse Anteil gehabt hat. Ein Argument dieser Art ist nur selten laut geäußert worden; wir sind leider so argwöhnisch geworden, daß wir nicht null)in können, zu vermuten, der Umstand sei nicht ganz ohne Wirkung geblieben. Es ist vielleicht auch kein bloßer Zufall, daß der erste Vertreter der Psychoanalyse ein Jude war. Um sich zu ihr zu bekennen, brauchte es ein ziemliches Maß von Bereitwilligkeit, das Schicksal der Vereinsamung in der Opposition auf sick zu nehmen, ein Schicksal, das dem Juden vertrauter ist als einem anderen." B. C.» Berlin. Der Archivdienst (A r d i), Charlottenburg 4, Niebnhr. ftraßo 62, kann bereits auf ein fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Die quellenrundliche Sammelarbeit der Ardi hat von seiten vieler Interessenten lebhafte Anerkennung gefunden. Bergwerkssesellschast Georg v. Giesches Erben, Breslau. Me Wir durch eine Zuschrift aus unserem Leserkreis erfahre:!, steht die Firma Dresche mit einer größeren Anzahl jüdischer Firmen seit langer Zeit in angenehmer und lebhafter Geschäftsverbindung. Der Einsender dieser Zuschrift behauptet auch, die Gründe, welche die Firma Giesche zu ihren: Abkommen mit dem Harri man-Konzern veranlaßt haben, durch persönliche Information zu kennen. Angesichts der Tatsache, daß die Angelegenheit in unserem Leserkreis fo verschiedenartige Beurteilung findet, halten wir es für angebracht, von einer weiteren Erörterung abzusehen. Die Hochschule für die Wissenschaft deS Judentums veranstaltet zum Besten des Strpendienfonds eine Rerhe von Montagsvorlesungen in der Aula der Hochschule, Berlin, Artillerieftraße 44, abends 8 Uhr: 11. Januar Rabbiner Professor Dr. Scharr (Warschau): „Der Geist des altifraelitifchen Rechts"; 18. Januar Direktor Professor Dr. Blau (Budapest): „Die historische Bedeutung des Rabbrnertums"; 8. Februar Universitätsprofeffor Dr. Herzselb: „Archäologische Neuigkeiten aus Persien" mit Lichtbildern; 1b. Februar Dr. Bieber: „Heinrich Heines Stellung in der europäischen Literatur"; 8. März Dr. Wischnitzer: „Die jüdische Zunftverfassung in Polen und Litauen in den letzten drei Jahrhunderten"; 22. März Dozent Dr. Cohn- Wiener: „Probleme der islamitischen Kunst" mit Lichtbildern. imim FABRIKATION 1925; G ROSSTES KONTI N ENTALES WERK -.i. .... I FABRIKATION kEUNA- KOSTEN ~ für: orientalische REGIE-U N’i Q UALITATSCI GAR ETT EN 9999999999999