Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 2 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- Seite 21 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Vor. Aber die Augenblicke, in denen die Angst vor der Lüge ihn zu übermannen droht, werden immer häufiger. Wunderbar ist die Unterredung mit Machiavelli, der vielleicht als erster das Lügengewebe durchschaut und der gerade durch den Angriff Neubeni noch einmal alle Tatkraft zurückgibt. Aber weder durch die Lüge noch durch die reine Schwärmerei kann das jüdische Volk gerettet werden. Reubeni und sein Werk brechen zusammen. Er endet nicht anders wie alle die, die vor ihm und nach ihm auf diese Weise Erlöser sein wollen. Noch ist das jüdische Volk nicht reif, die Mauern des Ghetto zu brechen. Erst muß es innerlich stark werden, damit es weder der Lüge noch der bloßen Schwärmerei bedarf, um sich zu erlösen. Wunderbare Bilder werden gezeichnet. Nom, das Papsttum, die jüdischen Gerneinden des Mittelalters werden lebendig. Vielleicht hat dieses neue Buch von Max Brod nicht ganz die Höhe seines früheren Werkes „Thchv Vrahes Weg zu Gott" erreicht, in dem das wahrhaft faustische Olingen eines Menschen geschildert wurde. Aber dem Jnstrulnent der Völker- und Menschenseelen, das auch hier angeschlagen wird, werden wunderbare Töne entlockt. Dr. Kurt Alexander (Krefeld). Dritter MuMärirngskurlus der Drtsgruvve «erlin.CbarlottsndArg am D o n n e r s t a g , 14. Januar, abends 8% Uhr, rm Vortrags- ‘ ~ ~ ~ Oberstudiendirektor Dr. Theodor Bohner Heu über „Angriffspunkte des Antiatn IHt Iff rtinillfitt* Eine neue Ortsaruvve des C. B. wurde rn Zül lrch au un Landesverband Brandenburg gegründet. Der Vorstand begeht aus den Herren David Süß m cntn, Hermann Wolliuski und Eugen G u t m a n n. WbrS«rnÄ B-oferrer Seimatvereme. Sitz V'erlrn. Montag, ll. Januar, abends 8Z4 Uhr, im Festsaale des Künstlerhaujes, Bellevuestraße 6,. am Potsdamer Platz, Vortrag des Herrn Stadtrat Kronthal (früher in Pose in: „P osener Sagen und Legenden, mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen S a g e n P o s e n s" mit Lichtbildern. Eintritt frei. Alle Pofener Landsleute sind herzlich eingeladen, Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein. Nach Köln. Der Inhaber des Maler- und Anstreirl-ergeschäfts Karl K o ch in Köln, Moltkestraße 60 (vgl. „C. B.-Zeitung" Nr. 49, 19l«), legt Wert auf bie Feststellung, daß ihm jede antisemitische Gesinuilng fernliegt und daß er irgendwelche antisemitische Geschäftspraktiken nicht betreibe. Kleine Chrsmk. Der Vorsitzende des Verbandes israelitischer Kultusgemeinden der Pfalz, Herr Kommerzienrat Albert Joseph in Landau (Pfalz), vollendet am 20. Januar sein 00. Lebensjahr. Der Jubilar hat sich große Verdienste um die Zusammenfassung des bayerischen und pfälzischen Judentums und die Gründung und Festigung des Verbandes der israelitischen Äultusgemeinden in der Pfalz erworben. Seit vielen Jahren steht er als Vorsitzender dem Synagogenrat der Kultusgemeinde Landau vor; sein mannhaftes nationales Verhalten wahrend des Rnhrkampfes ist noch in frischer Erinnerung. — Am 28. Dezember feierte der Vorsteher der Jüdischen Gemeinde in F! ast o w (Grenzmark), Herr Glasermeister Philipp Falk e u st e i n, seinen *5. Geburtstag. sla-streiche Deputationen, z. V. von der Indischen Gemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr, deren ältestes Mitglied Herr Falkenstein ist, zeugten vor. der großen Liebe und Achtung, deren sich der noch überans rüstige Jubilar in alten Kreisen der Bevölkerung erfreut. — Unser langjähriger Mitarbeiter Herr May Weinberg (Berlin-Wilmersdorf), begeht am 18. Januar 1926 seinen 75. Geburtstag. — Am 9. Januar 1926 feiern unser verdientes Mitglied Herr Oskar G. Norden (Berlin) und Gattin das Fest ihrer Silberhochzeit. — Unser Hauptvorstandsinitglied, Rechtsanwalt Ferdinand Sam oje (Berlin), ist zum Ehrenmitglied des Hauptvorstandes des Reich sbrm des jüdischer Frontsoldaten, E. B., ernannt worden. — Das langjährige Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe in Friedberg, Herr Handelsrichter Louis Hirsch, ist bei den letzten Sem« mun.alwahlen fluni Stadtverordneten wiedergewählt worden. Im benachbarten Bad N a it I) e i m ist der Vorsteher der Gemeinde, Herr Emil R o s e n t h a l, ebenfalls zum Stadtverordneten' wiedergewählt worden. — Herrn Simon Rosenwald in Bürg? wurde in Anerkennung seiner Verdienste um das Kriegervereinswesen das Kriegervereinsehrenkrenz zweiter Klasse vom Vorstand des Preußischen Landeskriegerverbandes verliehen. — In H e ch t s h e i m (Rhein- Hessen) wurde am 18. Dezember in der Synagoge die Gedenktafel für die vier irn Weltkrieg gefallenen Söhne der dortigen jüdischen Gemeinde enthüllt. Kreisradbinrr Dr. Le v i (Mainz) hielt eine ergreifende Weihe re de, welche von Pialmvortragen des Herrn Lehrer K a h n umrahmt war. — In T h ä l h e i m. bei Heilbronn wurde das Kriegerdenkmal unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung eingewriht. Außer dem katholischen und evangelischen Pfarrer sprach u. a. auch Lehrer Straus als Vertreter der israelitischen Gemeinde. — Das ,.J traefittf ch e W o ch enblatt für die S ch w e i z", Organ der schweizerischen israelitischen Bevölkerung, beging am 1. Januar sein 28jähriges Jubiläum. — Am 23. Dezember beging die M a r k s - H a i u b o i f [ dj e GiifiHng in einem Festakt die Feier ihres hundertjährigen Bestehens. Vertreter der Geistlichkeit, des Provinzialschulkollegiums, des Magistrats, Direktoren und Lehrer der höheren Lehranstalten, der Vorstand, die Repräsentanten und zahlreiche Mitglieder der jüdischen Gemeinde, ehemalige Seminaristen sowie eine Urenkelin des Gründers nahmen an der Feier teil. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Instizrat Dr. Lohn, begrüßte die Anwesenden, und nach Vortrag eines von Jakob Löwenb e r g , einem frühcren Schüler der Anstalt, gedichteten Prologs entwarf der Leiter der Anstalt, Studiendirektor Rabbiner Dr. S t e i n t h a l, ein Bild von der Entstehung, den Zielen und den Leistungen der Stiftung. Die Anstalt hat in den ersten 50 Jahren Hunderte von Handwerkern und mehr als 160 Lehrer ansgebildct. ._ Die Kiemengrnvtze BeLlir; Nord-Wsst hat unter Leitung von Frau Agnes W r e s ch n e r einen Märchennachmiitag für unsere Kleinen veranstaltet, an dem etwa 75 Kinder teilnahmen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe hatte unter Mithilfe einiger Damen des Vorstandes für'Schokolade und Kuchen Sorge tragen lassen. Bei den großen und kleinen Üeberraschunaen fehlte auch die Kinderpolonäse nicht. Der: Höhepunkt des Nachmittags aber bildete die M ä r ch e n v o r l e f u n g von Frau Edith H e r r n st a d t - O e t t i n g e n, die sich dein Eentralverein in liebendswürdigster Weise für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. Frau H e r r n st a d t - O e t t i n g e n erzählte u. a. auch das von ihr selbst verfaßte Märchen von: „Chanukkamännchen", das bei den Kindern großen Jubel hervorrief. Rach Lübeck, Berlin und vielen AnfragenDem. Auf die wiederholten Beschwerden, die sich darauf bezogen, daß von einem jüdischen Kabarettisten Lieder vorgetragen wurden, die das religiöse Gefühl verletzten, so eins, das die Melodie des „Omen" hatte, können wir mütesten, daß dieser Uebel' stand abgestetlt ist. Wir müssen aber bei der Gelegenheit auch wiederum, darauf Hinweisen, daß schuld an derartigen Auswüchsen ebensosehr das jüdische Publikum hat, das sich diese Vorträge gefallen läßt, wie der Vortragende selbst. Warnungen« Die israelitische Kultusgemeinde Montabaur warnt hiermit öffentlich vor Alfred 6 a I o m o n aus Duisbnra-Meidrrich. Solomon war ein halbes Jahr als Lehrer in der Gemein.de tr d nt feit dein 3. Dezember 1925 nach Verübung zahlreicher Schwin i > st r tn Da er, wie bekannt geworden ist, auch an anderen Stet! n i ■> chiegelung falscher Tatsachen seine Betrügereien fortgesetzt hak, oi i i * d vor _ ihm gewarnt. 3)1 ott i a b a u x , 3. Januar 1920. Isre ü .gemeinde. I.A. Willi Ster n, I. Vorsteher. — Ein Schwindler namens N ibe! in ge r sammelt Unterstiitzurrgsgelder für den sozialistischen Bund des W. -0. dos 2'reichsbnndes jüdischer Frontsoldaten. Der R e i ch s b u n d j ü d i s ch er Fr o n t - soldaten betont, daß es einen solchen Bund nicht gibt unb daß dein Bunde eine solche Abteilung nicht angegliedert ist. Es wird daher vor diesem Schwindler gewarnt. DrrEehlerberichtigurrg. In der Notiz ,st (Karlsruhe) schreibt uns" aus Nr. 52 „E. B.-Fe muß es heißen: „In der Nummer 51 der „L. meine Anregung — eine Notiz err Rechtsanwalt Jakob Mary " vom 24. Dezember 1925 V.-Zeitung" erscheint — ohne Herrn Sanitätsrat' Dr. Peysew ..." - Geschäftliche Uottzsrr. 53. Schlesischer Bäderiag. Von den: Streben der schk'sischen Kurorte, ihrer! Besuchern, neben -den hervorralgen-den landschaftlichen Schönheiten., au cg alle die Vorteile zu bieten, welche Bäderwisscmschost und Technik vermitteln, legt der 53. Bädertag, welcher soeben irr Breslau stattfand, Zeugnis ab. Der altbewährte Vorstand', Kurdirektor Berlik (Attheide) und Srnitätsrat Dr. Siedelt (Flinsbevg), wird auch im künftigen. Jahre -die Geschicke des Verbandes der schlesischen "Kurorte leiten. Jod ein Gesunden und Kranken kann der Besuch der vielen Heilquellen und Bäder empfohlen werden. Auskünfte und Prospekte werden jederzeit bereitwilligst abgr-geben. Verlag: Centralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens e. V., Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Tel.-Adr.: „Eentralglaube:; Berlin". Postscheck.: Berlin 3V472. Für d. Schriftleit, verantwortl.: Ludwig Holländer, Berlin SW 68. — Unverl.Manuskr.werd. mit zurückges., wenn Freiumschlag bciliegt. — Verantw.f.d. Anzeigent.: Max Junge, Blu.-Friedenau. — Druck: Rudolf Masse, Berlin SW 19, TDein 'Kind, ich rate <Dir gut: Klimm BIOMALZ. Das beliebteste und verbreitetste “VahruntlKräftigung-ra'ütel. H.ergestellt aus edelstem Gerstenrnalz. KrBältl.in Apotheken u.DrogenbaTidlungen. Gebt Patermann, T e 11 o Mr - D e r 1 i n 14. Herausgeber und Scliriftleituag: Professor Dr. Julius Goldstern, Darmstadt, Becksfrasse 87. — Yeri:;«:: Phiio-Verlag, Berlin SW63, Lindenstrasse 13, UI. Postscheckkonto: Pliilo-Verlag. Berlin. 835 12. Druck: Ro>.;- liier druck G.m.b, H., Darmstadt, Blei ebstrasse 24 HEFT 5 ERSCHIEN AM 1. DEZEMBER, Inhalt des fünften Heftes: ■William James: Unsterblichkeit. Univ.-Prof. E ngclbert Krebs: Urkirche und Judentum. Univ.-Prof. Karl Vossler: Reine Sprache — reine Rasse. l'rivatdo?.ent f)r. Fritz Heinemann: Gestalten der Spätantike III. Tertullian, Studienrat Prof. Dr. Werner: Staat und Erziehung. EINZELHEFT 2,25 MARK. Prof. Dr. J u 1 i u s Goldstein: Bemerkungen zu zwei Büchern. Prof. Dr. Erik Noelting: Das Problem der Volksgemeinschaft und die Einordnung des Judentums. Dr. Ernst Simon: Zum Verständnis Biaiiks. P. Abraham: Felix. Liebermann. Besprechungen. JAHRESABONNEMENT 12 MARK, Zu beziehen durch jede Buchhandlung und durch den Philo-Verlag, Ber lin SW68. 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