Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 52 (30.12.1937)
- Date
- 1937-12-30
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277568--12504-2282116- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
C.-Y.-Zeifung Seife 4 im Talmud das Wort. Nicht .minder bezeichnend wie ihre Herkunft ist die bürgerliche Stellung der rabbini>rhen Autoritäten. Viele von ihnen lebten nicht von ihren Renten, nicht vom Zehnten und Abgaben wie die Angehörigen der alten Priestergeschlechter, sondern von ihrer Hände Arbeit. So ist es denn auch nicht verwunderlich da>? die A r b e i t? g e s i n n u u g der rabbinisehen Lehre den Stolz ihrer Träger auf ihre Herkunft und ihre Beschäftigung widerspiegelt. Der Talmud begnügt sich nicht mit der inweüerLSEdwigSfSiilSESSfZ \ Nürnberger Sfr 56 (neben V/oc!worth! oft angeführten Aufforderung des Sehe m a ] a : -L i e b e die A r b e i f\ Er steigert ihren Wert ohne jeden Seitenblick auf wirtschaftlichen Nutzen durch siele Betonung ihrer moralischen Rückwirkungen. „G ross ist die Arbeit*', sagt ein. Rabbi: ..denn sie ehrt ihren M eiste r" und ein anderer erwidert; ..Gross ist die Arbeit: denn sie erwärmt ihren Meiste r'\ Den stärksten Eindruck aber, unter den mannigfachen Bekenntnissen zur Würde der Arbeit hinterlässt eine Stelle in den Aboth des Rabbi Nathan, eine Erweiterung der wohlbekannten ..Sprüche der Väter'1 (Pirke Aboth): „Wie die T h o r a ist die Arbeit als Bündnis gegeben."'' Dieses Wort bedarf für einen Juden keiner Erläuterung. Im Wandel der Wertung der Arbeitsideale wird nicht nur die Veränderung des Rechtsgefühlesund die Verlagerung der geistigen Führung, sondern zugleich auch die fortschreitende Verfeinerung des Empfindens für allgemeine und persönliche Verantwortung sichtbar. Die grossen Sozialiorscher des neuen Jahrhunderts haben den Wandel der Arbeits- und Berufsethik im abendländischen KuSiurkrets verfolgt. In hellsichtigen Formulierungen haben sie den Bück dafür eröffnet, welch gewaltige Erziehungsarbeit zu leisten war. bis das moderne Arbeitsideal erreicht war: Arbeit um ihrer selbst wille n. Dr. Julius Eisenstädter Ein offenes Wort Unter dieser üeberschrift veröffentlicht das Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde von Frankfurt a. M. einen Aufsatz von Dr. Wolfgang S. M a t z d o r f r (Syndikus des Landesverbandes Hessen-Nassau des C.V.), in dem Maier®r&®it&& / David Frledmann Berlin W 15, Pacertorner Str. 9. 97 25 65. dieser zu einzelnen praktischen Erfahrungen jüdischen Gemeinschaftslebens kritisch Stellung nimmt. Unter der Forderung „Vertragstreu e" wendet er sich hierbei gegen eine leider mitunter zu beobachtende Uebung. dass jüdische Hausangestellte bereits abgeschlossene Arbeitsverträge mit jüdischen Arbeitgebern wegen anderweitigen späteren günstigeren Angebots nicht einhalten. Er führt aus. dass bei 'einer stärkeren gegenseitigen Verständigungsbereitschaft zwischen jüdischen Arbeitgebern und jüdischen Hausangestellten manche Spannungen vermieden werden könnten. Ein ähnliche^Beispiel mangelnder Vertragstreue liege darin, dass die Sache heute noch bereinigt werden!" Der junge Mann, in der altväterlichen Tracht, das schmale Antlitz umrahmt von wippenden Schläfenlocken, schaut dem gewitzten Kolzhändler ruhig ins Auge und entgegnet, indem er das Geld sachte zurückschiebt: „Reb Awner. von welchem Possenspiel redet Ihr? Ich bin mit Debora unter der Chuppo gestanden. Sie ist mir anvermählt worden nach dem Gesetz Mosches und Oisraelsl Ob das Spass gewesen, miisst ihr mit dem Schöpfer droben ausmachen — nicht mit mir.'4 Der schlaue Händler sieht, so ist dem jungen Mann nicht beizukommen. Also gibt er sich einen Ruck und spricht zu ihm. ein Mann zum zweiten: Spricht: ..Josse) Gradner. was taugt dir die ganze Hochzeit, wenn die Frau von dir nichts wissen will. Meine Debora ist leider Gottes ein modernes Mädel, sie mag die Bachurim nicht, ihr ideal ist kein Jesebiwasehüler. soll ich sie deshalb steinigen? Was verlangst du von mir? Und du? Du bist doch ein frommer Chassid. scherst dich um ein Weib, welches nur weitliche Dince im Sinn hat. kaum noch ein Wort von Jüdischkeit weiss: geschweige von solcher Frömmigkeit, wie sie in deinem Hause gelebt werden soll." ..Oder'1, da hebt Vater Lefkoyforschend seine Stimme, ..geht es dir gar um die Mitgift? Meinst du das vielleicht? Schau her, der alte Awner lässt sich nicht lumpen, hier, nimm tausend Gulden, schreibe den Get und ziehe in Frieden!" Lefkoy hält eine Sekunde im Reden inne. und. als das stille Antlitz seines Gegenüber nichts verrät, beugt er seinen weisshaarigen Kopf und sagt, in einem Ton, den Jossei,zum erstenmal an ihm hört — sagt, ein müder, bekümmerter Vater: „Willst du mich unglücklich machen? Mich und mein Kind? Soll ich auf meine alten Tage das Gespött der Leute werden? Und meine Tochter als ungeschiedene Frau ein zerrüttetes Leben führen? Warum bestehst du auf dieser unsinnigen Hochzeit? Hast du denn Debora so lieb? Wie kannst du ihr dann Böses antun? Gib sie frei, Jossei, und jüdische Auftraggeber bei der Zahlung ihrer Schulden an jüdische Handwerker eine starke Säumigkeit an den Tag legten. Mit grosser Entschiedenheit führt er aus. dass jüdische Arbeitskräfte, mögen sie Angestellte oder selbständige Handwerker sein, sich stets ihrer Verpflichtung zur gewissenhaftesten Qualitätsarbeit bewusst seien. Am Schluss seines Aufsatzes weist der Verfasser auf die leider mitunter anzutreffende mangelnde Geeantiverantwortung der Vorstände jüdischer aufgelöster Kleingemeinden hin. Es sei unserer Gemeinschaft nicht würdig, dass auswandernde Vorstandsmitglieder jüdischer Kleingemeinden für die weitere Betreuung des früheren Gemeindevermögens keine Vorsorge träfen und Kassenbücher und Abrechnungen, kultische und profane Dinge ungeordnet zurückliefen. ..Wir Juden in Deutschland", so sehliessf der wirkungsvolle Aufsalz. ..müssen aneinander einen besonders strengen Massstab legen und darauf achten, dass Wert und Niveau unserer Leistung gehalten werden." Rabbiner Dr. Jakob Freim&on Tri' der Nacht zum 2o. Dezember verschied plötzlich in Spindlermühle auf dem Wege zui Silberhochzeit seiner Tochter Rabbiner Dr. Jakob Frei mann. Um ihn trauert mit der Jüdischen Gemeinde Berlins vor allem das konservative Judentum Deutschlands. Welcher Liebe und Anhänglichkeit sich der Verstorbene erfreute, bewiesen die vielen Zeichen der Sympathie, die ihm vor kurzem an seinem 70. Geburtstag zuteil wurden. Dr. Jakob Freimann erblickte am Schimini azeret 1866 in Holleschau (Mähren) als Sohn 1 eines gelehrter. Rabbiners das Licht der Welt und erfuhr zunächst dort und in Krakau seine erste rabbinische Ausbildung, ging dann nach Ostrowo (Provinz Posen), woselbst sein Onkei. sein späterer Schwiegervater, als Rabbiner wirkte, machte am dortigen Gymnasium sein Abiturium und erwarb sich, schon mit zwanzig Jahren die Rabbinats-Autorisation. Das Universitätsstudium begann er noch im selben Jahre in Berlin, war Hörer des Rabbinerseminars und studierte Orientaüa. Literatur und Philosophie. Vier Jahre später promovierte er in Tübingen. 1S93 wurde er als Rabbiner nach Holleschau (Mähren) berufen, woselbst er zwanzig Jahre wirkte und auf Grund seines reichen Wissens, seines lauteren Charakters und verbindlichen Wesens zum Vorsitzenden des Rabbinerverbandes gewählt und zum Religionsschul-Inspektor Mährens ernannt wurde. Im Jahre 1913 erhielt Rabbiner Dr. Freimann die Berufung als Nachfolger des Rabbiners Dr. Feilchenield. nach Posen, und hier entwickelte sich die Persönlichkeit des_ Verstorbeneu im vollen Ausmasse. Seine hervorragenden talmudischen Kenntnisse, sein Organisationstalent, seine Repräsentationsfähigkeit und ausgezeichnete Verhandlungskunst, seine Liebenswürdigkeit und" sein feiner Humor schufen ihm eine überragende Stellung in seinem neuen Wirkungskreis. Sein Haus wurde dank der verständnisvollen opferwilligen Mitarbeit seiner Gattin der Mittelpunkt des jüdischen Lebens der Gemeinde. In den Kriegsjahren und der schweren Nachkriegszeit stand der Verstorbene an der Spitze der sozialen und politischen Organisationen (Nationalrat) und wirkte, getragen vom Vertrauen der Behörden, des Vorstandes und der Beamtenschaft Posens in unvergessener, segensreicher Weise. ich will für dich sorgen, nicht anders, als wärst du mein Eidam und kein Fremder!" sFortsetzung folgt; Adolph Donath Die Kunstfreunde werden mit aufrichtiger Trauer die Kunde vernehmen, dass Adolph Donath, der ausgezeichnete Schriftsteller und Kunstforscher, zu Beginn der Woche in Prag gestorben ist. Er hatte schon seit Jahren mit schweren Erschütterungen seiner Gesundheit zu kämpfen, die er aber mit bewundernswerter Energie und Arbeitskraft überwand, so dass er sich wieder ganz seiner über alles geliebten Tätigkeit widmen konnte. Da trat Sonntag plötzlich eine Verschlimmerung des latenten Krankheitszustandes ein: man brachte ihn noch in eine Klinik, um einen Eingriff vorzunehmen, aber es war zu spät. An dieser Stelle ist vor einem Jahr, alä Donath 60 Jahre alt wurde, seiner vielseitigen Wirksamkeit gedacht worden, von der Frühzeit an, da er als Lyriker begann und namentlich mit der Gedichtsammlung seiner ,.J udenlieder" einen grossen Erfolg zu verzeichnen hatte, über die Mitarbeiterschaft an der „Neuen Freien Presse", die ihm in nahe freundschaftliche Beziehungen zu Theodor Herzl brachte, bis in seine Berliner Zeit, die noch in aller Gedächtnis ist. Die Beweise herzlicher Sympathie, die Donath damals und vor wenigen Wochen (am 9. Dezember) zum 61. Geburtstag aus aller Welt zugegangen waren, hatten ihn unendlich beglückt. Der Aufstieg der vorzüglichen, von ihm in Prag begründeten Kunstzeitschrift „Internationale Kunstrevue'' und die eben jetzt erfolgte Fertigstellung und Versendung seines letzten Buches „Wie die Kunstfälscher arbeiten" hatte ihn mit neuen Hoffnungen erfüllt. Wenn er nun mitten aus dem mit glühendem Eifer ins Werk gesetzten neuen Aufbau seines Lebens und Schaffens so jäh herausgerissen worden ist, so liegt darin eine tiefe Tragik, aber doch auch der Trost, dass es ihm noch vergönnt war. die Früchte seines späten Mühens reifen zu sehen. M. 0. Im Jahre 1928 folgte der Zweiundsechzigjährige dem Rufe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Er übernahm den Vorsitz der Kaschrut- Kommission und des Bet Din, seiner eigenen Schöpfung, und führte den Titel ..Aw-Bet-Din'* der Grossgemeinde Berlin. Auch hier war er ein beliebter Kanzelredner und Schrifterklärer, der seine Zuhörer durch seine geistvollen, tiefschürfenden und doch wieder populären Ausführungen zu fesseln und zu begeistern verstand. In Berlin eröffnete sich ihm ein neuer Wirkungskreis am Rabbinerseminar. Durch zahlreiche eigene Arbeiten und Editionen halachiseher und literaturhistorischer Abhandlungen (Leket joscher usw.), als Mitarbeiter am Philo- Lexikon „Jüdischen Lexikon"' und der ..Enzyklopädia Judaica", hatte er sieh als Gelehrter einen solchen Ruf erworben, dass es das Rabbinerseminar als besondere Auszeichnung betrachtete, ihn als Dozenten für Geschichte und literaturhistorisehe Gebiete und für die Kurse zur Einführung in die rabbinische Praxis gewinnen zu können. Bei seinen Hörern erfreute sich der Verewigte besonderer Beliebtheit und Verehrung. Sein Heimgang bedeutet für die Jüdische Gemeinde Berlin'und für die Hörerschaft des Rabbinerseminars einen unersetzlichen Verlust. S. Dr.Fritz Baron-München gestorben Die schmerzliche Bewegung, die die Nachricht vom Tode des Sanitäisrats Dr. Fritz Baron hei seinen Freunden auslöst, wreckt in ihnen die Erinnerung an einen Mann, der in seinem Berufskreise und innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in München durch die Lauterkeit und Sachlichkeit seines Wesens beliebt und anerkannt gewesen ist. Vor allem lag ihm die Sache des C.-V. am Herzen: viele Jahre hindurch hat er einem seiner wichtigsten Landesverbände vorgestanden, dessen Ehrenvorsitzender er wurde, als er aus seiner aktiven Leitung ausschied. Aber auch im Hauptvorstand und auf den Hauptversammlungen war sein Rat wichtig und sehr beachtet, und für die vielen, die ihn damals gehört haben, werden diese Zeilen dankbaren Gedenkens das Bild des aufrechten Mannes wieder vor die Seele treten lassen. Was ist uns Religion? In einem Vortrag, den Rabbiner Dr. N u s s - bäum am 11. Dezember im Friedenstempel zu Berlin hielt, setzte er sich mit der verschiedenartigen Bedeutung, die die Religion im Weltbilde des Menschen im Laufe der Jahrhunderte gehabt habe, auseinander. Während im Mittelalter die Religion den Rahmen bildete, in den alle übrigen Geistesgebiete eingefügt wurden, suchte man zur beginnenden Neuzeit religiöse Fragen mit wissenschaftlicher Methodik zu lösen. Der Geistesleistung eines Kant ist es zu verdanken, dass Wissenschaft und Religion als nicht mit gleichen Denkmassstäben messbar völlig voneinander getrennt wurden. Aber die nach Kant aufkeimende Romantik versucht wieder, Gott, die Natur und die Menschheit in eine Einheit zu bringen. In dem zweiten Teil seiner Ausführungen legt Nussbaum dar, was uns jüdischen Menschen der Gegenwart Religion sein könne. Er greift hierbei auf Gedankengänge seines im Kulturbund gehaltenen Vortrags zurück, die in unserm damaligen Bericht "(C.-V.-Zeitung Nr. 47) nur Blaue Eeitragskarte Unter der Jury, die die ZentrahvohHahrtsstelle zur Entscheidung über das Preisausschreiben zur Erlangung von zwölf neuen Entwürfen für die Klebemarken der „Blauen Beitragskarten" zusammengerufen hatte, befanden sich wiederum Vertreter der jüdischen Zeitungen, darunter auch der C.-V.-Zeitung. Die zehn Preisrichter traten am 23. Dezember zur Preisverteilung zusammen und kamen einstimmig zu folgendem Ergebnis: 1. Preis (300 RM) Heinz Walienberg, Berlin, für die Darstellungjüdischer Ritualgegenstände: 2. Preis (200 RM) Fred Goldherg, Berlin, für Darstellungen des Tierkreises. Der 3. Preis wurde von 100 RM auf l-~0 RM erhöht und geteilt Grete Wiesenthal. Berlin. (75 RM) für die Darstellung jüdischer Bauwerke in aller Welt und Georg Pari s e r. Dortmund, (75 RM) für die Darstellung bedeutender jüdischer Persönlichkeiten zuerteilt. insgesamt waren erstaünlicherweise nur 1n Entwürfe eingereicht worden, die zum grossen Teil zumindest graphisches Können verrieten. Die Jury erkannte den ersten Preis deswegen Heinz Walienberg zu. weil er es verstanden hatte, die Aufgabe künstlerisch, geistig und technisch gleich glücklich zu lösen. Bei den Entwürfen Fred Goidbergs trat'die besonders glückliche Raumaufteilung in Erscheinung, während die Arbeiten Grete Wiesenthals sich durch ihre graphisch geschickte Lösung auszeichneten. Ans der wissenschaftlichen Welt Professor Adolf Loewy, der frühere Leiter des Forschungsinstituts in D a vos, dessen. Wirken wir anlässlich seines 75. Geburtstages in Nr. 25 der C.-V.-Zeitung vom 24. Juni dieses Jahres ausführlieh gewürdigt haben, ist in Berlin gestorben. * Der Leiter des österreichischen Konjunkturinstitut*, Professor Dr. Oskar Morgenstern in Wien, wurde zum Mitglied des Internationalen Konjunkturinstituts ira Haag gewählt. * Der Leiter des Hygiene-Instituts der Universität Zürich, Dr. Arthur Grumbach, wurde zum Titularprofessor ernannt. # Dr. Isidor C, o 1 r] s t o i n . Organisator der äugen ürztliehon Ahi-ürngd:>r!xebr"i<chesi Universität und Augenarzt am Zinnat .>'i.'\-?i-Ii«spital 'Nrw-York . yf-^b in New-York im Alter von 5*8 Jahren. Nr. 52 * 30. Dezember 1937 ICilLEINIÖüll Januar 1938 Tewet 5698 1. Sonnabend 28. Wochenabschnitt: Waera 2. B. AI. 6.2 -9,35 Haftara: Ez. 28,-25—29,21 Neumondsweihe 2. Sonntag 29. Jörn Kippur Katan Schewat 5698 3.?Mag 1. Rosch Chodesch 8. Sonnabend 8. Wochenabschnitt :Bo2.B.M. 10—13,16 Kaftara: Jer. 46,13—28 15. Sonnabend 13. Schabbat Schira Wochenabschnitt: Beseha-* lach 2. B. M. 13,17-17,16 Haftara: Richter 4.4-5,31 17. Montag 15. Chamischa assar bischwat (15. Schewat — Neujahrsfest der Bäume) 22. Sonnabend 23. Wochenabschnitt: Jitro 2. B. M. 18-20 Haftara: Jes. 6,1-7,6; 9,5-5 29. Sonnabend 27. Wochenabschnitt: Mischpatim 2. B. AI. 21—24 Kaftara: Jer. 34. 8—22; 33,25—26 Neumondsweihe 31. Montag 29. Jörn Kippur Katan allgemein erwähnt werden konnten. Nussbaum vertritt den Standpunkt, dass Religion mit bildender Kunet und Musik gemeinsam eine Sehnsucht nach dem darstellten, was nicht vergänglich sei. Ebenso wie der Mensch bei einem „Mut zur Inaktualität" durch ein Zurückziehen auf Werte der Kunst und Musik einen Ausgleich für das Haßten des Tages finden könne, so müsse er dies auch durch Hinwendung zum Religiösen versuchen. Er werde dann auch erleben, dass in unserer jüdischen Geschichte Ereignisse, die zunächst als schmerzvoll empfunden wurden, vielfach ..zum Guten" gewesen wären. So werde er auch eine Sinngebung für sein eigenes jüdisches Schicksal erfahren. Jüdisches Lehrhaus Berlin Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften: 4. Januar: Benno Cohn (Nr. S) Goltzstr. 21, Franz P o 11 a k (Nr. 14) Auguststr. 17, Kurt Starnberg (Nr. 16) Fasanenstr. 80, Walter Levy (Nr. SO) Fasanenstr. 80, Photoarbeitsgemeia- Schaft (Nr. 31) Marburger Str. 5. — 5. Januar: Walter Grass (Nr. 7) Marburger Str. 5, E. W. Goldschmidt (Nr. 13) Prinzregentenstr. 69, Heinrich Kuhn (Nr. 19) Marburger Str. 5. — 6. Januar: Schau! H a 1 e k o (Nr. 9) Rosenthaler Strasse 44. Arbeitsgemeinschaften für die Jugend: 4. Januar: Erwin Seligmann „Einführung in die Kunstbetrachtung", 20.15 Uhr (Marburger Str. 5). — 5. Januar: Erwin Jospe: \,Singegemeinschaft" 20 Uhr (Oranienburger Str. 31, Jugendheim). Auskünfte vor allem auch über Sprachkurse usw. im Büro Marburger Str. 5, Montag bis Donnerstag, 10—13 und 16—18 Uhr. Mensa Academlca Judaica. Gastraum: Akademikerheim Meier Hildesheimer, Grosse Präsiden tenstrasse 1 (am Hackeschen Markt, Bahnhof Börse). Täglich geöffnet für Akademiker, Werktätige und Familien von 12 bis 15 Uhr. — Mittagessen: drei Gänge, 0,70 RM, am Sabbat 0,85 RM. Unter Aufsicht der Kaschrut-Kommission der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Die niederösterreichische Gemeinde Kaltenleutjreben hat den Wiener Professor Dr. Alois Strasser, der als Baineologe und Internet Weltruf besitzt und der die Kuranstalt der Gemeinde leitet, aus Anlass seines 70. Geburtslage? zum Ehrenbürger ernannt Die Wiener Poliklinik gab aus dem gleichen Anlass eine Festschrift heraus. * Professor Dr. H. F r i j d a wurde für den verstorbenen Rektor van Rooy zum Rektor der Universität Amsterdam gewählt. Der im Jahre 18S4 in SaFed geborene Pf ian- 7. e n p h y? j o 1 o g e Jacob J. Taubenhaus verstarb in New-York. Seine Lehrtätigkeit übte er hauptsächlich an den Universitäten in Delaware und am Rüssel-Institut aus. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Erforschung von Krankheitserscheinungen an Nährpflanzen. Literarische Notizen Die Jcwish Publikation Society of America kündigte die Veröffentlichung des Index zu Professor Louis Winzbergs ..L e g e n d s o f t b e J e w für Dezember an. Der Band ist von Dr. Boaz Cohen, dem Bibliotheks-Assistenten und Talmud- Lehrer des Jüdischen Theologischen Seminars von Amerika. ausgearbeitet worden und umfasst 600 Seiten. * In Zürich wurde auf Anregung der „Ver-einigunii für soziale und kulturelle Arbeit im. Judentum1' V.ne „Jüdische Buchgemeind e" ins Leben gerufen. Vorerst ist nicht an die selbständige Herausgabe von Büchern gedacht, sondern es sollen den Mitgliedern nur bereits auf dem Markt befindliehe Bücher empfohlen werden. Die Mitglieder sind jedoch zur Abnahme einer bestimmten Anzahl von Büchern im Jahr verpflichtet. * Im Verlag Joachim G o 1 d s t e i n , Berlin, erschien die erste Nummer des „Mitteilungsblattes des jüdischen Buchhandels1'. * Im Jüdischen Buchverlag Joseph Jastrow, Berlin, erschienen verschiedene Sprachlehrbücher, so u. a von P. Bendheim „Englisch, wie es der Engländer spricht" und „-Plaudereien und Anekdoten über England und die Engländer", von P. Bendheim und C. Beverly Davies J.Handelsenglisch" und ..Schottland, wie es der Engländer k^nnt und sieht". In Vorbereitung befinden sb-h ..Englisch für Anfänger-' und mehrere Lehrbücher für Fremdsprachen.