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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-23 · 51 (23.12.1937) · p. Seite 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
51 (23.12.1937)
Date
1937-12-23
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 5! 4. Beiblatt Palästina-IIinseliaii der C.-V.-Zei Das geistig-politische Kräftespiel Von unserem ^-Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv, den S. Dezember. Seil einiger Zeit ist im jüdischen Palästina eine wirtschafte- und sozialpolitische Ausspräche im Gange, an der eich massgebende Persönlichkeiten aus allen Lagern beteiligen. In ihrer Gesamtheit gibt diese Diskussion nicht nur ein aufschlußreiches Spiegelbild der wirkliehen wirtschaftlichen Lage und der verschiedenen Massnahmen zu ihrer Besserung, sondern sie vermittelt zugleich einen lebendigen Eindruck von dem geistig-politischen Kräftespiel im Lande. Und gerade weil diese Aeusserungen zum Teil von berufenen Exponenten der verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Kräftegruppen stammeu, sind die darin enthaltenen Reform- Vorschläge mehr als blosse Theorie; zum Teil handelt es sich um Massnahmen, deren tatsächliche Durchführung bereits im Gange ist. Die Diagnose Namentlich in einem Punkte zeigt sich eine überraschende Uebereinstimmung: Es ist wahrscheinlich falsch, die gegenwärtige Depression nur auf die politischen Verhältnisse zurückzuführen; es ist aber bestimmt falsch, mit einer energischen Konjunkturpolitik bis zur Endlösung der Staatspolitik zu warten. Besonders temperamentvoll verficht diesen Standpunkt der Bauernführer Mosch e Smilanski im ..H aar e z'\ Er meint, man sollte doch endlich aufhören, nur in Anführungsstrichen von einer ..Krise" zu sprechen, sondern der Tatsache ins Auge sehen, dass wirklich eine solche Krise besteht, namentlich wenn man berücksichtige, das» neben der — verhältnismässig niedrigen Zahl der eingetragenen Arbeitslosen — noch manche Angehörige des Mittelstandes und der freien Berufe gegenwärtig schwer um ihre Existenz kämpfen müssen. Gerade aus dieser Erkenntnis aber zieht er die Schlussfolgerung, dass man. etwas g-egen diese Krise tun müsse, und er beweist, dass man etwas dagegen tun kann. Wenn Sniilaneki freilich meint, dass wir uns der Krise nicht zu „schämen" brauchten, weil sie von äusseren Einflüssen über unsere Wirtschüft verhängt, worden ist, so befindet er sich damit , in einem gewissen theoretischen Gegensatz zu einem Aufsatz der „P a 1 e s t i n e Post" aus der Feder von Rita H i n d e n, die dem Mitarbeiterstab des Wirtschaftsamtes der Jewisb. Agency angehört. Sie legt dar, dass Palästinas innere Wirtschaft schon weit genug entwickelt sei, um auch in sich dem allgemeinen Kreislauf von Konjunktur und. Depression zu unterliegen. Der letzte Aufstieg begann vor der grossen Masseneinwanderung und wurde nur durch diese Einwanderung zur sogenannten Prosperity mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Schon Ende 1931 ging die Konjunkturkurve kräftig aufwärts, aber erst Mitte 1933 begannen die Einwanderungsziffern anzuschwellen. Umgekehrt ist auch der Rückgang der Konjunktur dem Rückgang der Einwanderung vorausgegangen, und wenn man auch zugeben muss, dass die geringere Einwanderung ungünstige Einflüsse auf die Wirtschaft ausübt, so ist doch auch festzustellen, dass eben die Verschlechterung der inneren Wirtschaftslage die Anziehungskraft Palästinas für neue Einwanderer herabmindert. Ursache und .Wirkung sind daher schwer zu trennen. Gerade daraus aber ergibt sich mit Sicherheit, dass auch die neuen Auftriebskräfte im Rahmen des normalen Konjunkturzyklus wirksam werden können, selbst wenn eine politische Endlösung noch nicht erzielt sein sollte. Man muss freilich auch etwas dazu tun, und in der Arbeiterzeitung „Dawar" wendet sich der Wirtscbaftspolitiker des Blattes, Frumkin, dagegen, dass mau über der allgemeinen politischen Aktivität anscheinend vergessen habe, dass es auch Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Aktivität gebe, die auch unsere politische Situation stärken können. Vorschläge zur Therapie Mobilisierung öffentlicher Gelder und Durchführung öffentlicher Arbeiten sind die gemeinsame Forderung aller Parteien. Wirtschaftliche Aktivität der öffentlichen Hand wird auch — wie selbst die gegenwärtigen Erfahrungen beweisen — das private Kapital nach sich ziehen, denn es sollen ja keine Notstandsarbeiten finanziert werden, sondern es gibt genug produktive öffentliche Investitionen, die längst hätten vorgenommen werden müssen und die eine nach menschlichem Ermessen sichere Kapitalanlage gewährleisten. Berl K a z n e 1 s o n, ein führender Kopf der Arbeiterbewegung, hat an die Zionisten Amerikas einen dringenden Appell gerichtet, ihre Leistung für Palästina zu steigern. Dieser Appell wird in der hiesigen Presse stark unterstrichen, und es wird mit Recht darauf verwiesen, wieviel die jüdischen Einwohner Palästinas selbst schon getan und gegeben haben und wie sehr diese Leistungen auch den neuen Einwanderern zugute kommen- Auch der Keren Kajemet hat die Judenheit der ganzen Welt zu erhöhter Leistung aufgerufen mit dem Hinweis, dass ja auch im jüdischen Staat das Land zwar unter unsere Souveränität, aber nicht ohne weiteres unter die Verfügungsgewalt der jüdischen SiedTtmgsinstanzen kommen wird; 54 Prozent des Bodens befinden sich in Händen arabischer Pächter und Kleinbauern, deren Aussiedlung bei angemessener Entschädigung mehr als 25 Millionen erfordern würde. Frumkin fordert eine zehnjährige Anleihe von 150 000 Pfund Sterling für den Keren Hajessod, die entweder von den hiesigen Banken zu übernehmen oder teilweise — unter Bürgschaft des Bankenkonsortiums — dem Publikum anzubieten wäre. Auch den grösseren und kleineren Gemeinden sollte die Regierung die Aufnahme von Anleihen in bescheidenen Grenzen gestatten oder, erleichtern, und schliesslich wird, von der Regierung gefordert, dass sie ihre in guten Jahren angesammelten Ueberscbüsse heranzieht und die Emission der zweiten Staatsanleihe, für welche die Bürgschaft der Londoner Zentrair egierung längst genehmigt ist, beschleunigt. Ein besonderes Kapitel ist endlich die Sozialpolitik, deren Primitivität in krassem Gegensatz zu dem sonstigen Entwicklungsstadium des Wirtecbafts- und Gesellschaftslebens im jüdischen Palästina steht und deren Ausbau durch vereinte Anstrengungen der jüdischen und staatlichen Instauzen 'gefordert wird, um die Masseukaufkraft zu stützen und das soziale Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. An öffentlichen Arbeiten, zu denen die öffentlichen Mittel herangezogen werden sollen, sind vier Gruppen zu unterscheiden. Neben dein Siedlungs- und Wohnungsbau sowie der Förderung des Industrie- und Oraugenexportes stehen namentlich der Strassenbau sowie der Ausbau des Hafens von Tel-Aviv im Vordergrund. Der Radius der grossen Kolonien hat sich in den letzten Jahren ständig erweitert. Das eigentliche Dorf liegt inmitten eines landwirtschaftlichen Bodenkomplexes von Tausenden von Dunam. Aber von deu Orangengärten, Aeckern und Gemüsepflanzungen am Rande dieses Bezirks müssen die Produkte ohne richtigen Weg bis an die Hauptchaussee herangebracht werden. Dieses Verfahren ruiniert die Transportmittel und oft genug auch die Ware. Bei Gewährung von Anleihen zu angemessenen Bedingungen könnten die Bauern aus den Ersparnissen, die sie durch Anlage gepflasterter Anschlusswege erzielen würden, ohne weiteres den Dienst einer Strassenbauanleihe bestreiten. Der Hafen von Tel-Aviv endlich leidet darunter, dass die Arbeii schon bei mittlerem Sturm unterbrochen werden muss. Aus Pflanzerkreisen wird die Forderung erhoben, rechtzeitig ein Programm auszuarbeiten, dass den. Schiffen einen sicheren Ankerplatz und damit ungestörte Verladung sichert. Ein jüdischer Hafen für die grosse südliche Pflanzungszone ist ein dringendes Bedürfnis, und nach Beendigung der Orangenernte könnte ein grosser Teil der freigesetzten Arbeitskräfte bei der Durchführung eines solchen Programms beschäftigt werden. Was bisher geschehen ist Das Aussenbandelsi.nstitut der Industrie, das unter Mitwirkung der Jewish Agency der Anglo PaJestine Bank und des fndustriellenverbandes gegründet wurde, hat seine Tätigkeit zur Förderungdes Industrie-Exports, namentlich nach den Nachbarländern, aufgenommen. In der Gründung befindet sich eine Art „Rationalisierungsinstitut", das den innerlich gesunden Industriebetrieben durch sachkundige Anleitung und Gemeinschaftsarbeit helfen soll, etwaige Fehler der Aufbauzeit zu korrigieren und damit nicht nur die Grundlage für rationelleren Betrieb in Produktion und Verkauf, sondern gegebenenfalls auch für eine angemessene Finanzierung zu schaffen. Für grosse verbilligte Arbeiter-Massensiedlungen am Rande der Städte wurden die Vorarbeiten bereits aufgenommen. In Tel-Aviv sind die Vorarbeiten für die Aufnahme des Personenverkehrs im Hafen sowie für die Anlage des neuen Gross- und Kleinbandelsmarktes. der gleichzeitig eine geordnetere Preisbildung ermöglichen soll, im Gange. In der Landwirtschaft besteht die Aussicht auf Gründung eines Spezialinstituts für die Kreditversorgung der Orangenpflanzer. Der Stadt Tel-Aviv liegt, nach Pressemeldungen, ein Angebot auf eine neue Ausländsanleihe von 150 000 LP vor: es fehlt nur die Zustimmung der Aufsichtsbehörde. Die Allgemeine Hypothekenbank konnte im laufenden Jahre dank ihres lebhaften Pfandbriefabsatzes mehr neue Hypotheken ausgeben als im Vorjahr. Die Bizur Finanzierungsgesellschaft für öffentliche Arbeiten konnte durch Ausgabe weiterer Obligationen ihre Mittel verstärken. Aktionäre dieser Gesellschaft sind der Keren Hajessod und der Keren Chosser Awoda, der Arbeitsbeschaffungsfonds der Histadrut. Und damit hängt vielleicht die eindrucksvollste wirtschaftliche Leistung, die das jüdische Palästina zur Ueberwindung der „Uebergangszeit" vollbracht hat, zusammen: Zum zweiten Male hat die Arbeiterorganisation, die Histadrut, eine freiwillige Selbstbesteuerung aller Mitglieder beschlossen, um Mittel zur Arbeitsbeschaffung durch Finanzierung produktiver öffentlicher Investitionen und, in kleinerem Ausmass, auch zur Unterstützung notleidender Erwerbsloser aufzubringen. Mehr als achtzigtausend Pfund wurden im Vorjahr durch die erste derartige Aktion den „Pidion Awoda" (Erlösung der Arbeit) mobilisiert. Nachdem jetzt die organisierte Arbeiterschaft zum zweiten Male diese scharfe Seifastbesteuerung auf sich nimmt — es handelt sich um keine Versicherung, und der Beitragszahler hat keine Ansprüche, wenn er selbst arbeitslos wird —, wird in Kreisen der Histadrut die begreifliche Frage aufgeworfen, ob nicht auch die anderen Bevölkerungsschichten in ähnlicher Weise herangezogen werden können. Die Fundamente der Wirtschaft Dass die palästinensische Wirtschaft, in ihrem Kerne gesund ist und Raum für produk- . tive Investitionen bietet, wurde gerade jetzt wieder festgestellt. In einer Pressekonferenz der Jewish Agency, die unter Vorsitz des Schatzmeisters Elias Kaplan stattfand, wurde unter anderem mitgeteilt, dass nach deu exakten Ziffern der Ein- und Ausreisen, die ja in den Häfen und auf den Grenzstationen restlos erfasst werden, die gesamte Auswanderung höchstens wenige hundert Personen, also nur einen Bruchteil der neuen Einwanderung bötragen kann. Tel-Avivs Bürgermeister J. Koka cb stellte bei Abschluss der Beratungen über die dreiprozentige Kürzung des Ausgabenetats fest, dass die Gstadt Tel-Aviv allein an Liegenschaften ein Vermögen im Werte von mehr als 700 000 LP besitze, das mit weniger als 20 Prozent belastet sei. Und im der landwirtschaftlichen Zeitschrift „BustenaV\ die gewiss nicht zur Schönfärberei in agrarischen Fragen neigt, weist eben jetzt: Ben Israel in einer Artikelserie darauf hin, dass der Orangenpessimismus auch übers Ziel binausschiessen könne. Gewiss habe sich die Einschätzung des Orangenbaus gegenüber anderen Erwerbszweigen mit Recht geändert; der Pardess könne nicht mehr als die mühelose Quelle sicherer Gewinne gelten. Aber jetzt habe man aus den Sonderamstäuden des letzten Jahres übertriebene Konsequenzen gezogen und an manchen Stellen die Bearbeitung der Pflanzungen zu stark eingeschränkt. Chronik der Woche Leider muss für die» vergangene BerichIswoebe die Chronik der Ueberfälle und auch der Todesopfer wieder mehr Raum beanspruchen. Der arabische Polizist der bei dem Ueberfall auf einen jüdischen Autobus in der Nähe von Jagur verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Er befand sich unter den Passagieren und die jüdische Presse Palästinas hebt seine Tapferkeit während des UeberialJs hervor. Obgleich er unbewaffnet und verwundet war, verliess er den Autobus Und versuchte, die Angreifer am Schi essen zu verhindern. Die übrigen Verwundeten jüdischen Fahrgäste befinden sich sämtlich auf dem Wege der Besserung. In der Nähe von T a 1 p i o t.~einer Vorstadt von Jerusalem, wurde der 35jährige E1 i j a h u G i 1 a. d i durch Schüsse gefährlich verletzt. Im Zusammenhang mit diesem Anschlag wurden zwei Araber verhaftet. In einer anderen Vorstadt von Jerusalem, in Bei-Hake rem, wurde der 22jährige, aus Deutschland stammende Schiomo Baum durch Schüsse schwer verwundet. Unter dem Verdacht, diese Tat begangen zu haben, wurde in dem in der Nähe gelegenen Dorfe Lifta ein. Araber verhaftet. Im gleichen Orte wurde der aus Deutschland eingewanderte 27jährige Werner Less erschossen, als er sich ausserhalb der Siedlung auf freiem Feld befand. fu B e t C h i 1.1 i m wurde der 24jährige Hilfspolizist SeMomo bin Nun, ein aus Ungarn eingewanderter Jude, bei einem Patrouillengang von Arabern angegriffen. Der auf dem Wachturm der Siedlung befindliche Wachtposten alarmierte die Siedler, die aber nicht mehr verhindern konnten, dass der Hilfspolizist erschossen und seine Leiche von Arabern mitgenommen wurde. Nur noch das Pferd, das der Hilfspolizist bei seinem Patrouillenritt. benutzt hatte, wurde vorgefunden. Die Täter konnten nicht festgestellt werden. In der Nähe von T i b e r i a s wurden nachts zwei jüdische Polizisten überfallen. Der eine konnte entkommen, der andere, Chajim Berger, wurde getötet. Eine bewaffnete Bande von 30 Mann ist in die Polizeistation in Tayaba eingedrungen. Sie verlangte, dass ihnen ein Polizeiageuf, ein christlicher Araber. Mitglied der örtlichen Strafdeiegai.ion, ausgeliefert werden sollte. Man war nicht in der Lage, den Mann zu schützen, und die Araber schössen ihn auf der Stelle nieder. Sie entwaffneten die übrigen Polizisten und drohten, ihnen dasselbe anzutun, wenn sie sich nicht der terroristischen Bewegung anschlössen. In Haifa wurde in der Nähe des Bahnhofes der 40jährige Vorarbeiter Noach Ziplows k y a n geschossen und schwer verwundet. In der Nähe von Jerusalem wurden zwei Autos von bewaffneten. Männern angehalten und ausgeraubt. Bewaffnete Araber in Hilfspolizistenuniformen .brachen in Häuser eines Dorfes bei Jerusalem ein, misshandelten die Einwohner und raubten sie aus. * Wie wenig die Aufstandsbewegung, deren traurige Auswirkungen die oben stehende Liste wiedergibt, von. der Gesamtheit der palästinensischen Araber getragen ist, wird durch die fortgesetzten innerarabischen Zerwürfnisse offenbart. Das wichtigste Anzeichen dafür war die Beschiessung der Häuser des Bürgermeisters von Nablus. Suleiman Bey Tukan, eines emflussreiehen Mitglieds der Nashashibipartei, sowie des arabischen Notabein Shakan. Wie die „Times" dazu bemerkt bemüht sich seit der Flucht des Mufti die Nationale Verteidigungspartei (Nashashibipartei), eine neue nationale Führerschaft zu bilden. Den Makel, der ihr als Vertreterin einer gemässigten Richtung in den Augen der radikalen Elemente anhaften, könnte, will sie dadurch zu verwischen versuchen, dass sie sich in ihren Erklärungen als kompromisslose Teilungsgegnerin ausgibt. Aber auch um diesen Preis wollen die früheren Parteigänger des Mufti ihre Führerschaft nicht anerkennen, zumal sie das gelegentliche Abrücken der Nashashibipartei von der Terrorbewegung als eine Unterstützung der letzten Endes doch auf die Teilung hinauslaufenden Mandatspolitik betrachten. In den Schüssen von Nablus sind diese unterirdischen Auseinandersetzungen wieder einmal deutlich sichtbar in Erscheinung getreten. Im Anschluss daran fand in Nablus eine Versammlung statt, an der 3000 Einwohner der Stadt sowie Araber aus den umliegenden Dörfern teilnahmen. Die Versammlung beglückwünschte den Bürgermeister zu seiner Rettung und verurteilte den Terror auf das schärfste. Der Terror der arabischen Banden gegen gemässigte Araber hat dazu geführt dass in den letzten Wochen etwa 3000 reiche Araber, die vielfach zu Beiträgen für die Bauden erpresst worden sind, das Land verlassen haben. Sie haben sich nach dem Libanon begeben, um dort die Wiederkehr normaler Verhältnisse in Palästina abzuwarten. In der Nähe von Kerkur wurde ein Araber das Opfer einer arabischen Räuberbande. Tu Jerusalem wurde der Araber Tewfik Bey Khalil, der ein Bruder des gleichfalls vor kurzem getöteten Ibrahim Bey khalil ist, überfallen. Tewfik Bey ist ein bekannter Gegner des Mufti. In der Nähe von Akko wurden zwei. Araber erschossen, von denen der eine Dorfvorsteher war. Sie wurden aus ihren Häusern gerufen und auf der Schwelle niedergeschossen. Zu umfangreichen Gefechten kam es in den Bergen bei Tulkerem und in den Bergen um Dschenin. Dort stiess eine aus Polizisten und einer Abteilung des Royal Ulster Regimentes bestehende Patrouille auf eine 30 Mann stark"- bewaffnete Araberbande und griff sie an. Es wurden drei Araber getötet und einer ver-; wundet. Bei Dschenin umzingelten Polizei und Militär eine 40 Mann starke Araberbande und tötete im Laufe des Gefechte3 mehrere Freischärler. * Die Militärgerichte haben wißder mehrere Todesurteile gefällt In Jerusalem wurden zwei' arabische Dorfbewohner wegen Ermordung eines Juden im vorigen Februar zum Tode verurteilt. In einer Verhandlung gegen eine zehnköpfige Araberfamilie aus Gaza wegen unerlaubten Waffenbesitzes wurden acht Angeklagte zu lebenslänglichem Gefängnis, ein Angeklagter zu einem Jahr Gefängnis und ein Angeklagter zum Tode verurteilt. Generalmajor Wavell hat dieses Urteil bestätigt Das Todesurteil ist inzwischen vollstreckt worden. Die Strafe gegen einen jugendlichen Angeklagten von einem Jahr Gefängnis wurde auf sechs Monate herabgesetzt Das Kriegsgericht hat eine arabische Bäuerin wegen Besitzes eines Revolvers zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt; ihr wegen Beihilfe angeklagter .Mann wurde freigesprochen. Der Oberkommandierende hat die Frau begnadigt, weil sie einen guten Ruf gerdesst und. Mutier" von zwei kleinen" Kindern ist Das Militärgericht in Nazaret verurteilte einen Araber wegen Basitzes von Munition zu zehr? Jahren Gefängnis. Ausserdem erhielten zwei Araber, darunter ein 15jähriger Beduine, Gefängsnisstrafen wegen Waffenbesitzes. # Die Polizei hat J a s s i n B a k r i, den ältesten Scheich von Palästina und früheren Verwalter der Besitzungen des Mohammedanischen Rates, verhaftet. Bei einer Haussuchung ergab sich, dass er in Verbindung mit den verbannten Extremisten geblieben war. * Auf Grund eine Planes, der von der Jewish Agency gemeinsam mit dem Rat für Marineangelegenheiten ausgearbeitet worden ist soll im Anschluss an das Haifaer Technikum eine Marineschule ins Leben gerufen werden. * Die Hafenarbeiter von Tel-Aviv sind infoige von Lohnstreiiigkeiien in den Ausstand getreten. Die Hafengesellscbaft, die die Forderungen der Streikenden nicht anerkennen will, beabsichtigt, jüdische Arbeiter aus Saloniki als Ersatz kommen zu lassen. * Die revisionistische Zeitung „Hajarden*5 wurde auf drei Monate verboten. * Die „Informations de Palestine" (Genf) melden, dass in den letzten zwanzig Monaten, also seit Beginn der Unruhen in Palästina, neunzehn neue Kolonien gegründet wurden. * Bei seinem Aufenthalt in Port Said erklärte Bronislav Huberman, der von den Folgen seines Flugunfalles in Niederländisch-Indien wieder hergestellt ist, Toscanini beabsichtigte, am 22. März nach Palästina zu kommen. Anträge auf Nacksendung Beschwerden Uber das Ausbleiben der C.-V.- Zeitung, Umleiiewünscke sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungssteüe) zu unterbreiten. Die Bezugsgebühren sind an den Briefträger zu zahlen

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