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Central-Verein-Zeitung · 1937-12-23 · 51 (23.12.1937) · p. Seite 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
51 (23.12.1937)
Date
1937-12-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seife 6 C.-V.-Zeifuncj Nr. 51 * 23. Dezember 1937 Hallelu j ah - Probe / Wir studieren das „Hallelujah" von Händel. Unser Chormeister ist ein kleiner, beweglicher Herr. Mit 21 Jahren war er Dirigent an einem führenden Stadttheater, jetzt drillt er unseren kleinen Chor, mehr aus Idealismus, schon m Anbetracht der (ziemlich fragwürdigen) Verdienstchancec. Das hebräische Doppelwort „Hailelujah" — lobet Gott! — hat. es in sich. Es ist ein sprachtechnisches Problem. „Hallelujab" wird zu einem Molekül, das von unseren Zungen gestossen wird nach den Regeln chortechnischer Lautökonomie. Unentwegt probieren wir das Polieren des Klanges, das Anlegen von Atemreserven. Unser Musikchef mit deD scharfen Augengläsern (und ebenso spitzer Zunge), bat dereinst auf der Tastatur von Masse nchö reo gespielt, jetzt wirft er die lodernde Glut seiner Künstlerseele in diese schwere Arbeit des Drills unserer jüdi- Eine indiskrete Momentaufnahme sehen Sechzig-Leute-Schar. Wir sitzen im Probezimmer der Synagoge, wo sonst bezahlte Sänger pflichtgemäss die Liturgie üben. Das musikalisch-geistige Klima des Raumes bat Schwingen bekommen. Jeder von uns spürt es — und fühlt sich über die Alitagsmisere erhoben. — „Nicht du bist in dem Ort der Ort, der ist in dir** singt der Cherubinische Wandersmann. 60 Menschen, Akademiker und kleine Expedienten, verwöhnte Damen und Ladenfräuleins, sie alle habea sich für einen Abend eine freiwillige Fessel angelegt, kommen zum Gefühl des Freiseins und der Erhobenheit dadurch, dass sie sich in Disziplin und Unterordnung in der Masse verlieren. Das sollen die Skeptiker — jüdische Disziplin"? — wissen! In der Schule des jüdischen Chores lernt man Selbstzucht, Bescheidenheit, künstlerisches Ethos. Und das ist wahrlich keine kleine Sache. Fritz Neulaender. Erlebnis jüdischer Musik Ein Essener Winterhilfskonzert Die Jüdische Winterhilfe Essen veranstaltete als „seelische Winterhilfe" ein grosses Konzert in der Synagoge, das in mehr als einer Hinsicht ein Erlebnis für die weit über 1000 Hörer war. Die Darbietungen stellten eine künstlerische Steigerung bis zum Schluss dar. Im ersten Teil sang Hermaun Schey. beginnend mit dem Psalm 22 von Ernest Bloch, fünf Lieder für Bariton. Ruth K i s c h - A r n d t fünf Lieder für Alt von Hugo Wolf. Erwin Palm war beiden Künstlern ein ebenbürtiger Helfer am Klavier. Von Begleitung konute da nicht mehr die Rede sein: es war ein Mitschaffen, das Sänger und Spieler zu einer künstlerischen Einheit verschmolz. Der Essener Chor, unter Leitung von Erwin Palm, brachte fünf Frauenchöre mit Klavier von Dvorak zu Gehör, wobei Hertha Berthold-Plaat (Düsseldorf) den Klavierpart mit guter Einfühlung spielte. Der zweite Teil war Heinrich Schalit gewidmet, eine der bedeutendsten Erscheinungen uuter d^n lebenden, ausgesprochen jüdischen Tondichtern.- So intensiv dramatisch wirkt die Suite für Violine und Klavier, genannt „Chassidische Tänze", fast sinfonisch, dass sie nach orchestraler Bearbeitung verlangt. Das virtuose Spiel des Frankfurter Konzertmeisters Ernst Drucker in überlegener Ruh« und ohne jede Effekthascherei vereinigte sich mit Erwin Palms ebenbürtiger fein abgewogener Klavierbegleitung. Das Hauptwerk des Abends war Schaliis Kantate „Die Lobpreisungen Israels'* für vierstimmigen gemischten Chor. Alt- und Baritonsolo sowie Orgel. Stilistisch ist dieses Werk durchaus selbständig und lehnt sich an kerne Vorbilder an. Man könnte von einem Schalitschen Stil sprechen, in dem jüdisch-musikalische Motive mit den Eingebungen seiner schöpferischen Phantasie zu einer neuen Einheit verbunden sind- Die Aufführung war vollendet: der Chor, jetzt im Verein mil Bass- und Tenorstimmen, folgte willig seinem Dirigenten: und mau merkte ihm die Begeisterung an. Auch hier zeigten sich Ruth Kisch-Arndt und Hermann Schey der Tiefe und Bedeutung des Werkes vollauf gewachsen. Die Orgel spieite mit guter Regist^rbehandlun^ und schönem Einfühlungsvermögen Hertha Berthold- Plaat. Schalits Musik wurde über das rein Musikalische hinaus zu einem jüdischen Erlebn i s. Hier wurde Urjüdisches angerührt. Viele Hörer haben nur mühsam ihre Haltung bewahrt. Sie empfanden zuerst den ganzen Druck und die Last ihres Schicksals und ihrer Bestimmung und wurden dann doch emporgerissen und innerlich befreit. Das ist neben alier musikalischen Wertung vielleicht das Schönste, was man von der Musik Schalits sagen kann. Das ganze Konzert darf nicht nur als künstlerische. Darbietung, sondern als starkes Gemeinschaftserlebnis betrachtet werden, für dessen Anregung. Ausgestaltung und Leitung vor allem Erwin Palm besonderer Dank cebühft. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Erich Landere r. der in Berlin einen Klavierabend gab. hat seit seinem Debüt im K u i t u r b u n d einen erheblichen Schritt vorwärts getan. Die äussere Haltung ist beherrscht geworden und damit zum Ausdruck einer technischen und geistigen Souveränität, die einen Pianisten von Rang ankündigt. Bewundernswert die physische Ausdauer, mit der das ebenso schwierige wie gut zusammengestellte Programm gemeistert, erstaunlich die Leichtigkeit, mit der etwa die C-dur-Etüde von Chopin „hingelegt" wurde. Was aber am stärksten für Landerer spricht, ist die Fähigkeit, Grossformen, wie Liszts h-moll-Sonate planvoll und in übergreifenden Linien aufzurichten, ohne im Detail aufzugehen. Der wert volle Abend hätte wahrhaftig einen besseren Besuch verdient. Die Hörer feierten eine nicht gewöhnliche Leistung und erbaten sich Zugaben. H. Fr. Unmotivierte Ausdehnung und Mangel 3Ji einheitlichen Grundgedanken sind einem positiven Gesamteindruck nur abträglich. Auch eine Veranstaltung der Künstlern, i 1? e der Berliner Jüdischen Gemeinde für die Falkenberg-Synagoge löste, trotz wertvoller Leistungen im einzelnen, solche Bedenken aus. Godfried Zeelander spielte Grieg, CoroVti und Popper. Gustav Säbel besitzt als Cbopin-Spieler klangliche Subtilität. war aber an diesem Abend nicht sonderlich disponiert. Der Sänger K u r I. R a h - raer, von Else Rahmer begleitet, hat im Forte noch eine gewisse Versteifung zu lösen, überzeugt aber durch die geschmeidig und mühelos ansprechenden weicheren Register und durch gepflegte Testbehandlung, die namentlich im komischen Genre sichere Wirkungen erzielt. Johanna Meyers noble Vortragskunst fand den Ausdruck für besinnliches Mahnen wie für liebenswürdige Heiterkeit. H. Fr. In einem Souderkonzert des Jüdischen Musikvereins Breslau trat erstmalig die heimische Sängerin Herta P i n c z o w e r mit einem eigenen Programm hervor. Ihr Mezzosopran weist, zumal in Mittellage und Höhe, alle Merkmale guter Schulung auf; der Mangel an Resonanz in der Tiefe wird durch ihren geiühlsstarken Vortrag wettgemacht, der ebenso die dramatische Opernarie wie das kleine, schlichte Lied erfüllt. Das Beste gab sie mit den hebräischen und den übrigen fremdsprachigen Gesängen. Egmont Po 11 a ks Klavierbegleitung war ausserordentlich farbenreich. Aus der Schule Pollaks ist einst Erich Landerer hervorgegangen, der beute zu den hoffnungsvollsten jüdischen Pianisten zählt. Seine Darstellung Ravels, Debussys, Liszts und Moussorgskys bewies uns nach einer grösseren Zeitspanne wieder sein enormes künstlerisches Wachstum. Kf?. Intendant Dr. Kurt Singer hatte sich der vornehmen Aufgabe unterzogen, eine Konzerttournee des Rhein-Main-Orchesters im Rhein-Ruhr-Bezirk ehrenamtlich zu leiten, um durch Einsatz seiner Persönlichkeit das Interesse aller beteiligten .kunstliebenden Kreise an der um ihre Existenz kämpfenden Musikerschar zu beleben und zu erhalten. Was Singer mit dem Orchester vorführte, war von grosser Ausgeglicheuheit, flüssig, ungesucht, natürlich. Seine Darstellung strömt Wärme aus, die zu starkem Feuer anwachsen kann — wenngleich auch immer eine wohltuende Abgeklärtbeit über dem Ganzen schwebt. Duftig und zart erklang die an feinsinnigen Instrumeutalwirkungen reiche Ouvertüre zum ..Märchen von der schönen „Melusine" op. 32 von Mendelssohn. Eine herzerfreuende Darstellung erfuhr Griegs Suite im alten Stil für Streichorchester „Aus Holbergs Zeit", und dankenswerterweise nahm sich Dr. Singer der in letzter Zeit selten aufgeführten „Ländlichen Symphonie" von Goldmark an. Den nicht endenwollenden Beifall quittierten Stabführer und Orchester mit einer Zugabe, dem schmissigen Bolero (Spanischer Tanz Nr. 5) von Maszkowski. Die Veranstaltung fand in den dem Kulturbund Rhein-Ruhr angeschlossenen Städten Köln, Aachen, Essen und Dortmund, ausserdem in Koblenz statt. — yo— Das grösstenteils aus Musikliebhabern zusammengesetzte Leipziger Kammer Orchester unter der bewährten Leitung von Barnet Licht spielte bekannte Werke von Händel und Vivaldi sicher und sauber. Besonders bemerkenswert war die Uraufführung eines Werkes des Dirigenten: Thema. Variationen und Fuge im alten Stil über „Moaus Zur" für Streichorchester, Flöten, Cembalo und Harmonium. Der Komponist beleuchtet das Thema von allen Seiten, bringt es in Kanongestalt, beherrscht, alle Formen der Variationskunst, bis es in einer kontrapunktisch durchgearbeiteten Fuge endet. Das Werk wurde begeistert aufgenommen. Zwischen den Darbietungen "des Orchesters spielte Erich Land er er Werke von Chopin und Liszt äusserst virtuos. h. St. Der Kulturbund Mannheim führte Händeis „Judas Makkabaeus" auf. Mitwirkende waren 1 n s t r u m e n t a 1 g e ni e i n s c b a f t und Chor des „Liederkranz'' unter Leitung von Kapellmeister Max S i n z h e i m e r, Erna Gross (Frankfurt a.M.), Sopran. Ruth K i s c h - Arnd t (Köln). Alt. Hans Assenheim (Frankfurta.M-). Bass, Max Lipmann (Mannheim). Tenor, ein Kinderchor, einstudiert von S. Bersbeiraer, und bei der Aufführung betreut von Kantor Adler. Wie stark das Interesse an diesem Oratorium und wie aussergewöhnlich seine Wirkung war. beweist die Tatsache, dass drei ausverkauften Aufführungen, von denen eine von zahlreichen auswärtigen Hörern besucht war, eine vierte folgte. Der lebhafte Beifall sali den ausgezeichneten Leistungen alier &m Gelingen Beteiligten. —- Ein Jugendk o n z e r t. vor allem mit Rücksicht auf den rar Erich Landerer spielte in verschiedenen Kulturbünden Zeichnung von Da-r-id Friedrmnn Aufführung gelangenden „Judas Makkabaeus" veranstaltet, wurde von der Instrumentalgemeinschaft des Kulturbundes unter Leitung von Mas Sinzheimer ausgeführt, der eine populäre Einführung in das Werk gab- In die Darbietungen, die auch anderen Werken Handels entnommen waren, teilten sich Max Lipman, Martha 0ppenheim, Selma Wei 1 - Elk, Lene Sinzheimer, Albert Levi, Toni Auerbach, Ilse Lion und Lotte Honig. — Hermann Schey gab, von KapeEmeister Max Sinzheimer. am Flügel begleitet, einen Liederabend. Auf dem Programm standen u. a. Werke von Mendelssohn und Mahlen So. In der Synagoge Saarbrücken brachte der Oratoriensänger Hans Assenheim (Frankfurt a. M.) religiöse Lieder und Arien zu Gehör. Max F i r n b e r g begleitete verständnisvoll — Sofie S e I i g ro a n n (Frankfurt a. M.) gab 33 einem Rezitationsabend Stücke aus der neuen und der neuesten jüdischen Literatur wieder. R. In der Gemeinde Bad Kreuznach rezitierte Rudolph Ganz. Frankfurt a. M.; Ilse Ganz- Morgenstern (Klavier) wirkte mit Theater, Musik, Film Fritzi M a s s a r y . die seit dem Tode ihres Gatten Jlax P a 1 1 e n b e r g die Bühne nicht mehr betteten hat. wurde für die Darstellung einer Hauptrolle in Noei Cowards neuem musikalischem Lustspiel „Operette"" verpflichtet, dessen ü r a. u F f ü h - r u rj g im Februar ira Opernbaus von M a n - c h c ster stattfindet. Die Nationalbibljotbek in W i e n erhielt von Stefan Zweig eine Stiftung von 101 Handschriften von 80 bedeutenden Autoren der Gegenwart, die neben den Sammlungen Josef K a i n z* und Hugo Tbirrigs verwaltet werden wird. Das Zürcher Schauspielhaus brachte unter Leopold L i n d t h e r g s Regie die U r a u f f n h - r 11 n g von Ferdinand Bruckners Schauspiel in sieben Bildern „Napoleon der Erste,"". Conrad V c i d t ist mit der Abfassung eines Bühnenwerkes beschäftigt, in dessen Mittelpunkt die Figur Siegmnnd Freuds steht. Der Autor wird die Rolle "seihst spielen. Eichard Tauber, dessen amerikanische Tournee sieh zu einem ungeheuren Erfolg gestaltete, wurde auf Veranlassung des Präsidenten RoosevcH im St.aatsflugze.ug von 3" e w - Y 0 r k nach Ve Hadia - Huwed dann «<ielejieu!ieiten 00 m and neue>te Model' Berlin-Neukölln, Berliner Str. 35 39, Tel 62 55 22 Washington befördert, wo er bei einem Empfangdes Präsidenten vor dem höchsten Persönlichkeiten des Staates sang. Bei Taubers Konzert in L 0 s Angeles waren fast alle Stars a.us Hollywood anwesend. Tauber, inzwischen nach Wien zurückgekehrt, singt am 26. Dezember in der Staatsoper den Hans in der ..Verkauften Braut". * Der Sender Florenz bringt Leo Falls Operette .,Die Dollarprinzessin" am 23. Dezember, 20V. Uhr, zur Aufführung. * Der Sender Mailand übertragt am 24. Dezember, 16 Uhr, ein Violinkonzert Natan Mil- Ignaz B r ü 1 1 s Oper ..Das goldene Kreuz" ist a n 29. Lezember, 10.55 Uhr, über Beromünster zu hören nmnislav Huberman ist in M e r a n eingeipjücn. um sich in einem Sanatorium .von den Folgen' seines Flugzeugunfalls zu erholen. Gut unterrichtete Kreise rechnen damit, dass er in der kommenden Saison wieder auftreten wird. Paul Hiridemitb spielte in London zum erstenmal für England sein neues Viola-Konzert mit. dem Londoner Philharmoni?ehen Orchester unter Leitung von Erich Kleiber. Aus Anlass des 12.r>jäbrigcn Bestehens der ..G eseMschaft der M u s. i k f r e u »1 d e" in W i e n wurden Arturo Toseanini und Bruno \V a ' t e r zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zu den Mitbegründern der Vereinigung zählte seinerzeit Fanny v. A r n? t e i n. Der Bariton ist Ernst Wolff sang im Dezember dreimal im Colmribia-Kadio New-York. In?.Kosenka.va!ier" an Vier >" e w -Yorker Moiropolitan-Opera. wirkten Lotte L e b m a n n und Emanuel List mit. * Die Ccmbalistin AHee Ehlers wurde eingeladen, an zwei Abenden im Londoner Sender zu konzertieren. -£ Im Städtischen Theater Budapest gelangt die Operette ..Julia" von Paul Abraham zur Ura u f f ü b r u n g. * Alexander K i p n i s , der in Amerika grosse Triumphe gefeiert hat, ist bereits für 35 Abende in der nächsten Saison in USA verpflichtet worden. * Der aus Frankfurt, a. M. stammende Regisseur Hermann Geiger gastierte vor kurzem in ..Fidelio" und „Samson und Dalila" 3m Bern er Stadttheater. Die Presse gab ihrer Freude und Anerkennung über die lebendige, saubere und wirkungsvolle Inszenierung Ausdruck. * Der Bassist Erich Fuchs wurde vou der Üpe-r in Monte Carlo verpflichtet; er wird zu den Wagner- Festspielen im Januar 1S3S die Partien des Alberich und des Hagen singen. Das neuentdeckte Violinkonzert von Schumann wurde von Jchudi M e n u h i n zum erstenmal in N e w - Y o r k gespielt. Rudolf Serkin gab in Gemeinschaft mit Adolf Busch mehrere Konzerte in London. * Conrad V e i d t schloss mit Alexander K o r d a soeben einen neuen Vertrag für zwei Filme ab. * Der erste jiddische Toniilm „J I d I m i t ' n F i d l" läuft gegenwärtig in Wie n. Peter L orre spielt die Hauptrolle in dem Twonfieth-CeiHury-Fiim ..Mister Meto'1, der in W i e n gezeigt wird. # Gitta Alpa. r wird im Februar 1938 nach Amerika reisen, um in Holl y w 0 0 d zu filmen. i>\ Norman Sb rarer, die Witwe des unlängst verstorbenen amerikanischen Filmproduzenfen Irving G. T b a l b e r g. spielt als ihre nächste Filmrolle die Marie Antoinette nach dem Buch von Stefan Zwei g. _ Jüdischer Kulturbund Berlin Woehenplarj Theater in der KommaJiduutenstrasse 57. 20 Uhr: ..Euaen One 2 in*': 25. Dezember (Abt. 2.8, HS), 27. Dezember Übt. 7. 17). 29. Dezember (Abt. 3, 13), 30. Dezember (Abf. 44. 54); „Z w e i k a ro p f der Lieb <?" : 26. Dezember (Abt. 6', 16), 28. Dezember (Abt. 5. 15). Kulturbundsaad, Kommandantenstrasse 58/59, 20.15 TJhr; Klei 0 k unstbühne: 25. und 2'i. Dezember. 20 TJhr; Geigenkonzert Kaader : 27. Dezember (12. Konzert). 28. Dezember (7. Konzert). 30. Dezember (S. Konzert). Im ,.Yiel Lärm um nichts"" wirken mit: Camilla E t s n e r (Spira). Alfre-d Berliner, ferne.r Elfried-e Borodkin. Eva Barucb, Gitta Friedmann; Hans-Karl Rosenberg. Waltber Herz, Siegmund Nunben;, Herbert Grünbaum. Fritz Lion. Willy Präger. Marlin Cba^seJ. Alfred Lic.h>nstein. Wolfpamz Bernstein und Berthold SeealJ. * Im Auftrage des Reichsr erbau des der jüdischen Kulturbünde in Deutsehland hat Herbert Friedent b a 1 Gutzkows ,,ü r i e 1 Acosta1 für die jüdische Bühne neu bearbeitet. In dieser Bearbeitung wird das Stück im Januar 1938 vom Theater der jüdischen Schulen, Berlin. u r a u f - g c f ü b r t. ¥ Jüdische Private Musikschule Bollaender, Berlin- Charlottenburg. Die Erteilung von Musikunterricht in Oboe und Saxophon ist nunmehr möglich. Bläserausbildung. Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde ist in der Lage, eine beschränkte Anzahl voo Musikern oder musikalisch vorgebildeten Herren zu Bläsern ausbilden zu lassen. Als Instrumente kommen nur Horn, Trompete oder Posaune. in Frage. Zuschriften mit genauem Lebenslauf und Angaben über die musikalische Vorbildung umgehend an die Künstlerbilfe (Berlin-Charlotteoburg 2, Kantstr. 159"). Das 99Glas Wasser6* Im Theater der Jüdischen Schulen Nachdem die Breslauer Kuliurbundbühne Scribes „Zweikampf der Liebe" für die ,.Er- Tvaebseoen" aus dem Staub der Vergessenheit hervorgeholt hat, reichte man im Theater der Jüdise-he.0 Schulen der Jugend das „Glas W a s s s e r'\ das bekannteste und scheinbar unzerbrechlichste Stück aus der dramatischen Werkstatt des einst vielbewunderten Franzosen, zugleich ein Schulbeispiel der Intriguenkomödie, in der auf die amüsanteste Weise und mit den Mitteln einer nie versagenden, naiv-raffinierten Technik Spannung erzeugt wird. Das jugendliche Publikum fand offensichtlich höchstes Gefallen an Stück und Aufführung, die freilich, von Ernst .Rosenba um mit bedächtiger Sorgfalt geleitet, in dem prunkiosen Rahmen der Miuialurbübne des Breslauer Brüdervereinssaales weder nach der szenischen uoeb der schauspielerischen 'Seite hin grössere Entfaltungsmöglichkeiten bot. Aber die Rollenwirkung ist bei einem Theatraliker wie Scribe so sicher unö erprobt, das? sie ebensowenig durch Grenzen, die. der Inszenierung gesetzt .sind, wie durch den Einsatz ungleichwertiger Kräfte ernstlich gefährdet werden kanu. Zudem hatte die gewichtigst'" Figur des Stückes, Graf Bolingbroke, in Martin Brandt einen Darsteller, der zwar uichi das Format des vielseitigen und einflussreicher Staatsmannes besass. der aber mit einer Axt listiger Ueberlegeuheit und schlenkernder Ironi? die Fäden der Intrigue klug in der Hand hielt- Neben ihm behauptete sich Steffi Rosenbäum als Königin Anna in der ängstlichen, pretiösen Unentschlosseoheit eines Naturells, da? mehr zur Liebe als zum Herrseben geboren schien. Hingegen verspürte man bei ihrer Gegenspieierin, der Herzogin von MarlborougtT — Helene Cohn (Körner) — wenig von dein Geheimnis einer Macht, die sie sich selbst zuschreibt, und auch die Impulse des jugendlichen Paares Abigail und'Masham — Lotte OppeDheimer und Heinz Kahnemann — blieben zu schwächlich, um mitten un*er den politischen Kämpfen uDd Wirreu am englischen Königshofe einen Dreikampf der Liebe zu entfesseln. Dr. Hugo Lachmanski. \

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