Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 50 (16.12.1937)
- Date
- 1937-12-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Camille Pissarro 2× ep/1003863
- Ernst Lissauer 2× ep/1026442
- Jozef Israëls 2× ep/1026415
- Lesser Ury 2× ep/1025712
- Benno Elkan 1× ep/1003755
- Emil Orlík 1× ep/1025441
- Enrico Glicenstein 1× ep/1033946
- Franz Landsberger 1× ep/1023623
- Julius Bab 1× ep/1011035
- Leopold Zunz 1× ep/1026402
- Max Liebermann 1× ep/1025314
- Max Oppenheimer 1× ep/2035741
- Walter Trier 1× ep/1025702
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Nr. 50 * 16. Dezember 1937 C.-V.-Zeitung Seite 13 Umflorte Muse Ernst Lissauer Emst Lissauer ist an seinem 55. Geburtstage in Wien gestorben. Die Nachricht versetzt alle in Schrecken, die ihm persönlich nahestanden, und bringt Trauer für viele, die sein Werk kannten und schätzen. Es ist gestorben mit ihm einer der ernsthaftesten und gewissenhaftesten Arbeiter am Wort, die in diesen Tagen lebten. Die - zaubrische Kraft und zugleich die hohe Verantwortung, die mit dem Gebrauch der Sprache verbünden ist — wenigen war sie so bewusst, wie diesem Schriftsteller, der in tief gründenden Aufsätzen über die kulturelle Verbundenheit und Wirksamkeit der grossen Sprachkünstler sehr wesentliches gesagt hat Seinem ersten Willen nach aber wollte er freilich nicht kritischer Deuter, sondern Schöpfer sein. Als Dichter hat sich Ernst Lissauer vor allem gefühlt, und sich durch viele Werke mannigfachster Form seit dreissig Jahren erwiesen. Lissauer lebte seit einem halben Menschenalter in Wien: er liebte die Stadt und vor allem ihr Land und hat das „Glück in Osterreich" in vielen Schilderungen und Betrachtungen gepriesen. Geboren aber war er in Berlin, in der Jägerstrasse, und aufgewachsen ist er in einem Hause Ecke Kurfürstendamm und Uhlandstrasse. Sein Vater war ein reicher jüdischer Kaufmann, und er selbst in vielem der typische Sohn dieser Zeit und dieser Herkunft — wenn auch seine bedeutende Gewissenhaftigkeit vielen Gefahren trotzte, denen sonst seine Generation unterlag. Seine bewussten Beziehungen zum Judentum waren ursprünglich sehr gering; um so leidenschaftlicher gab er sich dem Lande hin, in dem er aufwuchs. Seine Landschaft, -.eine Geschichte, seine grossen Männer und Künstler waren für ihn eine sehr wesentliche Quelle dichterischer Begeisterung. Seine intime Kenntnis der Literatur hat er auch in zahlreichen Anthologien bewährt, die er im Laufe der Jahre herausgab. Ein Produkt dieser sehr bewussten Stellungnahme war aber auch das bekannte Gedicht gegen England, das im Anfang des Krieges erschien und seinen Namen fast unmässig bekannt machte. — Es ist leicht vorzustellen, dass für einen Menschen dieser Veranlagung die grosse Krise der letzten Jahre eine ganz besonders tiefe und schwere Erschütterung bedeutete. Doch wäre es nicht richtig, Lissauers bewusstere Wendung zu jüdischen Geschichten und Gestalten, die man in letzter Zeit beobachten konnte, ausschliesslich auf äusseren Druck zurückzuführen. Die Kenntnis der Bibel, deren volksmässige Wucht und Grösse er von jeher empfand, hat ihm am Ende auch jüdisches Wesen nahe- Max Pallenberg In diesen Tagen wäre er 60 Jahre alt geworden. Ein Alter, in dem viele grosse Bühnenkünstler erst ihre schönste Entfaltung erlebt haben. \ _ \^ Wahrlich, viel zu früh bat der Tod im Flugzeug ihn schon vor mehr als drei Jahren hingerafft. Lebendig freilich ist Max Pallenberg im Gedächnis sehr vieler Theaterbesucher, in einem besonders starken, besonders dankbaren Gedächtnis. — Sicher, die meisten sehen den Zawadil aus der „Familie Schimek" mit dem gerollten Regenschirm, dem roten Schopf, den stechenden. Aeuglein, dem steifen Hütchen und dem grotesken böhmischen Tonfall. Frech und unverwüstlich, eine Kreatur von grotesker Selbstsicherheit — und ausserdem Schauplatz für unendliche Einfälle des Improvisators Pallenberg, für Wortkunststücke und sprachliche Narrenspossen der übermütigsten Art! — Gewiss, Pallenberg war der letzte und vielleicht grösste Nachkomme des Wiener Wurstel, er unterhielt sich mit dem Publikum über die Kampe weg und verhöhnte, wenn der Text ihm zu dumm war, die ganze Figur. — Aber seine Laune ging weiter, sie hatte vernichtende Kraft und Grösse, sie machte nicht nur das ganze Theater, sondern den ganzen Menschen und all sein wichtig ernsthaftes Getue lächerlich. Wenn die allerletzte Rolle, die er gespielt hat, „Der letzte Wiener" hiess, so war die vorletzte der Mephisto! Und wer auch nur ein Bild von Pallenberg als Mephisto gesehen hat, der wird erschrecken vor der ingrimmigen Verzweiflung dieser Teufelsmaske. Aber wenn die Verneinung so tief — unendlich viel tiefer als der blosse Spass — aui den Grund des Lebens stösst, so entdeckt sie auch dort den Ernst, die Wahrheit, das Positive des Lebens. So grosser Hohn über Narr heit und Nichtigkeit des Menschenlebens ist nicht zu fühlen ohne eine tiefe, heimliche Liebe zur Kreatur. Max Pallenberg besass diese. Zeichnung vmi JJiuilOrlik Fat. Grete Karplus gebracht. Sein vorletzter dramatischer Versuch war ein Moses. Der letzte freilich hiess „Die Steine reden" und handelte von einem Dombaumeister, dessen Leben und Werk im Ansturm politischer Wirren zu zerbrechen droht. Indessen so viel Schönes und Ernstes sich auch gerade in dieser letzten dramatischen Dichlung findet — Lissauer w*ar nicht eigentlich ein Dramatiker, und seine Stücke sind immer nur vorübergehend auf der Bühne erschienen. Seinem sorgfältigen- Studium der dramatischen Form fehlte doch die erste Voraussetzung: ein naiver, stürmisch-mitreissender Theaterinstinkt. Seine zahlreichen Stücke hatten alle etwas vom „Lesedrama". — Im Epos grösseren Stils hat sich Lissauer kaum versucht, nur kleine Legenden hat er zuweilen gerundet. Als Dichter war er zuerst und zumeist Lyriker. Sein erstes Bändchen, das 1907 erschien, hiess „Der Acker". All diese sehr sorgfältig gefeilten Verse handelten von der Erde, vom Baum, vom Felsen. Es war nicht schwer, darin die bewusste Gegenbewegung eines geborenen Grossstadtmenschen zu erkennen: dessen bewusster Geist freilich setzte sich durch in der sinnbildhaften Bedeutung, die in diesen ganz knappen Gedichten jeder Naturvorgang erhielt. Es waren (obschon von einer lyrischen Kraft getragen) eigentlich Epigramme, Sinnsprüche. Stärker und freier rauschte die Gefühlskraft in dem nächsten Band, der .,Der Strom" hiess und der vielleicht Lissauers schönster geblieben ist. Hier war ein grosser, frei ausrollender Rhythmus gefunden, der durch ein Netz breiter Reime festen musikalischen Halt erhielt. Der Lyriker Lissauer hattedamit seinen persönlichen Ton gefunden, den er viel variiert, zuweilen freilich auch zur Manier geführt hat. Mir schien seine dichterische Kraft immer am stärksten und glücklichsten, wo sie sich in späteren Bänden der Ballade näherte, das heisst wo im Grenzland von Lyrik und Epik eine Fabel, eine historische Anekdote durch die lyrische Kraft des Vortrags musikalisch belebt wurde. Das ganze Werk des Frühhingegangenen wird sicher ein sehr bedeutendes Dokument bleiben für den in Deutschland erwachsenen jüdischen Menschen dieser grossen Zeitwende. Wie viele von seinen Versen die unmittelbar belebende Kraft behalten werden, die sie uns einmal zu besitzen schienen, wer will das heute ermessen? Aber dass sein ganzes schriftstellerisches Werk ehrwürdig bleiben wird, um des grossen Ernstes, der tiefen Gewissenhaftigkeit willen, mit der es in allen Teilen durchgearbeitet war — das darf man schon heute als gewiss aussprechen. Julius Bab. Liebe und gestaltete aus ihr nicht nur die Narrheit der kleinen Menschen, sondern auch ihr grosses Leid. Er w^ar als Tragiker durchaus nicht geringer denn als Komiker. Wo* ihn (der ja erst in reifen Jahren dem tödlichen Unsinn der Operette entlaufen war) nicht die völlige Belanglosigkeit einer schauspielerischen Aufgabe erbitterte und seinem weit stärkeren Eigenwitz Spielraum liess, da war Pallenberg der geduldigste und zarteste Diener an dem heiligen Werk der Menschendarstellung. Weit entfernt von allen Launen des Hanswursts, von jeder nihilistischen Selbstherrlichkeit, hat er die Menschen Hauptmanns, Ibsens, Moli eres und auch manchen geringeren Dichters gespielt. Und mehr als einmal hat ein plötzliches Absterben seiner Stimme, ein Aufflackern seines Blickes, ja ein Zusammenrucken seiner Schultern uns bis in den Grund erschüttert, uns mit dem Gefühl der ewigen menschlichen Tragödie überflutet. Max Pallenberg war ein Menschendarsteller allerhöchsten Ranges. J. B. Rosa Valetti Aus Wien wird gemeldet, dass die ausgezeichnete Bühnenkünstlerin Rosa Valetti in der Nacht zum 10. Dezember, 59 Jahre alt, an einer Nierenschrumpfung gestorben ist. Der Tod kam ihr als Erlöser von einem qualvollen Leiden, gegen das sie mit der ihr gegebenen starken Willenskraft immer wieder angekämpft hatte. Trotz hohen Fiebers hatte sie noch am 2. November in einer Premiere des Theaters in der Josef Stadt mit grossem Erfolg mitgewirkt, dann aber muste sie. nach der neunten Vorstellung, absagen und sich — zum drittenmal in diesem Jahr — ins Krankenhaus begeben, das sie nicht mehr lebend verlassen sollte. Mit ihr ist eine Gestalterin von besonderem Format dahingegangen, eine Schauspielerin, die ebenso durch Tragik an die Seelen zu rühren wie durch Komik Stürme der Heiterkeit zu ent fesseln wusste. Ihre Tragik und ihre Komik gingen auf einen gemeinsamen Nenner zurück: auf echte Menschlichkeit. Sie schuf aus dem Herzen, aus einem Reichtum des Empfindens heraus, der sie befähigte, den Gehalt jeder Rolle restlos auszuschöpfen. Der Pose abhold, beraten von einem sorglich wägenden Verstand, blieb sie in ihren Darstellungen immer einfach, natürlich und wahr. Aus der langen Reihe scheinbar heterogener künstlerischer Aufgaben, die sie eindrucksvoll löste, seien hier ihre „Fremde Frau", die Mrs. Warren in Shaws „Frau Warrens Gewerbe", die Peecham in der „Dreigroschenoper", die Fischhändlerin in Pagnols „Goldenem Anker" und „Fanny" in die Erinnerung zurückgerufen. Vor ein Berliner Publikum trat sie zum letzten Mal im Jüdischen Kulturbund als Blumenfrau in Bruno Franks „Sturm im Wasserglas" und in „Weekend". Rosa Valetti, die so sicher, so unbekümmert •agierte, war in Wirklichkeit vor jedem Auftreten die Beute entsetzlichen Lampenfiebers. Sje hatte eigentlich auch im Privatleben stets so eine Art Lampenfieber: sie war zurückhaltend, bescheiden, hatte Hemmungen. Und darin unterschied sich die verantwortungsbewusste Frau von dem einstigen übermütigen Mädel, das den Kopf voller Streiche hatte, und da ihre Lehrerinnen nicht bedingungslos mit dieser etwas einseitigen Auffassung . der Schuldisziplin einverstanden waren, die Bekanntschaft mit einer ungewöhnlich grossen Zahl von Lehranstalten machte, bis man sie endlich in ein Schweizer Pensionat tat. Schon als Schülerin hatte sie mit Leidenschaft deklamiert, schon damals sass ihr der Theaterteufel im Nacken. Bevor sie aber sich ihm endgültig verschrieb, war ihre Ehe mit dem polnischen Pianisten Edmund Herz gelöst worden. Dann debütierte sie — mit eklatantem Misserfolg — als jugendliche Liebhaberin in Max Samsts Theater am Alexanderplatz, führte eine Zeitlang ein unbeachtetes Dasein als Gelegenheitsschauspielerin, wurde eines Tages (gar nicht so viel später) als Komikerin „entdeckt" und wuchs nun von Rolle zu Rolle in ihrer Kunst. Auch unter die Unternehmerinnen ging Rosa Valetti: Sie rief die Kabaretts Grössenwahn, Larifari und Die Rampe ins Leben, und sie wandelte den Schumann-Saal in ein Theater, die Commedia Valetti, um, die allerdings eine Spielzeit nicht überdauerte. ' Rosa Valetti, die Tochter des Berliner Industriellen Felix Vallentin und Schwester Hermann Vallentins, war in zweiter Ehe mit dem österreichischen Journalisten Karl Singer verheiratet Dieser Verbindung entstammt die begabte junge Schauspielerin Liesel Valetti, eine Reinhardt- Schülerin, die,dem Ensemble des Wiener Josefstädter Theaters angehört. — Es ist ein fast unheimlicher Zufall, dass das letzte Stück, in dem Rosa Valetti dort auftrat,' .,F reut euch des Lebens!" hiess: Von dieser Bejahung des Lebens weg, das sie ebenso liebte, wie sie ihrem Beruf ergeben war, ging sie dem Tod entgegen ... Richard Wilde Hundert Jahre Jüdische Kunst aus Berliner Besitz Eröffnung der Ausstellung im Berliner Jüdischen Museum Montagabend wurde vor einem geladenen und zahlreich erschienenen Publikum die grosse Ausstellung „Hundert Jahre Jüdische Kunst'' mit Ansprachen von Direktor Heinrich Stahl und Direktor Professor Landsberger eröffnet. <*■ Es ist eine historische Ausstellung, die man an Hand von etwa 125 Werken durchwandert. In letzter Stunde kamen noch wertvolle Leihgaben in das Museum, die nicht im Katalog verzeichnet sind. Die Malerei tritt der Bildhauerkunst gegenüber in den Vordergrund, wenn auch bedeutsame Namen wie der des noch im Biedermeier arbeitenden Jakob Alberty (1811 bis etwa 1870), des jüngst verstorbenen Alexander Oppler oder des 1870 in Turek in Polen geborenen Henryk Glicenstein (Figur einer stehenden Frau) begegnen. Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis hinein in unsere Gegenwart — das ist ein weiter Weg im Künstlerischen. Im ersten Saal hängen die Gemälde der Pioniere auf dem Gebiet einer jüdischen Malkunst: das Mädchenbildnis, eiue Miniatur, des 1797 in Kassel geborenen Jeremias David Alexander Fiorino, das schöne Pastell eines jüdischen Mannes von Wilhelm Henschel (1785—1865), wohl des bedeutendsten aus der Reihe der Maler gleichen Namens, die kompositionell sehr interessante Zeichnung Philipp Veits, des Sohnes der Dorothea' Mendelsohn- Schlegel, darstellend die Kinder seines Onkels, schliesslich aber das Gemälde von Eduard Magnus, in den Farben und in der ganzen Stimmung ein Meisterwerk des Biedermeier. Um diese qualitätvollen Bilder herum Eduard Bendemanns Frauenkopf, eine Zeichnung, Julius Eduard Helffts Selbstbildnis und sein „Canale Grande", das Selbstporträt von Gustav Hertz, der auch Leopold Zunz malte, ein Gemälde, das die Bibliothek der Hebräischen Universität Jerusalem zur Verfügung stellte. — Ausstellungen so umfassenden Inhaltes wie die jetzt eröffnete im Jüdischen Museum dienen auch dazu, Rechenschaft zu geben über geleistete Arbeit, und so empfindet man dieses Mal besonders, wieviel Dunkel sich schon lichtete, das über Namen und Werk 60 manchen Künstlers gelesen. Das künstlerische Oeuvre von Julius Mühr (1819—1865). Julius Moser (1805—1879), Meyer Michaelson (1810—1865), Philipp Arons (1821—1902) und mancher anderen Malergestalt konnte im Laufe der letzten Jahre von Franz Landsberger und seinen Mitarbeitern geklärt und wissenschaftlich eingeordnet werden. Neben den Namen weniger bekannten Klanges stehen dann die grossen Gestirne: Max Liebermann, Jozef Israels, Camille Pissarro, Lesser Ury. Neben dem Bildnis der Gattin mit der Enkelin, das dem Museum gehört, bringt die Ausstellung von Liebermannschen Porträts das des Sanitäfsrals Oskar Sachs, neben einer Skizze zur „Judengasse" das Pastell der „Tennisspieler", neben dem schönen Gemälde „In der Küche" das kürzlich vom Museum erworbene Meisterwerk „Simson und Delila", das in zwei Fassungen existiert. Wie beliebt als Sammelobjekt die Kunst von Jozef Israels ist, zeigen die acht Gemälde und Zeichnungen, teils weich und duftig, teils schwer und düster. Von Camille Pissarro dominieren zwei Gemälde grossen Formates, „Boulevard" und ..Hafen von Dieppe", die die ganze grosse Kunst dieses Impressionisten in sich tragen, während ein Aquarell „Rue d'Assas" vom Sohn Ludovico Rudolphe, dessen Pseudonym Rodo lautet, das ererbte Talent vorzuführen weiss. Lesser Ury tritt in dieser Ausstellung weniger als der biblische Maler hervor, denn als der grosse Landschafter und Schilderer der Strassen und Plätze. Von einer ganz hervorragenden Seite zeigt ihn aber das „Stilleben" aus den Sammlungen von Hedwig und Felicia Isaac in Berlin. Die Malkunst der letzten zwanzig Jahre wird dann in vielen Beispielen im Jüdischen Museum vorgeführt. Victor Tischler in Wien, Leo Zack, in Paris, der aus Prag stammende Emil Orlik, der ebenfalls in Wien tätige Max Oppenheimer (Mopp), Eugen Spiro. Josef Bato, Joseph Avrach. die aus dem Osten stammenden Künstler Max Band, Leonid Pasternak oder Adolf Eduard Herstein, Leopold Horovitz und Jehudo Epstein, sind in Gemälden, Zeichnungen, Pastellen zu studieren ebenso wie die in Berlin bekannten Max Fabian, Wilhelm Jacobsohn, George Mcsson, E~nst Eduard Magnus: Bildnis seiner Nichte Fot. Grete Karplus Pickardt, Walter Trier, Gert Wollheim, Ernst Stern, Ernst Oppler, Anita Ree oder Hugo Krayn. Es ist nicht möglich, in einem Bericht über die ebenso interessante wie qualitätvoUe Schau den Ansprüchen der Vollständigkeit zu genügen. Jedenfalls gibt die Ausstellung einen Rechenschaftsbericht über die geleistete erfolgreiche Arbeit und einen Ueberblick über jüdische Künstler und ihr Werk, sei es in öffentlichem oder in privatem Besitz. Dr. Olga Bloch. * Vom Jüdischen Museum. Auf vielfache Anfragen hin teilen wir mit. dass das Jüdische Museum, Berlin N 4, Oranienburger Str. 31, mit seinen beiden grossen Ausstellungen „100 Jahre jüdische Kunst" und „Rabbi A k i b a E g e r" an sämtlichen Dezembertagen (ausser Sonnabends) von 10 bis 14 Uhr geöffnet ist. Knestnachriehten Professor Dr. Max Eisler Im Alter von 56 Jahren starb plötzlich der ordentliche Professor an der Wiener Universität, der Kunsthistoriker von Weltruf, Dr. Max E i s 1 e r. Seine Arbeiten sind hauptsächlich dem Städtebau, der althoüändischen Kunst, auch der neuen holländischen Malerei sowie der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts gewidmet. Eisler erwies sich in zahlreichen Schriften auch als schöpferischer Interpret der österreichischen Kunstbewegung. Er gehörte der Agudas Jisroel an und wandte sich später der zionistischen Bewegung zu. Aufstrebenden jüdischen Bildhauern, Malern und Architekten hat er stets fördernd beigestanden. Die Bestattung Professor Max Eislers fand unter ungewöhnlich grosser Beteiligung in Anwesenheit von Vertretern der Wiener Universität und zahlreicher Professoren, des Oberrabbiners Dr. Taglicht und Vertretern vieler jüdischen Institutionen statt. Der Bildhauer Benno Elkan. der jetzt in London lebt, vollendete sein 60. Lebensjahr. Unter seinen neuesten Arbeiten sind die Büste- Toscaninis und eine Büste von James de Rothschild besonders zu nennen. Er schuf ferner u. a. eine mit ornamentalen hebräischen Schriftzeichen versehene Grabplatte für das Grab des jung verstorbenen Sohnes des Chief Rabbi, Dr. J. H. H e r t z. Das Städtische Museum in Amsterdam erhielt vondem holländischen Kunstfreund Dr. Philips (Amsterdam) eine wertvolle Stadtansicht ■<um Geschenk, ein Gemälde von Breitner, das sieb früher in der bekannten Sammlung holländischer Kunst des 19. Jahrhunderts von F. W. van Heukelom befand.