Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 49 (9.12.1937)
- Date
- 1937-12-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seife 6 C-V.-Zeifung Nr. 49 * 9. Dezember 1937 ftthrung. In der einleitenden Händel-Sonate wurde freilich nicht so sehr die ruhige Ausgewogenheit der Form erfasst, als der geigerische Furor, der bisweilen zu allzu treibenden Tempi verlockte. Prachtvoll geriet lyrische Kantilene, besonders irn Wieniawski-Konzert und in einigen Kreislerschen Bearbeitungen: das war ein Singen voll ergreifender Unmittelbarkeit, süss und doch nicht überfliessend! — Der Beifall war sehr herzlich, und man begnügte sich nicht ohne Zugaben. Rudolf Schwarz begleitete mit gepilegiem Anschlag und diskreter Anpassung. " H. Fr. Dr. Oskar G u 11 m a n n erörterte in einem Berliner Kulturbund Vortrag „Die Synagogenmusik und ihre notwendige Reform". Tn einem geschichtlichen Rückblick wurden die Fragen des Alters und der Eigenständigkeit unserer synagogalen Melodien aufgerollt und die Entwicklung im 19. Jahrhundert in scharfer Weise als Verfall charakterisiert. Man wird den Schlussiolgerungen zustimmen müssen: um der Lebendigkeit des Judentums willen, und das bedeutet gleichzeitig: um der religiösen, der gottesdienstlichen Aktivierung der Jugend willen hat ein überlebter musikalischer Ausdruck in der Synagoge Neuem — und gerade wieder auch Altem — zu weichen; eine — freilich nicht überstürzte — Reform soll einer einwandfreien Fassung der wahrhaft alten Weisen den Weg bahnen. Für die Beispiele setzten Paula Guttm a n n und Oberkantor Hans -Jobn-Jacobsohn ihr stimmliches Können ein. H. Fr. Im Rahmen ihrer Vortragsreihe ..Ungehörte Stimme n" sprachen am zweiten Abend E'rna L"e o n h a r d. (Feld) und Leo Merten (Menter) im Jüdischen Frauenbund Dichtungen von Berndt Götz. Elise Haas, Iis«*. Blumenthal-Weiss und Karl Escber. Tn der lyrischen Blütenlese, die man vor uns ausbreitete,. überwog diesmal das Religiöse: am einhelligsten und eindringlichsten bei Ilse Blumenthal- Weiss. Den „Blick gen Osten" richtet auch V it Götz, der sich im übrigen an Gestalten <J.;v Bibel hält. Erdhaft gebunden sind die Dichtungen von Elise Haas, kleine impressionistische Stimmungsbilder. Am Schluss des - Programms hörte man, neben dem Einieitungskapiiel zu dem soeben erschienenen Roman „Zwischen Gestern und Heute", einige Gedichte von Karl Escher. H. L. Wie alljährlich, erntete Dela Lipinskaja wahre Beifallsstürme im Kulturbund Rhein- Ruhr. Diesmal brachte sie ein völlig neues Programm. Am Flügel wirkte Walter Lazarus- La j ta i mit gewohntem Geschmack als Begleiter und Solist — Die Kölner jüdische Kunstgemeinschaft gab den Musik-, Gymnastik- und Tanzlehrern Gelegenheit, durch Vorführungen ihrer Mustergruppen ihr Können zu zeigen und neue Schüler zu werben. Man sah und hörte ausgezeichnete Leistungen. Herzlicher Beifall wurde den Mitwirkenden zuteil. —yo— Otto Bernstein sprach im Kulturbund Rhein-Ruhr Giono, Bang, Perez. Ausserdem Hermann Hesse und Franz WerfeL Am Gegensätzlichen — formal wie gehaltlich — dieser beiden Meister der Sprache beweist sich eindrucksvoll Bernsteins Künstlerschaft Mit sicherer Einfühlung und mit nie versagendem Takt geht er den verborgensten Geheimnissen des Gedichteten, das ihm zunächst Material zu sein hat nach. Und aus einer tiefen Kenntnis, aus einem Besitz des Geschriebenen, schafft er das Neue. Er stellt den grössten Anspruch, den Dichter sprechen zu lassen, an sich. Und wird dabei aus einem' Mittler original schaffender Künstler. L. S. Im Kulturbund Düsseldorf musizierten Erwin Palm und Hilde K 1 e s t a d t an zwei Flüsein. Neben Werken von Mozart und Theater, Musik, Film Franz M o 1 n ä r s neue Komödie „D e I i 1 au erlebte am Akademietheater in Wie n, der Filiale des Burgtheaters, ihre Uraufführung in deutscher Sprache. Das Stück ist eine amüsante, moderne Unterhallungskornödie, die das Delila-Motiv ins Volkstümlich-Lustspielmässige wendet. Die Aufführung wurde vom Premierenpublikum heiter und dankbar entgegengenommen. * Bernard Shaw hat als Vorwurf für seine nächste Komödie den neuesten Roman von Siegfried Treb i t s c b „Der Verjüngte"' in Aussicht genommen. * Rudolph Lothar hat ein neues Lustspiel „Reif mit Vorzug11 vollendet, das vom Deutschen Volkstheater in Wien erworben wurde. Nikolaus'L a s z l o, dessen volkstümliche Komödie ..Parfümerie11 soeben unter der Regie Heinrich Schnitzlers am Deutschen Volkstheater in W i e n einen grossen Erfolg erzielt hat. wird a.n derselben Bühne auch mit seinem neuesten Werk „Der glücklichste Mensch" gespielt werden. * Max Hansen wird die von ihm in Wien mit so grossem Erfolg gespielte Rolle des Asel in „Axel vo" der Himmelstür" am 30. Dezember erstmals ia schwedischer Sprache in Stockholm und danach in dänischer Sprache in Kopenhagen spielen. * Radio -Wien sendet am 11. Dezember, 14 Uhr, „Eine halbe Stunde Joseph Schmidt" (Schal Ipl alten. SnttPti.s. der Sender der französischen Schweiz, bringt am 12. Dezember. 21.55 Uhr, u. a. Kompositionen von Egon W e I 1 e s z und Parius M i 1 b z u d erstmalig zur Aufführung. Radio -Brüssel führt am 15. Dezember, LM Uhr, Opfenbachs Operette „Die G-rossberzogin von Gerolstein" auf. Offenbacbs „Pariser Leben" gelangt am 18.' Dezember. 19.50 übr. vor dem Mikrophon des Wiener Rundfunks zur Aufführung. * Ueber den Brüsseler Sender sind am 18. Dezember, 23.10 Uhr, Arnold Scboenbergs „Gurrelieder" zu hören. Tm Rahmen eines Gustav M a b I e r - Zyklus gelangt die 3. Symphonie am 15. Dezember in Wien unter Leitung von B. Seherehen zur Aufführung. Der Sammler Paul Ii i rs eh , Frankfurt a. M.. hat seine kostbare Musikbibliothek der Universität 0 a m - b r i d g e als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Diese Sammlung ist in ihrer Art wohl die umfangreichste, die es gibt. Hirsch begann die Sammlung als Junge von 16 Jahren 1897 mit einer Partitur von Bachs „Matthäus-Passion". Gegenwärtig zählt sie 15 000 Stücke, darunter 25 Inkunabel drucke aus der Zeit vor 1500. Die gesamte alte Musiktheorie ist in dieser Sammlung vertreten. Sehr bemerkenswert ist eine Kollektion von etwa 100 Opernpartituren aus der Zeit von 1600 bis 1926. * / Im Rahmen der Festaufführungen anlässlich des 50jährigen Bestehens des Neuen. Deutschen Theaters in Prag dirigiert Leo Blech am S. Januar die neueinstudierte Oper „Carmen". In der Festaufführung •der Operette „Land des Lächelns" unter Leitung des Komponisten wirkt Richard Tauber mit. Der 16jährige Geiger Ossy Eenardy bat eine ausserordentlich erfolgreiche Konzerttournee durch USA beendet, auf der er von Leo Taubmann begleitet wurde. # Mendelssohns „Elias" wurde von der Kingsway HalJ Choral Society aufgeführt und steht auf dem Programm der People's Palace Choral and Orchestral Soc. (London) sowie der Musical Soc. in March (Endand). * In einem Konzert des Wiener Vereins für neue Musik gelangt das Vierte Streichquartett von Egon W e 11 e s z zur Aufführung. # Ruberman befindet sich auf dem Wege nach Europa. Bei seiner Abfahrt aus Niederlandisch-Indien gaben ihm führende Persönlichkeiten des niederländisch-indischen Kunstlebens das Geleit. Huberman wird sich nach seiner Landung in Genua etwa am 16. Dezember nach Mailand zur weiteren Behandlung begeben, um später nach Wien zu reisen. Professor Red-dingius, der den Geiger in Indien behandelte, äusserte sich über seineu Zustand zufriedenstellend. Wenn dann «« Gelegenheiten and neneüte Modelle. Bsrün-Neuköltn, Berliner Str. 33/39, Tel. 62 55 22 Der „Grosse Preis der Pariser Ausstellung für den besten französischen Spielfilm" wurde dem Film „Schwanentod" (La Mort du Cygne) von Jean B e n o i f. L e v y , dessen Name vor allem durch den Film „La Materielle" bekannt geworden ist. zuerkannt. * Ein neuer Film „Der junge D i s r a e 1 i11 wird in H o 1 1 y w o o d vorbereitet. * Ein neuer französischer Film, der das Leben Victor Hugos behandelt, befindet sich in Vorbereitung. Das Material wird zur Zeit von Heinz Herald und V7 o 1 f g a n g Reinhardt, einem Sohne Max Reinhardts, zusammengestellt. Für die Dichterfigur Victor Hugos ist Paul Muni als Darsteller ausersehen. Debussy brachten sie als Uraufführung eine Rhapsodie von Castelnuovo Tedesco „Alt Wien'*, "ein aus drei Sätzen bestehendes, äusserst musikantisch und flott geschriebenes Werk, dem eine liebevolle Interpretation zuteil wurde. Das erlesene Programm wurde durch eine Anzahl russischer Lieder, vorgetragen von Bella Lescbimsky, ergänzt. Leider weiss sie ihr gutes Stimmaterial noch nicht richtig zu handhaben, während ihr Vortrag sehr anerkennenswert ist. Erwin Palm wirkte als verständnisvoller Begleiter. Der gut besuchte Abend brachte allen Künstlern wohlverdienten herzlichen Beifall J.C. In Breslau debütierte unlängst eine „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Künstler". Ihr Gründer Lux-Martin Schein hatte, nach aussen hm sogar recht geschickt, unter dem. Motto ..Achtung! Hier spricht Liebe!" mehrere Couplets, Chansons und Szenen zu ei Der Revue vereinigt; bei näherer Betrachtung ergab sich jedoch, daes, vor allem in der Darstellung, nur weniges wirklich Ininstlerischen Anforderungen genügte. James E1 s n e r, Hanni Brauer und Rudolf Selbiger trafen am ehesten den Kabarett-Ton. Die von Siegbert Abbe, Erwin Abraham und Erich Simenauer beigesteuerte und von ihnen selbst vorgetragene Musik half dem kritischeren Teil des Publikums über manche Flachheit hinweg. HS. Zu dem Gastspiel der Handpuppenspiele Hamburger Schauspieler im Breslauer Kulturbund hatte sich eine erwartungsvolle Schar von Kindern und Erwachsenen eingefunden. Die Kleinen jubelten über Kaspers Abenteuer. Die künstlerische Leitung hatte Max Wächter, die musikalische Begleitung Heinz H e i 1 b o r n (Breslau). Schw. Das Breslauer Trio der Damen Elise S z e - p h ä z y (Violine), Mirjam Lewin (Violoncello) und Lotte Schoeps-Rogosinski (Klavier) hatte mit seinem diesjährigen Kammermnsikabend einen grossen Erfolg, der um so höher zu bewerten ist, als er sich auf die Interpretation eine« technisch wie geistig gl eicher massen anspruchsvollen Programms gründete (Smetana, Tscbaikowsky, Ernest Bloch, JDrei Nocturnes"). Der Beifall war stark und herzlich. — Die Gesangspädagogin. Elfrjede Kober sprach über „Die vielfältige Stimmbegabung des jüdischen Kantors", ein Thema, das heute mehr denn je unser Interesse erweckt. Das mit grosser Sachkenntnis und Gründlichkeit ausgearbeitete Referat wurde durch Schallplatten wertvoll ergänzt. Hif. Die Altistin Magda Spiegel, in Frankfurt a. M. bestens bekannt, erfreute in. einem Arien-Abend durch ihre umfangreiche und voluminöse Stimme, deren besondere Stärke die üppige Mittellage ist. Die Sängerin, von Dr. Willy Salomen kultiviert begleitet, wurde ungemein herzlich gefeiert Auch die mitwirkende Pianistin Alice Rosenbaura fand dankbare Hörer. — Als kultivierte Sopranistin' stellte sich Edith Baum, deren schönes sympathisches Klangmaterial infolge einer Indisposition nicht ganz ungeschmälert" zur Geltung kam, einem interessierten Hörerkreis in Frankfurt a.- M. vor. Der Geiger Oskar Kleinberg, Mitglied des Kulturbund-Orchesters Rhein-Main, zeigte ton- Kche Qualitäten, Temperament und weit gefördertes technisches Können. Die beiden jungen Künstler, denen Lilly 8 e h w a r z - M a y e r - bot er die feinsinnig sichere Begleiterin war, janden sehr herzliche Aufnahme und viel Beifall —tt. Der Kulturbund Uhu begann seine Veranstaltungen im Winter 1937/38 mit einer Kleinkunstvorstellung, in der Edith H e r r s 1 i k - Berlin. Klaus B r i 11 - Hamburg und Max Eo; o i n s k i - Hamburg unter musikalischer Begleitung von Ludwig 'Grünbaum - Nürnberg mit vollem Erfolg auftraten. — Eine Vorstellung des Ensembles des Hamburger Kulturbundes mit dem in zahlreichen Städten mit grösstem Erfolg aufgeführten Lustspiel ..Jean" von Bus-Fekete fand beim. Publikum begeisterten Beifall. Der Aufführung wohnten zahlreiche Besucher aus den Nachbargemeinden bei, die der Leitung des Kulturbunds für diese Betreuung ihrer kulturellen Bedürfnisse besonders dankbar waren. — Das Konzert mit Hermann S c h e y, Berlin, war einer der Höhepunkte innerhalb der Veranstaltungen der letzten Jahre. Zu seinem Erfolge trug "vor allem auch die verständnisvolle- Begleitung von Else Kay m an n, Konstanz, bei; sie bewies in Werken von Mendelssohn und Chopin ihr ausgezeichnetes pianistisches Können. Im Hamburger Kulturbund sprach Dr. Anneliese Landau über „Ungetanzte Tanzet In einem in Form und Inhalt gleich vollendeten Vortrage gab sie einen Ueberblick über den Siegeszug des Walzers im 19. Jahrhundert. Als ein vortrefflicher Pianist erwies, sich Wolfgang Rose, der den Vortrag durch die Wiedergabe von Konzertwalzern illustrierte. Starker Beifall dankte beiden Vortragenden A, Zum erstenmal fand im Rahmen des Kulturbunds Kassel ein Heiterer Abend statt. Der Namen Max Ehrlich genügte, den Saal zu füllen. Anekdoten, Sketchs zusammen mii T a c h a u e r u. a., die trefflichen Schauspielerkopien unterhielten das Publikum ausgezeichnet F. Im Kulturbund Braunschweig, gab Hermann S c h e y einen Liederabend, am Flügel begleitet von John Mandel brod, Hannover. Beide Künstler wurden lebhaft gefeiert. — Das Gastspiel des Hamburger Kulturbundes mit „Jean" war eine überaus gelungene Veranstaltung. Spielleitung und Mitwirkende verdienen dankend Anerkennung. Man hatte aus dem Armenviertel Warschaus eine Schar wirklicher Bettler herangezogen. Unübertreffliche Typen und Gestalten hatte man unter ihnen gefunden. Lahme. Blinde und merkwürdige Invalide. Frauen in Hauben längst verschollener Moden, die einen grotesk-unheimlichen Anblick boten. Es war für den Regisseur eine schwierige Arbeit, alle diese undisziplinierten Menschen zu gruppieren und zu einer einheitlichen Arbeit zusammenzufassen. Es gelang sogar über alles Erwarten! Zusammengeschweißt durch die Kraft der Gemeinsamkeit und getrieben durch die Musik Henoch Kons schienen die armseligen Gestalten wie durch Zaubergewalt den Druck ihres Lebens zu durchbrechen und tanzten in dem Rausch einer leidenschaftlichen Wildheit ein erschütterndes Bekenntnis der Erniedrigten und Beleidigten an das Leben. —• Henoch Kon. der noch jugendliche Komponist — er erhielt seine musikalische Ausbildung u. e. auch in Berlin —, berichtet von seiner musikalischen Aufgabe: „Nachdem zu dem Dibbuk-Thema bereits Joel Engel für die Hablma, und Loeovico Roca für die Oper eine Musik geschaffen hatten, erschien mir diese Arbeit sehr, sehr schwer. Ich bin an diese Musik wie an eine heilige Handlung herangegangen. Jeden Ton habe ich mit überlegt. Es galt ja"auch vor allem die Stilreinheit zu wahren und keinen fremden Ton hereinzulassen. In meinem ganzen Leben bin ich noch nicht mit solcher gespannten Leidenschaft an meine Arbeit herangegangen. Ich wusste, dieser Film geht durch die ganze Welt! Und ich hatte das brennende Verlangen, zu zeigen, was ein jüdischer Musiker aus den jüdischen Gegebenheiten schaffen kann, wenn ihm die Möglichkeit dazu geboten wird.'* Im Auftrage des amerikanischen Finalproduzenten Adolph Mann dreht der bekannte deutsche Schauspieler und Filmregisseur Alexander M a rten seinen zweiten Film in jüdischer Sprache, und zwar „Ein Brief an die Mutter". Dem Film b'egt das alte jüdische Volkslied „A Briwele der. Meinen" zu Grunde. Alexander Maiten hat den ersten Toniilm „Al-Chet" in jüdischer Sprache gedreht, der von der polnischen Film prüf ungsstelle das Prädikat ..Künstlerisch" erhalten hat. Die Hauptrollen spielen diesmal wie in seinem ersten Film die Charakterkomiker Sz. D zig an und J. S c h u hmaeber. die bereite weltberühmt geworden sind. Die weiblichen Hauptrollen verkörpern die junge amerikanische Künstlerin Evelyn Mann und die Wiener Schauspielerin Hilde Mertens. Die Welturaufführung findet im Januar gleichzeitig in New-York und in Warschau statt. W. St.. New-York. Tn X c w- York wurde der Film „Grüne Felder'1, nach dem Schauspiel von Peretz Hirschbein u ra u f g e f ü h r t. Er rief viel Tnteresse hervor. Literatur über Musik Paul Stefan: „Die verkaufte Braut." (Zu einer ersten Aufführung.) Herbert-Reichner- Verlag, Wien 1937. Ein schönes Bekenntnis zu Smetana und seiner Meisteroper, für deren Fülle und menschliche Güte hier liebende Einfühlung die rechten Worte findet. Entstanden aus einem Vortrag anlässlicb der Amsterdamer Erstaufführung, stellt die kleine, bibliophil ausgestattete Schrift das Werk hinein in die grossen Zusammenhänge tschechischer Musikgeschichte, weist ihm aber auch den Platz in der Entwicklung ihres Schöpfers. Heute das Nationalkunstwerk des Landes, fand die „Verkaufte Braut" zunächst nur massige Resonanz, „denn es ist zwar eine Musik aus den Tiefen des Volkes, aber keine' plump populäre", wie Paul Stefan sagt. Sie ist verwurzelt, erdverhaftet, und sie ist übergreifend, umspannend — ihrer aus solchen Kräften gespeisten Wirkung ist Stefan ein beredter Deuter. H. Fr. * Paul Stefan veröffentlichte im Herbert Reichner-Verlag eine neue Studie „Don Juan, der Versucher und Sucher", in der er die Gestalt von der spanischen Dichtung bis zu Shaw verfolgt; im Mittelpunkt steht natürlich Mozart * 55 Lieder aus dem „Buch der Lieder" von Heine sind von dem Grafen L. Pininski, ehemaligem Statthalter von Galizien und Recbtslehrer an der Lemberger Universität, in Musik gesetzt worden (Verlag Hasliner, Wien). Neue Lieder von Walther Hirschberg Eigentlich sind es vier Hefte mit 39 Liedern, die der fleissige Komponist kürzlich hat erscheinen lassen. Damit hat Hirschberg über 300 Lieder geschrieben, die Bearbeitungen ungerechnet. Die neuen Gesänge bezeugen eine besondere Reife und Gestaltungskraft. Die erste Abteilung enthält zwölf Lieder nach Texten bekannter Dichter. Die Tonsprache ist durchaus gehoben und verantwortungsbewusst, in der Harmonisierung kühn und in der Diktion überaus charakteristisch. Gleich das zweite Stück, das „Tanzlied der Rosetta" aus Büchners „Leonel und Lena*', ist eine Perle in diesen reichen Heften. Der in sich gebrochene Rhythmus der Begleitung wird überwölbt von einer zarten Melodie, die sich wie eine Oboe klagend aufschwingt Sehr feine und sensible Wirkungen bringt das „Mädchenrätsel": das unbestimmte Schreiten gleicht dem klopfenden, zagenden Mädchenherzen. Einen frischen, kernigen Ton schlägt der „Waldkapellmeister" an. Das Lied ist erfüllt mit echter Fröhlichkeit und bringt reizende Charakteristiken der einzelnen Vogel. Während das zweite Heft neue Goethe- Gedichte enthält, ist das dritte und vierte nach Gedichten von Heinrich Heine komponiert Da finden sich zunächst prächtige und eindrucksvolle Gesänge, schaurige Stimmungen, wie z.B. „Mond im Nebel", dann wieder zarte und wehmütige Klänge. Besonders eindrucksvoll ist dem Komponisten der Zyklus „Der wunde Ritter" gelungen, darunter wieder eins ganz besonders und überzeugend: „Traumbild", ein in der Grundstimmung, im Melodischen und in der Faktur gleich meisterhaftes Lied, das sicher bald in weiten Kreisen bekanntwerden wird. Mit seinem neuen Opus hat Walther Hirschberg einen bedeutenden Schritt vorwärts getan. _ Karl Wiener. Neue Schallplatten Brucbs „Kol nidrei" (für Violoncello and Orchester) wird von Pablo Casals auf His Masters Voice-Platten (DB 3063—64) gebracht. Arthur Rubinstein bringt auf His Masters Voice-Platten 12 Nocturnes von Chopin. Gustav M a h 1 e r s „Lied von der Erde'\ dirigiert von Bruno Walter, ist auf Columbia-S'challplatten zu hören (Album, ROX 165—171). Der Geiger Stefan Frenke', New-York, wurde von der New-Yorker Schallplattenfirma „Musicraft"' zu zahlreichen Grarumopbonaufnahmen verpflichtet Bis jetzt sind erschienen: Bacb Suite in Ä-dur, Fuge in g-mol! für Violine und Cembalo, ferner Pu reell Sonate in g-inoll für Violine und Cembalo (eine Doppelplattei Begleiter war in allen Fällen Dr. V. Emst Wolf f. * Wanda Landowska spielt Bach? Englische Suite in A-dur auf His Masters Voice-Platten (Bach- Album. 5. Teil>. * Artur Schnabel spielt Mozarts Klavierkonzert A-dur. begleitet vom Londoner Symphonie-Orchester, auf His Masters Voice-Platten (DB 3095—98). Mozarts Symphonie D-dur (K. V. 504) wird von den Wiener Philharmonikern unter Bruno Walter auf His Masters Voice-Platten gespielt (DB 3112—14). Bruno Walter bringt mit den Wiener Philbarmonikern Prahms1 1. Sinfonie auf His Masters Voice- Platten. * Arthur Rubiuetein setzt auf His Master.5 Voice-Platten die Serie Chopinseber Nocturnes fort. Jüdischer Kulturbund Berlin Die nächste Premiere ist Shakespeares Lustspiel „Viel Lärm um nichts" mit der Bühnenmusik von Erich Wolfgang Korngold. Regie: Fritz Wisten; Bühnenbild und Kostüme: Heinz C o n d e 11. Wochenplau Theater in der Kommandantenstrasse 57, 20 Uhr: „Eugen Onegin" 11. Dezember (Abonnement, Abt 46), 12*. Dezember (Abt 24, 34), 14 Dezember (Abt 25, 35), 16. Dezember (Abt 23, 33). „Zweikampf der Liebe* 13. Dezember (Abt. 43, 53), 15. Dezember (Abt 41, 51). Kulturbundsaal, Kommandantenstr. 58/59, 20 Uhr: Geigenkonzert K ander: 13. Dezember (4. Konzert), 15. Dezember (5. Konzert), 16. Dezember (10. Konzert).