Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 47 (25.11.1937)
- Date
- 1937-11-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 25. Nov. 1937 K U L T U R B U N sf-< - i*z %K f^"^ 3^*"- h'SE^k^^^*^ u 'fe b ^5 ■ ,t J.;«lrr,r>(<...'. . . p __X " 1 'ich mich an d^n Oneuin. b.^anu nachzudenken und fand dir Mop gar nicht so absurd. Per F.nt- >chlu.*!* war bald gofasst. und ich begab mich sofort auf die Suche nach Puschkins Werken . . . j. Pas T>:rchlosen versetzte mich in Kntzücken. Irl» verbrachte jeino schlaflose Nacht, deren Resultat: das Szpnar.iuni cm er l>:'s!!i<-\-"\\ Oper mit l*»5rhkins Text." „Du glaubst gar nicht, wie wild ich auf dieses Sujet bin. Wie froh -ich bin. de» üblirhpn Pharao*, äthiopischen Prinzessinnen" — offenbar Anspielung auf Aida — ..Vergiftungen u. dgl. Puppengesrh ich ten aus dein Wege gegangen zu sein. Welche Fülle von Poesie Onogin birgt. Ich bin "durchaus nicht verblendet, icii weiss eeuati, dass die'Oper zu wenig Handlung, zu wenig .... Bühneneffekte -haben wird. aber, der grosso > Poesiereichtum, die Lebenswahrlieit und F.infachheit der Vorgänge sowie die genialen Verse Pu-dikin« wjeg.^u div«<.r.*c Mangel gewi-slnh auf." „Dir- Oper ,Oue<;mwird niemals Krfnlg haben, das weiss ich im voraus ..." ..... mein hesrlmidenes Werk, welche«; ich nicht Oper nennen will . . . l.vn-che Szenen möchte ich e> nennen, oder ähnlich, .la. diese <)p-<r hat keine Zukunft! Pas wussle ich w.>hl. a sie schrieb . . . Ich habe sie aus unüberwindlichem innerem Dran«: geschrieben . . . ich kann weiuVstens behaupten, dass diese Musik im buchstäblichen Sinne sich aus mir ergossen hat. dass ich sie nicht ausgedacht und herauseoquült habe." Diese brieflichen kowskys vermitteln eirmn umjewohnlich ^mistigen' Hinblick in den Vorgmig der kiin>ilerischen Konzeption, um«! damit und darüber hinaus umschreiben sie mit aller Deutlichkeit Wesen un.l Beerenzmu: «1«'* W.«rkes. ..F«>csi >- r-m-htmu" - an ihm fängt d.-r!.>rik.-r T--haikow^ky Teuer, den /.anbei Tatjana- Klane, wrden 7ij lassen, mnr-s eihn gedrängt hah.m. ..i.ohenxwahrlmil un«l Fiufachlmir .la- >",d fa.-t \eri-tisclm Forderungen, freilich hat d-r >\oll ../u wenig Han-Unne. zu w.mm lliilin-—.- «•frei.le-. lifschi-hen l.-l - V' c 1) -O III nacil innen \erb'gl, >n da-s man vnn einem ..Se«l«milrama" ge-pnvhen ha!, [ler blutige Vorjnn^ de.« Pmdis fällt dabei rtwas ans d-mi Rahmen, dagegen \rrgleirhc man einmal dm Schlus-szene mit derjenigen aus ..< armen-': hier wie Hort äusserer Konzentration des Konflikte-», miinilend in Vernichtung, doch kein Todesstnss im ..Onegin". sondern — so!) man sagen: nur? ein Auseinandergehen zerstörter Menschen. F.igenMich erst in dieser Schlussszeim — di» Kurl Singerp Bearbeitung wirksam ohne Pause dem vorletzten Bdd anschließt — erwächst dip Tltelge.-tnlt aus einer gewissen Blässe der ersten-Akte 7ii wahrhaft dramatischer Fülle. W>-mt!« der Kulturlnrnilauffülum^iPier der Funke dramatischer Krscliütlorum; übersprang, dann dankt man das zu allererst der grossen Schauspiele. Tischen Kraft Wilhelm I i ti t t tn a n n s . der hier in das Zentrum des Werkes ^orstö:-.-!. Vnn herrlichem Adel in Haltung und Fr-cheinuug. hntritt der er-raute (hierin das Haus des Fürsbm. Invergesslicli d>«r wunde Blick, mit dem er O rem ins „t'nendücli liehe ich Tatjana" aufil. wuiKlerbar glaubhaft dann da«, ra-ch«- Aufl.-.h'rn" «l'T ].eulmixctiaft. dn> .11 der ^ros^'u .\u-<M!iamh'i->el/.ii['U' immer ^.-w all i^-v aufbrande!. So nur kamt man Oper spiel.-n. «-«II sie ,,,,-hl im Kon/.Tl baflen lded-n: die Kultur <]••> St lllinilichell V-T.-teht sich!"•! ein,-|U S.'mL'el" wie (uittmann von «.elb-l. \\;:, dem Hilde ()ne-:m< in d -n --r-len Akl-n an Karliiuke;! t-hlt. ist mit vergeh« eml«Tischer Fülle'ü!.er die Cv-lalt Taljanas a1Hee-(vscn; sie i-t die wahre 11a-1.1 fi•_:nf der Oper. Wila A I - 7. blieb der Parti.• »esnujlicli nichts «rhul- Ki lie; ulaiuvidl triumphierte ihr Sopran bis in iie höch-den l.aeeu. Im ubriee,, ,-if.»le|e eine cielleicht unvermeidliche Ak/ •iilv.-r-cbiel-iin^ :;tn:i hatte Leidenschaft. T. aiperament. hatte mir in Andeutim-M-n ]• n-'s Frajil". /.arte, .laman *,ch 11:■ mertrüumt. Susanne .-nie 1 ü^a \eli herjiem 1. dunkl-r All v--r-innbil.ilicht d 'Hl felll 1 Jen. ireulmm^eiv .•,-;ennl.er innehat. Krnri!,-. mit d.e.ep Faun- ,m Kul'ur'mnd x ,;| ,,!..' ein w tllld-'rvnlle« Mate- •l.ilt.-iie-,, ill.m/. und über dm recht« ,:n K,n-.d/ .-einer Mdl.'l. Par.-lelleri-.rti .,-:„>-perl ed -u le,dei^ch:i[l!ic!i l.i.dv-nd n To.|!..-!.-.!.-u der Piie|l-/ene. Dem MI de- 1,Mannes -.'ibl W alter emin ,n der benihml-n Arie her/.- ck. lau K. ,le.; bei! . i-; 11 v s 1 ihm 1 ll-nn-nr-. und -I icben A .d ,cln -luck die Filipdls: betulich 1- ...elieble Tat- 1 t h a n holt sich ' >\\i: I dä>*,< s*ffSc t? jst ^. *.? - y: | ,;.v r"*. Die jüdische Volksliteratur / \Z Rein ■ 2 Ft>rt$c!:u>!<7 VI. Die Werke des 16. — 17. Jahrhunderts ' Auch die jüdische Literatur-bedient sich bald m vC&^'^er neuen .Macht des Buchdrucks. Die erste fel^'S; Kpw'be tScsjüdischen Buchdrucks ist wie eine W^W-~i'&t0**°.Ernte, die das'sammelt, was Generatio. fß^^rj: nen vor ihr aufgehäuft haben, was in Hand- .^^^^-^.is:cbriften,CKJer iu. mündlicher Ueherlieferung vor- ^v^v4\-liegt. In diesen breiten Strom mündet das Werk rJi&h-'l ^PS jüdischen Spieltnanns ebenso wie die Schritt '^k}^ Ge^Drtpn, «das» nuitelalterliche Fpas. das zur ^fll^Prosafsrzäblung und Novelle geformt wird. ÖM^eCbeoso-tvie das Sitten und Moralbucb. die Ueber- ^aeetzung biblischer Bücher ebenso wie die Samm- ^^lu'ng&D^vVOQ'Cyo^b'rilteo über Gebote und Ge- ^©bräuche. ... ' ^^|el^.^if«er.--'.Werke'• zeigen• einen Misvbstil. |fi^^^f%kftinnjieQtatqriscbes und Erzählendes. "ISj^ljiu^ re-;und Beispiel Debeneiu- ^.to^er|ßtßnen „und selbct.die in dieser Zeit be- ^lieb^lMorälbüchl^ oft in Anlehnung an '^^^pÄ(*e?'äer£y'fite'f*^: Ergebnisse . uienscb- .^)jcbef|^rfah^^^ und Lebenslehren |§l|££i$'&^^ anschaulichen Dar- ^jt|ii|rn^UDd|$bHd^ ••Einkleidung;-'ntchter. ,^w^^i^^Rein$rer^hlender-'.:Natur sind die KS^ill^i?^^^ ^^6*-. Pr0Pu'P™ der spiel- ^Wunni|c1ieDlQ^ — aber eelbst. ^^^^^ä^^^^yoü:den» wir schon gf- ^e^^lblg^^Cv-V^Ztg. Nr. 25 und 26), *^Alan||^ und Ha- ^^^^U;^^wa^lot;und|ßl^ und. f^gmlii^ngcrt^EraH'hlungeo^nd: Mlirchen ^S^^^^^^^^^"-°^ie"^^^i-n- Re8l6,e'" ^mp^j§eo|tuf^ . von ^^j^^^isjsn^efe ^S^^^U^^^-^^^1^ -kennzeichnende';Tfl|jl^^ nachfolgenden "l5ÄT«ttÖB«^pt!fÄulim'wd rAoftebea genossen. Vor allem das berühr (Komm! und schaut!l. d: und erläuterte biblische tümlicher Sprache enthüll nefescb" (Huch von de d.v.-en weüreii-m- Bernstein in ,,\*<">: Auerbach im Kot ,-prechen. Pas gleichfall: enthalt Fabeln, die aus der S-e!ci;f:c r Nachwirkiii;- e). A n.i der Mageid" ...nichter uii. hei ühmt. der f;pa md Hertlmid Kaufmann'' ..Kuh-Burh" .-r|,.jiidi-chen 1.^ die.-or Buche,- wird ebnet, die im ersten erzahlt wird. Zwei eine Stadt und halten Literatur stammen: der „Brant- Siitenbuch. möchte ceine Mural dem liehst einbrennen. Bibelübersetzungen, -wie die von Blitz uni] von .loset aus Wilzenhau>en. wiir. den uns heute wohl recht barock vorkommen; aber die von Wilkenhausen wurde noch von Moses Mf-ndeWohu geschützt. Die Methode mancher durch eine Anekdote be/e Kapitel de;» ^BranUpiegep- Schriftgelehrto kommen in ' Vorträge. Der eine lect dun Clesei/., die Hala«-ha, aus, der andere erzählt eitel Hagadas und Cie- «ichirhten. Dip Leute laufen zu dem (hvfhichlenerzahler. während die Vorträge de? Gesetzeserkläret* fast unhesucht bleiben. Dieser beschwert sieb bei dein ersteren: der beschwichtig ihn, wiederum mit einem Gleichnis Zwei Kaufleute kommen in eine Stadt; der eine verkauft Nadeln, der andere Edelsteine; da liehen die Leute.zu dem Nadelverkäufer. Mit diesem hübschen Gleichnis hat der Verfasser zugleich bescheiden angedeutet, dass er da« niedrigere, aber häufigere' Bedürfnis befriedigen möchte, während er die Stillunp des höheren, aber selteneren Bedürfnisses anderen überläfist. _Aijf jeden f-jill ^gelirigPea Ihm, seufe' "Lehre"und Moral durch"" Beispiele zu illustrieren und j-o lebendig zu machen. Auch wir möchten nunmehr, statt weiterer Erörterung, den Geist dieser Werke und damit den jüdischen Geschmack jener Epoche durch •einige Probenihrer Faheln sprechen lassen.' . Die hagadiwhr Ausschmückung biblischer The. men, die Jn ihnen g^pn^gt wird, ist oft geistvoll gehandhabt. So erzählt „Zeena Ureena" folgende Ce-rhicl'de \.;n Abraham. Sein Vater Teracji verkaufte Götzenbilder. Oft stand Ahnt, harn dabei: er hatte al-dann die Cewohnheif. die Käufer /n fra-.-n. wie alt >ie seien. Antwortete etwa ••iiier: b-b bin fiinfzig oder >••■ b,:i_' Jahre alt —, >^ .-prach er: Mu bi.-t nun secliz;^ .fahre alt umi will-t <i:- h n>M^"'M vor etwa?, davor einem 'la-e ,-uUlanden ,,f> Da -im.- d-r Kiiufer niei-t lw-ch;init von dannmi. — lv,u--- Ta-ekam eine 1-rau um! brachte eine Schii — d voll Senuueiniehl. die -ie zum Opfer für dm ilut/eu heslinmit''. Abraham nahm die Schü--fl und stellte ,-ie vo, die (i.do-ii'u 1 der; dann /- rtnimtiiei-te er <lie-e biauf .-im--, dem er .-ii'-n Stock in die Hand LTab. T>-rach kam hinzu um I sprach Tu Abraham: Wer bat dageh»? Al.raham antwortet.•: Fme h'rau (.rächte Semmelmehl nl- Opfer für dm 0..t/.-n. l'-a haben -i" da- Zanke,, -ekri.-jl. w.-r /.uer-l e-en sn|I. Fnd der gr..»le O-d'.-- bat «h-n Stock munmimen imd die andern -/ertnimmei I. 'lei ai'h war nalurhch tief er-taiint und fragte: S.-it wann haben -i'' denn \'e!-tamf oder I.eben in -ich? Dn<. war das Stichwort, auf da<*i Abraham gfwart.d hatte. Wenn «-ie keinen Verstand und kein I.eben in sich haben, «prach er wieder —, warum sollen wir ihnen denn dienen? Der erzürnt«- 'I'erach «^ab Abraham in die Hände Nimrodi», des .Jägers. Der .verlangt" von Abraham, er solle «las Feunr anbeten. Als Ahraham sich weigert«", warf er ihn in« Feuer —, aber Abraham giti;' iiuver-t-hrt daraus hervor. F.ine andere hübsche 0. -chichle von Abraham und seinem Sohne I-mael enthält da- Bilch \on iler „(ieimind'- dakohs", das. gleich- ..«".<!jlrf jtu MischsUibi. n.',fl»rr^)fn, -n«*berr einer c reimten Uebor-et/img des Fünfhuchi, de? Bu «dies Jomki un«l de-* Kichter-Buches. auch hagadisches Material birgt. Abraham, von SehnMJ'-h! nach v-einem Sohne I-ma<d gi-tr-jeben. besteigt das Kamel und reitet 7.,] ihm Ismaol aber i>t auf der dag'l «-eine Frau empfängt Abraham unwirsch um! unhöflich und verweigert ihm dm Krfr iM-hune. Waiser un<l Brot \ u-verdem (in. schimpft sie ihre Kind«««- un-l!ä>tert ilir^n Mann. Abraham, der sein Reittier nicht v-r- 1Ü--I. epriehl heimkommt, au-' dem Lau nach dir fra .b-in.-m Man der w.-ul.n, Na .fahr •In h'-imkoimnt. all miii Tag Pef, \-nL...|. ide gei,|v.,||e Ii b'iem-llur gel, fur da, allerliche ,,|| Gefallen f.,n. folgt dann d Pas gb-i,- r.-n (Ju.-l i.-n und der Fr; i-t zu h.-m nicht nur l'n «I'-n ihr.-n ai l>e ha-ad-. m «lie-ara'u- Oattin l'ol.fa ««h. In -d«. .'lir jüdi-chei v-rarbeiiet^ . ten winl m-inrle .lak. hat Josef ih zu «1er Frau: Wenn dein Mann -o -age i 11im: l■*jii Mann war hier le d.-r rinli-ter, alt von Tagen, der .«I- . l'ml er sprach zu mir: Sagt» i. er mn-e d'-u b'ie.j.-l vor seinem uml eim-n andern da vorstecken. — ii vei-pmte Abraham wiederum id. |-ma.-l und ritt zu ihm. Wieder auf d.-r -hmd. ab'-r >eino Frau — - war ---lir li.-b.-n-w ürdig und ehr- ■•«i Abraham uml brachte ihm di» W.-i----r und Idol. Abraham seg- I -piach n\ ihr: W<-nn dein Mann -o -.il."- ihm: F.- war da ein Mann, ■ii. er -pia.-h. ich solle dir sagen: d"ti du irt d.-m Haus geS|eekt hast. In j;r -t.-ck.-n la--«Ml. — Wie den . ^o hall«. l-ma--l ari'cli den zweiten mb-n. Kald emer mit We,|, und -em'.i. VnP-r. |.;% ,^ i,„.r rj«, bm-hni- — dew . g/urielimenden da< t..-e. -les zu belas.-enden Na- -iite w,.,!, d.-in dasmitteld auch «.pal' ie Publikum sogrossen I. Der B. liebtbelt ,|,-S ( i |e | (• h ,1 i SSeS ie l;.-liet,t|,.-it d'-s Kät.-els. Im Werk enthält mich die aus ult«v •j.-/o-Kne Kr/älilung von Josef m Polifar«--. .\n die^-r Krziihlung ••rkeri. wodie jmli-che Literutur '•md'- MiP-ve aufnahm, sondern mi» i«-b liemd- Literatur.-,, beeiriflu-b-. eh.« l-'orm d.-r .b.-f.Sage ist auch •«die l.it.-r.-itur e,,igeeangen, die d«'r irden Vim.-n Sulmctm (Suleika) e~vr-!ir»b-:^en--m Törin koin'mr -i"»-" n Literatur zurück, rpe vie weiterwol..-i d.-r Name Suleirlia t.e,h.dialf)er Kern der Fa^ung der ..fip- •»»-" ist «Ina folgender: Suleich« re Wünsche schon angedeutet, ist tut33?4- Ais tiiml.la:%uat B«stel!iort«l auf 5»lr© 1