Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 46 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 C-V.-Zeitung Nr.46*19.Novemberl937 schäftlicher Tüchtigkeit und ist grüblerischer Seelenproblematik abhold. Und schliesslich ist der Faden der menschlichen Geduld nicht aus Gummi. Dagegen muss gesagt werden, dass der Amerikaner gern hilft und demjenigen, den er für tüchtig hält, gern eine erste Chance bietet. Er beobachtet das Experiment sodann mit einer Art von, fast möchte ich sagen, sportlichem Interesse. Unverkennbar scheint eine judenfeindliche Stimmung im Wachsen zu sein. Aber Konsequenzen, die dem einzelnen Juden empfindlich fühlbar werden, sind. wohl für eine absehbare Zukunft kaum zu erwarten. Im grossen und ganzen kann man sagen: Amerika ist heute kein schlechtes Land für den Einwanderer, wenn er die Gaben und den festen Willen mitbringt, sich ein neues Dasein zu erkämpfen. Es gibt für solche Menschen hier noch mancherlei Wege, die durch Nacht zum Licht führen. Dr. Ernst Schwarz. Ziele jüdischer Gegenwartswanderung Zweiter Abend der Vortragsreihe des Gross-Berliner C.-V. DerHilfsvereinteiltmit: Der Hilisverein deT Juden in Deutschland hat pin Rundschreiben über Registrierung ausländischer Aerzte in Gross- Britannien, den Britischen Dominions und den Kolonien abgefasst. Da das Thema lediglich für einen sehr beschränkten Kreis unserer Leser von Interesse ist, sehen wir von dem Abdruck des umfangreichen Rundschreibens ab. Wer über diese Frage besondere Aufklärung wünscht, wende sich direkt an den Hilfsverein der Juden in Deutschland, Berlin W35, Ludendorffstrasse 20 (Tel. 22 98 96). Die ausländischen jüdischen Hilfskomitees führen darüber Klage, dass an sie häufig das Ansinnen gestellt, wird, für die Folgen unüberlegter Auswanderung durch Geldunters'üizung oder dergleichen einzustehen. Die Hilfskomitees lehnen es grundsätzlich ab, solche lülfe zu gewähren. Es wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Vorbereitung jeder beabsichtigten Auswanderung nach den nichtpalästinensischen Ländern durch die für die Heimatgemeinde des Auswanderers zuständige Beratungsstelle des Hilfsvereins durchgeführt wprden muss. Beratungsstellen des Hilfsvereins (Nr. I. bis VT. verateiehe C-V.-Zeitung Nr. 42 vom £J. Oktober und Xr. 44"vom 4. November.) Beratungsstelle XIII München: Auswandererberater: Dr. Joseph Scüaeler. Herzog Masstrasse 5; •Sprechstunden: Montag 17—IS Uhr, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 11—iä Uhr: Zuständigkeitsbezirk: ^üdbayern. d. h. Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und die südliche Hälfte der Oberpfalz mit der Trennungslinie Neumarkt-Amberg. Beratungsstelle XIV Nürnberg: Auswandererberater: Bernhard Stern II, Neue Gasse 12: Sprechstunden: Montag und Freitag 10—12 Uhr; Zuständigkeitsbezirk: Südbayern, d. h. Franken und die nördlichen Teile der Oberpfalz mit der Trennungslinie Neomarkt/ Arnberg. Beratungsstelle XV Stettin: Auswandererberater: Frau Elsa Meyring. Friedrich-Karlstr. 3; Sürechstundfln: Montag bis Freitag 10—12 Uhr, 16—18 Uhr: Zuständigkeitsbezirk: Pommern und Grenzmark. Beratungsstelle XVI Stuttgart: Auswandererberater: Frl. Thekla Kauffmann, Gartecstr. 15, I; Sprechstunden: Montag bis Donnerstag 15—18 Uhr, Freitag 10—12 Uhr: Zuständigkeitsbezirk: Württemberg und Hohenzollern. Anfragen aus dem ehemaligen Abstimmucgsbezirk Oberschlesien sind zu richten: a) für den Bezirk Beutben, Katibor, Oppeln. Gross-Strehlitz, Leobschütz, Kreuzburg. Rosenberg. Konstadt, Cosel. Oberglogau. Katsrher, Gutteniag, Landsberg: an den Provinzialverband für jüdische '\Y ohlfahrtspflege Beuthen, Schiesshausstr. 6: b") für Stadt Gleiwitz und das übrige Abstimmungsgebiet, soweit es nicht zur Zuständigkeit der Beuthener Stelle gehört, an die Jüdische Wirtschaftshilfe Gleiwitz. Niederwallstr. 9. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, welch starkem Bedürfnis die vom Aktuellen hinweg ius Geistesgeschichtliche führende Vortragsreihe des Landesverbandes Gross-Berlin des Jüdischen Central-Vereins über die „Ziele jüdischer Gegenwarts Wanderung" entgegenkommt, dann hat ihn der zweite Abend erbracht Der Andrang des Publikums war noch stärker als am ersten Abend, und der grosse Saal des Jüdischen Brüdervereins sowie die angrenzenden kleineren Säle waren von einer aufmerksamen Zuhörerschaft bis auf den letzten Platz gefüllt. Dieser zweite Abend führte uns in das Riesengebiet Südamerikas und in das reiche, aber problematische Südafrika. Nachdem der Vorsitzende, Dr. Glaserfeld, noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass es sich bei dieser Vortragsreibe nicht um eine Auswandererberatung, sondern darum handle, unser Wissen über diese für die jüdische Wanderung so wichtigen Gebiete zu vertiefen, ergriff Dr. Arthur Prinz das Wort zu seinem Referat über Südamerika. Er führte uns in die Anfänge der Entdeckuugsgeschichte des südamerikanischen Kontinents, und zeigte, wie noch viele Erscheinungen des heutigen Zustandes auf diesen alten Tatsachen basieren. Trotz vieler Gegensätze bilde Südamerika im Grunde eine grössere Einheit, als z. B. Europa. Ein Gebiet, vielfach grösser als Europa, mit über 100 Millionen Menschen, sei zunächst eine sprachliche Einheit, da — abgesehen von der indianischen Urbevölkerung — lediglich, die Sprachen der beiden Entdeckernationen, Spanien und Portugal, gesprochen werden. Der zweite einheitsbildende. Faktor sei die Religion: der Katholizismus bilde dieKulturgrundlage in ganz Südamerika. Alle anderen Religionen spielten nur eine untergeordnete Rolle. So gebe es nur eine halbe Million Juden, von denen zwei Drittel in Argentinien wohnen. Das erhöhe aber auch die Gefahr der Aufsaugung der Juden durch die übrige Bevölkerung. Einbeitsbildend wirke drittens der Bevölkerungsaufbau, der fast, in allen südamerikanischen Ländern der gleiche sei. Mit Ausnahme von Brasilien, wo die Neger noch hervortreten, sei über der indianischen Urbevölkerung im Zuge der auf die Entdeckung folgenden Einwanderung eine weisse Oberschicht entstanden, und zwischen beiden liege eine mehr oder minder breite Schicht von Mischlingen (Mestizen). Von dieser Schichtung werde auch das soziale Leben entscheidend beeinflusst; in vielen südamerikanischen Ländern falle der Gegensatz arm und reich zusammen mit dem Gegensatz . farbig und weiss. Bs fehle ein genügend breiter Mittelstand, der sozial und politisch ausgleichend wirken könne. Auch die aus Europa kommenden politischen Formen erführen Verände- rangen, sobald sie mit dieser sozialen Schichtung zusammenträfen. Aus ihr erklärten sich auch die häufigen politischen Erschütterungen in. Südamerika. Trotz dieser Gemeinsamkeiten seien die Länder Südamerikas im einzelnen doch recht verschieden. Vor. allem auf wirtschaftlichem Gebiet könne von einer Einheit überhaupt nicht die Rede sein. Einzelne Länder entwickelten sich in nordamerikanischem Tempo zu Industriestaaten, andere wieder seien nach wie vor rein landwirtschaftlich orientiert. In den. meisten Ländern fehle es aber an Arbeitskräften für den Aufbau der Industrie. Gebraucht würden vor allem gelernte Arbeiter, Handwerker sowie ders. Und meiner Ansicht nach ist es in vielen Fällen nicht nur ehrlicher, sondern auch sehr viel verantworturigsbewusster. ganz einfach zu schreiben: „Das weiss ich nicht. Darüber habe ich keine Erfahrungen", als in der Meinimg, man müsste nun unbedingt etwas schreiben, weil sonst der andere enttäuscht wäre oder man sein Prestige als U. S. A.-, Brasilien- oder Südafrika-Expert verlieren könnte, Dinge zu berichten, bei denen man selbst nicht weiss, wieweit sie wirklich zutreffen. Viele werden vielleicht ungeduldig meinen: ja wer. wenn nicht eben die, die vor uns hinausgingen, soll uns denn auf unsere Fragen antworten, uns in unseren Entschlüssen Rat geben? Richtig. Aber man soll nicht Unmögliches verlangen. Man soll nicht erwarten, dass jemand, der Geschichte studiert, über die Aussichten eines Foto-Ateliers Bescheid weiss und jemand, der seit vier Monaten, solange er nämlich in Amerika ist, schwer in einem Büro in San Francisco arbeitet, mitteilen kann, in welchem Teile Kaliforniens seiner (!) Ansicht nach sich eine Hühnerfarm am besten einrichten Hesse. Und schliesslich sei noch auf einen letzten, wichtigen Punkt hingewiesen: es hören ja keineswegs, wie manche es sich zuweilen vorstellen, mit dem Augenblick, da man nun, das Visum in der Tasche, den neuen Boden betritt, alle Sorgen und Schwierigkeiten plötzlich auf. In den meisten Fällen und vor allem auch in einem Lande, wo so zäh gearbeitet wird wie in den Vereinigten Staaten, erfordert gerade der Anfang ausserordentlich grosse Anstrengung und Mühe. So kommt es denn, dass manche, die wirklich vom besten Willen beseelt sind, andern zu helfen, zunächst so völlig damit beschäftigt sind, ihre eigenen Dinge in Ordnung zu bringen, dass sie kaum wissen, wie sie — über die Mitteilung ihrer persönlichen Erfahrungen hinaus — anderen wichtigen und nützlichen Rat geben können. Man soll die Absicht dieser Zeilen, nicht missverstehen: sie sollen keineswegs dazu dienen, irgend jemanden davor abzuschrecken, an Freunde und. Bekannte Briefe mit der Bitte um Informationen zu schicken. Meine Absicht war nur. ein paar der Gründe aufzuzeigen, die erklären mögen, warum in manchen Fällen die Antworten ein wenig anders aussehen, als man erwartet hatte. Und somit erwarte ich geduldig die nächste Post aus Europa ... Die HICEM in Danzig Im Zusammenhang; mit dem neuerdings in Danzig zutage getretenen Auswanderungsbedürfnis traf Anfang November als Vertreter der HICEM (Paris) Dr. James Bernstein in Danzig ein und stellte in Aussicht, das dort seit der grossen Emisration aus Polen im Jahre 1920 bestehende Büro der HIAS durch Entsendung eines weiteren Auswanderungsberaters zu vergrössern. Darüber hinaus wird Danzig wahrscheinlich weitere Vergünstigungen erhalten, welche die jüdische Auswanderung erleichtern können. Eine Rückwanderung einer Anzahi Familien nach Polen, insbesondere von Kleinhändlern, hat bereits eingesetzt. Welchen Umfang die Auswanderung annehmen wird, lässt sich zur Zeit noch nicht überblicken, da über die hierfür aufzubringenden Mittel noch keine Klarheit bestehtkleine und grössere Unternehmer. Danach müsse sich auch die jüdische Einwanderung richten. Wenn es auch heute in Südamerika . kaum ein Land mit liberaler Einwanderungspolitik mehr gebe, und wenn die Fragen der Wirtschaft hinter die nationalen Probleme zurückgetreten seien, so beständen doch für diejenigen noch die grössten Chancen zur Einwanderung, die die verlangten Qualitäten besässen. Dazu gehörten, neben den bereits genannten wirtschaftlichen Kategorien, Menschen, die sich sprachlich rasch assimilieren könnten und die sieb von jeder politischen Betätigung fernhielten. Unter diesen Voraussetzungen sei zu hoffen, dass Südamerika trotz mancher Schwierigkeiten in Zukunft noch Raum für viele auswandernde Juden biete. Das zweite Referat des Abends über die Südafrikanische Union hielt die Redakteurin der C.-V.-Zeiiung, Dr. Margarete Ed eine im. Aus ihren geschichtlich begründeten und von persönlichem Erleben getragenen Ausführungen erwuchs den Zuhörern ein plastisches Bild Südafrikas und seiner Kultur. An Hand der geschichtlichen Entwicklung zeigte die Rednerin, wie sich die Probleme, die schon bei der Gründung der Kapkolonie durch die Holländisch- Ostindische Kompagnie auftauchten, bis heute lebendig erhalten haben. Die alten Gegensätze zwischen dem schwarzen und dem weissen Element und, innerhalb der Europäer, zwischen den Engländern und den holländisch-afrikanischen Buren, seien auch heute noch nicht überwunden, wenn die vier Republiken auch zu einem Staate vereinigt und als Zeichen der Gleichberechtigung aller Weissen z. B. Englisch und Africaansals anerkannte Landessprachen nebeneinander stehen. 57 Prozent der Weissen, seien holländischer und nur 34 Prozent britischer Abstammung. Wie in allen Kolonialländern sei auch hier das Eingeborenenproblem brennend, besonders deshalb, weil Schwarze (7 Millionen) und Weisse (2 Millionen) auf vergleichsweise kleinem Gebiet nebeneinander lebten. Im allgemeinen herrsche eine völlige Trennung zwischen Eingeborenen und Weissen. Im Kapland sei das Zusammenleben mit den. Mischlingen, die dort in weit grösserer Zahl als Schwarze leben, etwas enger. Fast alle höheren Berufe seien den Weissen vorbehalten, die Eingeborenen seien auf die ungelernte Arbeit mit niedrigsten Löhnen beschränkt und kämen daher auch als Konsumenten kaum in Frage. Die „Coloured Bar Bill", ein. Trennungsgesetz zwischen Eingeborenen und Weissen, verbiete es dem Weissen, die Arbeit der ungelernten Eingeborenen zu tun. um so den Lebensstandard der Weissen hochzuhalten. Dadurch sei es dem Weissen, wenn er aus seinem Beruf herauskomme, unmöglich, als ungelernter Arbeiter das Nötigste zu verdienen. Daraus entwickle sich ein weiteres Problem: die Frage der ,,poor White»", deren Stützung und Wiedereinschaltung in das Wirtschaftsleben der Regierung schwere Sorgen bereite. In wirtschaftlicher Hinsicht gelte trotz der starken Industrialisierung und mancher Schwierigkeiten der Farmer die Landwirtschaft auch heute noch als das Rückgrat der südafrikanischen Volkswirtschaft. Viele Farmen seien in jüdischen Händen, auch sonst spielten die 80 000 Juden (4 Prozent der weissen Bevölkerung) sowohl in der Geschichte ala auch in der Wirtschaft des Landes eine beachtliche Rolle. Pur den Einwandernden sei von Bedeutung, dass die geistige Haltung des Landes und der Bewohner seiner Struktur als Kolonialland entspreche. Die harte Arbeit habe zunächst die geistigen Interessen zurückgedrängt. Dies habe sich jedoch in letzter Zeit etwas geändert, vor allem in den jüdischen Gemeinschaften herrsche ein reges geistiges Leben. Trotzdem fehle dem Europäer natürlich noch manches, was er bisher gewohnt gewesen sei. Daraus entstehe gerade auch für den jüdischen Einwanderer aus Deutschland die Verpflichtung, die ihm bisher zuteil gewordene geistige Regsamkeit auch in der neuen Heimat zum Besten seiner Mitmenschen zu verwerten und auszubauen. Starker Beifall dankte beiden Referenten. Er verspricht für die nächste Veranstaltung am 9. Dezember, die sich mit den uns besonders interessierenden Problemen des vorderen Orients (arabische Staaten, Palästina) beschäftigen wird, abermals eine, grosse interessierte Zuhörerschaft! H. W-l. * Am 3. November sprach der Syndikus des C.-V.-Landesverbandes Hessen - Nassau und Hessen. Dr. Matzdorff, im jüdischen Gemeindehaus in Friedberg über „Jüdische Auswanderung". Die sehr verständlichen Ausführungen des Redners fesselten die zahlreichen Hörer, die die Räume des Gemeindehauses bis auf den letzten Platz füllten. Dr. Otto Weiler (München) sprach vor einem überfüllten Saal auf Einladung der Israelitischen Kultusgemeinde München über Eindrücke seiner mehrwöchigen Amerikareise. Der Vortrag bot eine Fülle praktischer Einzelheiten im Rahmen eines Gesamtbildes amerikanischer Probleme nach ihrer Wichtigkeit für den Einwanderer aus Deutschland. Transfermöglicbkeiten und neue Transferprojekte, Möglichkeiten der Berufsausbildung jugendlicher Auswanderer nach dem Muster der Jugendalija, die Notwendigkeiten sprachlicher Vorbereitung und die Entfaltung sozialer Spannungen in_ den weiten, von den verschiedensten Rassen^besiedelten Räumen des nordamerikanischen Kontinents fanden eine eingehende Erörterung. Die iinanzielle und moralische Hilfsbereitschaft der amerikanischen Judenheit sei über alles Lob erhaben, aber sie werde von einer tatkräftigen Selbsthilfe der Juden in Deutschland abhängig gemacht. In diesem Umstand liege eine grosse Verpflichtung für jeden einzelnen Juden in Deutschland. Der Vortrag musste wiederholt werden. Ca. Wanderungs- und Ansiedlungsamt der Agudas Jisroel Auf einer Konferenz, die in Paris unter dem Vorsitz des Präsidenten der französisches Agudas Jisroel, Adv. Muller, abgehalten wurde, wurde beschlossen, die Weltexekutive der Aguda ein Wanderungs- und Absiedlung.«- amt anzugliedern. Alle Angehörigen der Aguda, die ihre Wohnländer verlassen, um nach einem anderen Lande auszuwandern, erhalten Identitätsausweise. In den Einwanderung: landen), insbesondere in Südamerika und in den britischen Dominions, werden „Konsulate" errichtet, die die Aufgabe haben, für die Neueinwanderer zu sorgen und ihnen beim Erwerb des Lebensunterhaltes behilflich zu sein. Junge Rabbiner und Lehrer sollen von der Exekutive der Aguda in die Einwanderungsländer entsandt werden, um bei der Errichtung orthodoxer Gemeinden mitzuwirken. Bei der Konferenz waren die Landesgruppen der Agudas Jisroel in der Schweiz. Deutschland, Belgien und England vertreten. Psychologie der Wanderung Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft des Jüdischen Lehr haus es Berlin behandelt Dr. Walter Schindler die Psychologie der Wanderung, Bindung und Lösung. Von dem Grundsatz ausgehend, dass die Juden nicht aus einem Wandertrieb wandern, sonders nur durch Not dazu gezwungen, gab Dr. Schindle einen interessanten historischen Ueberblick, in dem er. von der Gesetzgebung Moses' au; gehend bis zur Jetztzeit, die Lösung für da: Rätsel zu rinden suchte, dass die Judenheit sich ohne eigenes Land und ohne staatliche Existenz erhalten konnte. Dr. Schindler ging dann auf die Erklärung der seelischen Struktur des Juden ein. Er zeigte, wie Noteigenschalten entstehen, die zwar auf der einen Seite den wahren Charakter verbergen, zu Gefühlsverdrängungen und Komplexen führen, auf der anderen Seite aber auch überkompensatorische Leistungssteigerungen hervorrufen, die nicht nur der Judenheit. sondern der ganzen Welt zum Nutzen geworden sind. Besonders beleuchtete Dr. Schindler die Mittlereigenschafteu der Juden, als Folge des Lebens zwischen den anderen Völkern, als durchaus produktive Kraft. Der dritte Abend der Arbeitsgemeinschaft, die einen überaus regen Gedankenaustausch hervorruft, wird dem Lebensplan des jüdischen Volkes mit seinen materiell konkreten und idell geistigen Zielen gewidmet sein. MmkMmss m§k IMmu Erscheint ■wöchentlich ohne Gewähr. Poswchluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: Berlin SW II; Frankfurtj'Main Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München Postamt 2 (Flughafen); Köln Flughafen. Ein-wurf be: 3nderpn Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires: Cherb. Cherbourg. Ziffern in Klammern Posischlusszeiwi;. Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamburg Bremen Cherb. X.-Yort 22.11. 22. 11 (19) „Queen Mary" 24.11. 29.11- •24.11. 25. 11. (S) „Hamburg"' 25.11. 26.11. 3. 12- Luftweg: Bis auf weiteres keine Verbindung. Seeweg nach Südamerika Berlin Hambg. FranM. Brem. Cherb. Rio B. A. 23. 11. (17) 24. 11. (6) 7.12. 10.12- 25.11.(18) 28. 13. (S) 27.11. 13.12. 17.12. 26.13.(20) 27. 31. (S) 16.12. 21.12- Luftweg: Zuschl. f.50 RM für je 5 g (1.25 Brasil.) Berlin Frankfurt Köln Rio B. A- 20 11. (9) 20. 31. (11) 20. 11. (14) Fr. Luftp. 23 11. 24. Ii. 24. 11. (21) 24. 11. (24) Dt. Luftp. 27. 11. 28- - Seeweg aacb Südafrika' Berlin Köln Southarapton Kapstadt 24. 11.(34) 24.11.(21) 26.11. 13.12. Kapstadt—Johannesburg (oder Pretoria) 30 Stunden Luftweg: Zuschlag 35 Pf für je 5 g Berlin München Brindisi ~j 20.11.(7) 20.11.(10) 21.11.(7)( Laufzeit;. 11. (0) n. (7) 22. 11. (1S)\ 23. 31. (10) f 8-9 TagG 25.11. (7) j See- und Landweg nach Palästina Berlin München Kaifs!ü. 11.(20) 20.13.(9! via Belgrad-Istanbul 24. U- 21.11.(14) 22.11.(9) via Belgrad-Istanbul 26. H- 23.11.(16) 24.11.(0) Schiff 25. 11. ab Brindisi 28.1- 24.11.(16) 25.11.(9) via Belgrad-Istanbul 30.il- Luftweg: Zuschlag 10 Pf für je- 5 g; mind. 75 Pf' Herlin München Athen Brindisi ~\ 20. 11. (6) 20. 11. (10) 21. 11. (13) I , r •* 20. 11 (18) 22. 11. (9) \ Laufe** 21. 11. (6) 21. 11. (lü) 22. 11. (9) I sa. 2Ü Tag« 23! 11. (6) 26. U. (10) 24. 11. (13) 25.11.(6) 25.11.(10) 26.11.(13) SCHNEEHIHM HANDSCHUHE - SCHNEEÜIINN TÜCHER - OMS FESTGESCHENK *^**™J*;..