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Central-Verein-Zeitung · 1937-10-07 · 40 (7.10.1937) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
40 (7.10.1937)
Date
1937-10-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 C.-V.-Zeifun^ Nr. 40 * 7. Oktober 1937 mi &rs?3ke3<iwersl€&@nmg \M mäl Eintritt bis 70 J. Keine Aufnahmeschwierigkeir i§|§s e^HE^s-B Frankfurt a. M., Tel. 23977 nSilS 5C0W8FZ Gr. Bockenheimer Straße 29J. ..absolute Paradies der Tropen" genannt werden. Der Befehl zum Abtransport des Royal Sussex-Regiments. der gerade vor sich gellen sollte, wurde widerrufen; zur Ablösung . eintreffende Truppen wurden sogleich in die Provinz geschickt, so dass die Miiitärbesatzung verstärkt ist. Auch die Hillspolizei hat" eine Verstärkung erfahren und die Truppen an der ägyptischen Grenze werden marschbereit, gehalten. Die Regierung lässt zahlreiche Haussuchungen und Verhaftungen durchführen, insbesondere im iSüddistrikl. In der Buchhaltung der Arabischen Bank wird eine genaue Revision durchgeführt. Der Leiter dieser Bank, Abbas Hiimi Pascha, der das arabische Komitee finanziell leitete, ist geflohen, konnte aber verhaftet werden. Die Prüfung der Bücher ergab das Vorhandensein eines geheimnisvollen Ueberschusses von etwa i00 000 Pfund, von dem man vermutet, dass er zur Finanzierung des Terrors bestimmt war. Eine bei arabischen Führern gefundene schwarze Liste mit den Namen der Personen, die ermordet werden sollten, enthielt auch den Namen des Vorsitzenden der arabische]! Verleidigungspartei und früheren Bürgermeisiers von Jerusalem. Ragheb Rei Nasheshibi.' In vielen Teilen des Landes flackert der Terror der Araber auf. Die Mossul-Oelleitung der Irak Petroleum Company wurde an drei Punkten aufgerissen. In Akko wurde ein Führer der gemässigten Araber er- Brlef marken - £-ritzL@win _Ber3inW35, Lützowstreasse 91 A._________ schössen. Die Streikbewegung wird wieder in Gang gesetzt. In Jerusalem und anderen Städten blieben die arabischen Läden zeitweilig geschlossen. Die Regierung griff in allen Fällen scharf durch. Die Londoner Presse berichtet, dass das britische Kabinett die palästinensischen Behörden ermächtigt hat. alles Erforderliche nach eigenem Ermessen zu veranlassen. Es soll auch ein wichtiger Umbau der Mandatsverwaltung bevorstehen. Die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters von Jerusalem sollen einem Die aufsehenerregenden Meldungen über die Absetzung des Mufti vnn .Jerusalem legen die Frage nahe, welche politische Rolle er in Palästina gespielt hat und weiche Aemier ihm seine überragende .Bedeutung als Haupt der arabischen Nationalhewegung verschafft haben. Der Muiti Haxlsch Em'm Efi'enüi Ei Hussein! leitete das; bekannte Oberste Arabische Komitee und den dem Zeitungsleser weniger bekannte!! Mos! e m i s c h e n 0 b e r r a t. Diese Körperschaften sind nicht identisch. Während der Moslemische Oberrai eine in das Verwaliungssystem des Mandatsiandes eingebaute Instanz zur Wahrnehmung vornehmlich der religiösen Interessen der Araber darstellt, ist das Oberste Arabische Komitee die organisatorische Spitze der arabischen nationalen Parteien. Die Vereinigung beider Aemter in'einer Hand bat dem Mufti seine 'Machtstellung gegeben und ihn befähig!, seine radikale, antibritische und. anlizionistische Politik in oft verhängnisvoller Weise zu verfechten. In dem Bericht der Königlichen Kommunion ist der politische Werdegang des Mufti und die Entwicklung der Organisationen, an deren Spitze er stand, mir der grossen Sachkunde und der vorbildlichen Objektivität, die dieses Dokument aufweist, geschildert, worden. Der Moslemische Oberrat wurde im Jahre 1921 geschaffen, um die Kontrolle und Leitung gewisser mohammedanisch-religiöser Angelegenheiten vorzunehmen. Seine Begründung geht, auf einen Erlass der Palästina-Regierung zurück, der anfangs, auch in der arabischen Oei'femlicbkeit auf einen gewissen Widerstand stiess. Der Rat sollte danach aus dem Ras el Ulema als dem ständigen Präsidenten und vier periodisch wechseinden Mitgliedern bestehen. Während die Ratsmitglieder distriktweise durch Wahlmänner gewählt werden sollten, sollte der Ras el Ulema aus einer allgemeinen Wahl hervorgehen, deren Durchführung ein besonderes Gesetz vorzuschreiben hat. das die Funktionen, den Status und den Rang des Ras el Ulema festlegte. Zu den besonderen Befugnissen dieses füni'köpfigen Kollegiums gehört es, den moslemischen Kuhns und die religiöse Gerichtsbarkeit zu beaufsichtigen, die Finanzen zu kontrollieren, und die Beamten im Einvernehmen mit der Mandatsregierung zu ernennen und zu entlassen. Die Stellung des Ras cl Ulema ist. wie auch 'der Peel-Bericht hervorhebt, in rechtlicher und tatsächlicher Beziehung auch heute noch ungeklärt. Die Machtbefugnisse des bisherigen nunmehr abgesetzten Trägers dieses Amtes waren auch dadurch noch besonders bedeutsam, dass er zugleich die Stellung eines religiösen Oberherrn, eines Mufti von Jerusalem innehatte. Engländer, vermutlich dem Vorsitzenden der Handelskammer, Shelly, übergeben werden. Nach letzten Meldungen scheint die Energie der Regierung beruhigend zu wirken. Es scheint, auch geplant zu sein, an Stelle des Obersten arabischen Komitees eine „Arab Agency" als Vertretung der Araber .vor der neuen Palästina-Kommission einzusetzen. In arabischen Kreisen erfährt man aber, dass man ein solches Gremium boykottieren werde. Der Versuch, ein neues Oberstes arabisches Komitee einzusetzen, wird von englischer Seite unterdrückt. Ebenso hat man erklärt, dass man die Wiederwahl des Mufti als Vorsitzenden des moslemitischen Rates nicht zulassen werde. Die ©ffesifliehe Meinung Die englische Presse veröffentlicht ausserordentlich umfangreiche Kommentare zu den palästinensischen Ereignissen. Ihr Urteil läuft last durchweg darauf hinaus.'dass" die bisherige Haltung Englands zwecklos war. und dass die jetzige energische Politik früher am Platze gewesen wäre. ..E v e n i n g Standard" geht so weit, die Verwerfung des Teilungsplanes'zu fordern. ..Times"* verurteilt vor allem die Rolle des Mufti, der von seiner bedeutsamen Stellung im Staatswesen zu einem Politiker unter Politikern geworden und die erheblichen öffentlichen Mittel 'falsch eingesetzt habe. ..Daily Telegraph" tobt den Mut und die Schnelligkeit, den die Palästina-Yenvalluug in den entscheidenden Tagen bewiesen habe. „Manches t er Guardja n" weist darauf hin. dass die Araber nunmehr endgültig überzeugt sein dürften, dass sich England durch Terror nicht schrecken lassei Der Jerusalemer Mitarbeiter der ..Times" berichtet, die knuichterung unter den Arabern sei allgemein. Die Wirkung der Schritte der Regierung sei von ausserordentlicher Bedeutung. Im ganzen sei jetzt nach Ausschaltung der radikalen Elemente der Weg zu konstruktiven Lösungen geschaffen. In London verlautet noch, man erwarte., dass Sir Arthur YVaüchope seinen Rücktritt als Hi<ib Commissiouer anbieten werde. In der Oeffentüchkeit Amerikas ist der englische Schritt gleichfalls begrüsst worden. ..New York Times*" weist darauf hin, dass die Palästina-Regierung ihren Willen dokumentiert habe, w i r k 1 i c h zu regieren. in Kairo haben nationalistische Studenten eine Protestkundgebung veranstaltet. Dort wird auch das Gerücht verbreitet, dass die Regierungen des .Irak und des Saudi-Arabiens einen diplomatischen Schritt wegen der englischen Massnahmen vorbereiten. Irgendeine Bestätigung ist bisher 'nicht zu erhalten gewesen. In dieser Eigenschaftist er zum Präsidenten des Moslemischen Oberralos gewählt werden. Aber seine Wahl erfolgte lediglich durch einen Rest von Wahlmännern des Wahlkollegiums aus dem letzten ottomanischen Pariam en t. Es war keine allgemeine Wahl, wie es der Erlass zur Begründung des Moslemischen Oberrats vorsah. Ein besonderes Wahlgesetz mit der Festlegung der Befugnisse und des Ranges des Ras el Ulema. wie der Erlass es vorschreibt, ist niemals ergangen, so dass Funktionen. Status und Rang des Präsidenten des Moslemischen Oberrates nicht fest umrissen sind. Diesen Umstand hat der bisherige Amtsinhaber zweifellos zur steten Ausweitung, seiner Befugnisse benutzt. Dabei ist bemerkenswert, ciass nach den Feststellungen der Peel - Kommission die englische Mandatsverwaltung die Schuld daran trägt, wenn ein solches Gesetz nicht erging, ja. durch gewisse Versprechungen des Lord Piumer vom Jahre 192S war sie den Arabern gegenüber gebunden, keine Reform, der einmal geschaffenen Verhältnisse vorzunehmen, die die Macht und die Stellung des Präsidenten des Oberrates vermindert hätte. ..Die Verwaltung von Palästina"', so stellt der Peei-Bericht bei der Erörterung dieser Frage in kühler Sachlichkeit fest, ^befindet sich tatsächlich in einem circulus vjtuosus, der besser früher als später durchbrochen .werden muss." Dass Hadsch Emin el Hussein! in seiner Person die Aemter des Ras el Ulema und des Mufti von Jerusalem verband, wurde oben schon erwähnt. Es entbehrt nicht eines gewissen Reizes, sich an Hand des Peel-Berichtes zu vergegenwärtigen, auf welche Weise er sein Amt als Mufti erlangt und so eine wichtige persönliche Qualifikation für die Wahl zum Präsidenten des?vloslemischen Oberrates erworben hat. Kurz vor dem Erlass der Bestimmungen, denen der Moslemische Oberrat seine Entstehung verdankt, war der Posten eines Mufti von Jerusalem vakant geworden. Damals bestand bereits die Rivalität zwischen den Familien der Hussein! und der Nashashibi. die heute für. das Verständnis der innerarabischen Politik so aufschlussreich ist. Bürgermeister von Jerusalem war damals ein Nashashibi. Tendenz der englischen Verwaltung war es, dem Herkommen gemäss einen Husseim zum Mufti wählen zu lassen. Die Verwaltung liess durch eine Anzahl religiöser Würdenträger drei Kandidaten aufstellen, unter denen sie ihrerseits den Mufti auswählen wollte. Hadsch Emin Husseim war damals der einzige in Frage kommende Kandidat der Husseim-Partei. Gleichwohl wurde er dank einer Intrige seiner Gegner nicht auf die drei Kandidatenlisten gesetzt. Erst unter dem Drucke der öffentlichen Meinimg trat einer der drei Kandidaten zurück, so dass Hadsch Emin an seine Steile treten und von der Regierung als Mufti auserwählt wedren konnte. lieber die- Frage seiner Absetzbarkeit, die im Augenblick aktuelles politisches Interesse hat. prägt der Peel-Bericht einen undurchdringlich diplomatischen Satz, der Wiedergabe verdient: ..Erwähnung muss auch das System finden, nach dem der Mufti von Jerusalem, der in Uebereinstimmung mit türkischem Herkommen sein -Amt für Lebenszeit innehat, augenscheinlich auch als Präsident des Moslemischen Oberrats unabsetzbar ist." Das Oberste Arabische Komitee, an dessen Spitze der Mufti gleichfalls -stand, ist aus einem Arabischen 'Exeluitiv-Kormt.ee für Palästina hervorgegangen, das die arabischen Belange England gegenüber seit der Besetzung des Landes vertrat. Mit der Gründung der arabischen. Parteien in den Jahren 1932"bis 1934 stellte das Exekutiv-Komitee seine Tätigkeit ein. Erst kurz nach Ausbruch der letzten Unruhen, am 25. April 1936, wurde von den Parteien der Beschluss gefasst. ein Oberstes Arabisches Komitee zu begründen, an dessen Spitze der Mufti steht.- Die politische Laufbahn des Mufti Ist an Abenteuern nicht eben arm. Ursprünglich Offizier der türkischen Armee, half er im Jahre 1918 den britischen Behörden. Rekrutierungen unter der Bevölkerung Palästinas für die englische 'Armee vorzunehmen. Er wechselte nochmals seine..Haltung, wohl infolge der Balfour-Deklaration, wurde wegen einer aufreizenden Rede bei den Jerusalemer .Unruhen 19*20 in. absentia zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, kehrte aber auf Grund einer Amnestie bald wieder ins Land zurück, um erst Mufti und dann Ras el Ulema zu werden. Früher hatte er auf der Universität in Kairo theologische Studien getrieben und eine Pilgerfahrt an die heiligen Stätten des Islam unternommen. Seine Amtstätigkeit brachte ihm eine ungewöhnliche Machtstellung und die Kontrolle über einen grossen Teil öffentlicher Gelder. Die Shaw-Kommission, die die Unruhen von 1929 Ghettobänke in den Hochschulen Auf Grund einer vom Unterrichtsminisfer erteilten Ermächtigung haben die Rektoren der Warschauer Hochschulen die Zuweisung besonderer. Sitze in den Hörsälen und Laboratorien für jüdische Stüdeuten." apgeordnet. - "Bestimrnte" Bänke wurden für' die'' Mitglieder des -polnischen Stu-' donlenverbandes Brainia Pomoc reserviert, andere Bänke für die polnischen Studenten, die dieser Vereinigung nicht angehören, und schliesslich Bänke auf der linken Seite der Hörsäle für jüdische Studenten. Auf den Legitimationskarten wird die dem betreffenden Studenten zugewiesene Piatznummer durch einen Stempel eingetragen. Der neue Stempel wird in jüdischen Student erikreisen allgemein als „gelber Fleck*' bezeichnet. Denjenigen, die sich den neuen Anordnungen nicht fügen wollen, werden Disziplinarstrafen angedroht. Die jüdischen Studenten haben ein Komitee zur Verteidigung ihrer Rechte gebildet. Sie haben eine Erklärung veröffentlicht, in der die Verordnung über die Einführung von ..Ghettobänken" als eine Massnahme gekennzeichnet wird, die im Widerspruch zur Verfassung und den elementaren Grundsätzen de? akademischen Lebens, steht. Die jüdischen Studenten würden sich daher der neuen Regelung nicht fügen und den Kampf um ihre Rechte fortsetzen. Die Massnahme der Hochschulbehörden bedeutet einen'Sieg der'antisemitischen Studentenschaft, deren Forderung nach Einführung von Ghettobänken 7Avei Jahre lang von den jüdischen Studenten bekämpft worden ist. Die jüdischen Studenten hätten einen heroischen Kampf geführt und sich schwersten Verfolgungen durch die antisemitischen Studenten ausgesetzt, trotzdem aber der Einführung eines Ghettos in den polnischen Hochschulen niemals zugestimmt. Viele jüdische Studenten seien dabei angegriffen und verwundet worden. Sie hätten es aber vorgezogen, den Vorlesungen stehend beizuwohnen, als sieb ein Sitzghetlo aufzwingen zu lassen. Die jüdischen Mitglieder des polnischen Sejms und Senats haben Vertreter des jüdischen Studentenkomitees empfangen und mit ihnen die neuen Anordnungen besprochen. * In einer städtischen Volksschule in Lemberg sind, wie der Jüdischen Telegraphenagentur gemeldet wird, den jüdischen Schülern besondere Bänke zugewiesen worden. Bielitz—Biala Als Folge der in der letzten Nummer gemeldeten judenfeindlichen Ausschreitungen in Bieliiz-Biala sollen mehr als. 4000 Juden die Stadt verlassen haben. Kein einziges jüdisches Geschäft und kaum eine jüdische Wohnung sei verschont geblieben. Die Synagoge von Bielitz ist teilweise zerstört. Die jüdischen Flüchtlinge sind teils nach Krakau und Teschen, ein Anzahl auch nach Prag gegangen. Die pogromartigen Zustände untersuchte, gab ihm bereits .einen., gewissen Anteil an der Verantwortung für die damaligen Ereignisse. Seine Rolle während der Unruhen von 1936 ist allgemein bekannt. Als Vorsitzender des Obersten Arabischen Komitees hat er Anteil an der Politik dieses Gremiums, das den arabischen Generalstreik und den Boykott der Peel-Kommission propagierte. Sehen der Peel- Bericht wies darauf hin, dass die unter der Leitung des. Mufti, betriebene Politik des Obersten Arabischen Komitees für Gesetz und Ordnung abträglich war. Er sagt hierüber wörtlich? . .- ~.......r .,Auch verurteilte, soweit wir unterrichtet sind, das Oberste-Arabische Komitee-niemals die Sabotageakte und den. Terror. . -die im Laufe des Streiks immer heftiger-wurden, und der Mufti als Vorsitzender muss nach unserer Ansicht seinen Teil von Verantwortung für die Unruhen tragen.'" Und am gleichen Orte: . . ..Er ist jetzt eine solche Macht im Lande, dass er. bei der Unterstützung, die er durch die nationalen Komitees in den verschiedenen Städten findet, wirklich als das Haupt einer dritten Parallelregierung bezeichnet werden kann."* Jetzt erst, nach der Ermordung des Distriktkommissars Andrews haben die Feststellungen der Palästinabebörden dieses Urteil der Peel- Kommission bestätigt und durch Absetzung des Mufti die Konsequenzen gezogen. Man befindet sich wohl in Uebereinstimmung mit den Autoren des Peel-Berichtes, wenn man glaubt, dass eine weniger zögernde Taktik viel Unglück vc hütet und nicht zuletzt-auch die-britische Mandalspolitik weit weniger beeinträchtigt hätte. K.J.R. Palästina-Resolution in Genf angenommen Die Völkerbundsversammlung hat die ihr von der Politischen Kommission unterbreitete Enlschliessung über die Verwaltung des Palästinamandats, die wir in der C.-V.-Zeitung der vorigen Woche im Wortlaut wiedergegeben haben, in seiner Sitzung vom 1. Oktober angenommen. sind, wie inzwischen festgestellt wurde, <iurcH das Gerücht ausgelöst worden, dass ein Mann namens Gorny von einem Juden niedergeschlagen worden sei. Die Untersuchung hat ergeben, dass Gorny ein Epileptiker ist. der. bei einem Anfall das Bewusstsein-verloren hatte .und zu Boden gestürzt war. Bereits in der vorigen Nummer konnten wir mitteilen, dass ein Regierungscommunique. strenge Bestrafung der Schuldigen angedroht hat. Jetzt wird amtlich mitgeteilt, dass Ministerpräsident S 1 a d k o w s k i die Deputierten Dr. Sommerstein und Dr. G o 11Ii eb und die Senatoren Professor Schorr und Trockenheini empfangen hat. die ihm die seelische Verfassung der jüdischen Bevölkerung infolge der letzten Ausschreitungen schilderten. Der Ministerpräsident erklärte, es würde alle? geschehen, um eine Wiederholung barbarischer Willkürakte, die der Ehre des polnischen Staates widersprechen, zu verhindern. * Auf eine Intervention des Senators Dr. Moses Schorr im Büro für militärische Angelegenheiten im Innenministerium zugunsten der Befreiung jüdischer Dienstpflichtiger vom Arbeitsdienst am Sabbat wurde die Zusage erteilt, dass im Kreis Bialystok jüdische Arbeitspflichlige am Sabbat nicht zur Arbeit herangezogen werden würden. * In Warschau wurde eine Tagung des Hauntratee des .jüdischen Frontkämpferbundes eröffnet. An den Beratungen, die'auch der gegenwärtigen schwierigen Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen gelten, nehmen die Kreis- und Ortsgruppenvorsitzenden teil. * Pressemeldungen, zufolge haben auf Initiative eines Lemberger Kreises national-polnisch eingestellter Juden in einigen Städten jüdische Gruppen gebildet, die die Tätigkeit, des ..Lagers der nationalen Einigung'" (Koc-Partei) unterstützen wollen. An der Spitze dieser Aktion steht der frühere Vorsitzende der Lemberger Jüdischen Gemeinde, Wirth. Für den 9. Oktober ist eine Konferenz dieser Gruppen nach Warschau einberufen worden. Die Tagung wird im Lokal des jüdischen Frontkämpferverbandes abgehalten werden. Die frühere K a i s e r i n .v o n A b e s s i n i ~ " ist in ein koptisches Kloster.in Jerusalem eingetreten. Sie folgte damit der überlieferten Sitte, dass die Gattin eines verstorbenen oder entthronten abessiniseben Herrschers sich in em Kloster zurückzuziehen hat. .Ohprrrffaktmr Dr. A IfrcH Hirschhcr:, stoUv.- Ircftnder CJ>d'r>daki.nn;: Dr. M a r.pa r v t c K d *! * heim. Vorn mworrlich Dir d^u Sptu'1" Dr K r ■> 1 '(-<. J, ö v.-c-n f h;i 1 : V<»raiii.\vr.rtlirh für dir Aufnahm' von Bildern: Dr. M,ui a. r r « o d e I h c i m : :-"»n''!i«'h in Berlin Für Rflrtwn<iiinc mn«rh«nsi-r Ei "*••»• iunsron ist FriMiimx-.liiac hjizufüceu. LH er d.-r Ans;"'" u'cn-Abtcilnujr und \en»n»wnrt''rh für d-'n 111*»1 r <'•"• Anz.MOTii: F r i «- d r i c. h \" a r i, n n . B«rluu I>\. II! u •i" 170. pi. ö Vcrlti-: Jüdischer CY^ r.il-V-nun r. \- Berlin W 15. Hm~cr Sir. 42 Druck Hrr Büchnml Tfidruck r.ciollsck-ft mbH. Berlin -;W ift. Berichte aus Polen fm WWi 7 ** W irt aMen führenden Vi/äschegeschäften W7"S S ®1§S 7 »• BS ffM£&@9&im*W&' aSCmff Damenwäschefabrik Rosa Klauber / München Mkl(EUOer— WW tMSCnC 1

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