Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 38 (23.9.1937)
- Date
- 1937-09-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seife 4 C.-V.-Zeitung Nr. 38 * 23. September 1937 europäischen und der Balkanstaaten. In einer ihm eigenen Weise meistert es die Probleme, die diesem Staate angeboren sind. Dieses Land erscheint voll von ünberechenbarkeiten und vieles von dem. was in anderen europäischen Staaten feststeht, entzieht sich hier der Voraussage. Wir sehen dabei eine Judenheit in einem Staate, der einer Konsiiidierimg zustrebt, und doch mit den Problemen ring', die durch seine Entstehungsweise gegeben sind. Denn der grossrumänische Staat von heute ist. durch die Pariser Vorortverträge von 1919/20 geschaffen worden. Zu dem Kern des alten Rumänien sindSiebenbürgen und dasBanat. die Bukowina von der alten Donaumonarchie. Bessarabien vom Zarenreich gekommen. Das Land vergrößerte sich um die Hälfte, die Zahl seiner -luden wuchs von einer Viertelauf rund eine Million. So wurde Rumänien das Land der nationalen Minderheiten, und auch die Juden, die bis dahin in unsicheren rechtlichen Verhältnissen gelebt hatten, wurden als Minderheit anerkannt und den übrigen Staatsbürgern als völlig gleichberechtigt, erklärt. Aber seitdem ist die Frage nie zur Ruhe gekommen, welche Stellung die Minderheiten im rumänischen Staate einnehmen, und wie. die Judenfrage zu lösen sei. Die Entstehung des rumänischen Staates als eines Staates der Minderheiten, die besonderen Formen des Parteiwesens und des Parlamentarismus haben auch auf das jüdisch-politische Leben eingewirkt. Diese beiden Momente geben die Grundlagen ab für so vieles, was im innerjüdischen Leben geschieht und was eigentlich so klar umrissen ist, dass man sich immer wundert: dies ist jüdisches Leben auf dem Balkan. Da sehen wir zuerst dieses fast zufällige Zusammentreffen von Juden verschiedener Herkunft. Die Juden Altrumäniens, die Juden Bessarabiens. Transsylvaniens und der Bukowina sind untereinander sehr verschieden. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Juden dieser Bezirke zu den verschiedensten Zeiten die Gleichberechtigung erhalten haben, die verschiedensten Entwicklungen durchmachten und auf entsprechender sozialer und kultureller Stufe stehen. Die Juden Altrumäniens haben eigentlich erst seit den Friedensverträgen von 1920 die Emanzipation erhalten. Die Juden in der Bukowina wurden bereits 1867 mit der Emanzipation der -Juden in Oesterreich gleichberechtigt. Sie und die ungarischen Juden in Transsylvanien. im Banat und die ehemals russischen Juden in Bessarabien sind mit den verschiedensten Traditionen und Entwicklungsstufen in die rumänische Judenheit von heute gekommen. Diese Herkunft lässt sich nicht verleugnen. Es fragt sich immer, ob es je anders sein kann. Die sozial, kultureil und wirtschaftlich ungleiche Stufung der Juden der einzelnen Landesteile wirkt sich naturgemäss auch auf das innerjüdische Leben aus. Die geographischen ^loveiferLudwigSteinmetz \ Nürnberger Str. 56 (neben Woolworth) Besonderheiten sind massgebend für die Schichtung der Gegensätze, die aber, um es gleich zu sagen, heute nicht so ausgeprägt sind wie noch vor wenigen Jahren. Der Ernst der Lage, in die sich die rumänische Judenheit versetzt sieht, die stete Bedrohung ihrer politischen und wirtschaftlichen Positionen, haben viele Zweckmässigkeitserwägungen in den Vordergrund gestellt und die Blickrichtung der rumänischen -luden in verstärktem Masse nach aussen gekehrt. Die Verteidigung der jüdischen Rechte war ja immer eine wichtige Angelegenheit in Rumänien. Schon die Juden Altrumäniens haben sich ein Instrument zur Vertretung ihrer Interessen geschaffen. Die Union rumänischer Juden war und ist auch in dem heutigen grossrumänischen Staat eine Zweckorganisation zur Erlangung und Verteidigung der Gleichberechtigung der rumänischen Juden. Sie hat keine bestimmte Ideologie und will nicht etwa, wie behauptet worden ist, „rumänische Staatsbürger jüdischen Glaubens" erziehen. Anders als in anderen Ländern spielt hier auch der Gegensatz zwischen Zionisten und Nichtzionisten nicht hinein. In der Union unter ihrem Präsidenten Dr. Wilhelm Filderns a n sind Zionisten und Nichtzionisten vereinigt. Dafür beschäftigt ein anderer Gegensatz die rumänischen Juden. Die Tatsache, dass sie als eine nationale Minderheit im rumänischen Staate leben, hat die Frage gestellt, ob die Juden als solche sich an der allgemeinen rumänischen Politik beteiligen und insbesondere eigene Abgeordnete zur Vertretung ihrer Interessen in das Parlament entsenden sollen oder ob mit der jüdischen Interessenwahrnehmung auch nichtjüdische Abgeordnete oder auf einer Liste einer allgemeinen rumänischen Partei gewählte Juden betraut werden sollen. Aus dieser rein taktischen Frage ist innerhalb der rumänischen Judenheit eine Spaltung entstanden, die immer noch nicht vollkommen überbrückt ist. Die Union befürwortete den zweiten Weg. die Jüdische Reichspartei, deren Präsident Dr. Theodor Fischer ist, den ersten- Die Union hat wiederholt versucht, Juden als Abgeordnete anderer Parteien ins Parlament zu bringen. Sie hat ihre Kandidaten auf der Liste rein rumänischer Parteien unterbringen können, wo sie ausdrücklich als Kandidaten der Union aufgestellt waren. Der Präsident der Union. Dr. Fildermau, ist z. B. einmal auf der Liste der Liberalen Partei gewählt worden. Die Jüdische Reichspartei, zu der sich 90 Proz. der rumänischen Judenheit bekannt hat, hat wiederholt an den Wahlen mit eigener Liste teilgenommen und auch verschiedene Abgeordnete durchgebracht, die seinerzeit einen eigenen Parlamentsklub gebildet haben. Gegenwärtig sitzt im rumänischen Parlament kein gewählter Vertreter der rumänischen Juden. Dafür gehören dem Senat als ernannter Repräsentant der jüdischen Religionsgemeinschaft Oberrabbiner Dr. N iemirower, das religiöse Oberhaupt der aschkenasischen Juden Rumäniens, und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Bukarest^ Birman. an, der aber in seiner Eigenschaft als Vertreter der Industrie im Senat sitzt. Die Zuspitzung der politischen Verhältnisse und der wirtschaftlichen Lage der rumänischen Judenheit ist in den letzten Jahren erheblich fortgeschritten. Die beiden Hauptgruppen, die Union und die Reichspartei, sahen sich daher . veranlasst, allen Streit zurückzustellen. Im Februar 1936 haben sie ein Abkommen geschlossen, durch das ein Zentralrät der Juden Rumäniens geschaffen wird, der die Aufgabe hat, die Rechte der rumänischen Juden im Rahmen der Gesetze wahrzunehmen. Ein Präsidialkomiiee, das aus den Vorsitzenden der beiden Organisationen, Dr. F i 1 d e r m a n n und Dr. Fischer, sowie aus dem Senator Oberrabbiner Dr. N i e m irower besteht, ist eingesetzt worden uud tritt als Sprecher der rumänischen Judenheit immer dann auf, .wenn die Umstände es erfordern. Die Einsicht in den Ernst und das Gebot der Stunde haben so ein Instrument jüdischer Politik geschaffen, das bis heute höchst aktiv und zufriedenstellend gearbeitet hat. Das Ansehen der rumänischen Judenheit. ist durch die Konzentration der Kräfte entschieden gefördert worden. Ueberhaupt ist der Zug zur Zusammenfassung ein Kennzeichen der innerjüdischen Entwicklung, die in den letzten Jahren über die bezirklichen Sonderungen hinausstrebt und sie zu überbrücken sucht. Die Vielfalt und Vielgestaitigkeit der Gemeinden und religiösen Schattierungen, die unterschiedliche Herkunft der Teile der rumänischen Judenheit, das Nebeneinander von Aschkenasim und Sephardim hat hier viele Spaltungen geschaffen. Nach und nach haben sich aber gerade bei den Gemeinden Zusammenschlusstendenzen gezeigt. Aus den Gemeinden in Altrumänien, Bessarabien, Transsylvanien und der Bukowina haben sich Gemeindeverbände herausgebildet, die sich im vergangenen Jahr zu einem Zentral verband jüdischer Gemeinde verbände zusammengeschlossen haben. Präsident des Verbandes ist der Vorsitzende der Bukarester Gemeinde, Senator Birman, der gleichzeitig dem Gemeindeverband von Altrumänien vorsteht. Auch die Sephardim, deren Oberrabbiner S. D j a e n ist, bilden einen eigenen Synagogenverband. Die Zionisten sind ebenfalls nach den vier Landesteilen gegliedert und hier wieder nach den üblichen Gruppierungen (allgemeine Zionisten usw.) untergegliedert. Es besteht eine Zionistische Organisation Rumäniens und in ihr eine Zionistische Organisation Altrumäniens, deren Präsident Oberrabbiner Dr. N i e m i r o w e r ist. Es besteht eine Zionistische Organisation Transsylvaniens und eine zionistische Organisation in der Bukowina und in Bessarabien, wo allerdings, wohl in Nachwirkung russischer Verhältnisse und Eigenheiten, einige Splitterungen vorhanden sind. In der Bukowina spielt der ehemalige Senator Mayer-Ebner eine führende Rolle. Wenn man die Unklarheit und Labilität der innerrumänischen Zustände in Betracht zieht, so wirkt dieser Organisationsaufbau der rumänischen Juden einfach und realpolitisch. Die Ideologien treten in den Hintergrund und all die Arabesken, die sonst für das jüdisch-politische Leben bestimmend sind, fallen hier fort. Selbstverständlich sind die Voraussetzungen für eine solche Gliederung von Anfang an dadurch gegeben gewesen, dass es wohl Zionisten und Nichtzionisten, nicht aber organisierte Zionisten und organisierte Antizionisten gegeben hat. Die Lage der rumänischen Judenheit war immer so, dass die Emanzipation als eine Aufgabe und ein Ziel erschien, das gemeinsam anzustreben war, und dem man alles unterzuordnen hatte. Darüber hinaus waren die Grundlagen für Anschauungen, wie sie in westlichen Ländern herrschen, nicht vorhanden. Das ist so bis heute geblieben. ahzg. * Dieser Beitrag ist der sechste im Rahmen unserer Aufsatzreihe. Bisher sind dargestellt worden: Vereinigte Staaten, England und seine Dominions, Frankreich, Holland. Erleichterte Einwanderung nach Venezuela Der Hilfsverein der Juden in Deutschland gibt folgendes bekannt: Die venezolanische Regierung hat das bisher 1000 Bolivares betragende Landungsdepot für Einwanderer auf die Hälfte, das heisst auf 500 Bolivares, herabgesetzt. Da nach dem augenblicklichen Stande etwa drei Bolivares einem USA.-Dollar entsprechen, beträgt das jetzige Landungsdepot nur noch rund 400 Goldmark. Apprendam hrasileiro (Fortsetzung) apresentar — vorlegen, unterbreiten enviar schicken embarcar — verschiffen regist(r)ar einschreiben (Post) pagar — zahlen, bezahlen dever müssen, sollen, schulden, schuldig sein (Geld) levar (tempo) [Zeit] brauchen, in Anspruch nehmen esquecer vergessen esquecer-sc de vergessen prejerir =' vorziehen her dar erben morrer sterben cada jeder, jede, jedes porque — weil nada nichts nunca — niemals ainda. noch se (e wie i zu sprechen) — wenn sam den Stammvokal -a von 1 erhalten. Vgl. folgende schematische Darstellung: II (e) Phrases i. Partiriamos immediatamente para Santos, se nvessemos (hätten) dinheiro.. 2. Quando chegarä o trem ao Rio? — Chegard ds cinco ($). J- O commerciante aeeeitou a visita do representante para dar- Ihe (ihm) & occasiao de apresentar o seu mostruario. 4. O jitmo era (war) um artigo desconhecido na Europa ate 0 pr'mcipio do seculo XVIII (dezoito). 5. Primeiro, a gente se (sich) servia de cachimbos para fumar; costume que herddra dos indigenas da America. 6. Os inglezes preferem geralmente cachimbos, devido ao preco relativ am entc elevado dos charutos c cigarros. 7. Mukös allemaes fumam charutos, mas a maioria dos povos romanos prefere cigarros. 8. Quando recebeu o Senhor pagamento? Receberei a metade do meu ordenado no dia 1$, e a outra metade no ultimo dia do mez. <?. Sobre a base dos conheeimentos que Ihe (ihm) joram en- ■viados, por carta registrada, o despachantc embarcou os jardos c caixas a bordo do vapor. 10. Ho je visiiava os mens vizinhos, quando o filho delles vokou da sua viagem. 11. Comprarei um outro cavailo, porque o meu morreu. 12. Partirei amanha para Buenos Aires a bordo do vapor Itaimbe sahindo de Santos ds 7 da noite. 13. (Eu) passedra ho je 2 horas de manha. 14. Quanto tempo levard para escrever esia carta? — Levaria 30 minutos, se tivesse (hätte) papel e tinta. ij. Gosta dessa pessoa? Nao, Senhor, nunca gostei della. 1. Du vergisst alles; heute hast du die Hefte vergessen, und morgen wirst du die Bleistifte vergessen. 2. Er verstand nicht, was (0 que) wir sprachen. 3. Sie assen nicht zu Mittag, weil sie kein Geld hatten. 4. Wann ist Ihr Vetter angekommen? (kam an). — Er ist noch nicht angekommen, er wird um 4 Uhr nachmittags ankommen. 5. Ich kaufte diese Strümpfe nicht, weil ich sie3 (dellas) nicht1 mochte'. 6. Ich verkaufte mein Auto, weil ich Geld benötigte. 7. Diese Uhr geht 15 Minuten vor. 8. Ich werde den Besuch von zwei Personen erhalten (haben). 9. Ich würde mehr schreiben, wenn ich mehr.Zeit hätte (tivesse). 10. Bezahlte er, was (o que) er schuldete? 11. Wir werden morgen eine neue Offerte vorlegen. 12. Ich hatte zu Haus zu Abend gegessen. 13. Wir hatten zwei Pferde, aber wir haben eins davon (delies) verkauft. 14. Im allgemeinen (geralmente) mögen die Brasilianer nicht gern Kartoffeln, sie ziehen Reis vor. 15. Haben Sie diese Sätze verstanden? Lektion 10 Konjugation (Fortsetzung) Subjunctivo Subjunctivo-'Foxrxieri gibt es folgende: 1. Presente 2. Imperfeito/Perfeito (gemeinsam) 3. Futuro Es sei ausdrücklich nochmals darauf verwiesen, dass die I(a)-Konjugation sich scharf von der II(e)- und der III(i)-Konjugation abhebt; die beiden letzteren gehen fast immer gemeinsam. Presente Hier tauschen die drei Konjugationen ihre Stammvokale dergestalt, dass I(a) den Stammvokal von II, also -e, übernimmt, während Ii(e) und III CO gemein- Die Zusammensetzung mit den schon bekannten Endungen ist wie immer. Sg. 1. amecomaparta- 3. amecomaparta- Pl. 1. ame-mos coma-mos parta-mos 3. ame-m coma-m parta-m Imperfeito/Perfeito und Futuro. Diese werden stets gebildet vom Perfeito 3. Person PL, also von 1. 11. in. amaram comeram partiram Man streiche die letzte Silbe -ram ab und setze an für Imperfeito/Perfeito , -sse (+ Endungen) Futuro......-r (-r Endungen) also Imperfeito/Perfeito Sg. 1. ama-ssecome-sseparti-sse- 3. ama-ssecome-sseparti-sse- Pl. 1. amase-mos come-sse-mos parti-sse-mos 3. ama-sse-m come-sse-m parti-sse-m Man vergesse dabei nicht, dass auch hier (Nebentempus) der Wortton stets da liegen bleibt, wo er der 1. Person Sg. war. Futuro Sg. 1. ama-rcome-rparti-r- 3. ama-rcome-rparti-r- Pl. 1. ama-r-mos come-r-mos parti-r-mos 3. ama-re-m come-re-m parti-rc-m Das in der 3. Person PL hier erscheinende -e- (zwischen -r- und -m-) ist nur aus dem Grunde eingesetzt, um eine harmonische Aussprache zu ermöglichen. Die deutsche Konjunktion (Wort, das Nebensätze einleitet) „wenn" kann im allgemeinen durch „quando" und durch „se" (gesprochen si) ausgedrückt werden, indes einen ganz: verschiedenen Sinn ergeben und auch anders gebraucht werden: „Quando" bedeutet ,.zur Zeit wenn" und wird konstruiert mit dem Subj. Fut. — Entspricht dagegen „quando" dem deutschen „wann", so steht es mit dem Ind. oder Subj. Fut., z. B. nao sei ainda, quando voltarei — ich weiss noch nicht, wann ich zurückkommen werde (hier kann der Sprechende von sich selbst bestimmt sagen, dass er die Zeit seiner eigenen Rückkehr noch nicht sicher angeben kann). — nao sei aindaquando eile voltar (hier kann er, da es sich um einen Dritten handelt, diese Angabe nicht bestimmt machei.). „Se" heisst „für den Fall, unter der Bedingung, dass" und wird konstruiert mit dem Subj. Impf, oder Subj. Fut. — Entspricht „se" dem deutschen „ob", so steht es mit dem Ind. Pres, oder Fut. oder auch mit dem Subj. Fut., z. B. nao sei ainda, se voltarei — ich weiss noch nicht, ob ich zurückkommen werde (bestimmte Angabe von sich); nao sei ainda, se eile voltar — ich weiss noch nicht, ob er zurückkommen wird (unbestimmte Angabe von einem Dritten); se comprasse uma casa, pagaria muito dinheiro wenn ich ein Haus kaufte, würde ich viel Geld bezahlen. Also: In Bedingungssätzen (fangen stets mit „se" „wenn" an) steht im Hauptsatz der Condicional und im Nebensatz der Subj. Impf. Als besonders beachtenswerte Beispiele mögen folgende zwei Sätze dienen: Pode dar-me um cafezinho, quando voltar para a casa du kannst mir eine Tasse Kaffee geben, wenn ich nach Haus komme (d. h. zur Zeit, wenn ich nach Haus komme — ich komme bestimmt, ich kann nur noch nicht sagen, wann). Pode dar-me um cafezinho, se voltar para a casa (d. h. wenn ich überhaupt wieder nach Haus komme). Diese Erleichterung der Einwanderung nach Venezuela ist -insofern von Bedeutung, als das Land zu den wirtschaftlich gesündesten des südamerikanischen Kontinents gehört und besonders Handwerkern, aber auch Landwirten mit etwas Kapital gute Möglichkeiten bietet. Leider ist die Einwanderung nach Venezuela für Staatenlose höchstens in Ausnahmefällen, für Ostjuden überhaupt kaum möglich. Bild von der Opferwilligkeit der Spender erhält man aber erst, wenn man diese Beträge in die Landeswährung umrechnet. Auf vier Seiten wird der Kassenbericht für jeden Monat erstattet. Ein Zeichen dafür, wie sorgfältig das Komitee unter der bewährten Leitung von Kurt Peiser arbeitet. Einen grösseren Kreis interessieren lediglich die Abschlusszahlen (in Milreis) für das ganze Jahr: Ausgaben. Die Uniao berichtet In ihrem Jahresbericht vom 1. August 1936 bis zi*m 31. Juli 1937 gibt die Uniao in R i 0 de Janeiro interessantes Zahlenmaterial, das von der Gewissenhaftigkeit der dort geleisteten Hilfstätigkeit Zeugnis gibt. 478 Menschen wurden in der Berichtszeit beraten. 181 erhielten durch die Uniao durch fremde Vermittlung Arbeit, 75 haben sich nach dem ersten Besuch nicht mehr gemeldet, und nur 15 Arbeitsuchende warten noch auf eine Tätigkeit. Besonders erschwerend machte sich für das Fortkommen die mangelnde portugiesische Sprachkenntnis der meisten Einwanderer bemerkbar. Schwer zu vermitteln sind nach wie vor die Angehörigen der kaufmännischen und der freien Berufe, was aus der folgenden Tabelle, der die Arbeitsvermittlung für 400 Ratsuchende zugrunde liegt, zu ersehen ist: Einnahmen. 9 Tin 000 900 000 7 400 000 Beiträge . . . Spenden - . . . Subv. d. Ica . F. Unterstütz, v. Priv. Ica CR...... Rückgezahlte Unterstützg. Stundengeld . Darlehen . . . 237 000 1 885 000 39 061 SOOI Es verbleibt demnach schuss von 105 RM. Miete u. Telefon 2 960 800 Gehälter .... 7 610 500 Rückständige Gehälter .... I 2R6 500 RückzhI. Darleh. 2186 800 Unterricht ... 6 910 000 Registrierung 1 085 000 Diverses ..... 99« 800 ____ Unterstützungen 14 785 ftOO 2 186 800; Emigr. Arbeit . 613 000 38 414 400 kleiner Ueber- Bern? Ursprünglich •/• je^tzt 51 30 21 21 Akademiker (freie Berufe) . 15 9 6 5 4 18 Arbeiter fungelernt) .... 2 16 1 1 100 100 In 46 Unterrichiskursen wurden monatlich etwa 35 Teilnehmer geschult. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 1025 RM, von denen die Kursteilnehmer selbst 305 RM trugen, den Rest brachte die Uniao auf. An Unterstützungen wurden insgesamt, also einschliesslich des Sprachkurses, 3300 RM aufgewendet. Ein richtiges Kalenderreform vertagt Wir berichteten in Nr. 35 der C.-V.-Zeitung vom 2. September über die Stellungnahme der Oberrabbinen Englands und Frankreichs zur Frage der Kalenderreform. Die vom Völkerbund mit den Vorarbeiten beauftragte ,.K 0 m - m i s s i 0 n für Verkehr uud T r a'"n s i t" hat nunmehr auf ihrer XX. Tagung in Genf beschlossen, das Problem zurückzustellen. 32 Staaten hatten sich zu der Frage geäussert. Irgendeine Uebereinstimmung konnte nicht erzielt werden. Den Ausschlag für die Vertagung gab die religiöse Seite des Problems, vor allem ein Einspruch von Seiten des Papstes. Landschulheim Florenz. Nachdem kürzlich das erfolgreiche Bestehen der italienischen Reifeprüfung amtlich veröffentlicht worden ist, kann jetzt ein deich günstiger Erfolg beim sdiool certificate der Universität Cambridge gemeldet werden: ein Schüler aus Deutschland konnte das Examen nach halbjähriger Vorbereitung in Florenz bestehen.