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Kinderblatt · 1937-09-02 · 6 (2.9.1937) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kinderblatt
Volume
1937
Issue
6 (2.9.1937)
Date
1937-09-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Tatze aut eien Kopf un'd tötete 'die Schlange. „So“, sagte er, „das ist SchlangenrechtI“ Indessen aber sah der Mann, welch einen schonen, 'dichten, kostbaren Pelz der Fuchs trug, hob seine Lanze und wollte dem Fuchs einen Stoss damit geben. Im letzten Augenblick merkte es der Fuchs, machte einen Sprung und entfloh’. Und ihr könnt euch denken, was er sich dabei dachte. Nun soll diese ganze Geschichte nicht etwa besagen, dass Gutes immer nur mit Schlechtem vergolten wird oder dass alle Tiere und Menschen undankbar sind. Im Gegenteil. es Hessen sich zahllose Geschichten erzählen, worin Schlechtes mit Gutem vergolten wird und Tier und Menschen die rührendste Dankbarkeit bezeigten. Das alles aber kann nicht gemeint sein, denn dafür, ob Recht oder Unrecht getan wird, gibt’s keine Regel, sondern nur für uns das Gebot, Recht zu tun,, während nur Gott entscheiden kann, was an einer jeden Tat Recht war. Gott und nicht wir, die wir so leicht aus einer guten Tat ein Recht zu unsern Gunsten ableiten. So also ist es gemeint, wenn wir in diesen Tagen morgens und’^jpends beten: Awinii inalkenu, unser Vater, unser König; tu’ es — erbarm’ dich unser um deinetwillen, nicht um unsertwillen! Text; Leo Hirsch, Zeichnungen: Igna Beth Mhimm* m* Sonntag blätterten wir ein wenig im Pliilo-Lexikon. Das Philo-Lexikon haben viele jüdische Männer bearbeitet. Als wir in ihm blätterten, wollten wir natürlich wissen, wer Philo war. (Wir suchten das Stichwort auf. P, Pf, Ph, Phi, Philo. Aha, da haben wir's ja. Mal sehen, was das Lexikon darüber berichtet. Also: Philo war ein jüdisch-hellenistischer Gelehrter aus Alexandria. Er lebte von.20 v. bis 54 n. So, nun sind wir um ein Stück! gescheiter geworden. Wir waren aber nicht ganz befriedigt. Nun wollten wir aber auch etwas über Alexandria wissen. Also bei A nachschlagen. Air, Al, Alexander, Alexandria. Da ist es ja. Alexandria wurde am Nildelta von Alexander d. Gr. gegründet. Dort wohnen 25 000 Juden — 4,5 Prozent. Nun sind wir ja schon halbe Gelehrte. Aber wer war Alexander d. Gr.? 'Auch das war bald gefunden. Aber was ist das für ein Dreieck, welches bei dem Stichwort steht. Da, nun stehen wir da, wie der Ochs’ am Berge. Endlich kam einer auf die Idee, bei „Erläuterung der Wörter“ nachzuschlagen. Es ergab sich, dass das Dreieck Nichtjude bedeutete. Nun wollen wir mal lesen: „Sein Weltreich umfasste den grössten Teil der damaligen Judenheit, er ißt einer der Helden der jüdischen Sage (Legenden bei Flavins Josephus, im Talmud, mittelalterliche hebräische Alexander- Romane). Alexander wurde jüdischer Vorname (jiddisch: Sender), sein Beiname Mukdan (= Mazedonier), verbreiteter Nachname.“ Sicgbcrf Friedemann, Köln a. Rh. (12 Jahre alt). Auflösung des Rätsels aus Kinderblatt Nr. 5: Vater, Kater, Krater; der Silbenrätsel: Monlefiore. 1. Mantel, 2. Onkel, 3. Nehemia, 4. Tallis. 5. Eremit, 6. Frankreich, 7. Immergrün, 8. Ouvertüre, 9. Regatta, 10. Eva. — Jerusalem. 1. Josef, 2. Elieser, 3. Rose, 4. Uhland, 5. Salomen. 6 Adam, 7. Lotte, 8. Esau, 9. Moses. — Mai m onides. 1. Marianne, 2. Abraham, 3. Isebcl, 4. Mahler, 6. Obadja, G. Naflali, 7. Ismael, 8. Deuteronomium, 9. Esau, 10. Salomo. Professor A h a r o n i aus Jerusalem, der s^hon 30 Jahre Tn Palästina wohnt, kennt die Tiere des gelobten Landes sehr, genau, und er schrieb mir einen Brief aamoer. Da giot es atso Gazellen, Antilopen, Klippschliefer, Wildziegen, Uhus, Schlangenhalsvögel u. a. m. Professor Aharoni erzählte mir aber besonders viel von einem sehr merkwürdigen Vogel, dem „Wald* rappen“, auch „Schopfibis“ genannt. Er machte weile Reisen, um dieses seltene Tier, das jahrhundertelang verschollen war, zu suchen. Vor 4 00 Jahren halte der Schopfibis auch in der Schweiz gelebt. Dann verschwand er dort. Nur noch auf alten Bildern sah man ihn. Plötzlich, vor einigen Jahrzehnten, tauchte dieser rätselhafte Vogel in der Sahara wieder auf. Es war am Anfang dieses Jahrhunderts; da zog Professor Aharoni aus Jerusalem aus, um ihn zu suchen. Er reiste bis nach Syrien und entdeckte dort mehrere Brutplätze des Waldrappen. Er und seine Tochter brachten viele junge Schopfibisse nach Europa, wo sie z. T. wohl auch noch leben werden. Dass die Waldrappen — mit Trappen nicht zu verwechseln — zur Familie der 1 b i ss e.gehören, können die Tierkundigen ihnen gleich an der Nase ansehen; an den langen* an der Spitze sanft gebogenen, halbweiclien Schnäbeln. Sie sind verwandt mit den „Heiligen Ibissen“ der alten Aegypter, die durch ihr Erscheinen die wohltätige, befruchtende Nilüberschwemmung ankündigten und sogar den Vorzug genossen, nach ihrem Tode einbalsamiert zu werden. Unsere Schopfibisse oder Waldrappen leben aber nicht wie jene vornehmen Vettern am Wasser. Sie sind W ü s l e n i b i s s e! Armselige E remiten! Und so nennt man sie auch auf Lateinisch: „e r e m i t a“. In Palästinas dürren Steppen nähren sie sich von kleinen Eidechsen, jungen Schlangen, Heuschrecken und anderen Insekten. Diese sonderbaren Waldrappen sind nicht eben schön zu nennen. Aber im Sonnenschein schimmern ihre schwarzen Kittel in grünen und bronzenen Tönen, und die Flügeldecken haben gar einen prachtvollen Purpurglanz. Dagegen sind die kahlen, rolhäuligen, nach hinten vorspringenden, knöchernen Köpfe von auffallender Hässlichkeit. Und dazu der komische lange Federschopf im Genick, der ihnen den Namen „S c h o p f i b i s“ gegeben hat. Ihre eigenartige Stimme hört man selten. Dunkle1, kurze, fast weiche Laute ßtossen sie bei Erregung aus: „.In, ju, Koran, ju, ju.“ Zum Beispiel heim Fressen, wenn sich die Jungen untereinander um fette Bissen zanken. Professor Aharoni hat sie dabei oft belauscht. Er erzählt mir in seinem Briefe, dass die Jungen bis zum dritten Lebensjahr glanzlos schwarz seien. Audi Schnabel und Beine, die bei den Alten rot sind, sind im Kindesaller noch schwärzlich. Daher stammt auch der Name „Wahl rappe“. „Rappe“ bedeutet „Rabe“. — Aber ihr wisst ja mm, dass die Wahl rappen in Wirklichkeit keine Raben sind, sondern „S c h o p f i b i ss e“. Der Professor hat viele ihrer Nester, ihrer gemeinsamen Brulplätze, entdeckt: „Immer auf kahlen, langen Gebirgszügen, auf sehr hohen, geraden Felswänden, die in ihrem obersten Teile eine Nische besitzen, welche sich auf der ganzen Länge dieser Feldwand dahinzieht. lieber dieser Nische bildet mm diese Geinrgswand ein Schutzdach gegen Sonne.“ Dieser Brutplatz ist so eigentümlich, dass der Professor, wenn er ihn von unten sah, immer schon im voraus darauf wettete, dass oben Waldrappen hausen müssen. Diese für Europäer, schier unersteiglichen Eelswä n d e erklimmen die geschickten Beduinen der Wüste und schleudern die Jungen unbarn herunter, um sie zi zehren. Da gibt es mal eine reichliche le, denn die Schopfil nisten zu Itunder he ne i minder auf der dien, Felswand. Sie wahre „Ges s c h a f l s l i e r e“. Jungen haben immerh Streit untereinander, bleiben aber doch hübsch zusammen. Da die Vögel den Beduinen so gut schmecken, so gut etwa, wie uns junge Tauben, hat sich ihre Zahl sehr vermindert, Scholaum alechem M. M. « 104 Margarete Cohn Scho — — laum Bau - a - chem Bor’ - chu * ni Zezz’ — chem — ehern ma — la che ha Chor unisono oder Sologesang che ha Klavier oder Harmonium ä tempo scho -- — ma - la - che el — jaun; — mi me - lech mal - che ham - Io ko-dausch bo— rueb hu. ko - dausch bo-ruch hu, Darum hat die dortige Regierung des Landes sie jetzt unter Naturschutz gestellt. So werden sie drüben hoffentlich nicht aussterben, wie ehemals in der Schweiz, wo sie noch vor 100 Jahren in den Hochwäldern und über der Baumgrenze lebten. . Ich habe einmal, — irgendwo —, drei gefangene Waldrappen selbst beobachtet: Ein Pärchen und ein einzelnes Weibchen. Das Pärchen hielt eich immer beisammen und verstiess das einsame Dritte. Da war mm aber im seihen Käfig noch ein anderer Ibis, dessen Heimat Afrika war: Ein K a r n i c k e 1 i b i s , so genannt, weil er einen Uautzapfen am Halse hatte. Ein schwarzer, strammer Kerl, mit tiefer Bassstimme! Der war auch ganz allein für sich. Und darum wollte er so gern das einsame Waldrapp-Fräulein zur Frau haben. . Aber die Waldrappin wollte durchaus nichts von ilun wissen, — liet immer vor ihm davon: Und er hüpfte immer hinter ihr her. Sie liess sich aber nicht fangen. Und er stiess vor Aergcr seine tiefsten Basstöne aus. Noch spät am Abend hörte ich seine misstönenden Schreie durch die Stille gellen. — Dagegen lebte das Pärchen Wald rapp in zärtlicher Liebe zusammen. Sie verketteten ihre langen Hälse miteinander und liebkosten eich. Auf einem Baum im Gehege hatten eie sich ihr Nest gebaut. Aber bis zum Eierlegen kam es nicht. Emma Waldenburg. CfaM Von ROLF RADLAUER Mögest Du in diesem Jahr Unser Tun zum Segen führen; Wende Unglück und Gefahr, Dass wir Deine Gnade spüren. Lösche Sünde und Vergeh’n, Denn bei Dir ist das Vergeben; Und wenn wir vor Dir besleh’n, Schreib’ uns ein zum guten Leben. 'tiuuwm \'4 Sammy Cliaim, Moers a. Rh., Kirchslrasse 17, wünscht Briefwechsel mit einem 11—13jährigen Jungen in Hebräisch und Englisch. Peter Möddel, Berlin-Grunewald, Faltcrwcg 11, wünscht Brief* Wechsel mit 11—12jährigem Jungen oder Mädchen. «

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