Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1937
- Issue
- 6 (2.9.1937)
- Date
- 1937-09-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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W Vor ein paar d'agen ist mein grosser vrnclsr Veit von einer Iteise tieiingekolunie». Lr war ln Latästbla und ^eg^pten. .leclen 1?ag muss er uns nun von seinen Lriebnissen erxülden, besonders von Aegypten mit den ururatten Königsgräbern und den Lyraalidon muss er' immer nieder was beliebten. Lr ist zwar ein grosser klunkerer, und ieb bin nielit so gönn sieber, ob alles genau so war, aber es ist mäelüig interessant, ^ls er die Königsgräber besuelvt bat, die vor 3Li datntausenden gebaut wurden. teilweise noeb vorselunitxten öligen an und meinte: „Wollen wir das naelimaeiien, was bier stellt?" — „Was stellt denn da?" kragte der Lerl. „Lin 8>>iel, 6IN Iröni^Iielies Lpiol, oiliel' Königin zxsliöil IiiU", Mut nerisolie Figuren xu seiilagen. Wonii ein Lpivler keine Li'gnrett Nletir auk den Kreisen bat, ist das Lpiel beeildet. deder /äbtt dann die Figuren, die er gelangen liat, und die. die er bis xur 2. Leptember kSilag^ keiblatt bdr. 6 Lerii'n, Onser Losebbasobana-Lest ist nur eins; von den versobiedenen Neujabrskesten, clio wir keiern: um ersten Llsebri kängt unser religiöses Leelenjabr an. Oie Nonate wiedoruni langen mit dem ersten Nissan an, und die Länme keiern ibr Noujabr noeli soebs Woeben trüber, wie ibr wisst. Oen d'ieren aber gebt es wie uns lVIensoben, über sie wird im bimmliseben Oeriebt xur glelobeu ^eit die dallresabreebnung gellatten wie über uns. Oeber alle Liere, und daruin beisst es, dass dann sogar die stummen Lisebe im Wasser xitteril. Nlin könnte einer sagen, die Liere baben ja keine Atmung davon, ob sie das dalir lrinduroli Outes oder Loses, lieebt oder Onreebt getan tlaben, uild wolier wissen wir es dann? Oud es Ist wirkliob wabr, wir wissen niebt viel von den Vieren, ^.ber nill so auklnorlrsainer büren wir, was in unseren alten Oesebicbten vom Leobt uild Onreebt der d'iere erxälllt wird. Wenn xu Lose!, llasoilaua Oott alle Weltbewobner an seinem ^ngesicllt vorüberxiebeu lässt, ersetleinen aueb die d'iere wie die Neilseiieu mit Leus, Klage und Anklage. Oa kommt ein Nann, der xog seines Weges und sab einen Oornbusob brennen, /^ul dem Oornbusob aber war xuvor eine Lolllange gekroebeu, und nun batte sie keine IVlöglirbkeit mebr, dem Leuer xu entrinnen. 8te wand siel, naeb links und naeb reellts, sie xiseilte, sie bog sieb naeb oben und naeb unten, aber das Leiter war uni und um, und sie war verloren, ^ls der Nanu das sali, packte ibn das Vlitleid, und er darbte, aueb die Leblange ist dorn Oottes Oeseböpk, ieb will sie retten, und das wird eine gute Lat sein. Oer Nanu kam diebt an den brennenden Oornbuseb, bielt seine Lanxe liinein, sogleietl wand sieb die Leidange um den Lobakt und kroeb daran mit raseiieu Windungen aus der Olut beraus. Oud eile sieli's der iVIan,, verseilen batte, war dir Kops über seiner Lebulter, und sebon wand sieb die Loblange ibm um den Hals und würgte ibn. Oa stöbnte der lVlann und kragte die Loblange: „Was babe leb dir getan, warum tust du mir das an?" Oa sagte die Loblange: „Niemals noeb wurde Outes mit Outem vergolten, so bandle ieb aueb an dir!" Ond würgte ibn. „Oib mir wenigstens so viel 2eit", stellte nun der iVlann die Loblange an, „dass lob xu jener Llalane dort konmlen kann. Lie werden wir kragen, und wenn sogar ein Laum Mtleid init rnir baben und dein Lun verlirteilen wird, dann lass mieb los. Wenn niebt, so tu' mit mir, was du willst." Oie Leblange liess seinen llals ein wenig locker, sie kamen xu dein Laum, und der Nanu sagte: „Dieser Loblange babe iob das Leben gerettet und nun sie!,, was sie mit mir maobt!" Oer Laum antwortete: „In dieser Oeds siebe ieb ganx allein, und wenn Reisende des Weges kommen, 8«i können sie nirgends ausruben als in meinem Lebatten. Ls gibt keinen anderen Laum bier, ieb besebatte sie und bier erkrisoben sie sieb. Ond dann breeben sie von meinen Zweigen ab, verbrennen das Ilolx oder maoben Kästoben daraus. Nielnals noeb wurde Outes mit Outem vergolten; würge ibn, Leblange, würge ibn!" Ond sogleiob begann die Loblange wieder xu w tilgen. Oer lVIann aber klebte sie von neuem an: „Lass lokker, Leblange, lass doob ein bisseilen looker, Loblange. Dort weidet ein Oobse, ibn wollen wir kragen." Lie gingen und kragteil den Oobsen. Oer sagte: „lob muss pkltigeii, ieb muss eggen, lob muss dreseben, ieb muss Karren xieben, Lommer und Winter arbeite ieb kür den Nensoben, und dann kommt irgendein Lest oder Oast, dann soblägt man mieb nieder und soblaebtet mieb. Niemals noeb wurde Outes mit Outem vergolten; würge ibn, Leblange!" Ond sogleieb begann die Loblange wieder xu würgen, „Lass nur ein bisseilen looker", klebte der Nann, „gib mir. nur noeb eine kleine Lrist: da kommt der kluge Luebs, den werden wir kragen." Oie Leblange liess looker, sie gingen xum Luobs, der Nanu braebte seine Klage vor, dis Loldange erwäbnte das Zeugnis des Laumes und das Orteil des Oobsen, und der Luobs, der alles geduldig angebörb batte, sagte xur Leblange: „80 soll endlieb gereebtes Oeriebt geballen werden. leb bin vom Löwen, dem König der l'iere, als Lieilter eingesetzt. Oer IVlann bat dir das Leben gerettet, und du, Leblange, windest diel, um seinen llals — das gellt doob niebt an! Lass ibn los, und ibr beide, du und. dieser Nann, kniet vor mir nieder!" Oie Leblange liess los und sebiängelte sieb vom Halse des iVlannes xur Lrde. Oa seblug sie der Luobs mit seines