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Central-Verein-Zeitung · 1937-09-02 · 35 (2.9.1937) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
35 (2.9.1937)
Date
1937-09-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 C-V.-Zeifung Nr. 35 * 2. September 19^ Kalender Leben beziehen, deutsch geworden. Und ist es wirklich schon im Jahre 1833 so weit gekommen, dass der Luach „für Geschäftsleute, besonders in Wechsein und Staatspapieren" diejenigen Feiertage, „welche streng gefeiert werden", zur besonderen Kennzeichnung mit einem Ringchen versehen muss? Haben die Juden in Deutschland um diese Zeit schon nicht mehr gewusst, was und wann ein Jomtow ist? Der Luach zeigt die Zeit an. Er tut es auch in einem tieferen Sinne. 5698 Eine Kalenderbetrachtung von Professor R. L. Basnitzki-Heidelberg Das Titelblatt des neuen Luach zeigt neben einer Reihe anderer Angaben das Buchstabentrio T V ä 7 2 Der Kundige ersieht hieraus, dass das neue Jahr mit dem zweiten jüdischen Wochentag, das ist ein Montag, beginnt, und dass der erste Pessaehtag ein Sabbat (7. Wochentag) ist. Der mittlere Buchstabe & deutet an, dass wir ein überzähliges Jahr — H Q b vor uns haben. Ein solches' ist dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Monat Marcheschwan, der bei einem regelmässigen Jahr nur 29 Tage zählt, mit 30 Tagen angesetzt ist. Diese Massnahme kann aus verschiedenen Gründen notwendig werden, da das jüdische Jahr sowohl mit dem vergangenen wie mit dem nachfolgenden Jahr innig verzahnt ist. Gerade in diesem Jahr liegt der Fall besonders interessant Da nämlich von Neumond zu Neumond genau 29 Tage 12 Stunden 44Vis Minuten vergehen, so lässt sich der Beginn des nächsten Jahres mathematisch genau voraussagen; und zwar fällt er auf Samstag, den 24. September 1938, nachmittags 2 Uhr 6uAs Minuten. Nun lautet aber eine traditionelle Vorschrift, dass der Anfang des neuen Jahres um einen Tag verschoben werden muss, wenn der Neumondstermin später als Mittag 12 Uhr fällt. Somit müsste das'zukünftige neue Jahr am Sonntag beginnen. Dies widerspricht aber einer anderen Vorschrift, derzufolge Neujahr niemals an einem Sonntag, Mittwoch oder Freitag anfangen darf. Der Schluss ist also zwingend, dass jetzt Neujahr nochmal verschoben werden muss, und somit erst am Montag, dem 26. September 1938, beginnen kann. Um für solche traditionellen Ausnahmen einen Kalenderspielraum zu haben, muss es im jüdischen Kalender neben regelmässigen Jahren, auch überzählige (mit einem Tag mehr) und mangelhafte (mit einem Tag weniger) geben. Das hat zur Folge, dass weniger als die Hälfte aller Jahre regelmässiger Natur sind. Mit demselben Umstand hängt die Tatsache zusammen, dass auch im kommenden Jahr Tischo beaw wieder auf einen Sabbat fällt, genau wie im abgelaufenen Jahr. Da aber Fasttage — mit Ausnahme von Versöhnungstag — nie an einem Sabbat gehalten werden, so haben wir auch in diesem Jahr wieder keinen 9. Av sondern einen 10. Av als Fasttag. Weiter stellen wir fest, dass 5698 ein Schaltjahr ist und somit 13 Monate zählt. Das Schaltsystem im jüdischen Kalender ist ja derart beschaffen, dass in einem Zyklus von 19 Jahren 12 Gemeinjahre und sieben Schaltjahre vorkommen müssen, und zwar ist jeweils das 3., 6., 8., 11., 14., 17., 19. Jahr des Zyklus ein Schaltjahr. Will man aus der Jahreszahl auf ein mögliches Schaltjahr schliessen, so hat man die kleine Rechnung auszuführen: 5698 :19 299, Rest 17. Bleibt bei einer solchen Division eine der oben genannten sieben Zahlen als Rest, so liegt ein Schaltjahr vor, bei anderen Resten ein Gemeinjahr. Gleichzeitig erkennen wir aus dieser Rechnung, dass nach jüdischer Auffassung seit Erschaffung der Welt 299 Mondzyklen von je 19 Jahren verflossen sind, und dass unser jetziges Jahr das 17. Jahr des 300. Zyklus ist, eine Angabe, die auf dem Titelblatt des Luach verzeichnet ist. Im Schaltjahr haben wir bekanntlich zwei Adarmonate, einen Adar I und einen Adar II. Dabei ist aber nicht der Adar II der Schaltmonat, sondern der Adar I. Wir erkennen dies daran, dass der Adar II die dem normalen Adar zukommenden 29 Tage zählt, während der Adar I als Schaltmonat 30 Tage hat. Auch wird Purim nicht im Adar 1, sondern im Adar II gefeiert. Ebenso sind Jahrzeiten, die in einem Gemeinjahr im Adar sind, im Schaltjahr im Adar II. Der Adar II ist also der verschobene ursprüngliche Adar. Der Fall liegt ähnlich wie im bürgerlichen Kalender. Dort ist nicht etwa der 29. Februar Schalt- Kalender - Vom Taschenüber den Abreiss-, den Wandkalender bis zum Almanach beschert uns auch der Beginn des Jahres 5698 wieder eine Fülle von Zeittafeln, die uns werbend, belehrend, erbauend und nutzbringend durch ein Jahr begleiten wollen. An künstlerischer Qualität ragen der bereits in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung besprochene Kalender der „Jüdischen Künstlerhilfe" und der des „Jüdischen Frauenbundes" hervor. Wieder hat der Frauenbund die künstlerische Form gewählt und gibt neben einem vorbildlich klaren Kalendarium ausgezeichnete Reproduktionen {Buchdruckerei Gebrüder Braun, Frankfurt a. M.) von Arbeiten jüdischer Maler aller Zonen. Wir begegnen den „Klassikern" Jozef Israels, Max Lieberm a n n und Lesser U r y, den bekannten Namen Eugen Spiro und Ernst O p p 1 e r aus Deutschland, Max Band, Moise K i s 1 i n g und Camille Pissaro, die in Paris wirken, wir finden Josef B ä t o aus England, Isaak Grünewald aus Stockholm, Adagio Modigliani aus Italien und schliesslich eine grosse Zahl jüngerer Künstler, deren Namen und Werke unseren Lesern zumeist auch aus Aufsätzen und Reproduktionen der C.-V.-Zeitung bekannt sind: Meta Cohn-Hendel, J. Aschheim, Leo Barczynski, Paula Neufeld, Heinz Wallen'berg, Erich Wolfsfeld, J. Ryback, Anita Ree und manche andere. Wie die Landschaft vielfältig ist, aus der die Künstler kommen, so auch die Motive, die ihre wiedergegebenen Arbeiten zeigen. So stellt Hanna Karminski als Herausgeberin ihren kurzen Einleitungsworten mit Recht das Motto „Jüdische Künstler sehen die Welt" voraus. — Gedichte von Manfred Stur mann, Hilde Marx, M. Y. ben G a - v r i e 1, Rachel B 1 u w s t e i n, Ludwig Strauss, Margarete Susmann, Martha HofmaBD, die zum Teil erstmals im „Morgen", der Monatsschrift der Juden in. Deutschtag, sondern der 24. Februar. Dadurch verschieben sich aber alle nachfolgenden Tage um eine Ordnungsziffer. Schliesslich sei noch erwähnt, dass es im Kaienderwesen ausser dem kleinen 19jährigen Mondzyklus auch noch den grossen 28jährigen Sonnenzyklus gibt. Dieser Zyklus will besagen, dass nach Verlauf von 28 Jahren Frühlings-, Sommer-, Herbst¬ und Winteranfang wieder genau auf den gleichen Zeitpunkt fallen werden. Machen wir für diesen Zyklus die Division, so erhalten wir: 5698 :28 203, Rest 14. Es sind also seit Erschaffung der Welt 203 grosse Sonnenzyklen verflossen, und das jetzt beginnende Jahr ist das 14. Jahr des 204. Zyklus. Auch diese Angabe findet der geneigte Leser auf dem Titelblatt des Luach aufgezeichnet, wenn er die Zeichen zu deuten vermag. Kalenderreform Das Jüdische Komitee für Fragen der Kalenderreform, dessen Vorsitzender der Oberrabbiner von Frankreich, Israel Le vi, und dessen Exekutiworsitzender, der Oberrabbiner des Britischen Reiches, Oberrabbiner Dr. J. H. Hertz, ist, hat folgende Erklärung veröffentlicht: Die Frage der Kalenderreform ist plötzlich zu einer Angelegenheit von brennendem Interesse für die religiösen Juden überall in der Welt geworden. Der Vorschlag, jährlich eine Acht-Tage-Woche einzuschalten, was zu einem wandernden, jedes Jahr auf einen anderen Wochentag fallenden Wochentag führt, wird dem Völkerbund von dem Vertreter Chiles unterbreitet, der hierbei von dem Vertreter Sowjet- Russlands unterstützt wird. Am 1. August ist endgültig beschlossen worden, diesen Antrag bei der Tagung des Völkerbundsrates zu erörtern. Sofort nachdem dies bekanntgeworden war, hat sich Oberrabbiner Hertz, der bei der Frankfurter Konferenz von 1931 zum Vorsitzenden der Exekutive des Jüdischen Komitees für Fragen der Kalenderreform gewählt wurde, mit den wichtigsten Judenheiten der Welt, ihren Rabbinaten und Konsistorien wegen der zur Verteidigung des Sabbat zu treffenden Massnahmen in Verbindung gesetzt. Der Chief Rabbi steht in dauernder Fühlung mit Grand Rabbin Israel Levi und anderen religiösen Führern der Judenheit. Lord Lionel W. Rothschild Lord Rothschild ist am 27. August im Alter von 69 Jahren gestorben. Er ist der zweite Inhaber des Sitzes im Oberhause, den Königin Viktoria seinem Vater Nathan Meyer Rothschild 1885 als erstem Lord jüdischen Glaubens verliehen hat Auch der jetzt verstorbene Baron Rothschild hat ebenso, wie sein Vater, vor seinem Eintritt ins Oberhaus der zweiten Kammer des Parlaments angehört. Er war von 1899 land, veröffentlicht wurden, runden das Bild dieser schönen Arbeit ab. Nicht weniger fürs Auge, aber minder anspruchsvoll im Künstlerischen, ist der vom Verlag der Jüdischen Rundschau herausgegebene, mit einem von Heinz C o n d e 11 montierten Umschlag versehene und von Joachim Prinz eingeleitete „Palästina-Kalender". Die Uebersichtlichkeit seines Kalendariums hat unter der Tatsache gelitten, dass der Kalender eine propagandistische Aufgabe zu erfüllen hat,, die er mit allen Mitteln des künstlerischen Photos löst. Die sehr eindrucksvollen Bilder stammen von Z. Kluger, Helmar L e r s k i, Aenne Mosbacher und H. Sonnenfeld und zeigen die Schönheit des Landes, das Mass der geleisteten Arbeit und verhüllen mit Liebe die Sorgen, die unsere Hoffnungen überschatten. Sachlich und das Leid seiner Herausgeber schon im äusseren anspruchslosen Gewand spiegelnd, erscheint zum drittenmal das ..Jüdische Blindenjahrbuch". herausgegeben von der Selbsthilfevereinigung der jüdischen Blinden in Deutschland. Es will weniger geben, als berichten und fordern: Hilfe für die dem Verband angeschlossenen und von ihm betreuten Menschen. Das Kalendarium wurde von Horst M o r a t z mit symbolischen Zeichnungen geschmückt, die ganz den eigenartigen Charakter dieses unseren Lesern bekannten Künstlers (er illustrierte Fritz Rothgiessers „Knabenschiff" und in der vorliegenden Nummer Alfred Auerbachs „Brüder Beer") widerspiegeln. Auf knapp hundert Textseiten wechseln Beichte vcn Blinden über ihre Erlebnisse und Berufserfahrungen mit Gedichten und Erzählungen. Medizinische Probleme des Auges und ein Aufsatz über die besondere Stellung der Blinden im bürgerlichen Recht ergänzen den Almanach nach der praktischen Seite. Am Schluss ist vermerkt, dass er in 7500 Exemplaren verschickt wurde. Mögen nicht nur 7500 Menschen die Verpflichtungen fühlen, dem stummen Ruf zu folgen. Hans Oppenheimer. bis 1910 Abgeordneter und zählte sich zu den Liberalen Unionisten. Aber sein stärkstes persönliches Interesse galt weder der Politik, noch den Geschäften des weltberühmten Bankhauses, sondern einer wissenschaftlichen Liebhaberei. Er, der in Cambridge und Bonn studiert hatte, war wohl der grösste zoologische Sammler seiner Zeit. Als Knabe fing er mit Schmetterlingen an, später kamen Vögel und schliesslich andere Tiere dazu, bis er im systematischen Ausbau seiner Liebhabereien zur Gründung eines zoologischen Museums auf seinem Landsitz Tring überging. Man bekommt eine Vorstellung von der Grösse seiner Sammlungen, wenn man hört, dass sie allein am Schmetterlingen zwischen ein und zwei Millionen umfasste, dass aber auch ein Rothschild schliesslich einmal genötigt ist, zu rechnen, zeigte sich, als er sich 1932 entschli essen musste, seine hervorragende ornithologische Sammlung nach den Vereinigten Staaten zu verkaufen. Der Tradition seiner Familie getreu, hat sich auch Lord Lionel Walter Rothschild für das Schicksal der Judenheit interessiert. Er war der Empfänger der Balfour-Deklaration. Schon vorher hat er sich in allen Bestrebungen zur Linderung jüdischer Not und zur Wahrung der sozialen Stellung der Juden eingesetzt. Er war unter anderem Vizepräsident des Jewish Board of Deputies und der Anglo-Jewish Association. In den letzten Jahren hat Lord Lionel Rothschild auch an den Aktionen der englischen Juden für die Juden aus Deutschland "hervorragend teilgenommen. Constantin Brunner gestorben Constantin Brunner sollte am 23. August sein 75. Lebensjahr vollenden. Wir haben aus diesem Anlass sein Schaffen in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung ausführlich gewürdigt. Er konnte diese Ehrung, wie so viele andere Zeichen der Freundschaft und Sympathie, die zu seinem Geburtstag geplant waren, nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Eine schwere Krankheit hielt seine Freunde seit einiger Zeit in Sorge. Dieser Krankheit ist er am Tage vor seinem Geburtstag erlegen. Der Aufsatz von Rabbiner Dr. Norden. Hamburg, (vgl. C.-V.-Zeitung Nr. 34 vom 26. August), der als Geburtstagsaufsatz gedacht war, ist nun ein Nachruf geworden. Das Andenken des grossen Philosophen Constantin Brunner wird in den Reihen seiner zahlreichen Anhänger fortleben und in die Zukunft fortwirken. Max Marcus (Berlin-Sehöneberg) beging am 1. September seinen 75. Geburtstag. — Arthur Karfun k e 1 s t e i n (Berlin-Chariottenburg) feiert am 3. September seinen 70. Geburtstag. — Frau Paula Kahn (Kassel) begeht am 4. September ihren SO. Geburtstag. — Frau Martha Wendriner (Berlin N.) vollendet am 5. September ihr 70. Lebensjahr. — Jonas Hess (Osnabrück) wird am 5. September 85 Jahre alt. — Heinrich K o h n (Berlin-Charlottenburg) feiert am 9. September seinen 75. Geburtstag. — Moses Hirsch, der zehn Jahre als Portier am Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde. Berlin, tätig war, verstarb plötzlich im 45. Lebensjahr. — Isak Hamburger (Kissingen) ist am 27. August gestorben. SCHACH'ECKE bearbeitet von P- Rosenblatt. Schachaufgabe Nr. 106 von S. Leites (Moskau) (Schachmatny 1937). Matt in zwei Züsen. Weiss: Ke7, Dc8. Tdl. Te4, Lg* Bb3, b4 f7 (8) Schwarz: Kdö, Da2, Td3, Tel, La8, Le3, Sei Bb6T bö, d7, d6. gö (12) Schachaufgabe Nr. 107 Matt in vier Zügen. Weiss: Ka2, Dbl (2) Schwarz: Ka4, Sd4, Ba5, a3 (4) * Lösung der Aufgabe Nr. 104: 1. Tdl—d2, Ke4—dö: 2. Td2—c2; Kd5—e4; 3. Kb7—c6, Ke4Xd3: 4. Lg4—fü matt. * * Lösung der Aufgabe Nr. 105: 1. Kb7—a6, Ke4-^d5; 2. Ka6—b5, Kd5—e4; 3. Kb5— co, Ke4—e3; 4. Kcö—d5 matt. * Richtige Lösungen von Nr. 104 und 105 gingen ein von: Michael Levy (Krefeld), A. Baronowitz (Berlin), Karl Nussbaum (Rheydt), Bernhard Loeb (Bingen), Gerhard Lewisohn (Quedlinburg), Tierarzt Max Koschminski (Landsberg), Siegmund Auster! itz (Giessen), Max Pniower (Hindenburg), Rechtsanwalt Dr. Ernst Boehm (Brieg). — Von Nr. 105: Gustav Lewi (Berlin-Dahlem). Jubiläum der Lessler-Schule Die private Jüdische Waldschule Grunewald (Lessler-Schule), Berlin, kann in diesen Tagen auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem freudigen Anlass fand eine Reihe von Feierlichkeiten statt, die einen Einblick in die Entwicklung der Anstalt sowie in die geistigen, künstlerischen und körperlichen Leistungen der Schülerschaft bieten sollte. Den Auftakt bildete eine Feier am 29. August im jüdischen Brüdervereinshaus. Nach Begrüssung durch Toni L e s s 1 e r entwickelte Oberstudiendirektor i. R. Professor Dr. Kurt Landsberg vor der gesamten Schülerschaft, den zahlreich erschienenen Eltern und den Freunden der Anstalt den Werdegang der Schule, die im Herbst 1912 mit drei Kindern ihre Tätigkeit aufgenommen hatte. Während des Krieges kamen aus den Grenzprovinzen des Reiches viele Familien nach Berlin und übergaben ihre Kinder der Schule. Infolge des Umbruchs von 1933 wurde die Schule zu einer rein jüdischen Anstalt. Seit dem Schuljahre 1936 erreicht die Schülerzahl fast 400. Am Schluss seiner eindrucksvollen Rede überreichte Oberstudiendirektor i. R. Landsberg der Schulleiterin als Geschenk eine vom Lehrerkollegium verfasste Festschrift, in welcher Aufsätze über Pädagogik, Wissenschaft und Methodik veröffentlicht sind. Für den pädagogisch interessierten Leser bietet diese Festschrift ausgezeichnete Aufsätze mit vielen Anregungen. Im Anschluss an diese Festansprache erläuterte Rabbiner Dr. Jospe die Einstellung der Schule zur jüdischen Erziehung. Im Namen des Schulbeirats überbrachte der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Gans, die Glückwünsche der Elternschaft. Endlich sprach für die Schüler die Vertreterin ehemaliger Schüler, Fräulein Goldfarb-Behr e n d t, der Schule den Dank aus. Umrahmt war die würdige Feier von Gesangsvorträgen des Schulchors. In mustergültiger Weise wurden von den kleinen Mädchen Lieder und Psalmen vorgetragen. Im Rahmen "der Jubiläumsveranstaltungen fanden auch zahlreiche sportliche Darbietungen statt. U. a. wurden die Endkämpfe in den leichtathletischen Uebungen durchgeführt. Wieder gelang es der Obersekunda den Wanderpreis für die beste Sportklasse der Schule zu gewinnen. Der Jüdische Ruder-Club „Welle-Poseidon" betreut die Schülerriege. Die 30 Jungen und Mädel umfassende Gruppe zeigte, dass sie in den letzten Wochen im Kasten und auf dem Wasser saubere Arbeit geleistet hatten. In beiden Veranstaltungen kam vor allem auch die Bedeutung zum Ausdruck, die der sportlichen Erziehung im Rahmen der Gesamtarbeit der Lessler-Schule zukommt. EWiiJPJ1 Ü Pil» tAi^Ä4*» II I JOI i^Äf^i »ifik^L von Dr. E. Zepler (London). (Deutsche Schachzeitung 1937) 5ffl mjß dIE VOLLAROMATISCHE ZIGARETTE NATÜRLICH NIKOTMARh "T ±:1i^u^i^ p 1 *J 5 fdM&fiwihk&Cd^^^

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