Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 31 (5.8.1937)
- Date
- 1937-08-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Br, 31. * Beiblaff 5. Xvguä 193Z * Seite 13 Am 8. August in Berlin: Die ersten Meister 1937 werden ermittelt Um die Leichtathletik-Titel des Makkabi-Kreises Die besten deutschen, österreichischen und tschechischen Makkabisportler werden sich am kommenden Sonntag auf dem Grunewaldsportplatz in Berlin anlässlich der diesjährigen leichtathletischen Meisterschaften des Deutschen Makkabikreises ein Stelldichein geben. Infolge des zum Teil überlegenen Könnens der erstklassigen ausländischen Teilnehmer sollten sich die deutschen Makkabisportler sicherlich zu Leistungen anspornen und mitfeissen lassen, die beträchtlich über den in dieser Saison bisher erreichten liegen könnten. Dies ist um so wahrscheinlicher, als die Ergebnisse des kommenden Sonntags für die Auswahl zur Vertretung des Deutschen Kreises auf der III. Makkabiah mit ausschlaggebend sein werden. Man rechnet vorerst, wenn nicht noch in letzter Minute Absagen eintreffen sollten, mit folgender Beteiligung aus Oesterreich und. der Tschechoslowakei: Hakoah Wien wird mit König, dem besten österreichischen 400-m-Läufer, mit dem vorjahrigen Deutschen Makkabimeister über 1500 m, Arpad B 1 ö d y. dem Langstreckler Beck, dem Hochspringer Dr. Schifferes und Gerda G o 111 i e b , die erst kürzlich mit 1,53 m einen neuen Landesrekord aufzustellen vermochte, kommen; während Hagibor Prag den Sprinter Fischmann, die Mittelstreckler Goldschmidt, Weiss und Schwarz, sowie die Mehrkämpfer Freund und P e t s chau zu entsenden versprach. Dazu starten selbstverständlich von seiten des Deutschen Kreises die Mittelstreckler 0 r g 1 e r und Walter Cohn, die trotz Hachscharah in guter Form sein sollen, die Sprinter Schattmann und Dr. LeAvin (beide Bar Kochba Berlin), die in diesem Jahr in Münz (Hakoah Köln) einen ernsthaften Gegner finden, die Brüder Blank I und II, deren vielseitige Begabung in mancher Disziplin, vor allem in den Sprüngen, zum Ausdruck kommen wird, und eine grosse Anzahl von Nachwuchssportlern, die man richtig erst nach den Meisterschaften wird beurteilen 'können. Bei den Frauen sollten u. a. Annemarie Hadra und Elli Kendziorra (beide Bar Kochba Hamburg) sowie Selma Schulmann (Bar Kochba Berlin) ihre Titel mit Erfolg zu verteidigen in der Lage sein- Die Hauptkämpfe beginnen um 15 Uhr, die Vorkämpfe bereits um 9 Uhr. Erstmalig: Allgemein-jüdische Tennismeisterschaften rÄuf der repräsentativen Anlage des Jüdischen Tennis-Klubs „Grunewald" in Berlin- Schmargendorf, Berkaerstr. 18—20, wird sich einiges ereignen, wenn dort in der Zeit vom 6. bis 8. August die ersten allgemeinen Tennismeisterschaften jüdischer Spieler und Spielerinnen in Deutschland1 zur Durchführung gelangen. Wir hatten bereits kürzlich unserer Genugtuung darüber Ausdruck gegeben, dass es gelungen ist, nun wenigstens im Tennis die beiden verbandsinternen Meisterschaften zu einer allgemeinen zu vereinen, und glauben, dass das vorliegende grossartige, fast 100 Namen umfassende Meldeergebnis besser als alles andere geeignet ist, den Wert einer derartigen Veranstaltung zu veranschaulichen. Denn alles ist am Start, was sich zur Spitzenklasse im jüdischen Tennissport zählen darf. Es fehlen lediglich die verhinderten Frau Friedleben (Frankfurt a. M.) und Rudi Strauss (Wuppertal). Man wird drei Tage bestes Tennis zu sehen bekommen und gespannt sein dürfen, zu wessen Gunsten die Vergleiche zwischen der routinierteren älteren Generation und dem anstürmenden Nachwuchs, zwischen der Spielstärke der Vertreter des Makkabi einerseits und des Schild- Sportbundes andererseits ausfallen werden? Die zuversichtliehe Hoffnung auf einen reibungslosen Verlauf der Kämpfe erscheint uns nach den bisherigen Gepflogenheiten im Tennisspart eine Selbstverständlichkeit zu sein. Nach der Auslosung ergibt sich für die einzelnen Konkurrenzen folgendes Bild: Im Herreneinzel sollten Kurt Wolff („Grunewald"), der vorjährige Reichsmeister des Sporthumlcs. Dr. Plaut (TC Bar Kochba), Walter Cohn!ITV 02 Köln) der Brück schlagen könnte, und •Tauch („Grunewald"), der sich zuvor mit Sander 'Hakoah Köln) auseinanderzusetzen hätte, auf <ter oberen Hälfte, sowie unten Mann (Mannheim) od-er Dr. Kahn (Bamberg), zwischen denen das fünfte Achtel liegt, Lieber (TC Bar Kochba). der den recht Marken Hamburger Katzenstein ausschalten müsste, Vot Siad und See? Sonntag, 8. August Südwestdeutschland Fussball: Schild Frankfurt a. M. Schüler—Sportgruppe Darmstadt Schüler, Frankfurt a, M„ Platz am Buchrainweiher, 9 Uhr. Leichtathletik und Handball: Schild Frankfurt a. M.—Sportgruppe Wiesbaden, Wiesbaden. Bayern Fussball: ISC Fürth I—Schild Heilbroan I, Fürth. Schlesien Leichtathletik: Leichtathletische Wettkämpfe, offen für alle jüdischen Sportler Schlesiens, durchgeführt von der Sportgruppe Breslau, vor- und nachmittags, Sportplatz Krietern. Xordwestdeutschland Fussball: Schild Hamburg—Schild Stuttgart um die Reichsmeisterschaft (Vorschlussrunde), Schild- Sportplatz, Hamburg- Lokstedt. Dr. Bill Fuchs (TC 03 Karlsruhe), den der junge Lutz Silberstein (Schild Breslau) noch nicht ganz erreichen wird und Buchwalter (TC Bar Kochba), gegen den der alte Kämpe Bodländer (Schild Breslau) auf verlorenem Posten steht, in die Viertel-Finale kommen. Eine weitere Voraussage wagen wir bei der Gleichwertigkeit der Gegner und der Unbeständigkeit der Form unserer Spitzenspieler nicht, wollen vielmehr den Kämpfen selbst .vertrauen, die zum Schluss die wirklich Besten an der Spitze sehen mögen. Wird die Schlussrunde die Paarung Kurt WoIffJBuchwalter bringen? — Auch das Herrendoppel hat eine glänzende Besetzung erfahren-. Zu den aussichtsreichsten Paaren gehören hier Dr. Fuchs/Wolff, Brück/Dr. Plaut. Hepner.'Landmann, Lieber/Sander, Jauch/Mann, Goldstein und Partner. Cohn/Katzenstein und Buchwalter/Dr. Kahn, die in dieser Reihenfolge an die Spitze der einzelnen Achtel gesetzt sind. — Bei den Damen zählen zu den Favoritinnen von oben nach unten Frau Richter-Weihe rmann (Schild Frankfurt a. M.), Loni Guttmann (Itus München), die allerdings Frau Katzenstein (Schild Hamburg) schlagen muss, Frau Peyser („Grunewald"). Frau Juliusberg (Breslau), Frau Joel (TC Bar Kochba), Frau Rosenzweig (Rot Weiss Leipzig) und Frau Hemp (Bar Kochba Frankfurt a. M.). Von diesen könnten sieh Frau Richter-Weihermann, und Frau Hemp für die Schlussrunde qualifizieren. Die stärksten Paarungen im Damendoppel sind Löni GuttmannlFrau Hemp, Frl. Lichter/Frau Wolff. Frl. Lorch/Frau Joel bzw. Frau Juliusberg/Frau Rosenzweig und Frau PeyserlFrau Richter-Weihermann. Und am 22. August... Bereits 14 Tage später gibt es in Berlin eine Neuauflage dieser Grossereignisse — mit umgekehrten Vorzeichen: die hervorragend beschickten leichtathletischen Reichsmeisterschaften des Schild-Sportbu n des , in deren Verlauf auch der ausgezeichneten Jugend Startmöglichkeiten in Form eines Landesverbandskampfes eingeräumt worden sind, und das Internationale Tennisturnier des Tennisclubs Bar Kochba Berlin, in dem sich nicht nur die Besten des 8. August Revanche geben, sondern dazu auf eine internationale Gegnerschaft stossen werden, die womöglich noch eine Steigerung gegenüber den Titelkämpfen bedeuten könnte. Nähere Einzelheiten werden wir bei Vorliegen der genauen Meldeergebnisse beider Veranstaltungen in der nächsten und übernächsten Woche veröffentlichen. Tennisclub Bar Kochba siegte 5:4 Dramatischer Verlauf des Tennisklubkampfes in Berlin Eine Reihe selten schöner und spannender Begegnungen, im ganzen eine durchaus gelungene und für den jüdischen Sport werbende Veranstaltung, dürfte man als Ergebnis des Klubkampfes, den die zurzeit stärksten jüdischen Tennisvereine in Deutschland, Tennisclub Bar Kochba-Berlin und Jüdischer Tennis-Klub „G r un e wa 1 d" -Berlin, am 31. Juli miteinander durchführten, verbuchen. Mit 5 : 4 Punkten, 12 : 9 Sätzen und 96 : S4 Spielen gewann zwar der Bar Kochba, man wird jedoch bei aller Anerkennung dieses stolzen Triumphes zugeben müssen, dass „Grunewald" an diesem Tage geradezu von Fech verfolgt war. Dass Werner Jauch, der Ueberraschungssieger des ISG-Turniers, schon als Halbinvalide begann und später nach verlorenem ersten Satz gegen Brück zurückziehen musste, dass seine Verletzung sich immer unangenehmer bemerkbar machte, hätte hingenommen werden können, dass aber dann, nachdem es bei Beendigung der Einzelspiele trotzdem 4 : 2 für Schwarz-Rot stand, auch noch der zweite, fast sichere Punkt durch Verletzung und Aufgabe eines der Spieler (ganz!) verlorenging, war wirklich schon tragisch zu nennen und darf ruhig als entlastendes Handicap angeführt werden. Die Spiele sonst standen, wie bereits erwähnt, auf höchst anerkennenswertem Niveau, vor allem die Begegnung der Spitzenspieler beider Klubs, Wolff („Grunewald") und Lieber (TC Bar Kochba), zeigte derart viel schöne Momente, dass die zahlreichen Zuschauer recht begeistert waren. Lieber hätte sich unerhört viel vorgenommen. In elegantem Stil gewann er den ersten Satz mit 7 :5, im zweiten dominierte dann Wolff, der seine anfängliche Schwäche überwunden zu haben schien und seinen nachlassenden Gegner mit wunderschön placierten und harten Drives über den Platz hetzte. Schnell hatte er 6 :3 gleichgezogen, um im dritten Satz beim Stand von 5 :4 Lieber den Aufschlag abzunehmen und damit die Entscheidung mit 6 : 4 für sich zu erzwingen. Wolff bot besonders taktisch eine glänzende Leistung, während Lieber, dessen Hauptschwäche der völlig wirkungslose Aufsehlag ist, aus der Verteidigung überhaupt nicht mehr herauskam. Erwähnenswert wären fernerhin noch der glatte Sieg Drc Plauts über den auch im Doppel ganz und gar versagenden Albert Meyer und der ebenso klare Erfolg des 52jährigen Gumpel über den 19jährigen Bar Kochbaner Goldstein. Von den Doppelspielen ragte die abgerundete Leistung des immer besser aufeinander eingespielten Bar-Kochba-Paares Brück/Dr. Plaut hervor, die sich Gumpel/Wolff 6:1, 6:3 überlegen zeigten. Ergebnisse („Grunewald" zuerst genannt): Wolff—Lieber 5:7, 6:3, 6:4; Jauch—Brück 3 :6, Jauch zurückgezogen; A. Mever—Dr. Plaut 1:6, 0 : 6; Gumpel—Goldstein 6:0, 6:1; Goldberg—Wurm 6 :3, 6 :1: Ganz—Schatzow 6 : 8. 6 :3, 6:1; Gumpel/Wolff— Brück/Dr. Plaut 1:6, 3:6; JauchlA. Meyer—Lieberl Goldstein 3 : 6. 3 : 6; Goldberg/Ganz—Wurm/Schatzow 6:4, 2:6, „Grunewald" zurückgezogen. M. F. * Die erste Herren mannschaft der Tennisabteilung des Jüdischen Sport-Klubs (1SK) spielte gegen den Tennisklub Kaiserallee und vermochte mit 6:3 Punkten einen verdienten Sieg zu landen. Hakoah und Hasmonea-Wien in Berlin Makkabiah-Vorbereitungen des Bar Kochba Hakoah Im Rahmen einer Reihe von Vorbereitungen und Ausscheidungen zur III. Makkabiah veranstaltete Bar Kochba Hakoah Berlin am 1. August ein internationales Sportfest, das durchweg den Rasensportarten vorbehalten blieb. Aus Wien hatte man sich von der dortigen Hakoah deren erste Handball - und Hockeymannschaften verschrieben, während im Fuss ball die Amateurmannschaft der Hasmonea Wien verpflichtet worden w7ar. Dazu kamen je eine Reichsauswahlmannschaft des Deutschen Makkabikreises im Handball und Fussball und Berliner Repräsentative. Mit diesen zahlreichen Einheiten wickelte der Veranstalter während des ganzen Tages ein Monstreprogramm ab, das sportlich zwar recht befriedigte, und mit fast 3000 Zuschauern am Nachmittag auch einen überraschenden Publikums erfolg darstellte, das jedoch in jedem Fall zu reichhaltig w^ar, um das Interesse gleichmässig wachhalten zu können. Das möge man sich in Zukunft für ähnliche Veranstaltungen merken: weniger wäre mehr gewesen. Die Wiener Gäste zeigten sich im allgemeinen, wenn auch nur knapp, den deutschen Makkabisportlern überlegen — mit Ausnahme eines Fussballspiels, in dem die Wiener von der ausgezeichneten, einen schönen Fussball pflegenden Reichsauswahlmannschaft, die in den Frankfurtern Grünebaum. Herrsch und dem 15jährigen Stürmer May ihre Stützen hatte, eine 2:3- Niederlage hinnehmen musste. Sonst wurde alles gewonnen. Im Handball musste sich ihnen am Vormittag die Reichsauswahl knapp mit 7:8 und später auch die Elf des Bar Kochba Hakoah Berlin mit dem gleichen Ergebnis beugen. Die Stärke der Wiener Handballer liegt in ihrer Schnelligkeit, dem körperlichen Einsatz der Mannschaft und dem scharfen, placierten Schuss, während sie vor allem taktisch noch recht weit zurück sind. Die H o c k e y elf der Hakoah Wien, die in diesem Jahr den Titel eines Wiener Meisters errang, lieferte dem durch drei Spieler des Tennisklubs verstärkten Bar Kochba Hakoah Berlin eine interessante, leicht überlegene Partie, die sie trotz Ersatzeinstellungen zum Schluss mit 2 :0 durch Tore des Nationalspielers Ulimann gewannen. Bei den Berlinern, deren Sturm nicht durchschlagskräftig genug operierte, gefielen neben Brück und Waldmann die beiden Verteidigert die ihr gewiss nicht leichtes Pensum Abwehrarbeit zufriedenstellend erledigten. Im Hauptspiel, der "F u s s b a 11 begegnung zwischen Bar Kochba Hakoah Berlin und Hasmonea Wien, sah es lange Zeit nach einem klaren Sieg der Gäste aus, die rasch einen 2 : 0 - Vorsprung errangen. Die Berliner gaben sich jedoch keineswegs geschlagen, holten vielmehr in schönem Zwischenspurt beide Tore auf und stellten wenige Minuten vor Schluss durch Verwandlung eines ihnen zudiktierten Elfmeters den dem Spielverlauf nach verdienten Sieg sicher. Torschützen für die Wiener waren Neumann (2) und Wilhelm, während bei der Berliner Hakoah Hilkowitz. der seinem Sturm wenigstens einigermassen System zu geben verstand, und Rohrstock erfolgreich blieben- Zu Beginn des Nachmittags spielten die R e i c h s - a u s w a h 1 mannschaften gegen Berliner Vertretungen. Im Handball war die Elf des ISK der Gegner, deren Stürmer sich gar nicht in Spiellaune befanden und letztlich* für die 9 :11 - Niederlage verantwortlich zu machen sind. Im Fussball landete das „Reich" einen verdienten 1:0- Sieg über eine Kombination ISK/Hagibor. Ergebnisse: F u s s b a 11: Hasmonea Wien—Auswahlmannschaft 1:2; Hasmonea Wien—Bar Kochba Hakoah Berlin 3 :2; Auswahlmannschaft—Hagibor/ISK (Berlin) 1:0. — Handball: Hakoah Wien—Auswahlmannschaft 8 : 7: Hakoah Wien—Bar Kochba Hakoah Berlin 8 : 7; Auswahlmannschaft—ISK Berlin 31:9. — Hockey: Hakoah Wien—Bar Kochba Hakoah Berlin 2 : 0- M. F. Süd westdeutsckland In Stuttgart: Klabers neuer Sechskampfrekord Stuttgarts jüdischer Sport hatte einen grossen Tag. Ueber 200 Aktive aus 22 Vereinen aus dem ganzen Reich waren am Start erschienen. Schild-, Makkabi- und Itus-Leute kämpften in ritterlicher und freundschaftlicher Weise um die Siegespalme. Dazu der Rahmen einer grossen, die spannenden Kämpfe aufgeregt verfolgenden Zuschauermenge. Trotz einer Rasenrundbahn von nur 244 m Länge wurden ausgezeichnete Zeiten gelaufen. So konnte Rafael, der für Hakoah Stuttgart startete, seinen Kampfrichter — an die Front Es stimmt schon, im jüdischen Sport in Deutschland und namentlich in der jüdischen Leichtathletik sieht es nicht gerade glänzend aus um das Können und Wirken der Kampfrichter. Das soll gewiss kein Vorwurf sein gegenüber den Menschen, die sich aus .reinstem Idealismus, zumeist jedoch ohne die nun einmal notwendige Vorbildung zur Verfügung stellen. Diese Feststellung bedeutet vielmehr einen Vorwurf an die Adresse der verantwortlichen Verbandsorgane, die es bisher ganz oder teilweise verabsäumt haben, ihr Augenmerk auf die Ausbildung und Schaffung eines genügenden Kampfrichterapparates zu richten. Wir wissen es aus der Praxis doch nur zu gut: selbst die besten Leistungen unserer Aktiven sind nicht in der Lage eine Veranstaltung zum Erfolg zu führen, wenn die Organisation, das heisst in vielen Fällen die Arbeit des Kampfgerichts schleppt, Zwischenfälle hervorruft — mit einem Wort: versagt. Bleiben wir zunächst bei der Leichtathletik, In der während der kommenden Wochen Ereignisse grössten Stils zur Durchführung gelangen werden. Für den Gesamteindruck dieser Feste wird es von ausschlaggebender Bedeutung sein, ob Kampfrichter und Leitung, mit dem -notwendigen Fundus an sportlich-technischem Wissen ausgerüstet, vorhanden sind. Es gilt deshalb, vor jeder Veranstaltung, so gut es die Zeit zulässt, noch einmal das Leistungsvermögen der in Frage kommenden Kampfrichter zu prüfen und da, wo es fehlt, mit Rat und Tat auszuhelfen. Nur so wird man sich wenigstens die Voraussetzungen zu einem vollen Erfolg seiner Veranstaltung schaffen. —n. l!lllll!!ll!!Ilinillilll!!!lllllll!l!i[ll!!Illii!lllil!l!lll!!!iii!ill![l!!!il!illll!!I!I SOO-ra-Lauf in 2.11.5 gewinnen. Ausgesprochenes Pech hatte Salmang. Während er im 100- und 400-m-Lauf distanziert werden musste, stürzte er. führend im Endlauf bei den 200 m. Im 100-m- und 200-m-Lauf hat sich ein neuer Mann gemeldet: Isi Einstoss, Augsburg. Bendorf übersprang zwar 1,70 glatt, doch konnte der Sprung nur mit 1,685 m gewertet werden, da die Latte durchhing und die Auflegeplatten nur 5 cm erhöht werden konnten. Schade, Bendorf hätte in dieser Form auch noch I, 72 m überspringen können. Auch Erich K1 a b e r war in grosser Form. Er warf den Speer 52,13 m, erreichte im Diskuswurf 31,32, stiess die Kugel II. 13, sprang 1,60 m hoch und 6,31 m weit. Auf den 100-m-Einzellauf hatte er zugunsten seines Sechskampfes verzichtet- So gelang es ihm, die bisher bestehende Sportbundbestleistung im Sechskampf auf 3227 Punkte hinaufzuschrauben. Klaber ist zur Zeit der unbestritten beste jüdische Leichtathlet in Deutschland. Stefan Rafael, Nürnberg, der auf der Sportschule in Stuttgart ist. folgt ihm dicht auf den Fersen. Er erreichte im Sechskampf 3156 Punkte und dürfte in Zukunft sehr zu beachten sein. Die 100-m-Zeiten sind allgemein schlecht. Es herrschte fast den ganzen Tag über starker Gegenwind. Regulär zu werten ist dagegen die 100-m- Endlaufzeit der Männer, da in diesem Augenblick vollständige Windstille herrschte. Erfreulich ist die Tatsache, dass sich unsere Jugend stark in den Vordergrund schiebt. Die Felder der Jugendklasse A (männlich und weiblieh) waren am stärksten. Das ist vielleicht das am höchsten zu bewertende Ereignis des Tages. Dazu prächtige Leistungen. So konnte Hans Gutmann (Stuttgart) trotz eines Muskelrisses die 100 m in der guten Zeit von 11,7 gewinnen. Famos auch Heini Rawitscher (Freiburg). Er konnte die Kugel 12.17 m stossen und den Männerspeer 46,60 m weit schleudern, wodurch er bei den Senioren hinter Klaber den zweiten Platz belegen konnte. Bei den Frauen dürfte Gisela Schneider wieder im Kommen sein. Es bleibt abzuwarten, was sie bei den Reichsmeisterschaften zu zeigen hat. Im 100-m-Lauf scheint Magda Alsberg sieh dieses Jahr an der Spitze behaupten zu können. Das Dreigestirn Alsberg—Schneider—Lippmann verbessert sich im Training von Mal zu Mal. Der 100-m-Lauf könnte bei den Reichsmeisterschaften einer der interessantesten Kämpfe werden. Hilde Friede (Stuttgart) warf den Diskus mehrere Male knapp an die 30-m-Grenze, trat aber jedesmal über. E. H. Ergebnisse Männer: 100 m: 1. Einstoss (Augsburg) 11.6; 2. Lambert (Bonn) 11,7. 3. Lorch (Köln) 11.9; 200 rn: 1. Einstoss (Augsburg) 25,0; 400 m: 1. Haas (Wiesbaden) 57.0; 800 m: 1. Rafael (Hak. Stuttgart) 2.11.5, 2. Wieseneck (Frankfurt, a M.); 1500 ru: 1. Abt (Karlsruhe) 4.47,4, 2. Kochmann (Oppeln) 4.50,6. 3. Bravmann (Heilbronn) 4.50.7; 5000 m: 1. Abt (Karlsruhe) 18.10,4; Hochsprung: 1. Bendorf (Frankfurt) 1,685 m; Weitsprung: 1. Klaber (Fürth) 6,31 m; Kugelstossen: 1. Klaber (Fürth) 11,13 m; Diskuswerfen: 1. Klaber (Fürth) 31,32 m; Speerwerfen: 1. Klabei (Fürth) 52,13, 2. Rawitscher (Freiburg) 46,40 m, 3. Hallgarten (Wiesbaden) 44,48; Sechskampf: 1. Klaber (Fürth) 3227 Funkte (neuer Sportbund- Rekord), 2. Rafael (Hak. Stuttgart) 3156 Punkte, 3. Wieseneck (Frankfurt a. M.) 3017,5 Punkte; Dreikampf: 1. Gerson (Pirmasens) 1513 Punkte, 2. Gummershreimer (Köln) 1506 Punkte, 3. Hevmann (Augsburg) 1443 Punkte; 4X100-m-Staffel: 1. Schild Stuttgart 48,4; 4X400-m-Staffel: 1. ISC Fürth 3.53,0, 2. Schild Wiesbaden 3.59.0 Frauen : 100 m: 1. Alsberg (Stuttgart) 13.7; 200 m: 1. Mauser (Fürth) 30,0; Hochsprung: 1. Schneider (Stuttgart) 1,385 m; Weitsprung: 1. Schneider (Stuttgart) 4,43 m; Kugelstossen: 1. Schneider (Stuttgart) 10,28 m; Diskuswerfen: 1. Schneider (Stuttgart) 26,38 m; Speerwerfen- 1. Schneider (Stuttgart) 31,40 m; Dreikampf: 1. Schneider (Stuttgart) 122 Punkte. 2. Alsberg (Stuttgart) 90 Punkte. 3. Lipprcann (Stuttgart) 89 Punkte. Jugend: 100 in: 1. Gutruann (Stuttgart) 11,7, 2. Blum (Heilbronn) 12.1; 1000 m: 1. Meyer (Hak. Stuttgart) 3.00,5; Hochsprung: 1. Simon (Bamberg) 1,53 m; Weitsprung: 1. Bendorf (Frankfurt a. M.) 5,74 m; Kugelstossen: 1. Rawitscher (Freiburg) 12,17 m; Dreikampf: 1. Bendorf (Frankfurt a. M.) 2413 Punkte. H. Weitere Ergebnisse aus Südwestdeutschland: Fussball: Schild Frankfurt a. M.—Sportgruppe Worms 3:0; Schild Frankfurt a. M. Ii- Bar Kochba Offenbach I 1:2; Schild Frankfurt a. M. Schüler—Bar Kochba Offenbach Schüler 5:1; Schild Frankfurt a. M. Jugend—Bar Kochba Offenbach Jugend 2:3. — Handball: Schild Frank-