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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-05 · 31 (5.8.1937) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
31 (5.8.1937)
Date
1937-08-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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.______k #ti Nr. 31 * 2. Beiblaff w# Der Züricher Kongress Weizmann verlangt Vollmachten {Fortsetzung des Berichts aus dem Hauptblatt) Auch der Misrachi Weizmann stellt fest, 'dass in den zwei Jahren seit dem letzten Kongress die Lage der jüdischen Bevölkerung in vielen Ländern der Diaspora und in Palästina schwieriger geworden ist. Die Judenfrage habe sich so zugespitzt, dass sie in die Reihe der brennenden internationalen Probleme aufgerückt ist. Angesichts dieser Situation erscheine der Zionismus heute mehr denn je als die einzige Lösung für die Nöte, die mit diesem Problem verbunden sind. Man stehe heute am Ende einer vierzigjährigen Epoche. Die vielleicht banale Frage dränge sich auf: bedeutet dieser Augenblick das Ende einer vierzigjährigen Zeit der Wirrnis? Die in manchen Beziehungen homogene Judenheit habe in dieser Zeit in nationaler Beziehung ein chaotisches Bild geboten. Er wolle keine vollständige Uebersicht über diese 40 Jahre einer modernen Wüstenwanderung geben, sondern nur die Entwicklungen der letzten Jahre kurz beleuchten. Viele Aenderungen hätten sich im weltpolitischen Rahmen in dieser Zeit vollzogen. Grosse Völker sind von der Bildfläche so gut wie verschwunden. Neue Völker hätten eine selbständige Existenz begonnen. Gebiete und Bevölkerungsteile haben den Herrn gewechselt. Grosse Bevölkerungsschichten seien sogar in einen Volksaustausch einbezogen worden und hätten Wohnsitze und Lebensbedingungen geändert. Unter allen diesen weltpolitischen Vorgängen hätten auch Juden mitzuleiden gehabt. Wenn man sich all dies vor Augen halte und feststelle, dass nach 40 Jahren auf diesem Konsress die grösste Zahl von Delegierten versammelt ist, die ein Kongress jemals aufzuweisen hatte, so könne man als Volk den alten Segensspruch sprechen: Schehechejanu w'kijenianu w'higianu lasman hase ... Der XX. Kongress, führte Weizmann weiter aus, trete in einer Zeit zusammen, die von höchst kritischen Momenten erfüllt ist. Aber es werde sich zeigen, dass mit diesem Augenblick eine neue Epoche für die Entwicklung des Nationalheims und für die Hoffnungen des jüdischen Volkes anhebt. Weizmann führte sodann eine Analyse der. gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage in Palästina durch. Er hob alle Umstände hervor, unter denen die Entwicklung in Palästina in den letzten zwei Jahren zu leiden hatte. Beginnend von den Auswirkungen des italienisch-abessinischen Konfliktes auf die palästinensische Wirtschaft über die Rückschläge, die durch die Araberunruhen verursacht worden sind, bis zu dem Gefühl der Unsicherheit, das während der Untersuchung der Royal Commission entstanden ist, schilderte der -Redner alle Schwierigkeiten, denen das palästinensische Wirtschaftsleben ausgesetzt war. Trotzdem könne am Ende dieser Periode festgestellt werden, dass die jüdische wirtschaftliche Struktur in dem Lande nicht nur nicht erschüttert worden ist, sondern sich sogar in \ieler Beziehung gefestigt und konsolidiert hat. Die Widerstände und Hemmungen haben schlummernde Kräfte der palästinensischen Wirtschaft freigemacht. Gerade in dieser Zeit ist der seit langer Zeit geplante Hafen in fel-Aviv Wirklichkeit geworden. Fünfzehn neue Kolonien wurden errichtet. Jüdische Arbeiter wurden in der Landwirtschaft fester verwurzelt als bisher. Die finanziellen und wirtschaftliehen Institutionen des Jischuw haben ihre Positionen erhalten und ausgebaut. Der Jewish Colonial lrust, die Anglo Palestine Bank und andere Finanzinstrumente, die am Aufbau mitwirken, haben sich ebenso wie eine Reihe privater . Banken stabilisiert. Die Schäden, die die Unruhen angerichtet haben, hätten aber noch bei weitem geringer sein können, wenn die Palästina-Verwaltung sie rechtzeitig und genügend bekämpft und nicht die Nachlässigkeit an den lag gelegt hätte, die man ihr zum Vorwurf machen muss. Die Haltung des Jischuw in dieser kritischen Zeit verdiene alle Bewunderung. Weizmann forderte den Kongress auf, den Arbeitern, Bauern und Bürgern Palästinas, die in dieser schweren Zeit mit äusserster Zurückhaltung und Selbstbeherrschung auf ihren Posten gestanden haben, den Dank für die Leistung auszusprechen, die sie nicht nur zum eigenen Schutz, sondern für das ganze Volk, dem die Tore des Landes offen gehalten werden sollten, vollbracht haben. Mit tiefer Ergriffenheit gedachte der Redner der Männer und Frauen, die bei der Verteidigung des Landes gegen Terror und Gewalt ihr Leben hingegeben haben. Der Kongress ehrte die Gefallenen der Unruhen durch Erheben von den Sitzen. Am zweiten Verhandlungstage begann Weizmann mit der Darlegung der politischen Situation. Er gab eine eingehende Analyse der Situation in Palästina und den Unruhen .des Jahres 1929. Im zweiten Teil seiner Rede ging er auf die Empfehlungen des Peel-Berichts ein. Er erklärte aber, auch diesmal die damit verbundenen politischen Probleme nicht .abschliessend behandeln zu wollen. Er werde morgen, Donnerstag, nochr mals eingehend über den Bericht und die Vorschläge sprechen. Sodann erhob Weizmann schwere Vorwürfe gegen die Britische Regierung und die Palästinaregierung. Man hatte den Eindruck, dass Weizmann noch nie in so erbittertem Tone über das Verhalten der Mandatsmacht und ihrer Organe gesprochen hat. Er selbst erklärt, er habe über diese Verhältnisse 20 Jahre lang geschwiegen! Jetzt aber müsse er seine Stimme dagegen erheben. Der Redner richtete an die britische Regierung die Aufforderung, mit den Juden in ihrer ernsten Lage kein diplomatisches Spiel zu treiben, sondern lieber ihnen gegenüber offenherzig zu sein. Die Teilungsvorschläge in der Form, wie sie in dem Blaubuch der Königlichen Kommission umrissen sind, bezeichnete Weizmann als absolut unannehmbar, wohl aber erklärte er sich bejeit, über ein bestehendes Projekt in anderer Form zu verhandeln unter der Bedingung, dass zwei Voraussetzungen erfüllt werden: 1. dass den Juden die Möglichkeit gegeben wird, sich ein eigenes nationales Leben in kulturellem, soziologischem und witrschaftlichem Sinne zu schaffen; 2. dass durch die Verwirklichung dieses Teilungsplanes auch ein Beitrag zur Lösung der brennenden Judenprobleme in einer Reihe europäischer Länder geliefert werden könne. Werde ein solcher neuer Teilungsvorschlag zustande kommen, dann sei es Pflicht des Kongresses, eine klare Antwort auf ihn zu erteilen. Eine solche Antwort werde vor dem Kongress von den Judenheiten in Polen, Rumänien und anderen Ländern'erwartet. Der Kongress könne nicht nur eine solche Antwort geben, sondern er müsse es tun. Der Kongress werde in diesen Fragen eine Resolution anzunehmen haben, durch die die Exekutive bevollmächtigt wird, Verhandlungen über einen neuen Teilungsplan im Rahmen der genannten Bedingungen zu führen. * Das Kongress-Präsidium In der Mittwoch-Sitzung wurde auch das Kongress-Präsidium konstituiert. Ausser dem Kongress-Präsidenten wurden acht Vizepräsidenten gewählt, von denen zwei der Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten (Gruppe A), je einer dem Weltverband (Gruppe B) und der Judenstaatspartei und vier der Arbeiterpartei angehören. Vizepräsidenten des Kongresses sind" Dr. Stefan S. Whise, Dr. Goldman, Dr. Emil Schmoräk. Dr. J. Machower, Earl Locker, Ing. F. Kaplansky, Im. Anselm Reiss und Josef Sprinzak. Vorkonferenzen Die Tage vor der Eröffnung des Zionistenkongresses waren ausgefüllt mit einer Reihe von Vorkonferenzen der zionistischen Gruppen, in denen die Sonderaufgaben und Sonderziele ihre Erörterung fanden. Am 28. Juli war die IX. Weltkonferenz der .Weltorganisation Zionistischer Frauen WIZO zusammengetreten. 25 Länder haben zu dieser Tagung 125 Seniordelegierte und 12 Juniordelegierte entsandt. In dem einleitenden Referat würdigte Dr. Vera Weizmann die Leistung der zionistischen Frauen für die Erschliessung des Landes. Ester Smoria sprach über die Probleme der jüdischen Frau in Palästina. Es wurden sodann Fragen der schulentlassenen weiblichen Jugend in Palästina erörtert, wobei der Wunsch ausgesprochen wurde, der Berufsausbildung der Vierzehn- bis Achtzehnjährigen grössere Aufmerksamkeit zu schenken. Die anwesenden Kongressdelegierten wurden aufgefordert, auf dem Kongress geschlossen zu dem Problem der Kinderarbeit Stellung zu nehmen. Eine ausführliche Debatte wurde der Umschichtungsarbeit gewidmet, wobei die Anregung geäussert wurde, zu einer Zusammenarbeit mit ICA, Joint, Alliance sowie den jüdischen Gemeinden zu gelangen. Jhält zurzeit in- Anwesenheit von 150 Delegierten in Zürich seine .Weltkonferenz'ab. Man sprach seine Unzufriedenheit über die nichterfolgte Einhaltung der religiösen Bestimmungen und der Kaschrut in Palästina aus und erneuerte den Kampfwillen gegen das religionswidrige Verhalten, lieber die praktische Arbeit des Misrachi wurde mitgeteilt, dass gegenwärtig etwa 15 000 Kinder in den Misrachischulen unterrichtet werden und 10 000 . Arbeiter und Chaluzim in den Reihen des Hapoel Hamisrachi organisiert sind. Auf der Weltkonferenz des Hechaluz an der über 60 Delegierte teilnehmen, wurden zunächst Berichte über die Situation der chaluzischen Verbände in den einzelnen Ländern erstattet. In einem Referat über die Lage im Weltverband wies Elijahu Dobkin darauf hin, dass die Zahl der auf Hachschara befindlichen Chaluzim um etwa die Hälfte gesunken sei. Sie beträgt noch über 60 000. Die Dauer der Ausbildung betrage jetzt drei bis fünf Jahre. Die Verbände der chaluzischen Jugend haben zurzeit etwa 180 000 Mitglieder. Es wurden sodann die Hauptforderungen des Hechaluz an den XX. Zionistenkongress formuliert, die sich auf eine geldliche Subvention, auf die Zuteilung der Zertifikate sowTie auf eine stärkere Zentralisierung der Bewegung beziehen. Auf sämtlichen Konferenzen, auch auf denen der amerikanischen Delegierten und der Judenstaatspartei, steht im Mittelpunkt der Erörterung die Stellungnahme zum Teilungsplan Der Misrachi ist geschlossen gegen die Teilung und hat diese Stellungnahme in einer einstimmig angenommenen Resolution zum Ausdruck gebracht. Er hat aber bereits beschlossen, auch bei Annahme des Teilungsplanes nicht aus der Organisation' auszuscheiden, sondern von innen her gegen den Beschluss zu kämpfen. Im übrigen geht die Stellungnahme zu diesem Zentralproblem der gegenwärtigen Palästinapolitik' quer durch die Gruppen hindurch. Die schärfsten Teilungsgegner sind Ussischkin und Stephan Wise, der Führer der amerikanischen Delegation. Die Stellung der Arbeiterschaft ist geteilt, Ben Gurion z. B. befürwortet eine Teilung unter angemessenen Bedingungen. Die amerikanische Landsmannschaft, die ursprünglich entschlossen w-ar, gegen die Teilung zu stimmen, hat nach einer Debatte, an der auch eine Reihe massgebender Nichtamerikaner teilnahmen, den Fraktionszwang für die, Abstimmung aufgehoben, um jeden nach seiner persönlichen Ueberzeugung entscheiden zu lassen. Auch durch die sonst in ihrem Radikalismus einige Judenstaatspartei geht die Spaltung mitten hindurch. Sie hat dazu geführt, dass die Befürworter der Teilung, Richard Lichtheim und Dr. Soskin, aus der Judenstaatspartei ausgeschieden sind. Amerikanischen Pressevertretern gegenüber ist bereits erklärt worden, dass die Zahl der amerikanischen Delegierten, die für die Teilung stimmen werden, auf vierzehn gestiegen ist. Noch weitergehend war eine Erklärung des Führers der amerikanischen Delegation, Louis Lipsky, der. die Meinung vertrat, dass die gesamte amerikanische Delegation nicht gegen den Teilungsplan stimmen werde, und dass sich vermutlich auf dem ganzen Kougress kaum 10 Prozent der Delegierten finden werden, die jede Teilung unbedingt ablehnen. Zum erstenmal seit der .Erörterung des Teilungsplans war auch ' Chaim Weizmann aus seiner Reserve herausgetreten und hatte in. der Konferenz der Allgemeinen Zionisten (Gruppe A) öffentlich über die Frage gesprochen. Er richtete an die Delegierten den Appell, den Grundsatz der Teilung nicht unbedingt zu verwerfen. Auch in einer geschlossenen Sitzung der Arbeiterfraktion, auf der Weizmann in Begleitung von Colonel Amery und Mrs. Dugdale erschien, verlangte, er von den Angehörigen der Fraktion, dass sie den Teilungsplan nicht ablehnen möchten. Am Vortage der Eröffnung des Zionistenkongresses, also am 2. August, war das Zionistische Aktionskomitee zu einer kurzen Sitzung zusammengetreten. Es hat den Beschluss gefasst, M. M. Ussischkin zum Kongresspräsidenten vorzuschlagen. Diese Kandidatur des extremsten Teilungsgegners, die auf Weizmanns ausdrücklichen Wunsch aufgestellt wurde, beweist, dass man alles daran zu setzen bereit ist, um über die Unterschiede der Auffassung in der Teilungsfrage hinweg in diesem entscheidenden Augenblick die Einheit der Be- 5. August 1937 * Seite 9, wegung zu wahren. Es heisst, dass der Kongress seinen Beschluss über den Teilungsplan noch in dieser Woche fassen soll, um Weizmann so die Möglichkeit zu geben, die Stellungnahme des Kongresses noch an diesem Sonnabend, den 7. August, der Ständigen Mandatskommission in Genf bekanntzugeben* Die Mandatskommission dringe darauf, dass sie nicht später von der Ansicht des Kongresses in Kenntnis gesetzt werde. Die entschiedenen Neinsager unter den Kongressdelegierten bemühen sich noch in letzter. Stunde, ihre Anhänger aus allen Parteilagerü zu einem festen Block zusammenzuschliessen. Auf einer Konferenz der Neinsager, an der u. a«, Ussischkin, der palästinensische Arbeiterführer Berl Katznelson, sowie der Misrachiführer; Rabbi Meir (Berlin) teilgenommen haben, einigte man sich auf einen Plan zur Bekämpfung jeglicher Resolution, die sich für die Annahme irgendeines Teilungsplanes aussprechen sollte. Es wurde die Losung ausgegeben: „Der Zionistenkongress ist ermächtigt, Palästina aufzubauen, nicht aber es zu teilen." Man erwartet, dass der grösste Teil der Teilungsdebatten in geschlossener Sitzung vor sich gehen wird. Vorbereitungen der ZVFD Innerhalb der umfassenden Vorarbeiten zum Züricher Zionistenkongress, der Tagungen der zionistischen Untergruppen und der Formulierung der einzelnen Standpunkte, würde der Sitzung des Landesvorstandes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, die am 25. Juli in Berlin stattfand, auch dann besondere Bedeutung zukommen, wenn sie uns nicht örtlich am: nächsten läge. Der bisherige Vorsitzende der- ZVFD, Dr. Siegfried Moses, erstattete das Hauptreferat zur gegenwärtigen Lage der Paläs-tinapolitik, das eine tiefschürfende und weitausschauende Erörterung der entscheidenden Probleme erhielt. Dr. Moses bezeichnete es als das charakteristische Kennzeichen der durch den Peel-Bericht geschaffenen Lage, dass die Grundfragen des Palästinaaufbaus wieder neu gestellt sind. Auf diese Weise sei man in der Lage, die Auseinandersetzung über die Verwiinkliohkmg der Balfour-Deklaration, die zur Zeit ihres Er« lasses fällig gewesen sei, jetzt auf Grund der. praktischen Erfahrungen einer 15jährigen Man* datsverwaltung nachzuholen. Den Gedanken* das Palästinamandat einer anderen Macht als England anzuvertrauen, wies der Redner weit von sich ab. Es sei kein Faktor der Weltpolitils sichtbar, mit dessen Hilfe eine, radikale Besserung der Situation erhofft werden könne. Moseö setzte sich sodann mit den Vorschlägen von Dr. Magnes und Lord Samuel auseinander, Dens Plan., von Dr. Magnes warf er insofern mangelnde konkrete Fundierung vor, als er von der Notwendigkeit jüdisch-arabischerVereinbarungeo: ausgehe, ohne dass eine irgendwie erhebliche arabische Gruppe oder auch nur eine arabische Minderheit existiere, die bereit sei, sich an einer solchen Aktion zu beteiligen. An dem Plane Lord Samuels kritisierte er das Abgehen von dem Prinzip jüdischer Eigenstaatlichkeit sowie den darin enthaltenen Vorschlag der Stabilisierung einer jüdischen Minderheit von 40-Prozent. Es sei zu befürchten, dass bei einer späteren Revision das Prinzip zwar erhalten, der Prozentsatz jedoch verschlechtert werden würde. Mit den Eventualvorschlägen der Kommission setzte er sich im einzelnen auseinander, indem er die Einwanderungsbeschränkung nach politischen Gesichtspunkten sowohl grundsätzlich' wie auch in der von der Kommission vorgeschlagenen Höhe von 12 000 Menschen jährlich als völlig unannehmbar erklärte. Zum Teilungsplan selbst übergehend, erklärte Moses, dass er das Prinzip der Teilung insofern bejahe, als ein Judenstaat, der den berechtigten Ansprüchen in bezug auf Grenzziehung und Ausgestaltung entspreche, einem Status quo vorzuziehen sei, bei dem die Beziehungen zwischen Juden und Arabern ungebessert sind. Er hob die Chance einer selbständigen Staatsform hervor und warnte davor, nur politische Formeln gegeneinander abzuwägen, ohne in das Wesen der sich' daraus ergebenden Gestaltungsmöglichkeiten einzudringen. Zwar sei eine Verständigung mit den Arabern im Rahmen des Palästinamandats unbedingt als die günstigste Lösung anzusehen;; solange sie jedoch nicht zu verwirklichen sei, bekannte er sich zu dem Teilungsprinzip, sofern ihm ein Plan zugrunde läge, den man als fair an-i sehen könne. Das Referat schloss mit dem Aus-i druck der Hoffnung, dass der Züricher Zionistenkongress seine Aufgabe in der gebotenen Selbstbeschränkung und in der Würdigung der weiteren Perspektiven erfüllen und dass es ihm gelingen möge, sich als der aktionsfähige, entscheidende Faktor zu erweisen, der jetzt so dringend gebraucht würde wie nie zuvor. # Die Sitzung des Landesvorstandes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland führte zu fol- 1NTERN AT lONALES SPEDITIONSBÜRO Spezialisten mit langjährigen Erfahrungen für BROKER HO FF &L1PSCHUTZ lt. 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