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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-05 · 31 (5.8.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
31 (5.8.1937)
Date
1937-08-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seife 4 C.-V.-Zeifung Nr. 31 *5. August 1937 Kaimans ^Kaiserin Josephine** im Klavierauszug Die neue Operette, 'die jetzt im Klavierauszug im Musikalienhandel vorliegt, könnte ebensogut „Napoleon" heissen. Denn Napoleon ist die andere Hauptfigur des Librettos, die von Kaiman musikalisch mehr betont bewusst in den Vordergrund gerückt wird. Aber Napoleon ist keine Operettenfigur. So bleibt Kaiman bei der Titelwahl seinem Prinzip treu, sich den Frauen zu weihen: ,,Csardasfürstin" — „Faschingsfee" — „Hollandweibchen" — „Bajadere" — „Gräfin Mariza" — „Zirkusprinzessin" — „Herzogin von Chicago" — „Veilchen vom Montmartre"— und jetzt eben: „Kaiserin Josephine". Aber der Diktator Napoleon duldet nur äusserlich die Fortsetzung dieser galanten Linie, innerlich erzwingt seine Persönlichkeit einen anderen Kaiman und damit einen neuen Typus der Operette. Der Weg des unbekannten Generals Buonaparte bis zum Kaiser Napoleon ist ein Sujet für die Grosse Oper. Und wenn Paul Knepler und Geza Herczeg in ihrem Libretto für eine „Grosse Operette in S Bildern" wenig Politisches und viel Liebe geben — nicht der Staatsstreich, aber das Feldlager in Italien und die Kaiserkrönung in „Notre Dame" —, wenn sie vom Weg des Generals Buonaparte auch nur den Weg seiner Werbung um Josephine Beauharnais zeichnen, so drängt sich doch durch die Gestalt Napoleons vieles aus der grossen Oper in die Operette. So stark, dass diese Operette keine Aneinanderreihung von Musiknummern mehr ist, zwischen denen die gesprochenen Dialoge einen künstlichen Zusammenhang herzustellen suchen, eine logische Begründung für das plötzliche Musizieren aber nur selten zu finden wissen. In den meisten Operetten wird die witzelnde Unterhaltung der Schauspieler unliebsam gestört durch die einsetzende Musik. In der „Kaiserin Josephine" ist es wirklich einmal umgekehrt: acht musikalisch völlig in sich geschlossene Bilder, in denen meistens die Prosa als Melodram oder, wie in der Oper, als Sprechgesang, als Rezitativ gegeben wird. Dadurch setzt nicht nach jedem Musikstück gleich wieder das gesprochene Wort ein, sondern es gibt rein musikalische Szenen. Musikbilder, die sich aus der abwechselnden Wiederkehr von verschiedenen Liedern und Tänzen bilden. Ein Lied oder ein Tanz wird für die Zeit eines Bildes zum Refrain erklärt, sodass sich solche Szenenbilder in der Form eines Rondos aufbauen. Das sind Operngesetze. Aber noch mehr verblüfft der Gesamtaufbau der Operette über — „Erinnerungsmotiven"! Nicht jene „Reminiszenzen", jene Wiederkehr der Schlager aus dem 1. oder 2 Akt. mit der sparsame Operettenkomponisten dann in der Regel allein den doch nun einmal notwendigen 3. Akt bestreiten. Solch eine Reminiszenz gibt es nur einmal im 6. und einmal im 8. Bild — sonst wäre es ja keine Operette! Aber abgesehen von solchen schlechten Operettengewohnheiten, gibt es ein ganz ernsthaftes Josephine-Motiv, ein Buonaparte- und ein Schicksal-Motiv. Das Schicksal-Motiv gehört den beiden Hauptfiguren; denn es erklingt zum ersten Male, als Josephine noch als arme verwitwete Marquise sich die Karten legen lässt und die Karten ihr künden: „Ein mächtiger Mann für ein Mann, dein Chef?" erkundigte er sich eines Sonntags hinterhältig. Manci überlegte blitzschnelirim Grund hatte sie Lust, einen alten Herrn mit Vollbart und Triefaugen zu erfinden, doch sie empfand sogleich, dass solch ein Mensch in den Nächten lieber schlief als arbeitete. Sie musste also, um glaubhafter zu schwindeln, die Gefahr auf sich nehmen, dass Karl auf einen Mann, den es gar nicht gab, eifersüchtig zu werden begann. „Das ist schwer zu sagen", meinte sie nachdenklich, „jedenfalls ist er gross und stark und arbeitswütig." „Sicher verheiratet?', fragte Karl. „Nein", gestand Manci, „er lebt nur für seinen Beruf und seine wissenschaftlichen Untersuchungen. Ich glaube, in dessen Leben spielen Frauen auch nicht die geringste Rolle." Diese Worte erschienen Karl reichlich absichtsvoll. Böse Aengste flackerten in ihm auf. Ja, jetzt erst fiel ihm wieder ein, dass sie ihm eines Tages verboten hatte, sie in der Praxis anzutelephonieren. Er beschloss, schon morgen nach Geschäftsschluss dieses Verbot zu übertreten und Manci bei Doktor Salinger anzurufen. „Nur, 'damit sie in sich geht und der Kerl Bescheid weiss!" dachte er. — An diesem Sonntag war er sehr gereizt und unwirsch. Manci war zärtlich und lieb, aber es half nichts. Als sie nachmittags in Mancis Zimmer Kaffee tranken, kam es zu einer kleinen Katastrophe. Dem aufgeregten Karl fiel die Tasse aus der Hand, und der Inhalt ergoss sich über seine Hosen. Ehe Manci mit ihrem Handtuch kam, hatte Karl sein Taschentuch hervorgeholt, und damit wischte er nun an seinem nassen Beinkleid herum. Manci kniete neben seinem Stuhl nieder und half. (Fortsetzung folgt.) wird heute deinen Weg kreuzen". Dieses Schicksal-Motiv begleitet alle Liebesabenteuer Joseph ir es; denn es dauert eben die ganzen acht Bilder der Operette, bis sie erkennt, dass gerade Napoleon der mächtige Mann ist — trotzdem sie schon im 3. Bild mit ihm getraut wird. Und es begleitet alle Enttäuschungen Napoleons an Josephine. Das sind völlig neue Perspektiven für die Operette. Ohne dass darum der Operette ihre Eigenart genommen würde. Eine Kette wunderschöner Tänze gibt der Operette ihr Recht: alte, die sich dem stofflichen Zeitbild anpassen: Menuett und Gavotte. Aber auch. Walzer, eine Ballettszene, die nur aus Walzern besteht, und — seit dem „Veilchen" möchten wir sie auch nicht missen — gesungene und getanzte „Valse lento". Selbstverständlich, dass das Buffo-Paar und die Nebenfiguren nur im modernsten Zweivierteltakt sich bewegen. Der Csärdäskönig ist mit der Synkope geboren worden, die Synkope wurde durch den Jazz der Rhythmus unserer Zeit, so ist es nicht zu verwundern, dass die in „Josephine'' modernen Tänze alle zu Schlagern wurden. Welcher Schlager der zündendste ist, ist schwer zu sagen, vielleicht der von der „Liebe und dem prickelnden Champagnerwein". Josephine und Buonaparte singen standesgemäss nur Lieder und Arien, die keine getanzten Refrains beschliessen, sondern wirklich nur zum Singen ge- Die Geschichte eines Musikanten Zum Tode George Gershwins Im Libanon-Krankenhaus in Hollywood starb der bekannte jüdisch-amerikanische Komponist George Gershwin nach einer Gehirnoperation. Gershwin, Amerikas populärster und bestbezahlter moderner Musiker, Träger des Pulitzer-Preises für Musik 1931, ist nur 39 Jahre alt geworden. Gershwins Eltern waren aus Russland nach Brooklyn gekommen, der Vater hatte sich als Schuhmacher, dann Leiter einer „türkischen" Badeanstalt, schliesslich als Restaurateur durchgeschlagen, George wuchs als wilder Gassenjunge auf. Als es dem Vater anfing, besser zu gehen, kaufte er ein gebrauchtes Klavier, und da entdeckte George seine Leidenschaft für Musik. Er nahm Klavierstunde, erst zu 50 Cent, dann zu 1,50 Dollars, und schliesslich wurden bekanntere Musiker wie Charles Hambitzer auf sein Talent aufmerksam, er studierte nun Chopin, Liszt und Debussy. Mit 16 Jahren machte er sich selbständig und nahm in einem Musikverlag eine Stellung an, in der er, für fünfzehn Dollar die Woche, Kabarett- und Varietekünstlem täglich zehn bis zwölf Stunden lang neue Schlagernummern vorzuspielen hatte; abends musste er diese Nummern noch in Cafehäusern vorspielen. Seine nächste Stellung, in „Florence Ziegfields Attractions" als Stimmungsspieler bei der Erwählung der „Miss Ernst Growald Zum 70. Geburtstag am 6. August Als ich im vergangenen Winter im Jüdischen Museum zu Berlin die prächtige und lustige Ausstellung „Das jüdische Plakat" durchwanderte, musste ich fortwährend ..Growald" murmeln. Ich tat es manchmal so laut, dass andere Besucher mich ein bisschen seltsam ansahen, als wollten sie sagen: Der scheint nicht ganz richtig im Kopfe. Der Name Growald kam in der Ausstellung überhaupt nicht vor. Kein einziges der Anschlagblätter, die bis auf wenige Ausnahmen der einzigartigen Plakatsammlung des Berliner jüdischen Kunstfreundes und Zahnarztes Dr. Hans Sachs angehörten, trug etwa jenen Namen als den des Entwerfers oder der Druckfirma. Und dennoch hatten sie samt und sonders sehr viel mit Ernst Growald zu tun. Ja, man kann sagen, sie wären ohne ihn vermutlich überhaupt nicht entstanden. Denn Growald war es, der schon am Ende des vorigen Jahrhunderts sich leidenschaftlich für die Pflege des damals kaum geborenen künstlerischen Plakats einsetzte. Er hatte als Geschäftsmann in Breslau begonnen und war 1895, den dicken runden Schädel voll von Plänen und eigenartigen Ideen, nach Berlin gekommen. Er wusste mit sprudelnder, nie versiegender Beredsamkeit Industrielle, Theaterdirektoren, Zirkusunternehmer, Geschäftsinhaber von den neuartigen Möglichkeiten zu überzeugen, die im Plakat für die Propagierung ihrer Waren und Darbietungen steckten. Er erzog sich die Künstler für die anregenden und lohnenden Aufgaben, die hier lagen, holte den begabten jungen Maler Edmund Edel von der Leinwand zum lithographischen Stein, fand den geschickten und amüsanten Julius Klinger. entdeckte den vielseitigen Lucian Bernhard und viele andere dazu, deren Arbeiten im Jüdischen Museum nun als historische Dokumente aus den Anfängen des neuen Plakats rings an den Wänden hingen. Growald hatte erkannt, dass der bis dahin übliche Chromodruck nach in Oel gemalten Orischaffen sind. Lieder mit romantischen Harfen- Arpeggien und ganz einfache Lieder, die jedesmal unbestreitbar die Höhepunkte des ganzen Werkes sind. Und auch der, der nur in die Operette geht, um etwas zu sehen, kommt auf seine Kosten: da gibt es zwei grosse Abendgesellschaften, eine Trauung, eine Kaiserkrönung, ein Feldlager. Alle Träume der Revue-Ausstattung lassen sich dabei verwirklichen. Denn Kälmän will für jeden schreiben, „für das Parkett und die Galerie, für Millionen Menschen, für grosse und kleine Kinder". Aber um das zu können, braucht er Bücher, wie er selbst einmal gesagt hat, „aus denen Musik herausströmt. Ich brauche grosse Affekte, Kontrastwirkungen, viele Farben, grelle und zarte Farben. Ich brauche eine einfache primitive Geschichte, viel Liebe, Romantik. Das Salongeplätscher, Ballgeflüster, die Geistreichelei genügen mir nicht: in meinem Orchester müssen die Trompeten und Posaunen dröhnen. Jedes Instrument muss das Letzte hergeben." Und das tun sie alle in „Josephine". Sie ist wie alle Kälmän-Operetten wieder ein Wunder der Instrumentation. Aber nicht nur das. Weil Kälmän all seine Musik in den Dienst einer „einfachen gesunden Dramatik" stellen will — hier meldet sich eben der Schriftsteller Kälmän, der eher da war als der Musiker Kälmän (er wollte als Junge absolut nichts von Musik wissen, sondern nur Stücke schreiben und spielen) — muss er einen Weg zur „musikdramatischen" Operette finden. Das braucht nicht das Ende der Operette zu bedeuten. Das kann ein neuer Weg sein. Dr. Anneliese Landau. 1917" brachte ihm schon 35 Dollars die Woche. Und nun ging es rapide aufwärts. Die schwere Schule, die er durchgemacht hatte, konnte sein Talent nicht erdrücken, die allzu nahe Berührung mit der „Gebrauchsmusik" stärkte nur sein Gefühl für die Grenzen des Künstlerischen, und sein Ehrgeiz, eben auf dieser Basis Neues und Vollwertiges zu schaffen, steigerte sich. Tatsächlich ist Gershwin, wie es im Nachruf der „Times" hiess, der Schöpfer der neuen, künstlerischen Unterhaltungsmus.i k. Er war zwanzig Jahre alt, als er den ersten Erfolg mit „La la Lucile" errang, und von seinen vielen Schlagern sind vor allem zu nennen „Sweet little devil", „Primrose", „Teil me more", ..Treasure girl", „Show girl", „American in Paris" und „Of thy I sing". Von seinen grösseren Arbeiten ist die Oper „Porgy and Bess" zu erwähnen, in erster Linie aber die „Rhapsodie in Blau", die die Jazz-Musik konzertfähig und Gershwin weltbekannt machen sollte. Gershwins letzte Arbeit war die Musik für einen Film, die er nicht mehr vollenden konnte. Sein Vater hat seinen raschen, ungewöhnlichen Aufstieg nicht mehr erlebt, die Mutter aber, eine ehrwürdige jüdische Matrone, fehlte bei keiner Premiere und musste nun seinem Sarge folgen. L. H. Die Welturaufführung der neuen Oper „Wallenstein" von Jaromir Weinberger findet am 4. November an der Staatsoper in Wien statt. Das Buch, nach Schiller von Milos Karesch ins Tschechische übertragen, wurde von Max B r o d ins Deutsche zurückübersetzt. ginalen, in etwa zwanzig Farben hergestellt und lackiert, für den Strassenanschlag ungeeignet sei, dass vielmehr die Lithographie mit grossen, wenigen Farbfeldern das richtige Verfahren sei, dass schlagkräftige Einfachheit oberstes Gesetz für den Plakatkünstler sein müsse. Aber über dies Grundsätzliche ging Growalds Tätigkeit weit hinaus. Er war von Natur mit Einfällen jeder Art bis zum Rande angefüllt. Er hatte sofort, wenn sich ihm ein neues Objekt darbot, einen ganzen Schrankkoffer mit treffsicheren Ideen bereit, um nach allen Seiten hin fruchtbare Hinweise zu geben. Es ist ihm durchaus zu glauben, dass er manches Geschäft ablehnte, wie er erzählt hat, weil man nicht auf seine Vorschläge eingehen wollte. Aber er hatte einen sehr bestimmten Instinkt für die beim Plakat erforderliche Mischung des Künstlerischen und Praktischen. Die Maler folgten ihm gern, er wurde ihr Freund. Der breite, immer gutgelaunte Mann mit dem wohlgerundeten Bäuchlein, der im Gespräch und Meinungskampf sehr derb und geradezu sein konnte, tauchte bald überall auf, wo Künstler jeder Art zusammenhockten. Er zählte auch zu dem engeren Kreise um den jungen Max Reinhardt. Mitunter hatte er Reklame-Ideen, die man ohne Uebertreibung als genial bezeichnen darf. Ernst Growald hat auch eine Reihe von Schriften zu seinem Spezialfach veröffentlicht, die ebenso originell sind wie der ganze Mann'. Eins hiess „Der Plakat-Spiegel" (mit einem stilisierten Fuehskopf von Julius Klinger auf dem Umschlag), ein anderes „Reklame-Fibel" — Sammlungen von zahllosen, stets ins Schwarze treffenden Erfabrungssätzen „für Künstler und Besteller". Man kann daraus eine Menge lernen, über die „mnemotechnischen Ideenverbindungen", die das Plakat und andere Reklamemittel im Beschauer auslösen sollen, über die Beschriftung — „Erzähle auf dem Plakat keinen Roman, denn niemand will sich auf der Strasse kalte Füsse holen" —, über Preisausschreiben, über die Art der Ankündigungen („Nicht laut, aber deutlich") usw. In diesen Aphorismen birgt Theater, Musik, Film Das Deutsche Theater in Brünn, das iil Schwierigkeiten geraten war, wird im Herbst unter der Direktion von Leopold Kramer wieder eröffnet werden. * Housmans erfolgreiches englisches Lustspiel „Victoria Regina'1 wird nach der französischen Bearbeitung von Andre Mauroi s unter der Regie von Ernst Lothar am Theater der Josephstadt in Wien zur Erstaufführung gelangen. # Fritz Kortner soll im kommenden Winter mit einem englischen Ensemble als Shylock und mit einem deutschen Ensemble als Herodes (in Hebbels „Herodes und Mariamne11) in Paris gastieren. * In Johannesburg wird Mitte September ein neues Theater unter der künstlerischen Leitung des Bühnenbildners Leo Kerz und mit Unterstützung des Verlegers der grössten dortigen Zeitung, des ..Star", Potter, und verschiedener Finanzleute eröffnet. Damit wäre das erste feststehende Theater gegründet, da man bisher dort nur Amateurtheater kannte. * Ernst Lothar beabsichtigt, im „Theater in der Josephstadt1' in Wien einen Molnär- Zyklus aufzuführen, der des Dichters neuestes Werk ..Dalila", „Liliom" und „Das Wunder in den Bergen" umfassen soll. # Im Wiener Radio debütierte kürzlich der Parodist Kurt Karsten in einer von ihm selbst verfassten Humoreske ..Nehmen Sie an, dass...". Unter den Mitwirkenden befand sich Jaro Fürst. # Im Verlauf der Uebertragungen von den Salzburg er Festspielen ist zu hören: 8. August, 11 Uhr. über die Sender Wien, Warschau, Paris und Strassburg ein Mozart-Konzert unter Bruno Walter, am 11. August, 19 Uhr, über Lille, Brüssel und Prag „Figaros Hochzeit" (Leitung Bruno Walter), am 13. August, 19 Uhr, Mozarts „Don Giovanni" unter Walter. Am 14. August. 11 Uhr. übertragen Wien und mehrere andere Sender Verdis „Requiem", bei dem Alexander K i p n i s mitwirkt. * Richard Tauber wurde vom Golden Green Theatre in London für ein mehrmonatiges Gastspiel als Paganini in Lchärs gleichnamiger Operette verpflichtet. * Der bekannte Wiener Operettenkomiker A-rtur G u 11 m a n n feierte in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag. * In einer Veranstaltung der Wiener Akademischen Mozart-Gemeinde spielten Professor Andreas W-eissgerber und Erich Weiss Mozarts konzertante Sinfonie für Geige und Bratsche. * Der Komponist Herbert Fromm gab am 4. Juli unter Mitwirkung der Pianistin Martha Eisenb e r g und der Sopranistin Spiegel-Tow im New-Yorker Rundfunk ein Konzert mit ausschliesslich eigenen Werken. * ■ Die Berliner Konzertsängerin Loni Brotzen trat mit grossem Erfolg in einem Wohltätigkeitskonzert in Marienbad auf. * Franz Molnärs „Märchen vom Wolf" wird demnächst als Tonfilm erscheinen. Die weibliche Hauptrolle spielt Maria L a z a r. Wochenplan des Berliner Kulturbonds Theater in der Kommandantenstrasse 57, 20.15 Uhr: „C s a r d a s f ü r's t i n", 8. August (Abt. 7, 17), 9. August (Abt. 4, 14), 10. Ausust (Abt. 5, 15); „Hoffnung". 11. August (Abt. 25, 35), 12. August (Abt. 26; 36). Aula .Toseph-Lehmann-Schule. Joachimsthaler Strasse 13: Vortrag Dr. E1 o e s s e r, 10. August. Jüdischer Brüderverein, Kurfürstenstr. 115/16: Vortrag Julius B a b, 12. August. sich eine schwere Menge guter Ratschläge. — Ein anderes Schriftchen, reizend ausgestattet, handelt von den „Reklame-Fetischen"; das war eine Sache, für die Growald begeistert eintrat: nämlich statt der „Schutzmarke", die sich immer gleich bleibt, einen „Reklame-Fetisch", irgendein groteskes märchenhaftes Figürchen oder Tierbildchen zu nehmen, das sich in Haltung, Stellung, Hantierung, Bekleidung vielfach verändern lässt und doch immer als bezeichnende Marke eines Handelsartikels sofort vergnüglich erkannt wird. Der Siebzigjährige, unverändert in der äusseren Erscheinung wie der geistigen Spannkraft, hat denn soeben ein wunderhübsches Erinnerungsbuch fertiggestellt, das demnächst in einem jüdischen Verlag erscheinen wird: es' trägt den Titel: „Aus meiner Garküche für Reklame. Das Ergebnis von 45 Jahren Arbeit." Wir wünschen dem „rüstigen Greis" — er wird wütend sein, oder sich schief lachen, wenn er diese Bezeichnung hört — noch manches Jahr frischer Gesundheit und fröhlich-wirkend^r Arbeitskraft. Max Osborn. Aus der wissenschaftlichen Welt Professor Dr. jur. Ernst I. Cohn, früher Breslau, ist die Dozentur für römisches Recht an der Londoner Universität übertragen worden. * Dr. Jacob Diner, einer der hervorragendsten Pharmakologen Amerikas, ist in New-York im Alter von 67 Jahren gestorben. Dr. Diner, der als Sohn aus Deutschland stammender jüdischer Eltern in Russland geboren wurde, hat seine Ausbildung an Universitäten in Deutschland genossen. Er war der Gründer und erste Dekan der pharmazeutischen Fakultät, an der Fordham Universität, hielt Vorlesungen über Pharmakologie und Therapeutik und war aktives Mitglied der New-Yorker Akademie für Medizin, der New-Yorker Akademie für Pharmazie und der amerikanischen Therapeutischen Gesellschaft.

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