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Central-Verein-Zeitung · 1937-07-29 · 30 (29.7.1937) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
30 (29.7.1937)
Date
1937-07-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 30 * 3. Beiblatt h un 29. Juli * Seite 11 . s'J Das Juli-Heft des „Morgen" Sommerlich abgewandelt und ferienhaft aufgelockert weiss der „Morgen" seine Linie ernstesten Ringens um die jüdischen Lebensprobleme fortzuführen. Den glücklichen Auftakt des Heftes bildet eine gleichsam in Pastelltönen gemalte Reportage über die „Weltausstellung 1937". In empfindsamen, dennoch genau zupackenden Worten weiss H. B. Eigenart und bunte Fülle dieses friedlichen Treffens der Nationen auf den lichten Hintergrund der Weltstadt Paris zu stellen, ohne sich durch die Grösse und Mannigfaltigkeit des Werkes zu Bewunderung ohne Mass und Abstand hinreissen zu lassen. Im Mittelpunkt des Heftes stehen zwei Deutungsversuche jüdischen geschichtlichen Daseins, mit denen der „Morgen" seine Bemühungen um geistige Klärung der jüdischen Situation bemerkenswert fortspiDnt. Max Nussbaum, im Bewüsstsein, den verschiedenartigen Geschichtstheorien ohne Anspruch auf alleinige Geltung eine neue hinzuzufügen, bemüht sich um den Begriff „Dialogische Geschichte". Er geht davon aus, dass einer jeden Volksgruppe ein psychisches Urelement eingetan sei, das unter dem Druck der zeitlichen Verhältnisse historische Abwandlungen durchmacht. Auch die echte „Begegnung", das „Gespräch" zwischen den Völkern wirkt schöpferisch oder vernichtend, sicherlich aber umgestaltend, auf ihre seelisch-geistige Substanz ein und bildet damit ein bedeutsames Prinzip des geschichtlichen Prozesses. Das im Kern religiöse Urelement der jüdischen Psyche ist erst in der Begegnung mit den antiken Kulturen sichtbar ausgeformt worden. Dabei hat sich diese Begegnung auf doppelte Weise vollziehen können: von einem .Standort des jüdischen Partners inner- oder ausserhalb des jüdischen Denkbereichs. Philo ist das Beispiel einer Begegnung, bei der der Jude schon aus den eigenen Mauern hinausgetreten ist, als er sich mit der fremden Kultur berührt, Maimonides aber setzt sich vom Jüdischen her mit der geistigen Welt der anderen auseinander. Unter diesem Aspekt untersucht der Verfasser auch den westeuropäischen Abschnitt der jüdischen Geschichte, den er dadurch charakterisiert glaubt, dass "in ihm die philonische und die maimonidische Form der Begegnung enthalten seien. Wird hier versucht, den Ablauf der Historie im Bild eines Prinzips auszudeuten, sp ist das Bestreben Ernst Roenaus, eine „Säkularisierung des Judentums" dadurch herbeizuführen, dass er zu den Realitäten vorstösst und Geschichtsbilder beiseite lässt. Das Sonderdasein der jüdischen Gruppe und ihre fortdauernde Erhaltung findet Roenau in ihrer religiösen Abgesondertheit, ihrem besonderen Monotheismus, begründet. Er übt Kritik daran, dass das Judentum mit dem Auftreten des Christentums sich nach innen wandte, statt Einfluss in der heidnischen Welt zu suchen. Seitdem sei die Beziehung des Judentums zu den Weltvölkern leblos erstarrt, auch die innere Bewegung zum Stillstand gekommen. So sei das Judentum ein „soziologischer Rest", keine „Schicksalsgemeinschaft" mehr, in der ersten Linie durch die Stellungnahme der anderen zur Gruppe gestempelt. Eine Erneuerung, glaubt Roenau, sei nur durch die Wiederherstellung des Keimes der jüdischen Weltanschauung, den Monotheismus, als weltanschaulicher Glaubensbasis möglich, die sich mit der Rückkehr zu reiner Ratio verbindet. Diese Schlussfolgerungen haben die Schriftleitung zu einem Nachwort aufgerufen, das die Schwere des Problems in phrasenlosem Ernst anerkannt, aber zugleich den Verstoss gegen die jüdische Grundidee des Monotheismus, den Glauben an das Vorhandensein eines persönlichen Schöpfergottes, in Roenaus Gedankenreihen feststellt. Die Notwendigkeit, den Kern des Judentums zu festigen; um es wieder zu echter Schicksalsgemeinschaft zu schmieden, wird vorbehaltlos anerkannt. Der sonstige Inhalt des Heftes ist diesmal von besonders lebendiger, dabei erfrischend untheoretischer Art. „Ueber das Bad" und seine religiöse und kulturelle Bedeutung für unsere Vorfahren unterrichtet ein nicht nur kulturgeschichtlich interessanter Beitrag Walter Laas e r s, der die wichtige Rolle aufzeigt, die Dampfbad und Badeleben im Judentum selbst zu den Zeiten der Gesetzeslehrer spielten. G. L. ben Israel („Die kleine Stadt taucht wieder auf") schildert stimmungsvoll das jüdische Leben der ostdeutschen Kleinstadt der „gaten alten Zeit" vor dem Kriege mit seiner inneren Begrenzung und seinem unvermeidlichen Untergang. Von Nelly Sachs werden schöne zarte Verse veröffentlicht, unter denen besonders ein „Lied an den Tod" auffällt. Eine Würdigung des Präsidenten der Hebräischen Universität Jerusalem, Judah L. Magners, anlässlich seines 60. Geburtstages verbindet G. Zotek mit einer knappen Analyse des amerikanischen Zionismus. Eine schmissig und temperamentvoll geschriebene Glosse rügt an der Gestalt der berüchtigten „Frau Merktnix, Berlin" gewisse unerfreuliche Randerscheinungen im Leben der Juden. Mehrere Buchbesprechungen, darunter eine aus der Feder Lutz Weltmanns über die „Kulturgeschichte des Altertums" von E. Friedell, sowie eine Würdigung der im vorigen Jahrhundert lebenden jüdisch-amerikanischen Schriftstellerin Emma Lazarus vervollständigen das reichhaltige Heft. Kurt Julius Riegner Schiebelhuth „Vom Tod zum Morgen" ist im Verlag Ernst Rowohlt, Berlin 193/, erschienen. Julien Green: Mittemacht. Bermann- Fischer Verlag, Wien 1935. Julien Green ist der Dichter der Hoffnungslosigkeit. Dieser pessimistische Grundzug als Hauptcharakteristikum eines Autors ist in der neueren französischen Literatur selten. Nur Louis Ferdinand Celine schreibt noch hoffnungsloser, weil bitter und verbittert, in einem schonungs-!li!l!lll!i!i!l!illH!ll!Ili!!l!l!Il ^Üdije^Qaftaßen^ PER 91 LANDEN KUNST Neue Romane / Thomas Wolfe: From Death to Morning. Charles Scribnes Sons, New-York. Thomas Wolf e, der die Reihe der grossen amerikanischen Erzähler der Gegenwart und des gegenwärtigen amerikanischen Lebens, die Reihe der Dreiser, dos Passos, Sinclair Lewis, Hemingway, Faulkner fortsetzt, unterscheidet sich von allen Mitdichtern dieser Zeit durch seine blühende, brausende, strotzende, pausenlos und atemlos hinströmende Erzählkunst. „Von Zeit und Strom" heisst bezeichnenderweise sein bisher grösster und grossartiCTster Roman, der ein Bild der Welt, ein Weltbil<fgab. Diese neuen Novellen, ein aufregendes, wahrhaft erschütterndes Buch, geben ein Biid Amerikas; aber nicht das Bild der grossen Städte, der reichen Menschen, der Industrien und Banken, des Aufbaues zur Prosperity — sondern die Totalität des amerikanischen Lebens über den ganzen Kontinent schäumt uns hier an, überschäumt uns, so dass wir zu ertrinken glauben in dieser Flut der Menschen, Geschehnisse, Landschaften, Stimmungen, Milieus. Es sind durchweg Durchschnittsmenschen, es ist das Volk, das hier auftritt; und es wird schonungslos gesehen und dargestellt in der grauenvollen und beglückenden Mühsal des Daseins, in der verzweifelten und doch selbstverständlichen Bemühung, das Leben zu fristen und aus ihm die paar Freuden und Annehmlichkeiten zu pflücken, wie spärliche Blumen aus dichtem Unkraut. Dennoch bedeutet Wolfes Buch keine pessimistische Kunst, sondern diese Erzählkunst, neuartige Dichtung, gebärdet sich mannhaft, kraftvoll und zukunftsgewiss. Wieder ist der Titel bezeichnend: „Vom Tod zum Morgen", denn den Tod, der eigentlich die Hauptgestalt der Erzählungen ist, Besprochen von Kurt Pinthus proklamiert Wolfe zu seinem „stolzen Bruder", ebenso wie den Schlaf und die Einsamkeit. Dies geschieht in der dichterischsten und tiefsten Geschichte des Buchs, in welcher der Dichter New- York schildert — aber ein New-York, in dem viermal ein Mensch stirbt, jedesmal auf offener Strasse, jedesmal einen Tod, der in vollstem Betrieb von Not und Grauen umgeistert ist. Die zweite über alle Kritik grossartige Geschichte dieser Sammlung ist die grosse Schlusserzählung: „Das Geweb aus Erde": eine Mutter aus der Provinz, au? den kleinen Städten eines Südstaats, erzählt dem Sohn ihr schweres, hartes Leben, das noch schwerer und härter wurde durch die Sonderbarkeiten des derbschlächtigen, halb gutartigen, halb verkommenen Vaters. Wolfe ist aber nicht nur der Darsteller von Menschen und dramatischen Vorgängen, sondern er fängt auch unvergleichlich Atmosphäre und Stimmung ein, etwa in ..Zirkus im Tagesgrauen" oder „Arn Rande des Krieges". Derartige Titel deuten das Thema an, jedoch nicht die Fülle, mit der Wolfe es zur Erscheinung, zum Klingen, zum Ertasten bringt, so als erlebten wir genau das mit, was er schildert. Oder er gibt Kulturgeschichte, wie in den „Leuten von Alt-Catawba". Aber eigentlich ist das ganze Buch Kulturgeschichte, in der das Einzelschicksal wenig bedeutet im Ablauf des allgemeinen, hinflutenden Geschehens, Strömen?, Werdens. Ein vielgelesenes Buch heisst: „Kleine Liebe zu Amerika"; in Wolfes Buch ist die grosse Liebe zu Amerika, die mit dem so oft geschilderten Grossartigen auch das Harte. Grausame, Gewalttätige sieht, liebt und darstellt. Wie Amerika wirklich ist, schildert hier mit betäubendem Reichtum ein Dichter. Die Uebersetzung ins Deutsche von Hans Hohepriester Pfeilerfigur im Mittelschiff der Kathedrale Von Charit es. 13. Jahrhundert losen, hemmungslosen Realismus, der sich inß Krasse, Abstoßende, Verzweifelte geradezu verbohrt, — während Green auch das Traurige und Melancholische dichterisch überhaucht und durch die drückende, niederdrückende Realität^ hindurch Blicke ins Metaphysische, in eine tiefere und edlere Welt gewährt. Gerade diese Mischung von Realismus, Psychologie und jenseitsweisender Dichtung gibt Green den hohen Rang, den er in der französischen Literatur der Gegenwart einnimmt; manche bezeichnen diesen Autor amerikanischer Herkunft sogar als den bedeutendsten französischen Romanschreiber der Epoche. Karl und Manci Novelle von Mala Laaser "Wir wissen es: Die Zeit setzte ihren Spaten an und grub gewaltig den Boden um. Aus der Fülle der Geschicke, die sich dabei bildeten, herausgegriffen, soll euch jetzt hier die Geschichte von Karl und Manci, das Schicksal zweier Liebender in unseren Tagen, dargelegt werden. * Als Professor Brinkmann die Augen schloss, wurden mit ihm all seine Pläne, seinen einzigen Sohn Karl betreffend, zu Grabe getragen. Manci kehrte aus Aegypten, wo der Alte, sie — nach einer eindringlichen Ueberzeugungsrede übrigens — als Laborantin bei einem Arzt untergebracht hatte, in die Heimat zurück. Dr. Karl Brinkmann löste im Einverständnis mit seiner Mutter unverzüglich nach der Beerdigung sein erzwungenes Verlöbnis mit der Tochter eines der bekanntesten Berliner Bankiers, übergab die Praxis seines Vaters dem Nachfolger, stellte fest, dass die Witwenpension der Mutter nur für ein sehr bescheidenes Leben ausserhalb der gewohnten Sphäre von Grunewald, Dienstboten und Abendgesellschaften hinreichen konnte und nahm in umsichtigster Weise die notwendige Umstellung vor. Zunächst hatte er noch keinen Grund, Befürchtungen in bezug auf seine Zukunft zu hegen, er konnte beratende Tätigkeit ausüben. Als er nun Manci heimrief, die seit etwa zwei Jahren von ihm getrennt im Ausland lebte, war er sich über den Gang der Dinge noch im ungewissen. Aber im Augenblick, der ihm ein Wiedersehen mit Manci eröffnete, war er nicht fähig, klaren Kopfes seine Taten abzuwägen. Natürlich schwebte ihm eine baldige Heirat vor Augen. Zwar liessen seine Einkünfte äusserste Vorsicht geraten sein; dessenungeachtet lag ihm daran, Manci mit allen bürgerlichen Ehren und Zeremonien in seine Familie einzugliedern, in eine Familie, dessen nun dahingegangenes Oberhaupt sie einst in vernünftelnder Willkür tief verletzt und gequält haben musste. Manci kam und schien im Ueberschwang vergessen zu haben, was ihr Vater Brinkmann, dessen medizinische Hilfsarbeiterin sie lange Zeit gewesen war, durch seine Strenge und Unerbittlichkeit angetan hatte. Schweigend hatte sie damals eingesehen, dass Karls Zukunft vom Geld und "dem geschäftlichen Einfluss jenes Bankiers abhing, dessen Tochter mit Karl verlobt werden sollte. Schweigend war sie nach Aegypten gefahren, und schweigend, ohne Bitterkeit oder vorwurfsvolle Erinnerungen, kehrte sie nun nach Deutschland zurück. Karl hatte sie auf dem Bahnhof empfangen. Sie standen scheu einander gegenüber, suchten, jedes im anderen, die vielen bekannten Züge wiederzufinden, die indessen verändert, fremd und neu geworden waren, und sie mieden es, von jenen Dingen zu reden, die ihnen beiden die wichtigsten schienen: Von den Erlebnissen der letzten Jahre und der kommenden Gemeinsamkeit. Vorsorglich hatte Karl für Manci schon vor Tagen ein möbliertes Zimmer gemietet. „Sollen wir ein Taxi nehmen?" fragte er. Manci betrachtete verstohlen einen Stopf auf Karls Anzugjacke, schüttelte den Kopf und griff nach einem ihrer Koffer. Ihr klarer Verstand hatte rasch erfasst, was Karl vor ihr und sich selber nicht zugeben wollte: nämlich, dass die Zeiten von früher vorüber w7aren, und dass sie nicht einmal goldene Spuren hinterlassen hatten. „Gefällt dir das Zimmer?" wollte Karl wissen, als sie angelangt waren. „Doch es gefällt mir, danke," sagte Manci verlegen. Dass der Preis in keinem Verhältnis zu ihrer Lage, der einer verdienstlosen Laborantin, stand, schien er nicht zu empfinden. Es ist häufig so, dass Menschen sich einer Gefahr, in welcher sie sich befinden, nicht bewusst sind, und dass erst ein Aussenstehender kommen muss, um ihnen die Augen zu öffnen. Die Gefahr, in der sich Karl Brinkmann befand, war für Manci offensichtlich: Es ging abwärts, abwärts mit ihm, und er stellte sich blind; tat, als sei er von den Zeiten nicht betroffen worden und gab sich, wie ehedem mit Recht, den Anschein des begüterten und vornehmen Professorensohnes. Sie tranken nun Tee zusammen, knabberten zerbröckeltes Reisegebäck und rauchten vom Rest des Reisequantums „Cameis". Jetzt erst wagten sie, einander nach der langen Trennung ungehindert anzustarren. Karl sah aus, wie ein junger, empfindsamer Gelehrter, den das Schicksal mit einem hohen, wohlgeformten und athletischen Körper ausgestattet hatte. Die Haare trug er glatt zurückgekämmt, dass die gewaltige, mit bläulichen Aederchen durchzogene Stirn wie ein helles Schild über der Hornbrille leuchtete. 'Die Augen hinter den Brillengläsern waren klug, unstet und weich, und der Mund und die schmalrückige, gebogene Nase gaben dem knochigen Gesicht etwas knabenhaft Hilfloses, das in einem merkwürdigen Gegensatz zu der breiten Säbelnarbe stand, einer sogenannten „Quart", die von der rechten Öhrmitte bis über die rechte Oberlippe führte. Manci war schlank und herb, ihr Haar war schön, ihre Stirn mit den eckigen Brauen, ihren klaren, dunklen Augen, ihr Mund mit den breiten, aufgeworfenen Lippen und den blanken, tierhaften Zähnen dahinter, ihr kleines, knochenstarkes Kinn und ihr langer Hals, das alles wTar schön und erweckte in Karl das Gefühl eines köstlichen und langentbehrten Besitzes. „Wie geht es mit der Praxis?" fragte Manci plötzlich unvermittelt. Karl erschrak. „Mittelmässig!" gestand erwiderwillig. Wahrheitsgemäss hätte er: „Schlecht, Manci, schlecht!" antworten müssen, aber er zwang sich zu Optimismus und Hoffnung. Manci durchschaute ihn. „Da heisst es also: abwarten!" meinte sie gedankenvoll. In diesen Worten lag kein Vorwurf, sondern nur eine mystische Voraussicht, die von Furcht und der Erkenntnis kommender, bitterer Einschränkung, vielleicht sogar Not, gespeist wurde. „Fürs erste gebe ich dir folgenden Rat," sagte Karl, „sieh dich hier in aller Ruhe nach einer geeigneten Anstellung um. Ich rechne, dass wir schon nach, einem halben Jahr zusammengehen können. Wenn die Praxis sich wrider Erwarten noch weiter verschlechtern sollte, kann ich immer irgendwo Syndikus oder etwas Aehnliches werden." Das klang äusserst selbstsicher und gewichtig. Aber Manci konnte sich von dem beunruhigenden Gefühl nicht befreien, dass er, ohne böse Absicht, unaufrichtig war und gar nicht so von der guten Zukunft überzeugt, wie er vor ihr tat. Als sie später zur Ruhe ging, nachdem er sich aufs zärtlichste von ihr verabschiedet hatte, war ihr armer, müdegereister Kopf mit schweren Besorgnissen angefüllt Ein halbes Jahr verging, und es zeigte sich, dass Mancis Sorgen"nicht unbegründet gewesen w^aren. Sie selber hatte zwar Unterschlupf als Assistentin eines Arztes gefunden und schlug sich mit ihren bescheidenen Einkünften durch, so gut es ging; Karl aber sass völlig verlassen in seinem Alle Ihre Bücher von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, Joachims!haier Sir. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon: 91 65 06 Zusendung nach allen SiadtteUen

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