Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 27 (8.7.1937)
- Date
- 1937-07-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277543--12026-2281604- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ih W - XVI. Jahrg. / Nr. 27 Berlin, 8. Juli 1937-^ Preis 10 Pfennig' A entralerem- ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUNS r: J 2 Oliva, 8141—45. Telegrammadresse: Centraiglauben, Berlin. Postscheckkonto: Berlin 70344.; und die Geschäftsstelle entgegen. Zustellung erfolgt durch die Post, die die Gebühren durch den Post- . _ . ._, _ Ausland vierteljährlich 2,30 RM (umgerechnet in die Landeswährung) einschl. Zustellgebühren, Einzel- - - - .. — - - --- —---------- Anspruch auf Nachlieferung oder Rückvergütung der gezahlten Beträge. — Anzeigengebühren: Preisliste5 gültig. Die 12gespaltene mm-Zeile 20 Rpf., j^Stellencesurtie 10 Kpf., für tamihenanzeigcn 16 Rpf., weitere ermässigte Grundpreise s. Preisliste. Einzelanzeigen nur gegen Vorauszahlung. — Anzeigenschluss: Dienstag. Platzu. Datenvorschriften ohne Verbindlichkeit. nünoilß/riGia« -ihsB .fcbn^o. sFK"^ 9Tiii ür; n» nef^n i^b'yi äou, rt9ibis'i9iiiu Der Peel-Bericht Englische Regierungserklärung - Ende des Mandats Selbständiger Jüdischer Staat - Die neuen Grenzen wsl -RS3 flSXj-'; -elbF Bie Regierungserklärung Spie Regierungserklärung hat folgenden vV^aut: yjJpAuf Anordnung Sr. Majestät hat die Regg^bung Sr. Majestät im Vereinigten Köj^greich den einstimmigen Bericht der KäjjKommission für Palästina geprüft. Sie fügjg^.. sich in allgemeiner UebereinstimniUjttJ mit den Argumenten und Schlussfolgggungen der Kommission. w&?jWie von den Kommissaren in ihrem hi§i^ischen Ueberblick durchaus anerkajjßfcrwird, gingen die Regierung Sr. Majestät- und ihrer Vorgängerinnen seit der Ue^e^nahme der Mandatsverpflichtungen voxfejtein im Teno des Mandats-selbst enthaltenen v;esi.\ik;nkt aus, dass ihre Verpf%^r^ingen gegen -her Arabern und Juden m^gp|ander nicht unvereinbar seien, in dejiri&Annahme, dass die beiden Volksst^^nse im Laufe der Zeit ihre nationalen *Sjj^j&jtionen in einer Weise anpassen iS^ejgk die die Errichtung eines einzigen ^ifiya^vesens einheitlicher Regierung erpeiiülf" _ _ . - le Regierung Sr. Majestät hat trotz p-er entmutigender Erfahrungen wäh- .ider letzten 17 Jahre ihre Politik auf js&oEnvartung aufgebaut und jede Ge- &nüeit ergriffen, um Kooperation ^aaben Arabern und Juden zu ermutigen. 4mi Lichte der Erfahrung und der von ^epg^Kommission herangezogenen Argu- ' me?Ert8r>wird sie zu der Schlussfolgerung gefühlt iÖass zwischen den Aspirationen der ■■ A.rabHvund der Juden in Palästina ein glicht auszugleichender Gegensatz besteht, dass diesen Aspirationen auf Grund der Bestimmungen des gegenwärtigen Man- dates nicht genüge geschehen kann, und dass ein Bfe&- der Teilung nach den von gmj^on vorgeschlagenen allge- ^nien die beste und hofft Jeberwindung des toten feilt- Die Regierung Sr. Mahtigt, Sr. Majestät in ent- ®&'ti5?e^se zu beraten. ^iDietdäögiterimg Sr. Majestät beabsich- .^d.aj|er, unter Berücksichtigung ihrer .■■■ifeiiÖeöjHiV«rtragsverpflichtungen auf rÄmaadsfeäfäikerbundspaktes und anderer .nteB&ajlÖjäder Urkunden die notwendigen undsiggssefigfie&äi Schritte zu unternehmen,; zur Verwirklichung eines TeihingsjflfflWS»" zu erlangen, von dem sie ernstlichjtreffftV'dass für ihn ein ausreichen^ de§^^«s von Zustimmung seitens der be- "S^k^cser Nummer finden unsere Leser u. a.: '£ai&ische Gemeinden an Ruhr und &hein, von Dr. Eva Reichmann' Jungmann * Dr. Werner-Landccker: Bevölkerungsaustausch, Probleme im Peel-Bericht. — Die Beschlüsse der Reichsvertretung. — Ferner: Hemy Bernsteins „Hoffnung", Premiere im Berliner Kulturbund. — Richard Wilde: Ludwig Fulda, zu seinem 75. Geburtstag. — Schachecke. Die Beilagen: Sport der Woche. — Palästina-Umschau. ' Wirtschaft der Woche. deSä*. . ,Tle«v, '~!BM London, 7. Juli (J. T. A.). Das Statement of Policv der britischen Regierung über die künftige Politik in Palästina ist am Mittwoch' abend veröffentlicht Avorden. Das Statement bringt die Zustimmung zu den gleichzeitig veröffentlichten Vorschlägen der Peel-Kommission zum Ausdruck und begründet die Notwendigkeit einer Teilung Palästinas damit, dass die Erwartung, es werde gelingen, die beiden Volksstämme in Palästina in einem einheitlichen Staatswesen zusammenzufassen, nicht eingetroffen ist. Bis zur Durchführung des Planes sollen Bodentransaktionen, die im Widerspruch zu ihm stehen, verhindert werden. Die jüdische Einwanderung von Personen aller Kategorien, Arbeitern und Personen mit eigenem Kapital, für die Zeit von August 1937 bis einschliesslich März 1938 wird mit 8000 festgesetzt. illl!IH!!il!lll!!ll!!li!!ll!li!i!i!l!!!l!l!!!i!i!IM teiligten Gemeinschaften gesichert werden kann. 5. Für die Zeit der Durchführung eines solchen Planes beabsichtigt die Regierung Sr. Majestät nicht, sich ihrer Verantwortung für den Frieden, Ordnung und gute Regierung in ganz Palästina zu'entledigen. Sie stimmt im allgemeinen den Empfehlungen der Kommission in Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit zu. Sollten abermals ernste Unruhen ausbrechen, die militärische Intervention erfordern, dann wird das Oberkommissariat auf Grund der Palestine (Defence) Orderin-Council Vollmachten für das ganze Land dem kommandierenden General der militärischen Kräfte übertragen.. 6. Für die unmittelbare Zukunft während der Zeit, in der die Form eines Teilungsplanes ausgearbeitet wird, beabsichtigt die Regierung Sr. Majestät als vorläufige Massnahmen Schritte, um Bodentransaktionen zu verhindern, die einen solchen Plan beeinträchtigen könnten. Sie plant weiter, im Hinblick darauf, dass die Periode der laufenden Arbeiterschedule Ende Juli zu Ende geht und für die nachfolgende Periode Vorkehrungen getroffen werden müssen, dass für den 8 Monate umfassenden Zeitraum von August 1937 bis März 1938 eine jüdische Gesamteinwanderung von 8000 Personen sämtlicher Kategorien zugelassen werden soll, vorausgesetzt, dass die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes dadurch nicht überschritten wird. Bei ihrer Unterstützung einer Lösung des Palästina-Problems durch Teilung steht die Regierung Sr. Majestät unter dem star- . ken Eindruck der Vorteile einer solchen Lösung für Araber und Juden. Die Araber würden nationale Unabhängigkeit erlangen und damit die Möglichkeit, mit den Arabern der Nachbarländer in der Sache der arabischen Einheit und des Fortschrittes auf gleichem Fusse zusammenzuarbeiten. Sie würden endlich von aller Furcht vor Beherrschung durch die Juden und von der durch sie zum Ausdruck gebrachten Sorge befreit werden, dass ihre Heiligen Stätten jemals unter jüdische Herrschaft kommen könnten. Der arabische Staat würde finanzielle Hilfe von der Regierung Sr. Majestät und von dem jüdischen Staat in erheblichem ' Umfang erhalten. Andererseits würde die Teilung die Errichtung des Jüdischen Nationalheims sichern und es von jeder Möglichkeit befreien, künftig arabischer Herrschaft unterworfen zu sein. Sie würde das Jüdische Nationalheim in einen Judenstaat mit voller Einwanderungskontrolle verwandeln. Seine Angehörigen würden einen Status gleich dem erlangen, den die Angehörigen anderer Länder besitzen. Die Juden würden endlich aufhören, das „Leben einer Minderheit" zu führen, und das Hauptziel des Zionismus würde so erreicht sein. Auf Grund der geplanten Verträge würden die Rechte der Minderheiten in beiden Staaten streng gewährleistet sein. Vor allem würde an Stelle von Furcht und- Misstrauen ein Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit treten, und beide Völker würden nach den Worten der Kommission „die unschätzbare Wohltat des Friedens" erlangen. . Die Schlussfolgerungen des gleichzeitig mit der Regierungserklärung veröffentlichten Peel-Berichtes weisen auf die Möglichkeit hin, durch die Verwirklichung der Vorschläge der Kommission die Ansprüche aller Beteiligten bis zu einem gewissen Grade zu befriedigen. Der vollständige Text lautet: 1. In Anbetracht der sowohl von den arabischen wie von den jüdischen Vertretern in ihren vor uns gemachten Aussagen angenommenen Haltung erachten wir es als unwahrscheinlich, dass eine der beiden Parteien mit den Vorschlägen auf 'den ersten Blick zufrieden sein wird. Denn Teilung bedeutet, dass keine von beiden das bekommen wird, was sie will. Sie bedeutet, dass die Araber es hinnehmen müssen, dass ein Teil des von ihnen lange bewohnten und einst beherrschten Territoriums ihrer Souveränität entzogen wird. Sie bedeutet, dass die Juden mif weniger als dem Land Israel, über das sie einst herrschten, und über das wieder zu herrschen sie hofften, zufrieden sein müssen. Aber es scheint uns möglich, dass beide Parteien nach Ueberlegung zu der Erkenntnis kommen werden, dass^die Nachteile der Teilung durch ihre Vorteile aufgewogen werden. Denn wenn sie keiner Partei alles bietet, was sie verlangt, so bietet sie doch einer jeden das, was sie am meisten verlangt, nämlich Freiheit und Sicherheit. 2. Die Vorteile einer Teilung in der von uns vorgeschlagenen Weise für die Araber Palästinas sind: a) Sie erlangen nationale Unabhängigkeit und können mit den Arabern ihrer Nachbarländer in der Sache der arabischen Einheit und des Fortschrittes auf gleichem Fusse zusammenarbeiten. b) Sie werden schliesslich von der "Furcht, durch die Juden „überflutet" zu werden und von der Möglichkeit schliess- I icher Unterwerfung unter jüdische Herrschaft befreit. c) Die endgültige Begrenzung des Jüdischen Nationalheims innerhalb einer festgelegten Grenze und die Einführung eines neuen Mandates zum Schutze der Heiligen Stätten beseitigt die Sorgen vor jüdischer Kontrolle der^Heiligen Stätten. 'd) Als Entschädigung für den Verlust des Territoriums, das von den Arabern als das ihre angesehen wird, erhält der arabische Staat von dem jüdischen eine Subvention. Er wird auch im Hinblick auf die Rückständigkeit des Landes einen Beitrag von zwei Millionen Pfund erhalten, und, wrenn Abmachungen für einen Boden- und Bevölkerungsaustausch Zustandekommen, wrird ein weiterer Beitrag für die Verwandlung von unkultiviertem Boden des Araberstaates in produktives Land, soweit dies möglich sein sollte, geleistet werden, woraus die Landwirte und der Staat Nutzen ziehen würden. 3. Die Vorteile der Teilung für die Juden können folgendermassen zusammengefasst werden: a) Die Teilung sichert die Errichtung eines Jüdischen Nationalheims und befreit eW-on der Möglichkeit, in Zukunft UiU&%4fcZl: PPi!llil!ll[|l!!!!ii!lli!!l!!l!i!!!lillllll!!l!![!l!!i[li!!ll!! ':-'-iiioßl5&r't . ■ Bie Äfcncst Grenzen •■ .smsläßtä