Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 26 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rr.26*T.Ju!i1937 C.-V.-Zeitung Seite 5 Die zweiten Hundert Von Bezirksrabbiner Dr. Ernst Jacob, Augsburg Im Frühjahr des Jahres 1935 berichtete ich In dieser Zeitung über zwei Jahre Auswanderung aus Augsburg. Es waren damals genau hundert Personen fortgegangen; ich konnte zeigen, auf welche Länder, Altersstufen usw. sich diese Auswanderung verteilte. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass von einer Mittelgemeinde mit ungefähr tausend Seelen natürlich nur mit grösster Vorsicht Rückschlüsse auf die gesamte Judenheit in Deutschland gezogen werden können. Das muss in gleichem Masse von den folgenden Feststellungen gelten. In weiteren zwei Jahren haben wiederum gerade hundert Personen unsere Gemeinde verlassen, wobei aber das nunmehr vierte Auswanderungsjahr den grössten Anteil gehabt hat. Unsere 200 Auswanderer gingen nach zwanzig verschiedenen Ländern in allen fünf Erdteilen, nach Europa 68 Personen, Amerika 81, Asien 36, Afrika 14, und nach Australien ging eine Person. Nach einzelnen Ländern geordnet, gingen nach USA............51 Personen Paliistina.........33 „ Frankreich.........31 „ Brasilien .........23 Südafrika.........14 „ Italien..........12 England..........7 Tschechoslowakei......6 „ Schweiz..........6 „ Argentinien........5 ., Holland........... 2 Spanien..........2 „ Beiden..........1 „ Schweden.........1 „ Cuba...........1 „ Chile...........1 China...........1 „ Indien.......... 1 „ y Straits Settlements......1 ., Neuseeland..........1 Insgesamt 200 Personen Die Verteilung auf die sechs Hauptauswand e r u n g s 1 ä n d e r in den einzelnen Jahren war folgende: Von den Ausgewanderten standen im 1.—15. Lebensjahr . . 16.—25. „ . . 26.-35. „ . . 36.-45. „ . . 46.—60. „ . . über 60 Jahre alt waren Männer Frauen 15 15 52 25 33 15 11 13 11 8 1 1 123 "7 Es ergibt sich also, dass etwa drei Viertel der Auswanderer, nämlich 155 Personen, unter 35 Jahren alt waren, dass innerhalb dieser Zahl an Kindern unter 15 Jahren genau soviel Knaben wie Mädchen wegzogen, im übrigen aber 85 Männer gegen nur 40 Frauen, also mehr als doppelt soviel Männer. Das letzte Viertel der Auswanderer, das die über 35jährigen umfasst, setzt sich aber aus fast genau gleich viel Männern und Frauen zusammen, 23 Männer gegen 22 Frauen. USA Palästina 'Frankreich Brasilien Südafrika Italien 1. Jahr 1 5 16 3 2 4 2. Jahr 20 9 14 2 1 2 3. Jahr 2 9 — 4 4 1 4. Jahr 28 10 1 14 7 5 51 33 31 23 | 14 12 Berthold-Stiller-Stipendium Im Krankenhaus der Budapeste r Israelitischen Religionsgemeinde wurde im Rahmen einer Feier des hundertsten Geburtstages Berthold S t i 11 e r s gedacht, dem das Entstehen dieses modern erbauten Krankenhauses in erster Reihe zu verdanken ist und der als Begründer der Konstitutionslehre und als Kliniker seinen Namen in der Geschichte der Medizin verewigt hat. Berthold Stiller wurde am 25. Juni 1837 in Miskolc geboren. 1876 habilitierte er sich, wurde 1868 zum Universitätsprofessor und 1906 zum Hofrat ernannt. Das Hauptwerk seines Lebens war die Lehre von der Asthenie. 1891 stellte er zuerst die körperlichen Anomalien fest die die von ihm als Asthenie bezeichnete Konstitutionsform charakterisieren. An der Feier nahmen Vertreter des Kultusministers,' der medizinischen Fakultät der Täzmäny-Universität des Vereins Ungarischer Internisten und des Budapester Aerzteverbandes teil. Hofrat Stern hielt die Gedächtnisrede, in der er die glänzende Laufbahn Berthold Stillers skizzierte. Das Jüdische Spital verdanke sehr viel der schöpferischen Arbeit Stillers. Die Gemeinde bekenne sich stolz zu dem grossen Gelehrten. Hofrat Stern legte im Namen der Gemeinde einen Kranz am Denkmal nieder und verkündete, dass die Gemeinde das Andenken des grossen Gelehrten dadurch ehre, dass sie ein alle drei Jahre zu vergebendes internationales Stiller-Stipendium in Höhe von 1500 Pengö stifte. Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V.-Zeitung, Umleitewünsche sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungsstelle) zu unterbreiten. Die Bezugsgebühren sind an den Briefträger zu zahlen. Die Handelsschule der Berliner Jüdischen Gemeinde eröffnet Oktober eine neue Sprachenklasse. Ziel ist die Beherrschung des Englischen und des Spanischen zwecks Berufsaufnahme im Ausland. Einführung in das kulturelle und wirtschaftliche Leben der Auswanderungsländer, Ausbildung in Maschineschreiben, deutscher und fremdsprachlicher Kurzschrift. Englische Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt, im Spanischen werden sie nicht gefordert. Anmeldungen nimmt der Leiter der Schule, Dipl.-Hdl. Berger. Joachimsthalerstr. 13, vom 22. Juli ab in seiner Sprechstunde Montag bis Freitag von 10—11 Uhr entgegen. Die Zahl der Teilnehmer ist sehr beschränkt, rechtzeitige Anmeldung i:t daher geboten. Wann und wo finden Sie Rat? Die Beilage „Die jüdische Gemeinde" erscheint aus technischen Gründen erst in der nächsten Ausgabe Oberschlesien Beuthen Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Tilir. Virchowstr. 11. II r. (Tel.: 3527). Katibor Jeden Montag, 15.30—17 Uhr, Gemeindehaus, Niederzborstr. 3 (Tel.: 24S3). CUeiwitat Jeden Dienstag. 15.30—17 Uhr, Gemeindebaus, Niederwallstr. 9 (Tel.: 4078). Oppeln Jeden Mittwoch. 15.45-17.30 Uhr, Gemeindehaus, Gartenstr. 21. Hindenburg Jeden Donnerstag. IG—17.30 Uhr, Gemeindehaus, Schechestr. 14 (Tel.: 2561). Ausserhalb der angegebenen Zeiten finden Sprechstunden nur nach vorheriger Vereinbarung mit dem Landesverbands- ), Beuthen. Virchowstr. 11. II r. (Tel.: 3527) statt. Aus den Familien Frau Helene Cohen (Gelsenkirchen) begeht am 2. Juli ihren 80. Geburtstag. — Max L a s k e (Berlin W. 15) wird am 3. Juli SO Jahre alt. — Frau Elise Heyne mann (Berlin-Charlottenburg) vollendet am 4. Juli ihr 80. Lebensjahr. — Frau Therese S a 1 o m o n (Berlin KO.) feiert am 7. Juli ihren 75. Geburtstag. — Ludwig Löwy (Grottkau), der Vorsitzende der dortigen Ortsgruppe des C.-V. und Mitglied des Gemeindevorstandes, ist gestorben. Die Firma Lobbenberg & Blumenau. Miederfabrik in Köln, feiert am 3. Juli ihr 50jähriges Bestehen. Max Lobbenberg, einer der Gründer, gehört heute noch der Firma an. 21 Angestellte sind länger als 25 Jahre dort tätig. Offene Auslandsstellen Genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg 1. Jüdische Röntgen-Assistentin und Laborantin mit Vollausbildung (Staatliches Diplom) nacb Daressalam (Afrika) gesucht. Anfangsgehalt SH. 160.— monatlich bei freier Verpflegung ohne Wohnung. 2. Für Lima (Peru) wird jüdischer Hefe- Chemiker gesucht. Länksrhein Köln Aachen Bonn Koblenz Kreuznach. Trier Hessen-Nassau und. Hessen Gießen 31itteld.eutsch.land Plauen Norddeutsch land Hannover Agrippinahaus, Breite Str. 92 bis HG, III.. Zimmer "6—73, Montag—Freitag, 10—13 Uhr. Gemeindehaus, am 13. und 27. Juli, 16.30—IS Uhr. Im Büro von Rechtsanwalt Dr. Herrmanns. Mcckcnheimerstr. 64, am 7. und 21 Juli, 17—1S.30 Uhr. Im Gemeindehaus, Flnrinsmarkt Nr. 11, am fi. und 20. Juli, 16 bis 17.30 Uhr. Im Gemeindehaus, Adolf-Hitler- Platz 11. am 14. und 28. Juli, 10—12.30 Uhr. Im Büro von Rechtsanwalt Dr. Voremberg, Adolf-Hitler-Str. 9, am 7. und 21. Juli, 11.30 bis 13 Uhr._ 5. Juli. 17—20 Uhr. 6. Juli, 10 bis 13 Uhr, Gemeindehaus, Lonv^ras^e 4. Juli, 10—13 Uhr, Gemeinde- 2. Juli. 12—14 und 16—17 ühr, öeorgsir. 14. II. Um 11-13 äks findet jetzt die Sprechstunde der Beratungsstelle des jüdischen Centrai- Vereins, Berlin W 15, Emser Straße 42, IV, statt. Sprechtage sind Montag bis Freitag, für Mitglieder des Centrai-Vereins auch ausserhalb der angegebenen Sprechstunde nach vorheriger telephonischer Vereinbarung. HOTELS SANATORIEN ^PENSIONEN HEIM DR. FRITZ M. MEYER Beri in-WIImersdorf, Güntzelstrasse 57 Seelische Beharsdilusss | Ambulant und klinisch | ,-SAD NAUHEIM - Sanatorium Dr.Schoenewald Herz- «. Stoffwechselkrankheiten. Alle Diätkuren. J Reictienberier Kuranstalt Oolphonhavti PCB Physik.-dtät. Heilanstalt für Innere, nSlCflSnUCig Stoffwechsel-u. Nervenkrankheiten Ermässigte Pauschaleren und Erholungsaufenthalte. Ganzj. geöffnet! Schrothkuren! Verlangen Sie Prospekt! Garrftisch In einem Landbaus in schönster Lage sind Balkonzimmer mit modernem Komfort, fließ. Wasser usw. zu vermieten. Anfragen erbeten unter L. 5900 an die C.-V.-Zeitung, Berlin W 15. 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