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Central-Verein-Zeitung · 1937-06-24 · 25 (24.6.1937) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
25 (24.6.1937)
Date
1937-06-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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uch unD Kuni Judaica Gershom Bader: Our Spiritual Heroes. The Lives and Works of our Rabbinical Teachers from the Beginning of the Great Synagogue to the Final Complection of the Talmud. Seven Centimes of Jewish Thougt. Pardes Publishing House, Inc., New-York 1937. . „Und wenn das Lernen für das Verständnis des Schülers zu hoch ist, so fährt der Midrasch fort, und in seinen Augen wie ein Laib Brot erscheint, der von der "Stubendecke schier unerreichbar herunterhängt, so schrickt nur ein Narr vor dergleichen zusammen und sagt sich: Wer kann die Lehre lernen, die sich in meines Rabbis Herzen befindet? Der kluge Schüler aber sagt sich: Und er, der Rabbi selbst, hat er etwa nicht von einein andern gelernt? So kann auch ich mit Fleiss und Mühe die Lehre von meinem Lehrer lernen. —" Diese Sätze sind einem jiddischen Werk entnommen, für das und für dessen Stil sie charakteristisch sind. Das Werk hat den im Deutschen etwas befremdlichen Titel „Unsere geistigen Riesen" und stellt das Leben und die Lehren der Grossen von der „Grossen Synode" bis zur schliesslichen Vollendung des Talmud, also sieben entscheidende Jahrhunderte jüdischer Geschichte dar. Es umfasst drei umfangreiche Bände, der erste behandelt die Weisen" der Mischna, der zweite die jerusalemitischen Talmudisten, der dritte (soeben erschienen) den babylonischen Talmud. Der Verfasser ist uns nicht nur aus dieser seiner Lebensarbeit als ein schlichter und würdiger Schriftsteller wohlbekannt, er hat ausser einer Fülle kleinerer historischer Arbeiten auch eine Geschichte der polnischen Juden „Dreissig Generationen Juden in Polen" geschrieben. Auch sein neues Werk ist eine historische Arbeit, das Wort „historisch" aber nicht im ultramodernen Sinne aufzufassen, denn er folgt mit unermüdlicher Treue der jüdisch massgeblichen Ueberlieferung. Aber eben das ist sein Vorzug und die beste Gewähr für die Erfüllung der Aufgabe, die das Werk hat. Gershom Baders Methode ist übersichtlich klar und einfach. In recht ausgiebigen Einleitungen zu jedem der drei Bände schildert er zunächst die historische Situation der Juden, dann ihren allgemeinen Wissens- und Glaubensstand in der zu behandelnden Epoche, so dass man erst einmal einen Gesamtüberblick hat. Auch hier schon vermeidet er alles Theoretisieren, Geschichtsphilosophie und sonstige Abstrakte, er wartet immer gleich die plausibelsten Beispiele auf, wie sie sich im talmudistischen Apercus und Aggadot in schöner Fülle bieten. Sodann entrollt er die Lebensbilder der grossen Weisen, Charaktere und Lehrmeinungen, wieder konkret und beispielstrotzend. L. H. M. Weinberg: Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern. Verlag S. Neumann, Frankfurt a. Main 1937. Diese Arbeit des als Historiker bekannten Regensburger Rabbiners enthält unter genauer Angabe von Namen und unter Anfügung kritischer Bemerkungen eine Darstellung der Memorbücher von Aub, Eibelstadt, Gossmanns- Das Maassebuch Von Leo Rein 1. Seine Bedeutung Eines der interessantesten Probleme einer jüdischen Literaturgeschichte sind die Maassebiicher. Erst in neuerer Zeit hat man begonnen, ihre Welt wissenschaftlich zu erforschen;'so hat Dr. Jakob Meitlis eine ausserordentlich gediegene Arbeit über sie erscheinen lassen: „Das Maassebuch, seine Entstehung und Quellengeschichte" (Berlin 1933). Mit der Welt des Maassebucb.es steigt die Welt des mittelalterlichen Judentums in Deutschland herauf; es waren ja seine geistigen Bedürfnisse, die das Maassebuch zu befriedigen hatte. Es wird sich also verlohnen, in einem kurzen Ueberblick jenen Fragen nachzugehen und ungefähr zu umreissen, was an sicherer Antwort, was an immerhin gestützter Hypothese darüber vorliegt. Zunächst ist in der Betrachtung der Maasse ein wichtiger Unterschied zu machen: nämlich der zwischen den Maassebüchern und dem Maassebuch. Unter dem Maassebuch versteht man jene gewissermassen sanktionierte und anerkannte — auch von religiösen Autoritäten anerkannte — Sammlung von kürzeren Maasses, die zuerst in Basel .1602 herauskam und in mehreren Neuausgaben bis auf das 19. Jahrhundert herab erschien; eine deutsch gedruckte Bearbeitung der Amsterdamer Ausgabe von 1723 veranstaltete Bertha Pappenheim (Berlin 1929). Die übrigen Maassebücher aber sind Einzel-Erzählungen grösseren Formats; ihre Fülle ist am wenigsten durchforscht, sie spiegeln am meisten den Einfluss der Umwelt wider. Das Zeitalter der Ausbreitung der Buchdruckerkunst ist also auch die Geburtszeit der gedruckten Maasse. Esergibt sich die bemerkenswerte Tatsache, dass unsere Ahnen schon damals den Blick über die Mauern des Ghettos erhoben und, mindestens durch diese Erzählungen, bereits Teil an der Kultur ihreF Umwelt nahmen. Viele Stoffe der mitteleuropäischen Heldensage werden bearbeitet. Es ist die gleiche dorf, Sommerhausen, Heidingsfeld, Höchberg, Bibergau, Veitshöchheim, Tauberrettersheim, Gaukönigshofen, Giebelstadt, Rimpar, Thüngen, Theilheim, Niederwerrn, Urspringen, Kissingen, Neustadt a. d. Saale und Marktbreit und bietet so wertvolle Anhaltspunkte für die Familienforschung. In der Einleitung erörtert Weinberg Entstehung und Komposition des Memorbuches. Dieses geht auf einen verpflichtenden Minhag des Rabbi Jakob ben Moses halevi (Maharil) aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zurück und bildet seither mit Nekrologen und Martyrologien einen Teil der Liturgie. "Die meisten der von Weinberg untersuchten Memorbücher sind im 17. und '18. Jahrhundert angelegt. Hoffentlich gelingt es dem Autor in Kürze, das wertvolle historische Material vollständig zu erfassen. Man darf dabei die Erwartung aussprechen, dass nach Abscbluss sämtlicher Lieferungen ein Inhaltsverzeichnis mit Register angefügt wird. Dr. Werner Cahnmann. Kaiman und Frieda Schlesinger: Die Gesetzeslehrer. Band 71 der Bücherei des Schocken-Verlags, Berlin 1937. Die Konzeption zu dieser Anthologie ist wertvoller als das Ergebnis. Dieses Büchlein unternimmt es, „das Bild der Gesetzeslehrer in ihrer Zeit, ihre Nachwirkung im Volk, in der Geschichte und ihre Stellung im Ausbau der Lehre aus den talmudischen Quellen selber erstehen zu lassen". Dass diese Absicht in einer den Leser völlig befriedigenden Weise erfüllt wird, kann nicht durchweg behauptet werden. Es soll nicht verkannt werden, dass die Schwierigkeiten der Auswahl bei diesem spröden und vor allem dünnen Stoff gross waren. Es soll weiterhin betont werden, dass die Kritik weniger der mühevollen Arbeit der Herausgeber als dem Stoff selbst gilt. Nicht alle der in chronologischer Reihenfolge herangezogenen Quellenstellen aus dem babylonischen und palästinensischen Talmud, der Tosefta, nicht alle die halachischen und äggadischen Midraschim sind dem Verständnis des Lesers in gleicher Weise zugänglich. Zwischen historisch Bedeutsamem und sehr Bekanntem steht manches, was weder vom Religiösen noch vom Geschichtlichen her gesehen belangvoll und vom Gesichtspunkt der historischen Vollständigkeit durchaus nicht gefordert war. Einige Quellen hätten wir gut und gern vermisst. Immerhin bleibt der verdienstvolle Versuch der Herausgeber bestehen, dem jüdischen Leser von heute eine, wenn auch flüchtige Kenntnis von den Lehrern und Lehrerpaaren, die die Traditionskette zwischen Simon dem Wahrhaftigen und Hillei schliessen, zu vermitteln und durch korrekte Uebersetzung (die, soweit sie die Bibel und die Sprüche der Väter betreffen, der Buber- Rosenzweigschen Verdeutschung entnommen sind) einen Einblick in ihr persönliches und religiöses Wirken zu gewahren. Der historische Rahmen wird freilich aus den Quellenstellen wenig deutlich. Die Herausgeber haben es daher für richtig gehalten, die geschichtliche Kulisse, in Gestalt einer kurzen Einleitung und Anmerkungen, die sich am Schluss des Buches befinden, zu entwerfen. Für diejenigen Leser, die des Hebräischen und Aramäischen kundig, aber Erscheinung wie in der umgebenden abendländischen Welt: das vornehme ritterlich-höfische Epos wird, da das Schwergewicht der Kultur auf die Städte und ihre aufstrebende Einwohnerschaft übergegangen ist, in volkstümliche Prosa übertragen. Es entsteht das sogenannte „Volksbuch"' — und das „Maassebuch" ist sein jüdisch-deutsches Gegenstück. Wie es jüdisch-deutsche Bear-' b'eitungen mittelalterlicher Epen gibt, so gibt es auch jüdisch-deutsche Bearbeitungen zahlreicher Volksbücher; so besitzt z.B. die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ein Exemplar einer solchen Bearbeitung: „Eine schöne Maasse von König Artus Hof. Diese Erzählungen, deren Stoffe aus dem mittelalterlich-abendländischen Kulturkreis stammten, erfreuten sich im Ghetto grosser Beliebtheit. Wir können diese Beliebtheit nicht nur aus der beträchtlichen Zahl der erhalten gebliebenen Exemplare dieser Maasses, sondern auch aus dem Eifer abnehmen, mit dem die Herausgeber der anerkannten Sammlung, des grossen Maassebuches, gegen sie polemisierten. Es wird ihnen vorgeworfen, dass sie nicht göttlich seien, welche Eigenschaft der Herausgeber des grossen Maaseebuches wohl aber für seine Sammlung in Anspruch nimmt. In der Tat berücksichtigt das grosse Maassebuch den jüdischen Stoffkreis stärker — obwohl auch hier nicht alles ausgemerzt ist, was auf eine ganz andere Herkunft deutet. Hier ist alles streng dem jüdischen Gesetz unterstellt, an dessen Autorität nicht gerüttelt wird, während manche „Volksbücher" bereits freieren humanistischen Geist atmen. Insofern, wie auch aus der Polemik der Herausgeber hervorgebt, ist das grosse Maassebuch ein Kampf buch, eine Reaktionserscheinung gegen den Einfall abendländischer Stoffe, in die altjüdische Welt, die das Mittelalter verlängert, das ja bis zum Auftreten Moses Mendelssohns währte. Mit Recht hat Jakob Meitlis — dessen überzeugenden Ausführungen wir überall dort gern folgen, wo unsere eigenen Beobachtungen sie bestätigen — drei grosse Stoffgruppen des offiziellen Maassebuches festgestellt: den altjüdisch-agadistischen, aus Midrasch und Talmud vielleicht nicht in der Lage sind, sich die Urtexte selbst zu beschaffen, hat Arthur Spanier eine sorgfältig punktierte Wiedergabe der Texte in der"Ursprache zu jeder Uebersetzung besorgt. Heinz Kellermann. Hans Zucker: Studien zur jüdischen Selbstverwaltung im Altertum. Schocken-Verlag, Berlin 1936. Die Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Autonomie dar. Sie behandelt das Thema unter weitgehender Heranziehung des verstreuten Materials und liefert damit erstmalig eine gründliche und quellenmässig gearbeitete wissenschaftliche Darstellung der Materie. Den gesamten Inhalt der Monographie zu referieren, verbietet der zur Verfügung stehende Raum. Es kann deshalb nur angedeutet werden, dass der Verfasser u. a. die jüdische Selbstverwaltung innerhalb der persischen, hellenistischen und römischen Reichsverwaltung und die Organisation und Kompetenz des grossen Gerichtshofes darstellt. Hierbei wirft er beispielsweise interessante Schlaglichter auf das Verhältnis der römischen Gerichtsgewalt zu der der Juden. Er schildert ferner, dass im Jahre 161 ein Freundschaftsvertrag zwischen Rom und Judäa abgeschlossen wurde, der auch den Diasporajuden Kultusfreiheit garantierte. Der Hohepriester war berechtigt, bei Verletzung dieser Freiheit zu intervenieren. Aus einem Schreiben des Magistrats von Laodikea ist ersichtlich, dass Hyrkan von dieser Befugnis Gebrauch gemacht hat. Der Verfasser folgert hieraus, dass der Hohepriester für alle Juden der Diaspora als oberste religiöse Instanz anerkannt war. Aller- Die Synagoge in Wörlitz Wie gemeldet wird, geht die Synagoge in Wörlitz in staatlichen Besitz über und wnrd dort im Sinne des Denkmalschutzgesetzes als wertvolles Denkmal erhalten bleiben. Dieses jüdische Gotteshaus ist auf dem Boden der Joachim-Ernst- Stiftung errichtet und befand sich bis zum Jahre 1909 in herzoglichem Besitz. Errichtet wurde diese mitteldeutsche Synagoge unter der Regierung des Herzogs Franz von Anhalt-Dessau mitten in seiner Lieblingsschöpfung. dem Park von Wörlitz. Dieser Fürst, der die Juden seines Landes vom Leibzoll befreite, erbaute ihnen im Park eine Synagoge, ein Gotteshaus, in schlichten, aber dekorativen Formen, würdig zu repräsentieren inmitten der zahlreichen Bauten, die architektonisch zwischen Klassizismus und - Romantik stehen. Schon 1769 bis 1773 hatte Erdmannsdorff in Wörlitz das Schloss geschaffen, unter anderem jenen Bibliotheksraum des Fürsten, in dem Geist und Gesinnung Herzog Franz' von Anhalt-Dessau deutlich abzulesen sind. Für das künstlerische Gesicht dieses Schöpfers eines Wörlitzer Musenhofes sprechen die Porträts aller Zeiten und Völker, die lange dort zu sehen waren: Die Bildnisse der Gesetzgeber Solon, Moses, Lykurg und vieler, vieler anderer, die der Philosophen, unter denen Moses Mendelsohn, der im nahen Dessau geboren ist, zu finden war, die der gezogenen, der etwa die Sagen um König Salomo und andere Helden der Bibel und die Legenden um die grossen Gaonim der jerusalemischbabylonischen Epoche enthält; den mittelalterlichen, der sich um die Rabbis der grossen süddeutschen Gemeinden schlingt; und den allgemeinen, der Erzählungsstoffe aus der abendländischen Welt in sich schliesst. Hier ist allerdings zu bemerken, dass fast alle diese Stoffe mehrfache Ueberarbeitungen erfahren haben und die Spuren verschiedener Zeiten an sich tragen; denn auch der fremde Stoff erhielt ein jüdisches Gewand. Betrachten wir die literarische Form der Maasse, so ist oft deutlich ersichtlich, dass sie aus dem biblischen oder talmudischen Gleichnis herauswächst, dass ein Beispiel, aus dem Leben oder der jüdischen Geschichte gegriffen, einmal ihr Kern oder ihre Ursprungszelle war. Die Anführung solcher Beispiele und Gleichnisse schloss sich an die .Schriftauslegung an; die parallele Erscheinung waren die Predigtexempla des Mittelalters. Sie weiten sich dann aber, teils innerhalb der Tradition altjüdischer Erzählungskunst, wie . sie uns in den biblischen Geschichten entgegentritt, teils unter dem Einfluss der Stoffe des Mittelalters, zu umfangreicheren und verwickeiteren Gebilden, zu oft abenteuerlichen Geschichten, Märchen und Legenden aus. In dieser Beziehung gehören auch sie zu dem gewaltigen Reich der Volksdichtung, an dem zahllose unbekannte Kräfte gebaut haben, dem Reich der Sage und des Mythos. 2. Seine Verfasser Und damit sind wir bei der spannendsten Frage angelangt, welche die Erscheinung des Maassebuches aufgibt: Wer waren die Verfasser der Maasses? Wer war es, der hier den Volksgeist so repräsentierte, dass er sie „aus dem Munde des Volkes" erzählen konnte? An der Hand gewisser Zeichen gibt die neuere Literaturwissenschaft darauf eine Antwort. Jedem, der die Literatur des Mittelalters einigermasseu kennt, sind in den Maassebüchern din^s können nicht alle Teile der Arbeit, m denen das Verhältnis der Autonomie zu dem jeweils herrschenden nichtjüdischen Staat behandelt wird, durchgängig voll befriedigen, da diese Partien manchmal verhältnismässig kurz behandelt werden. Ein Vorwurf ist dem Verfasser jedoch hieraus nicht zu machen, da er wohl bewußt die mit der Selbstverwaltung zusammenhängenden staatsrechtlich-politischen Fragen hinter "die Schilderung der inneren Ausgestaltung der Autonomie zurücksetzt. Gewisse Einwände Hessen sich cegen die nicht sehr übersichtlicne Svstematik erheben. Aber derartige Bedenken, die von sekundärer Bedeutung sind, werden vollauf durch die grossen Vorzüge der Arbeit aufsewocren. so dass die Schrift für jeden, der sich mit d~er Geschichte der jüdischen Selbstverwaltung beschäftigt, von wirklichem Wer. ist. s K. S. Jahrbuch für Jüdische Geschichte und Literatur. Verlag M. Poppelauer, Berlin 1936. Nach längerer Pause ist nunmehr der dreississte Band des vom Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland herausgegebenen Jahrbuchs erschienen. Neben dem ^üblichen Vorwort des Verbandsvorsitzenden Professor Ismar El bogen und dem Kalendarium für 5697198 enthält der Jubiläumsband des beliebten Jahrbuchs zahlreiche Beiträge, unter denen, dem Bedürfnis der 'Zeit entsprechend, die Beiträge belehrenden Inhalts überwiegen. An Beiträgen von ernstem wissenschaftlichen Gehalt seien hervorgehoben: zwei Historiker und der Techniker aller Völker 'dieser Erde. Haus und Landschaft verbinden sich in Wörlitz, und die Synagoge ist nur zu verstehen im Zusammenhang mit dieser grossen Gartenschöpfung im englischen Stil, in der aber das Nachleben barocker Gartenarchitektur spürbar ist. Vielleicht wird nun eine eingehende Würdigung des architektonischen Wertes des Gotteshauses im Wörlitzer Park veröffentlicht werden, die noch fehlt. Dann werden die Lavaterworte, die Herzog Franz von Anhalt-Dessau in das einsame Haus, das Borkenhäuschen, im Garten schrieb, ihre Berechtigung haben: „Einsamkeit und Stille führen zu Gott, Wie einiges Unglück zum Guten führt." Dr. 0. B. Tot.: Jüdisches Museum Berlin gewisse Wendungen aufgefallen, die darauf schliessen lassen, dass die Geschichten einmal vorgetragen wurden, Wendungen, in denen dieser Vortragende seine Hörer anredet, mit denen er Zwischenbemerkungen macht, oder mit denen er erbaulich und mahnend schliesst. Es sind die sogenannten „Spielmannsformeln", die hier auchin den späteren Bearbeitungen infolge des Respekts vor der Tradition stehen geblieben sind und in diesem Falle die einstige Existenz eines Standes berufsmässiger Erzähler, also einer den frühmittelalterlichen Spielleuten entsprechenden Erscheinung, verraten. In der Tat haben auch andere Historiker der „jiddischen" Literaturgeschichte — denn das Judendeutsch dieser Jahrhunderte wurde ja zum Stammvater des östlichen „Jiddisch", obwohl es in Deutschland infolge der Emanzipation keine weitere Entwickelung zeitigte — Historiker wie Max Erik („Geschichte der jiddischen Literatur") und Max Wein reich („Bilder der jiddischen Literaturgeschichte") die Theorie von der Existenz jüdischer Spielleute im jüdischen Raum aufgestellt. Ja, Erik stellt einen jüdischen Spielmann Elia B a c h u r (1469—1549) fest, und das sogenannte „Samuel-Buch", eine Bearbeitung der Geschichte von Saul und David, deren jüdisch-deutsches Manuskript sich in der Pariser Nationalbibliothek befindet, soll eine Dichtung jüdischer Spielleute sein. Spielmännische Elemente enthält noch die Erzählung vom Feldherrn Joab im grossen Maassebuch, von andern spielmännischen Einflüssen auf andere Maasses zu schweigen. Uebrigens haben auch nichtjüdische Literarhistoriker „burleske" jüdisch-deutsche Bearbeitungen mittelalterlicher Alle Ihre Bücher von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, Joacbimsihaler Sir. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde l elefon *1 6506 Zusendung nach allen Stadtteilen nilililllllillllllillllliillllllM

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