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Central-Verein-Zeitung · 1937-06-24 · 25 (24.6.1937) · page 7

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Nr.25 *24Junil937 C-V.-Zeitung Seite 7 Ein Jahr „Meldestelle" Am 1. Juli 1936 hat die „Meldestelle für Binnen- und Auswanderung" beim Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden ihre Arbeit begonnen. Im Einvernehmen mit der Reichsvertretung gelangen alle Zahlen aus der Wanderungsbewegung an diese Stelle, um dort fürs ganze Reich verarbeitet zu werden. Die Meldekarten (es gibt deren zwei: weisse für Binnenwanderung, orange für Auswanderer) werden von der Abwanderungsgemeinie an den Preussenverband gesandt und enthalten Angaben über folgende Punkte: Tag des Wegzugs, Name, Geburtstag und -ort, Beruf, Familienstand und Staatsangehörigkeit sowie neue Anschrift des Auswanderers. Der Preussische Landesverband gibt nun auf eigenen Meldeblättern bei allen Fällen von Binnenwanderung der neuen Zuzugsgemeinde Kenntnis von ihren neuen Mitgliedern, was aus statistischen, steuerlichen und ähnlichen Gründen für diese wertvoll ist. Alle Angaben der Meldekarten werden dann schiffriert und daraufhin nach dem auch für die allgemeinen Volkszählungen üblichen maschinellen Hollerith- Verfahren statistisch ausgewertet. Die Zahlen der ersten zwei Vierteljahre (Juli bis Dezember 1936) der Tätigkeit der Meldestelle, die bereits veröffentlicht sind, können begreiflicherweise noch nicht das umfassende Bild, das der nächste Bericht gewähren wird, geben. Immerhin sind auch hieraus schon aufschlussreiche Anhaltspunkte über Umfang, Richtung, Berufs- und Altersgliederung, Staatsangehörigkeit, Familienstand u. ä. unserer Auswanderung zu gewinnen. Die Aus Wanderungsziffer im zweiten Berichtsvierteljahr betrug 5261; sie umfasste annähernd 75 Prozent aller Auswandernugsfälle, so dass mit einer Gesamtauswanderung von mindestens 24 000 im Vorjahr gerechnet werden darf. Die Wanderungsbewegung i n Deutschland eriasste in jenem Zeitraum 2282 Seelen. Da die Binnen Wanderung fast nur von Kleingemeinden ausgeht, ist anzunehmen, dass bereits durch sie allein unsere kleinen Gemeinden jährlich um 10 Prozent schrumpfen. Unter den Berufen der Binnen wanderer standen die weiblichen Hausangestellten an erster Stelle. Bei den Berufen "der Auswanderer führten Kaufleute, Angestellte, Handwerker und Schüler. 89,6 Prozent aller Binnenwanderer, 78 Prozent aller Auswanderer besassen die deutsche Staatsangehörigkeit, auf sie folgten Polen mit 5,4 Prozent "bzw. 10,8 Prozent In der Zeit Oktober bis Dezember 1936 waren folgende Länder Hauptziele der Auswanderer: Die symptomatische Bedeutung dieser Zahlen darf freilich nicht überschätzt werden, denn bekanntlich lag z. B. die grösste Palästinawanderung im Juli-September 1936: andererseits waren die Zahlen für Süd-Afrika deswegen grösser als sonst, weil in die Berichtsepoche der grosse „Stuttgart"-Transport des Hilfsvereins fiel. Die wahllos herausgegriffenen Zahlen, bei denen z. B. andere Merkmale, wie Altersgliederung und Berufsverteilung nicht berührt wurden, beweisen bereits, wie wesentlich die Arbeit der Meldestelle geworden ist. Je mehr ihre Ergebnisse erschlossen werden, desto besser gewinnen wir neue Einsichten. Die Ansicht, dass der Auswanderungs-Verlust der Grossgemeinden durch ihre Zuwanderung wettgemacht würde, konnte bereits im 1. Vierteljahr als ganz falsch erwiesen werden. Sowohl Berlin als auch Frankfurt verloren an ausgewanderten Mitgliedern das Doppelte dessen, was an neu Zugezogenen ihnen zufloss. Im 2. Vierteljahr haben die sechs Grossgemeinden Berlin, Frankfurt, Breslau, Hamburg, Köln und Leipzig mit 3480 Auswanderungen zwei Drittel aller Auswanderer gestellt, obgleich nur 55 bis 60% aller Juden des Reichs in diesen Gemeinden wohnen. Hans Lamm. Aus den Gemeinden USA Süd-Afrika . West-Europa Palästina * Brasilien . * 20,9% 18,7V« 14,l°/o 12,3°/. 9,3% Altona Vor einem grossen Zuhörerkreis'von Jugendlichen behandelte Oberrabbiner Dr. Weiss, Altona, „Die Gestalt unseres Lehrers Mose". Breslau In der Gemeindevertretersitzung vom 16. Juni wurde der Etat der Synagogengemeinde für das Haushaltsjahr 1937/38 jn einer mehrstündigen Nachtsitzung angenommen. Der Etat erfordert bei Einnahmen von rund 391000 (361 000) RM und Ausgaben von 1460 000 (1226 000) RM einen Zuschusssoll von 1 069 000 (865 000) RM. Die Erhöhung beruht im wesentlichen auf stark erhöhten Anforderungen für Zwecke der Fürsorge, der Schulen und des von der Gemeinde subventionierten Krankenhauses. Die Steuersätze bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert: 25 v. H. Zuschlag zur Einkommensteuer, 45 v. H. Zuschlag zur Vermögenssteuer und ein abgestuftes Gemeindeseid von 6 bis 60 RM. Dresden Die Tagung des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes wählte für 1937 und 1938 Max Lesser (Dresden) zum Gemeindevorsteher, Gemeindevorsteher Carl Gold- Schmidt (Leipzig) zum zweiten Vorsteher, Gemeindevorsteher Hermann Schokken (Dresden) als weiteres Vorstandsmitglied. Nachdem die Jahresrechnung 1936 und der gründlich vorbereitete Etat einstimmig genehmigt worden waren, erfolgten weitere Wahlen, die Herrn Wilhelm Breslauer (Leipzig) als Delegierten und die Herren Alterthum (Leipzig) und Dr. Grün (Dresden) zu Stellvertretern zum Rat der Reichs Vertretung bestimmten. Ein Referat Dr. Saalheimer mit einem ausgearbeiteten Vorschlag über Steuerausgleich bei Fortzügen aus Notstandsgemeinden soll über die Reichsvertretung den Landesverbänden zur Annahme vorgelegt werden. Ueber die verschiedenen Arbeitsgebiete der Reichsvertretuns berichtete Landgerichtsrat i. R. Dr. Lilienthal (Berlin). G. J. Frankfurt a. M. Die Jüdische Winterhilfe in Frankfurt a. M. hat im Winter 1936/37 2226 Parteien mit 4765 Einzelpersonen betreut, und zwar 2326 Männer (hiervon 927 verheiratete) und 2439 Frauen (hiervon 908 verheiratete). Die Zahl der Hilfsbedürftigen und Betreuten hat gegenüber dem Vorjahr bedeutend zugenommen. Obwohl die Zahl der Helfer und Spender durch Ab- und Auswanderung stark gesunken ist, wurden 11 000 M an Barbeihilfen gewährt, Lebensmittel im Werte von 82 000 RM ausgegeben, Speisungen im Werte von 60 000 Reichsmark durchgeführt; die Kleider- und Schuhbeschaffuncr erforderte rund 65 000 RM: 13 000 Zentner Kohlen im Werte von 17 000 RM wurden verteilt. Hamburg Im Verein selbständiger jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender behandelte Artur Ball in das Thema ..Der arbeitende Mensch im Wandel der Zeiten/' Saarbrücken In Saarbrücken sprach in einem Gemeindeabend im Rahmen der von der Gemeinde veranstalteten Bildungskurse der Gemeinderabbiner Dr. Rothschild über „Israel im alten Orient". Die Stellung des alten Israel wurde anhand der geographischen Gegebenheiten und der kulturgeschichtlichen Erkenntnisse^ in den Rahmen der alten Geschichte eingereiht. ÜGstsdMsse Math Uektsee Erscheint wöchentlich ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen hei folgenden Postämtern: Berlin C2; Frankfurt/Main Bahnpostamt 19 und Flughafen; München Bahnpostamt 1 und 2 (Flughafen); Köln (Flughafen). Einwurf bei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires: Boul. Boulogne; Cherb. Cherbourg; C. Cuxhaven; H. — Hamburg; LH. Le Havre. Ziffern in Klammern Postschlusszeiten* Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamburg Bremen Cherb. N.-YorK 28. 6. 28.6. (19) „Europa" 29.6. 30.6. 5.7, 29. 6. 29. 6. (17) „Manhattan" 30.6.(H.) 1.7.(LH.) 8.7« SO. 6. 1.7. ( 6) „Deutschland''" 1.7.(C.) 2.7. 9.7* Luftweg: Zurzeit nur Nachbringeflüge Köln—Cherb, („Mit Luftpost ab Köln zum Dampfer"). ZuschL 15 Pf. für je 20 g Berlin Köln Cherb. N.-York 29. 6. (13) 30. 6. (9) Flug zur „Europa" 30.6, 5.7. Seeweg nach Südamerika Berlin Hamb. Frankf. Boul. Rio 30.6.(17) 1.7.(6) 14.7, 1.7.(18) 2,7.(8) 3.7. 19.7. 23.7* Luftweg: Zuschl. 1,50 RM für 'je 5 g (1,25 Brasil). Frankfurt Rio B. Ä. 26. 6. (15) Franz. Luftpost 29. 6. 30.6. 30. 6. (24) Deutsehe Luftpost 3. 7. 4.7* Seeweg nach Südafrika Köln South. 30. 6. (21) 2. 7. Kapstadl—Johannesburg (oder Pretoria) 30 Stunden Luftweg: Zuschlag 35 Pf. für je 5 g Berlin München Brind. Athen \ 25.6.(9) 25.6.(18) 27.6.(7) 26.6.(6) 27.6.(6) l Laufzeit 28. 6. (9) 25. 6. (18) 30. 6. (7) f g_9 Ta„e 29.6.(6) 30.6.(6) ° 1.7.(9) 1.7.(18) 3.7.(7) J See und Landweg nach Palästina Berlin München via Belgrad-Istanbul Schiff 29. 6. ah Piräus via Belgrad-Istanbul Schiff 1. 7. ab Brindisi via Belgrad-Istanbul Luftweg: Zuschlag 10 Pf. für je 5 g; mind. 15 Pf. Berlin München Athen Brindisi 26. 6. (3) 27. 6. ( 5) 26.6.(9) 26.6.(18) 28.6.(7) 28. 6. (6) 29. 6. (11) 30. 6. (3) 1. 7. ( 8) 30.6.(9) 30.6.(1«) 2,7.(7) 2. 7. (6) 3. 7. (11) Berlin 26. 6. (13) 30. 6. (21) Berlin 30. 6. (16) 25.6.(16) 26.6.(9) 26.6.(16) 27.6.(9) 27.6.(14) 23.6.(9) 29.6.(16) 30.6.(9) 30. 6. (16) 1. 7. (9) B.Ä\ 17. 7, Kapstadt 19.7» Haifa 30.6. 5.7. 6. 7. Laufzeit ca. Tage HOTELS ^SA2ftCT0Hl&n^^ | Heim Dr.Fritz M. Meyer,Berlin-Wilmersdorf, Güntzelstr.57 | IHorpliln'.Sthlflfnilttei-.AIkolioI- Kranke BAD NAUHEIM V. Sanatorium Dr.Sciieenewai &erzt*. Stoffwechselkrankheiten^ Alle Diätkuren, D BERLIN UND UMGEBUNG Anzeigenschluß Dienstag y X 3^ P n 8! o n *3 JLSE Kurfürstendemm 70, I 9. II Fernruf 960992 m Pension Stern Kurfürstendamm 217, Ecke Fasanenstraße. 9186 91. Beste Lage Komfortzimmer mit u. ohne Verpflegung f.Passant. u.Dauermiet. ev. Leerz. Maß. Pr. PENSION BERN H AR D Pariser Str.32 am Olivaer Platz, 92 03 81. Hochkomfort. Zimmer mit fl. w. u. k. W. Erstkl. Wiener Küche, solide Preise, auch vorübergehend Pension ESysee Kurfürstendamm 46 1 913682 u. 910280 Eleg., mod. Einz.- u. Doppelz. 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