Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1937-06-10 · 23 (10.6.1937) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
23 (10.6.1937)
Date
1937-06-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277516-2277539--11962-2281534
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Blatt der jüdischen Traij Nr.23 * 10. Juni 1937 •> ft«skl„» « r .v .7»ihmn . , Seifig 2. Beiblatt » C.-V.-Zeitung Ratschläge für Ämerika- Ein Wanderinnen Dr. Dora Edinger. New-York, hat auf ihren Aufsatz in Nr. 3 der C.-V.-Zeitung vom 21. Januar so viele Fragen darüber erhalten, was bei der Einwanderung nach Amerika besonders berücksichtigt werden sollte, dass sie da sich viele Anfragen auf die gleichen Dinge bezogen, allen Briefschreibern nachstehend auf einige dieser Fragen gemeinsam antwortet. „Zunächst also wäre zu berichten, was zweckmässig mitgenommen wird. Die Frauenkleid'ong hier gleicht der unsern. ist aber durch Massenherstellung wesentlich billiger. Wer sich daheim noch reichlich ausstatten kann, wird hier gewiss nicht als Fremder besonders auffallen. Wer dazu nicht in der Lage ist. hier aber Verdienstaussichten hat, sollte nur mitbringen, was nicht leicht unmodern werden kann, wie Wintermäntel und dergleichen. Man muss sowohl für sehr kaltes wie für sehr warmes Wetter gerüstet sein. Alles, was irgendwie Pflege verlangt, ist unbrauchbar: man hat einfach keine Zeit, sich immer frische weisse Kragen und dergleichen einzuheften. Reinigen ist zwar billig und allgemein üblich, bedeutet aber für den Neueinwanderer doch einen. Posten, den. er möglichst einsparen sollte. Nach denselben Gesichtspunkten des Praktischen sollten Möbel und Hausrat angeschafft "oder aus den vorhandenen Beständen ausgewählt werden: Kleine Möbel, die man beim Putzen leicht abrücken kann, kleine Teppiche, nichts, dessen Erhaltung irgendwie umständlich und kostspielig ist. Einfaches Gebrauchsporzellan, von allem nicht zu viel, denn Abstellraum ist — wie Raum überhaupt — knapp bemessen. Gasherde — eine häufig an mich gerichtete Frage! — gehören hier zur Wohnung, wie auch Lampen und (eingebaute) Schränke. Mit elektrischen Geräten sei man der verschiedenen Spannungen wegen vorsichtig. Umarbeiten käme hier viel zu teuer. Eine weitere Frage bezieht sich auf die Krankenversicherung. Sie ist besonders wichtig für Eltern, die daran denken, ihre Kinder allein herzuschicken. Es gibt hier keine der uns bekannten Formen der Krankenversicherungen. Ueblich sind Gruppenversicherungen (etwa der Angestellten einer Firma) für dreiwöchige Krankenhausbehandlung, da Krankenhäuser hier sehr teuer sind, und der Neueinwanderer ja öffentliche Mittel nicht in Anspruch nehmen darf, wie aus den Texten der Affidavits hervorgeht. Trotzdem wird dies häufig nicht beachtet, und das kann dann sehr ernste Folgen haben. Versicherungen auf Wiedererstattung des ärztlichen Honorars sind nicht üblich. Ist also der Neueinwanderer mittellos und noch ohne Ersparnisse, so muss er sich im Krankheitsfall an seinen Bürgen wenden. Ich weiss, dass sehr junge Menschen geneigt sind, diesen Punkt nicht sehr ernstzunehmen, darum möchte ich auch gerade die Eltern auf ihn aufmerksam machen. Sie sollten diese Möglichkeit in der Korrespondenz mit den die Bürgschaft stellenden amerikanischen Verwandten vorher besprechen. Selbst wenn ein junger Mensch 15 bis 20 Dollars wöchentlich verdient, kann er nicht für einen Krankheitsfall sparen. Am besten, er geht dann so schnell wie möglich eine Krankenhaus-Gruppenversicherung ein. Die strenge ärztliche Untersuchung auf den Konsulaten bekommt einen ganz anderen Sinn, wenn man das amerikanische Versicherungswesen besser kennenlernt. Auch die von mir in meinem letzten Brief so dringend empfohlene Erholungspause unmittelbar vor der Auswanderung ist so zu verstehen. Immer wieder ist mir hier von Männern und Frauen gesagt worden, wie richtig meine Mahnung sei, und darum möchte ich sie auch noch einmal wiederholen. Die Umstellung auf ein Klima mit unerhört schroffen Temperaturschwankungen, die andere Ernährung und eine durch manche Gründe herabgesetzte Widerstandsfähigkeit gegen alle möglichen Infektionen bedeuten eine gesundheitliche Gefährdung. Mag man auch bei der Untersuchung beim Konsulatarzt „in bester Form" gewesen sein — die Wochen danach mit ihrer Vorbereitung der Auswanderung sind gewiss nicht spurlos vorbeigegangen. Sollte es auch fast „unmöglich" scheinen —, die Mutter sollte sich noch einmal einige Tage der vollkommenen Entspannung gönnen. Selbst wirklich grosse Opfer müssten gebracht werden, um es ihr möglich zu machen, denn auch bei gutem Wirklichkeitssinn kann sie nicht ahnen, wie buchstäblich das Gelingen des Da wundert ihr euch nun sicher, ihr Erwachsenen, wenn ihr uns so seht, wie wir hier sind . . . Wenn wir in eure Zeitungen sehen, dann lesen wir: „Sorgen um die Junge Generation" — „Was wird aus unserer Jugend?" „Vom schweren Leben der Jungen." Ihr habt nun eure Schreibtische, und an ihnen sitzen Menschen, die treiben ihre Statistik und berechnen, wie sohlecht unsere Zukunftsaussichten sind, was wir für Schwierigkeiten haben werden, die unüberwindbar scheinen . . . Aber seht her — hier sind wir und lachen darüber. Jetzt hebt ihr euren Zeigefinger und sagt zu uns: „Wenn ihr erst einmal älter sein werdet, dann werdet ihr erst sehen, wie schwer das Leben ist." Wir aber lachen: „Das wissen wir doch auch, wenn wir auch noch jung sind. Aber wisst ihr denn nicht, dass Schwierigkeiten nur dazu da sind, damit man sie überwindet? Verlasst euch auf uns, wir schaffen es!" Tcr( von G. F. Foto und Montage Leni Sonnenfeld, Berlin. grossen Wagnisses von ihrer Gesundheit, von ihrer Nervenkraft abhängt! Und nun noch ein Wort zum Sprachenlernen. Wie an anderer Stelle gesagt wurde, genügen zwei wöchentliche Unterrichtsstunden gewiss nicht. Auch Amerikaner, die meinen letzten Aufsatz im Frauenblatt der ' C.-V.-Zeitung lasen, haben mir gestanden, dass selbst sie oft die Ausdrücke der Schlagzeilen in den Zeitungen nicht verstehen. Es ist für sie aber auch nicht so wichtig, sie haben mehr Möglichkeiten sich über Wissenswertes zu orientieren als wir. Die kleinen Langenscheidtschen'Lehrbücher speziell für amerikanisches Englisch z. B., die auch kurze Beispiele aus amerikanischen Zeitungen bringen, sind nach der Erfahrung von Neueinwanderern, wie auch nach meiner eigenen, eine besonders gute Hilfe bei der Vorbereitung; die man .nicht lässig betreiben sollte. Es ist immer wieder-erschreckend, wie viele Frauen und Mädchen sich da auf ihr Schulenglisch verlassen, das für das Leben hier, — man denke nur an das Telephon und den Umgang mit Kindern! — wirklich nicht ausreicht. Dr. Dora Edinger. Blick auf die Frauenarbeit in der Welt Der Schweizer Landesring der Unabhängigen zur Frauen frage ist ausserhalb der bisherigen Parteienbildung in der SchweLz zustande gekommen. Er tritt für eine stufenweise Gleichberechtigung der Frau im politischen Leben unter gleichzeitiger Stärkung des politischen Verständnisses der Frau ein. In die Schweizer Bundeskommission für die Kontrolle der Preise wurde auch eine Vertreterin des Bundes der Schweizer Frauen vereine gewählt. Für London ist die Einführung einer weiblichen P o 1 i z e i geplant. Gleichzeitig ist die Ausbildung der weiblichen Polizei in England einheitlich geregelt worden. Das Zulassungsalter liegt zwischen 25 und 34 Jahren, die Beamtinnen sollen nicht kleiner als fünf Fuss und vier Zoll und körperlich kräftig sein. Die Beamtinnen kommen aus den Kreisen der Lehrerinnen und Sozialbeamtinnen, der Führerinnen in Mädchenbünden, sowie der Angestellten und Landwirtinnen. Einer theoretischen Ausbildung von elf Wochen folgt eine zweijährige Probezeit im Dienst, und zwar durchlaufen die Beamtinnen die verschiedenen Stationen und einen Spezialkurs für die Aufgaben der weiblichen Polizei. Ihr Gehalt beträgt fünf bis sechs Pfund in'der Woche, bei Pensionsberechtigung. Der Dienst, welcher in Uniform geleistet wird, umfasst sieben Stunden Strassendienst mit einer Erholungspause von einer Stunde, sonst acht Stunden. Ein Tag in der Woche ist dienstfrei. Die Dienstpflichten der weiblichen Polizei in England sind zum grossen Teil mit denen der Männer identisch. In Polen haben die Leistungen der weiblichen Polizei so sehr befriedigt, dass ihre Ausdehnung ins Auge gefasst wurde. Ein neuer fünfmonatlicher Ausbildungskurs hat soeben stattgefunden. In Polen hat der Dienst der weiblichen Polizei vor allem fürsorgerischen Charakter. Der Weltbund der Krankenpflegerinnen, der in jedem vierten Jahre eine Tagung abhält, versammelt seine Mitglieder vom 19. bis 24. Juli in London. Die Tagesordnung wird Fragen der Krankenpflege- Ausbildung, Probleme der Krankenpflege selbst, sowie Fragen der Wohlfahrtspflege behandeln. Der neue Entwurf eines englischen Ar An die Erde Von EDITH L. MEYER Du bist für uns das grosse Nahesein. Ob wir dich auch mit vielen Namen nennen: Du bleibst die eine Heimat, die wir kennen, der Mutterboden und das Urgestein. Du glühst in uns als letzter Freudenwein, eh' wir vom Lebensfest berauscht uns trennen. Du bist das grosse Strahlen und Entbrennen und schiiesst in dir den ewigen Wandel ein. Wir spüren dich in jedem Atemzug. Dein Anhauch macht uns Herz und Sinne trunken und gibt dem Geist beschwingten Höhenflug. Gott selber war's, der dich im Blute trug, und dessen Hand den schöpferischen Funken aus deiner Urform dürrem Felsen schlug. <xxx><xxxxxxxx>o<xxxx>o<xxxx><>o<x^ beitsschutzgesetzes bringt hinsichtlich' des Schutzes von Frauen und Jugendlichen wesentliche Neuerungen. Die regelmässige Höchstarbeitszeit beträgt für sie neun Stunden im Tag und 4S Stunden in der Woche. Einschliesslich der Pausen darf die Gesamtbeschäftigungszeit elf Stunden täglich nicht überschreiten und muss in der Zeit zwischen 6 Uhr und 20 Uhr liegen. Indien ist am 1. April in die erste Phase einer Verfassungsreform getreten, welche die Regierungsgewalt in den Provinzen stufenweise in die Hände gewählter Körperschaften legen wird. Für die Wahl dieser Behörden besitzen Männer und Frauen, insoweit sie lesen und schreiben können, das Wahlrecht. H. St. SEIDEN -TßLIS fabriziert als Spezialität die Seidenweberei I. Michels * Co. / Krefeld Bi!!i!!!!!ill!ll!!!il^ iiiiniiiiiimiiimiii iiiiiiiiHiiiiHiiiniiimiiiinnniiniiiiiiniini!! Kaufhaus FelixRicSife Inhaber: Adolf Borowski Neukölln Hermannstrasse 161 _ seit 1306__ Fritz Baum Nachf. Inh. Hanna Löwenstein Waitzstrasse 17 - 96 09 44 Pfundwäsche la Ausführung RMQ.28 Schonende Hauswäscherei am Lietzensee Emma Fandr«Se. Ciiarlottenbnrg, Wundtstrasse 58/60. 93 54 09. DIE C-V.-ZEITUNG - IHR BERATER JUdeähiite Jiutfi Magnus Halensee, Joachim-Friedrich-Straße 49 Telefon: 97 12 50 Umarbeitungen gut u. preiswert. Haus-, Lbiö- und Gewiciifswäscfie Heißmange!, üandluchverleih 25 85 48 öambarger Str. 7 Lieferung- und Abholung: frei Haas. \lfred Schmidt. M. d. i. G. Anzeigensehl uss Dienstag

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.