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Central-Verein-Zeitung · 1937-05-20 · 20 (20.5.1937) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
20 (20.5.1937)
Date
1937-05-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Palästina-Umschau der C-V. -Zeitung °, Krönungs-Feier und Zertifikats-Enttäuschung .Von unserem *-Bericht er statter v Tel-Aviv, 12. Mai. Wer das jüdische Palästina ohne Voreingenommenheit am Tage der englischen Königskrönung beobachtet, kann sich -wohl kaum dem Eindruck entziehen, dass hier das britische Empire, trotz allem, moralische Eroberungen gemacht hat. Es ist aufgefallen, dass gerade das jüdische Zentrum Tel-Aviv den festlichen Charakter des Tages besonders deutlich zum Ausdruck bringt, während das benachbarte arabische Jaffa ihn so gut wie vollständig ignoriert und selbst die Landeshauptstadt Jerusalem nur in gewissen Schichten die Festesstimmung zum Ausdruck bringt. In Tel-Aviv selbst hat der Strassenschmuck und die vielfache Illumination schon am Vorabend des Tages Tausende von Menschen auf die Strasse gelockt. Besonders die reich beleuchtete Fassade der Irijah (Rathaus), deren Giebel von einer grossen goldenen Krone und deren Front mit Fahnen und den Emblemen des englischen Königspaares geschmückt war, hatte viele Schaulustige angezogen. Triumphbögen, Leuchtmasten, Girlanden auf allen grossen Plätzen, Fahnen und Wimpel vervollständigten den Strassenschmuck. Alle öffentlichen Gebäude, viele Privathäuser, sowie sämtliche Omnibusse und Autos zeigen nebeneinander die jüdische und die englische Flagge, die ganze Woche hindurch finden Festgottesdienste, Sonderkonzerte des Huberman-Orchesters und Paraden der englischen Streitkräfte in den verschiedenen Teilen des Landes statt, aus allen Läden und Fenstern war den Vormittag über die Uebertragung der Londoner Feier durch den palästinensischen Rundfunk zu hören und in Tel-Aviv begannen die öffentlichen Veranstaltungen mit einer Parade von ehemaligen Angehörigen der jüdischen Legion, die mit einem Feldgottesdienst unter freiem Himmel ihren Abschluss fand; abends veranstaltete die Polizei Feuerwerk und Ball im Hafen. Aber unter 'der Oberfläche dieses feierlichen Glanzes liegt die bange Sorge, was nach der Krönung aus London kommen wird. Gerade in diesen Tagen ist das Verhältnis zwischen dem jüdischen Palästina und derenglischen Mandatsverwaltung einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt worden. Die. Zuteilung von nur 770 Zertifikaten für das Jahresdrittel vom April Es wird immer 'deutlicher, dass sich ein Bruch innerhalb der arabischen Gruppen vorbereitet. An der Spitze der der Teilung geneigten Gruppen steht Emir Abdulla von Transjordanien, der von der Angliederung des arabischen Teiles Palästinas an Transjordanien Vorteil zu ziehen hofft und auf die Königskrone in dem neuen Slaatsgebilde rechnet. Die massgebende _ Kraft der anderen Gruppe ist der Grossmufti von Jerusalem, dessen Abneigung gegen den Emir Abdulla offenbar so weit" geht, dass er eine Zusammenarbeit mit jüdischen Kreisen einer Unterstellung des arabischen Palästinas unter Transjordanien vorziehen würde. Es wird aus Jerusalem berichtet, dass Verhandlungen zwischen dem Mufti und' dem Vorsitzenden des Obersten Arabischen Komitees, Hadsch Emir el Husseini, einerseits und einem angesehenen jüdischen Politiker andererseits stattgefunden haben, die auf die Schaffung' einer jüdisch-arabischen Einheitsfront gegen die Aufteilung Palästinas gerichtet waren. Die in Jerusalem erscheinende Zeitschrift „Agence d'Orient" berichtet, dass die Mufti-Partei zwar eine Teilung Palästinas ablehne, dass sie aber im Falle ihrer Unvermeidbarkeit den Anspruch darauf erheben würde, dass der Mufti zum König des arabischen Landesteiles ohne Vereinigung mit Transjordanien proklamiert werde. Zweifelhaft ist die Haltung der von Rechtsanwalt Auni bey Abdul Hadi geführten Istiklal-Partei. Sie scheint zu der von dem Emir geführten Gruppe zu neigen; denn einerseits erscheint sie bereits auf einer angeblich schon fertig vorliegenden Kabinettsliste für die künftige arabische Nationalregierung, an deren Spitze Emir Abdulla als König paradiert, und andererseits soll das von jüdischen Kreisen auch dieser Gruppe nahegebrachte Bündnisangebot von ihr zurückgewiesen worden sein. Zu diesen Vorgängen schreibt uns unser Berichterstatter: Als der Emir von Transjordanien vor einigen Tagen auf dem Wege zu den Londoner Krö- "ungsfeierlichkeiten durch Palästina reiste, wurden ihm in verschiedenen arabischen Orten Ovationen dargebracht, und in einer Stadt empfing man ihn mit dem Zuruf: Es lebe König Abdallah, es lebe das ungeteilte Palästina! Darin lag, abgesehen von einer unzweifelhaften persönlichen Sympathie-Erklärung, auch eine politische Ironie. Denn die arabischen Politiker, die diesen Zuruf organisiert haben, mussten sehr wohl wissen, dass nach dem heutigen Stande der Diskussion ein Königtum Abdallahs eben nur in Frage kommen kann, wenn Palästina geteilt wird. Manche arabischen Quellen sehen die Teilung schon als so sichere Tatsache an, dass sie bereits eine Ministerliste für das neue arabische Teilkönigreich veröffentlichen zu können glauben, in der interessanter Weise die meisten Portefeuilles nicht an den Mufti fallen, sondern an den Chef der zweitgrössten arabischen bis Juli hat eine allgemeine Erbitterung ausgelöst. Man fragt sich, ob die Administration des Landes wirklich keine anderen Mittel zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung hat, als immer neue Zugeständnisse an die arabischen Terroristen. Denn nur solche Rücksichten können die erneute Einwanderungsbeschränkung veranlasst haben. Die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes, ja der wirtschaftliche Bedarf an Arbeitskräften hätte unzweifelhaft ein Vielfaches der bewilligten Schedule erfordert. Während die arabische Presse, allerdings mit bemerkenswerter Ruhe, feststellt, dass die Regierung genau um 770 Zertifikate zuviel ausgegeben habe, erklärt die jüdische Presse diese Beschränkung der jüdischen Einwanderungsrechte für eine offene Kampfansage der Regierung. Die Exekutive der Jewish Agency hat eine scharfe Protesterklärung gegen die weitgehende Kürzung der neuen Arbeitereinwanderungsquote veröffentlicht. Durch die neue Schedule, die nur einem Fünfzehntel der Zahl entspricht, die die Jewish Agency angefordert hatte, werde die Ali ja in Fesseln gelegt und so gut wie auf Null reduziert. Im besonderen wird Protest dagegen erhoben, dass die Spezialquote für Einwanderer aus Deutschland in die allgemeine Schedule mit eingeschlossen wurde und nur 400 Zertifikate für diesen Zweck bewilligt wurden, obwohl der Council for German Jewry Mittel zur Verfügung gestellt hat, die die Eingliederung aller Einwanderer gewährleisten, die auf grund der 700 für diesen Zweck angeforderten Zertifikate ins Land hätten kommen sollen. Die Jewish Agency will nur die 400 Zertifikate für Deutschland annehmen und verweigert die Annahme der restlichen 200 Zertifikate, da der Sinn der Arbeiterschedule durch diese geringe Zahl völlig entstellt werden würde. Bei all dieser scharfen Kritik ist aber ein Punkt sehr bemerkenswert. Man macht darauf aufmerksam, dass dieser Schlag nicht aus London, sondern aus Jerusalem komme. Denn, so wird in gut unterrichteten Kreisen versichert, die Königliche Kommission hat sich entgegen allen Meldungen noch kein endgültiges Urteil gebildet. Sie hat eben jetzt die Sammlung und Sichtung des Materials zum Abschluss gebracht und erst nach der Krönung wird sie an die Auswertung und die Formulierung privater Vorschläge herangehen. Partei. Nashashibi und seiue Familie. Aber auch der Mufti selber ist nicht untätig. Er verhandelt angeblich mit syrischen, ägyptischen und algerischen Delegierten über die etwaige Einberufung einer zweiten mohammedanischen Mittelmeerkonferenz. Vorher aber will er, anderen Quellen zu Folge, nach London fahren und die Häupter aller anderen arabischen Parteien zu dieser Reise mitnehmen. In Tul Kerem hat der arabische Proteststreik gegen die Kollektivstrafe, die wegen tätlicher Angriffe auf Polizeibeamte verhängt wurde, nach eintägiger Pause wieder begonnen. Im jüdischen Lager wird demgegenüber immer wieder zur Besonnenheit gemahnt und der „Haare z" macht sogar den Vorschlag, den Zionistenkongress zu verschieben, um ihn nicht mit der ausserordentlichen Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes zusammenfallen zu lassen und ihn, statt in Zürich oder Lausanne aus politischen Gründen in Amerika abzuhalten. * In dieser spannungsreichen und zur baldigen Entscheidung drängenden Atmosphäre ist es bedeutungsvoll und zugleich beunruhigend, auf bestimmte Zeichen zu achten, die gerade in letzter Zeit wiederum die Bevorzugung der Araber durch offizielle englische Stellen deutlich machen. Die Exekutive der Jewish Agency teilt in einem Communique mit, dass sie sich Anfang Februar an den High Commissioner, Sir Arthur Wauchope,'-mit der Bitte gewandt habe, sieben Juden, die im Zusammenhang mit den Unruhen zu Gefängnisstrafen von insgesamt 40 Jahren verurteilt worden waren, zu begnadigen. Der High Commissioner habe darauf jetzt geantwortet, dass in der Zwischenzeit zwrei Juden auf Empfehlung der Richter freigelassen worden seien, und dass die Strafe eines Dritten auf ein Jahr Gefängnis herabgesetzt wurde. Den übrigen vier Juden gegenüber sei jedoch der High Commissioner nicht bereit, von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen. 18 Araber dagegen, die ebenfalls im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen verurteilt worden waren, sind aus dem Gefängnis von Akko entlassen worden. Der Befehl zu ihrer Freilassung wurde von dem Distriktskommissar Edward Keith R o a c h erteilt. Auch die Hintergründe der Abberufung von Generalleutnant Dill, die jetzt bekannt werden, warfen auf die zukünftige Linie der englischen Politik kein günstiges Licht. In Informationen, die gut unterrichteten Kreisen entstammen, heisst es, dass Generalleutnant Dill ein Gegner der Teilung Palästinas und ein Anhänger der Politik der starken Hand gegenüber den arabischen Terroristen gewesen sei. Seiner wiederholten Aufforderung, den Truppen die Möglichkeit eines scharfen Durchgreifens zu geben, damit das Land vom Terror befreit und die Banden entwaffnet werden könnten, sei von den Leitern der offiziellen Politik nicht entsprochen worden. Dieser Konflikt habe schliesslich, zur Abberufung geführt. Abgesehen von einer Schiesserei in der Gegend der Siedlung Bne Brak ist im übrigen die Woche ruhig verlaufen. Es sind in einer neuen Verordnung Geldprämien für Polizisten ausgesetzt worden, denen es gelingt, verborgene Waffen aufzufinden. * Die arabische Tageszeitung ..Feiestin" meldet, dass die Palästina-Regierung den Richter Francis Bey Chajat, einen christlichen Araber, mit der Vertretung Palästinas auf der in Paris vom 19. bis 25. Juli stattfindenden Internationalen Juristenkonferenz betraut hat. * Der 1400 jüdisehe, Mitglieder umfassende Äerzteverband Palästinas hat in Tel-Aviv seine 26. Landeskonferenz abgebalten. Angesichts der schwierigen Lage der jüdischen Aerzte auf die sowohl m der Eröffnungsansprache des Verbandsvorsitzenden Dr. Herschowicz wie auch in der Aussprache wiederholt hingewiesen Tel-Arir, Ende April 1937. ..Von den zehn Monaten, für die uns eine Bankstatistik zur Verfügung steht, das heisst vom März bis zum Dezember 1936, bildeten sechs Monate eine ziemlich schwere Prüfung für das wirtschaftliche Leben des Landes. Nach dem Gesamtergebnis der Monatsbilanzen aber wird es deutlich, dass die Banken als Ganzes dem Druck widerstanden und in mancher Hinsicht ihre Position sogar noch etwas verbessern konnten." Diese Bemerkung findet sich nicht etwa in irgendeiner Propagandaschrift, sondern im Monätsbulletin des Statistischen Amtes der Palästina- Regierung, das sonst positive oder negative Werturteile nahezu restlos vermeidet. Bemerkenswert in der Statistik ist die Zunahme der Banken- Liquidität. Sie beweist, dass die Folgen der ,.Bankenkrise", die sich im Herbst 1935 infolge des abessinischen Konflikts gezeigt hatte, völlig überwunden sind. Diese Liquiditätsstärkung fällt um so mehr ins Gewicht, als innerhalb der den Banken anvertrauten Depositen eine gewisse Umlagerung stattgefunden hat Während sich die Einlagen auf täglichen Abruf im Laufe _ dieser zehn Monate um beinahe eine halbe Million auf 11.2 Millionen vermindert haben, sind die auf feste Termine gegebenen Gelder um mehr als eine halbe auf drei Millionen gestiegen. Die Banken Palästinas haben ihre flüssigen Mittel in verschiedener Form angelegt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Palästina keine Notenbank besitzt, die Privatbanken also auch nicht die Möglichkeit des jederzeitigen Wechseldiskonts haben. Allein die baren Kassenbestände vergrößerten sich auf 0,75 Mill. LP. Bankguthaben im Ausland — ebenfalls eine Liquiditätsreserve — betragen per Saldo 2 Millionen LP; in dieser Summe sind auch die Guthaben enthalten, welche die palästinensischen Filialen der Auslandsbanken bei ihren Hauptniederlassungen in England oder in andern Ländern unterhalten. Schliesslich sind noch die sogenannten Investements in Höhe von 4,4 Millionen zum wesentlichen. Teil nicht als eigentliche wirtschaftliche Investitionen, sondern als Anlage flüssiger Mittel in leicht realisierbaren erstklassigen Wertpapieren, vorwiegend in britischen Staatspapieren, aufzufassen; ihr Anteil an der Gesamtanlage ist allerdings gesunken. Den elf Millionen täglich fälligen Bankdepositen stehen also etwa sieben Millionen flüssige Mittel erster Ordnung gegenüber. Bemerkenswert ist, dass die reinen Bankdepositen Ende Dezember mit insgesamt 14,2 Millionen LP um 65 000 LP höher waren als vor Beginn der Unruhen. Allerdings haben sie sich auf dem Höchststande, den sie dazwischen im Mai erreicht hatten, nicht behauptet. Auch die Kreditgewährung an die Wirtschaft wurde von März bis Dezember 1936 von 9,14 auf 9.94 Mill. LP ausgedehnt. Neben den eigentlichen Banken spielen weiterhin die Kreditgenossenschaften in Palästina eine besonders wichtige Rolle. Beim Registrar oi Cooperative Societies sind gegenwärtig rund hundert jüdische Kreditgenossenschaften eingetragen, die etwas mehr als eine halbe Million Aktienkapital und Reserven repräsentieren. Ihr Depositenbestand beträgt 2,85 Millionen LP, ihre Darlehensgewährung an die Mitglieder stellte sich am 31. Dezember — einschliesslich der Wechseldiskontierungen auf 3,2 Mill. LP. Im letzten Drittel des vergangenen Jahres zeigt die Entwicklung der städtischen Genossensenaften einen leichten Aufstieg, die der ländlichen einen leichten Abstieg, doch sind die Veränderungen so geringfügig, dass sich keinerlei Rückschlüsse auf etwaige Allgemeintendenzen ziehen lassen. Eine Sonderstellung schliesslich nehmen diejenigen Institute ein, die sich vornehmlich mit der Kreditversorgung von Produktiv-Genossenschaften — nicht Kreditgenossenschaften befassen, ohne selber in Form eine: Genossenschaft organisiert zu sein. In einem dieser Institute, der Centraibank of Cooperative Societies, waren die Neuausleihungen mit knapp 300 000 LP etwas grösser als im Vorjahr. Dabei ist bemerkenswert, dass die gesamten Neuausleihungen aus den Rückzahlungen, welche die Kundschaft auf ihre alten Kredite geleistet hat, bestritten werden konnten. Den hohen Stand der Kreditsicherheit beweist die Tatsache, dass diese Bank auch im Unruhejahr keinen Mil auf Aussenstände abzuschreiben brauchte. Ein anderes Zentralinstitut für eine Gruppe von Genossenschaften, die Serubabel-Bank, weist bei erheblicher Ausdehnung des Kreditgeschäftes einen erhöhten Reingewinn aus. Andere Spezialinstitute, die ebenfalls vorwiegend mit genossenschaflichen Kreditnehmern arbeiten, sind beiwurde, beschloss die Konferenz, einen Notfonds von 6000 Pfund zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung für Aerzte aufzubringen. * Die einflussreiche konservative WocHenschrift ,.S p e c t a t o r" betasst sich im Leitartikel ihrer letzten Nummer mit der von der Palästinaregierung bewilligten neuen Arbeitereinwanderungsschedule. Es sei möglich, stellt sie fest, dass diese Einschränkung der jüdischen Einwanderung angesichts "der Atmosphäre in Palästina gerechtfertigt ist. Die neue Schedule sei aber bei weitem nicht ausreichend, um den Juden, die in verschiedenen Ländern Europas verfolgt werden, Hilfe zu bringen. Möglicherweise^würde die einzige Lösung, die nicht zu weiteren Revolten führt, die sein, andere Länder ausfindig zu machen, in die jüdische Einwanderung möglich wäre, vielleicht Südamerika. Die beste Lösung des Problems aber wäre es sicherlich, wenn mit den Judenverfolgungen in manchen europäischen Ländern Schluss gemacht werden würde. spielsweise die Ärbeiierbank und die NIR, die nach erheblichen anderweitigen Rückstellungen aus dem erhöhten Reingewinn des Geschäftsjahres 1936 ihre offenen Reserven auf 10 Prozent des eingezahlten Aktienkapitals erhöhen kann. Die Bilanz steht im Zeichen weiterer Konsolidierung und Ausdehnung. Bemerkenswert ist unter anderem auch die ständig verfeinerte Risikoverteilung, auf welche die Gesellschaft bei ihren Ausleihungen achtet. Die Verwaltung hebt in ihrem Bericht rühmend hervor, dass die landwirtschaftlichen Siedlungen trotz der schweren Zeiten ihren Verpflichtungen mit äusserster Pünktlichkeit nachgekommen sind. Die offenen Rücklagen werden auf rund 26 000 LP aufgefüllt. Ausser den Rückzahlungen der Kundschaft und den in den Reserven angesammelten Gewinnen sind der Gesellschaft noch durch die bekannten, zum grossen Teil im Wege des Transfers erfolgten Emissionen beinahe 200 000 LP neue Mittel zugeflossen, ungefähr je zur Hälfte durch Ausgabe von Aktien und Obligationen. Das eingezahlte Stammaktienkapital erhöhte sich auf 50 000 LP, so dass vor den nunmehr 136 000 LP Vorzugsaktien einschliesslich des Reservefonds ein Garantiekapital von rund 50 Prozent steht. Der Gesamtbetrag der umlaufenden Obligationen erhöhte sich nur auf 157 000 LP, da annähernd 20 000 LP alte Anleihen, zum Teil vorzeitig, getilgt wurden. Vor ihnen steht die Garantie des Eigenkapitals von rund 200 000 LP. Alles in allem zeigt die Bilanz eine starke Liquidität. Die Gesamtsumme der im Berichtsjahr ausgegebenen Darlehen betrug 188 000 LP. Seit ^Bestehen der Gesellschaft wurden rund 368 000 LP Darlehen gewährt, wovon, da es sich zumeist um mittel- und langfristige gesicherte Kredite handelt, noch 293 000 (i. V. 208 000) LP ausstellen. Neben der landwirtschaftlichen Darlehensgewährung pflegt die Gesellschaft neuerdings noch die Finanzierung von Arbeitersiedlungen am Rande der grösseren Kolonien. Auch sonst spielen Spezialbanken und andere Finanzinstitute für bestimmte Wirtschaftszwecke eine wichtige Rolle. Von ihnen ist in erster Linie die General Mortgage Bank zu nennen, deren günstiger Abschluss für 1936 bereits bekannt ist. Selbstverständlich darf diese gute Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch der Kreditapparat Palästinas noch Mängel aufweist. Insbesondere wird vielfach über die unzureichende Finanzierung der Industrie geklagt, bei der stellenweise in der Tat Anzeichen der Ünterkapitalisierung oder zum Teil wohl auch falscher Finanzmethoden sichtbar geworden sind. Aber auch hier wird an der Ausfüllung der Lücken gearbeitet. Die polnische Luftverkehrsgesellschaft ..Lot" hat eine neue Luftlinie mit Finnland nach Helsingfors eingerichtet, durch die die baltischen Staaten Anschluss an die Luftverkehrsverbindung Warschau—Palästina haben. Es wird auf diese Weise die Reisedauer von Finnland nach Palästina von 13 auf 2 Tage abgekürzt. fe&m Sie diesen Bestellzettel Ihren Freunden, die die C.-V.-Zeitung noch nicht lesen. Werben Sie für uns! Sie kennen unser Blatt, Sie wissen, was wir für 33 Pfennig im Monat bieten. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeifung 33 Pfennig zahle ich für den Monat Juni bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Name:_____ Ort:___ Strasse:_______ Datum:__;__ Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder euch unfrankiert) senden an t C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. Tel. 92 81 41, Um den Teilungsplan Palästinas Banken im Unruhejahr Von unserem *-P a 1 ä s t in a - B er i c h t er s t a 11 er

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