Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 17 (29.4.1937)
- Date
- 1937-04-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 * 3. Beiblatt CYZeitunq 29. April 1937 —Seitell. Der arme Reiche Von Vera Craener Es tut mir leid, aber die Geschichte fängt mit einer Beerdigung an. Mit der Beerdigung des alten Salomon, der 78 Jahre alt geworden war, und dem man die ewige Ruhe wrohl gönnen konnte. Er hatte sich weidlich geplagt in seinem Lehen und nicht viel Freude gehabt. Jetzt wurde er an der Seite seiner alten, treuen Babette beigesetzt, bekam eine Menge Kränze und eine schöne Grabrede, und angesehene Bürger der Stadt waren gekommen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Obwohl das Wetter einfach scheusslich war, ein kalier Regen herabnieselte, und man auf den Wegen nicht eine trockene Stelle fand. Es war eine Trauerversammlung mit Regenschirmen und Ueberschuhen, und alle beeilten sich, nach Beendigung der Feierlichkeit so schnell wie möglich von hier fort zu kommen. Hastigen Schrittes strebten sie dem Ausgang des Friedhofes zu, und hier und da hörte man schon unterdrücktes Niesen und Husten. „Komm", sagte Tobias, der reiche Tobias Hendermann zu seinem Vetter Jakob, „ich nehme dich ein Stück in meinem Wagen mit." Hier muss ich einschalten, dass Tobias zu den Leuten gehört, die andere immer „ein Stück mitzunehmen" pflegen. Das lieisst, er lässt sie einsteigen und die Annehmlichkeiten und den Komfort seines prachtvollen Wagens geniessen, und dann setzt er sie an den unmöglichsten Stellen wieder hinaus. Meistens dort, wo sie keinerlei Verkehrsmittel erreichen und von wo aus sie gezwungen sind, zu Fuss heimwärts zu pilgern. Auch Jakob Hendermann sollte diesem Schicksal nicht entgehen. „Ich werde dich dann an der Langen Brücke absetzen", sagte Tobias, und Jakob hatte nicht den Mut, zu widersprechen. Obgleich es von Genesung Von Arthur Silbergleit Wenn ich am Leben kranke Und allzu schwerem Leid, Heilt mich schon der Gedanke An Deine Ewigkeit. Sanftester Samariter Und bester Arzt der Zeit, Mein Führer und Gebieter, Befiehl, ich bin bereit, Dass ich den Weg der Wege Ganz zur Genesung geh Und ganz in Deiner Pflege Vergesse Welt und Weh! der Langen Brücke bis zu seiner bescheidenen Behausung noch ein gut Stück Weges war, und ihm viel daran gelegen sein musste, so schnell wie möglich wieder ins Geschäft zu kommen. Aber er hatte, wie gesagt, nicht den Mut, das vorzubringen, und Tobias war auch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er auf die Einwendungen eines anderen hätte hören können. Er hatte nämlich entdeckt, dass er sich draussen auf dem Friedhof erkältet hatte. „Habschi!" machte er, „Habschi!" und sali vorwurfsvoll drein. Diese verflixten Beerdigungen! „Habschi!" machte auch Jakob wie zur Bestätigung seiner unbedingten verwandtschaftlichen Ergebenheit, „Habschi!" und es war ganz offenbar, dass auch er sich eine tüchtige Erkältung geholt hatte. „Meine Frau hat es ja gleich gesagt", brummte Tobias und fühlte so etwas wie Reue. Aber dann setzte er Jakob trotzdem an der Langen Brücke hinaus. Trug ihm viele Grüsse auf für Frau und Kinder und Hess etwas davon verlauten, dass vielleicht, vielleicht sogar schon in der allernächsten Zeit wieder einmal ein kleiner Auftrag für Jakob fällig sein würde. Dann lehnte er sich in die Polster zurück und hiess Brenning, den Schofför, so rasch wie möglich nach Hause fahren. Seine Frau, sie hiess Regina und war eine gute Frau, enthielt sich jeden Vorwurfs, als sie ihn sah, steckte ihn vielmehr ins Bett, gab ihm eine Wärmflasche und telephonierte nach Dr. Wolf, dem Hausarzt. Der kam bereits nach einer halben Stunde, brachte ein Stethoskop mit und kleine, blitzende Instrumente und fühlte dem Patienten den Puls. Dann sah er ihm in den Hals, sagte verschiedentlich „Hm!" und „Ha!" und äusserte den Wunsch, eine Nachtschwester kommen zu lassen. Die Attacke sei doch ziemlich heftig, meinte er, und sorgsame Pflege geboten.' Tobias hatte eine schlechte Nacht, denn er machte sich Sorgen über seinen Schnupfen, und. als er endlich ein bisschen einzudruseln begann, kam die Nachtschwester und reichte ihm ein Pulver. Am nächsten Morgen kam Dr. Wolf schon zeitig, brachte wieder das Stethoskop mit und die kleinen, blitzenden Instrumente, und ausserdem hielt er eine Tagesschwester für nötig. Die Untersuchung ergab eine leichte Rötung des Halses, und er murmelte etwas, das wie Latein klang und den armen Tobias und seine Frau mächtig beunruhigte. „Ich möchte", so sagte er, „doch vielleicht lieber noch meinen Kollegen Hansen zuziehen", und dann kam der Kollege Hansen — Hannes Hansen aus der Breiten Gasse — noch am gleichen Nachmittag. Er nahm ebenfalls eine gründliche Untersuchung vor, benutzte mit. viel Geschick seine kleinen, blitzenden Instrumente und kam zu der Ueberzeugung, dass die Quelle des Uebels nicht so sehr im Halse, als vielmehr im Kehlkopf läge. Und was den Kehlkopf anging, so gab es dafür in der ganzen Stadt nur einen Spezialisten: Herrn Professor Dr. Kellner. Glücklicherweise gelang es, den Professor noch zu erreichen, und er konnte es einrichten, schon am nächsten Tage zu einer Visite zu erscheinen. Nach beendeter Untersuchung hielten die drei Herren ein Konzilium ab, das über eine Stunde dauerte, und dann erschien Dr. Wolf und teilte dem verängstigten Patienten mit, dass man eine kleine, wirklich nur eine ganz kleine Operation vornehmen wolle. Tobias gab seine Einwilligung, Frau Regina sorgte sich über alle Massen, und dann wurde die Operation ausgeführt. Eine kleine, wirklich nur ganz kleine Operation, bei der zwei Herren assistierten, und die ausgezeichnet verlief. (Die ganz kleine Liquidation dafür Hess ebenfalls nicht lange auf sich warten.) Tobias erholte sich rasch, und als er ausser Bett war, kam Dr. Wolf und sprach von Luftveränderung. Man einigte sich auf Capri, und Tobias reiste mit seiner Regina gen Süden. Dort sass er einen Monat lang in der Sonne, dachte an das Geschäft und daran, was wohl in seiner Abwesenheit' alles falsch gemacht wurde. Und dann fuhren sie nach Hause, und schon am nächsten Morgen ging Tobias wieder ins Büro, wie gewöhnlich. Aber weil er seiner Regina versprochen hatte, sich noch zu schonen, und auch Dr. Wolf dies für nötig erachtet hatte, deshalb fuhr er schon am frühen Nachmittag wieder nach Hause. Behaglich lehnte er sich in die Polster seines Wagens zurück, und da — da fiel ihm plötzlich sein Vetter Jakob wieder ein. Dieser Jakob, der damals auch auf der Beerdigung des alten Salomon gewesen war, und der sich, so erinnerte er sich jetzt, ebenfalls dort eine tüchtige Erkältung geholt hatte. Tobias bekam einen gewaltigen Schreck. Wie, wenn dem Armen etwa etwas Ernstliches zugestossen wäre! Er hatte seit Monaten nichts von ihm gehört, und weil er gar so sehr mit sich beschäftigt gewesen "war, deshalb hatte er auch keine Zeit gehabt, sich um ihn zu bekümmern. „Fahren Sie in die Langgasse!" befahl er Brenning hastig, und dann empfand er so etwas wie Herzklopfen, als sie vor dem kleinen Lädchen Jakob Hendermanns hielten. „Klingling", machte die Ladenglocke, als Tobias die Tür öffnete, und sogleich stürzte aus dem Hintergrund des dämmrigen Raumes der kleine, käsige Lehrling Herrmann hervor, der bei Jakob Hendermann in die Geheimnisse des Schnittwarenhandels eingeführt wurde. Er erkannte Tobias sofort. „Ich wrerde Herrn Hendermann sogleich rufen", erklärte er, und eilte dienstbeflissen davon. Und dann dauerte es gar nicht lange, da erschien Jakob in Person, sah wohl und gesund aus und kam mit ausgestreckten Händen auf seinen Vetter zu. Beide freuten sich herzlich und aufrichtig miteinander, und nachdem sie eine Zeitlang von gleichgültigen Dingen geredet hatten, fragte Tobias plötzlich: „Erinnerst du dich eigentlich noch an Salomons Begräbnis? Und wie wir da beide niesten und schnupften?" „0 ja", erwiderte Jakob mit einem kleinen Lächeln, „daran erinnere ich mich noch recht gut. Denn wie ich nach Hause gekommen bin, habe ich mich furchtbar elend gefühlt, und Rosie hat mir einen Löffel in den Mund gesteckt und hat gesagt: ,Aber Jakob, du hast ja einen ganz geröteten Hals ..."' „Ja — und — w-as habt ihr da gemacht?." „Meine Frau hat mir einen kalten Umschlag gegeben und einen Grog, und am nächsten Morgen war ich wieder gesund." Wieder gesund? — Am nächsten Morgen? — Gerechter Vater! Vor Tobias' geistigem Auge ziehen Arztrechnungen und Krankenschwestern, eine kleine Operation und die höchst kostspielige Reise in den Süden vorüber — Und dann sieht er sich diesen Jakob noch einmal an. Diesen kleinen, schmächtigen Jakob in seinem alten Kontorrock, der keine Zeit hat und keine Mittel, krank zu sein, und der keine andere Medizin kennt als Grog und kalte Umschläge. Ob man nicht vielleicht auch von solchen Menschen einmal lernen kann . . .? Und als der reiche Tobias Hendermann den Laden verlässt, dieses Diminutiv eines Ladens, der so klein ist, dass ein flüchtiger Passant ihn kaum entdeckt, und der doch fünf Menschen glücklich macht und satt, da ist er doch etwas nachdenklich. Recht nachdenklich sogar . . . Grundlagen jüdischer Familienforschung Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden und das Kuratorium des Gesamtarchivs der Juden in Deutschland machen in einem Aufruf auf die Notwendigkeit aufmerksam, das Gesanitarchiv der Juden in Deutschland in seinen Bestrebungen zu unterstützen. Das Gesanitarchiv hat bereits die Akten und Register von hunderten jüdischen Gemeinden gesammelt und so die Grundlagen für die Erforschung der Gemeinde- und Familiengeschichte gesichert. Durch Sammlung von Mohelbüchern und durch Gewinnung von Grabstein Verzeichnissen sollen die Bestände und damit die AuskunfIsmittel des Gesamtarchivs systematisch erweitert werden. Alle Besitzer von Mohelbüchern werden gebeten, sich mit dem Gesamtarchiv in Verbindung zu setzen und ihm die Herstellung von Abschriften bzw. die Erwerbung der Originale zu ermöglichen. Ebenso "wird allen Gemeinden nahegelegt, Grabsteinverzeichnisse dem Gesanitarchiv im Original oder in Abschrift zugänglich zu machen. Zuschriften sind zu richten an den Leiter des Gesamtarchivs. Dr. Jacob Jacobson, Berlin N 4, Oranienburger Strasse 28. Aus der Lehrhausarbeit Mannheim bringt im Sommersemeeter u. a. Vorlesungen von Rabbiner Dr. Griinewald über „Wege, die die Juden nicht gingen", Professor Dr. B i 11 i g h e i m e r über "^.Der Wandel der Gebetsauffassung von Mosee Mendelssohn bis heute"', Dr. Margulies über ..Achad Haam*'. Frau Direktor Grünebaum über ..Kinderpflege und Jugenderziehung", Rechtsanwalt Dr. Otto Sim on über „Recht und Wirtschaft in Palästina und Diaspora" und Dr. Kurt Berg über ..Die Entwicklung der deutschen Sprache von Klopstock bis Stefan George". Dazu kommt u. a. in der Schule der Jugend ein Kurs von Rabbiner Dr. Grünewald ..Aus den historischen Büchern der Bibel", ein Kurs von Studienrat H. Freudenberger - über „Mathematik und Physik des Alltags" sowie ein Kurs für hebräische Kurzschrift. So. Auf Einladung des Lehrhauses der Israelitischen Kultusgemeinde München sprach Karl N e u m e y e r (Grossbreesen) über ..Brasilien, ein Land jüdischer Zukunft". In seinem Vortrag, dem ein sehr zahlreiches Publikum folgte — viele hatten keinen Zutritt mehr erlangen können —, entwarf er ein anschauliches, von Lichtbildern ergänztes Bild Brasiliens, das er selbst monatelang durchreist hatte. mm. Karlsruhe eröffnete seinen Sommerlehrgang mit einem Dicbterabend. Jakob Picard las aus seinen eigenen Werken: erst ein Essay über die Möglichkeit jüdischer Dichtung in Deutschland, dann Gedichte und schliesslich aus den in seinem Buche „Der Gezeichnete" gesammelten Erzählungen. Die Wiedergabe war warm, herzlich und überzeugend, so wie die vorgetragenen Stücke selbst es sind. Picard las mit der Einfachheit, die ihn schon aus seinen Werken heraus kennzeichnet. So ist das angenehm Empfundene des Abends, dass hier nicht der reproduzierende geübte Rezitator am Pult sass, sondern der Dichter in seiner Schlichtheit. Eine Schlichtheit, welche die bestimmende Verbundenheit mit Landschaft und Menschen des von dem Dichter geliebten Dorfes und seiner Juden doch deutlich herausfühlen liess. Das dankte die Zuhörerschaft durch herzlichen Beifall. Stg. Im Jüdischen Lehrhaus Frankfurt a. M. beginnen im Mai folgende Lehrgänge: Montag, 3. Mai. G u n - dersheimer: Geschichte der bildenden Kunst. — Dienstag, 4. Mai, Marbach: Staatsanschauungen vom Altertum bis zum Beginn der Neuzeit. — Mittwoch. 1-2. Mai, Merzbach: Heilpädagogische Besprechungen. Die englische Arbeitsgemeinschaft von Professor Werner beginnt Montags bereits um 18 Uhr i>0 Min., die französische um 20 Uhr. Die philosophische Arbeitsgemeinschaft von Dr. S t r a u s s ist in das Klassenzimmer der Westendsynagoge verlegt worden. In unserer Voranzeige über das Sommersemester an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin („C.-V.-Zeitung" Nr. 15 vom 15. April) muss es richtig heissen, dass Professor Franz Oppenheimer über „Geschichte der Nationalökonomie" lesen wird. Am 10. April beging in Dessau die Chewrah (Gesellschaft der barmherzigen Brüder) ihr 250jähriges Bestehen durch eine schlichte Feier. Landesrabbiner Dr. Walter würdigte beim Vormittagsgottesdienst die Bedeutung fies Festes und gedachte der Wohltäter Hut 33 tyrntty mh faund kostet die C.-V.-Zeitung. Wer sie noch nicht liest, bestellt sie mit diesem Bestellzettel* Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung 66 Pfennig für Mai und Juni zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pfennigen zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Name:__ Ort:_._ Strasse:_:_ Darum:__ Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder auch unfrankiert) senden an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42.; Tel. 92 81 41. der Gemeinde; abends versammelten sich die Mitglieder zu einem Brudermahle, zu dem auch die Vorsteher der Nachbargemeinden erschienen waren. Der Vorsitzende des Vorstandes der Gemeinde. Rechtsanwalt Dr. Sonder, überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Dessau, Dr. Walter sprach über die Bewertung des Alters im Judentum und gedachte der Verdienste des langjährigen Vorsitzenden der Chewrah und der Gemeinde. S. Hirse hfeldt, der seinen Wohnsitz nach Leipzig verlegt hat. In einer Plenarversammlung wurde Reinkraut zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Rabbiner Dr. Silberstein 70 Jahre alt Rabbiner Dr. Emil Silberstein feiert am 2. Mai seinen siebzigsten Geburtstag. Dr. Silberstein war über 35 Jahre Rabbiner der Synagogengemeinde Stargard i. P. und betreute gleichzeitig im Auftrage des Preussischen Landesverbandes einen grossen Teil der Gemeinden Pommerns seelsorgerisch. Seit etwa einem Jahr lebt Dr. Silberstein in Berlin im Ruhestand: er amtiert zurzeit in Berlin an den Hermann-Falkenberg-Synagogen. Während seiner Amtstätigkeit in Stargard war Rabbiner Dr. Silberstein viele Jahre Vorsitzender der Ortsgruppe Stargard des C.-V. Wir wünschen ihm einen gesegneten Lebensabend. Sally Reis (Krefeld) gestorben Die Ortsgruppe Krefeld des Jüdischen Centrai-Vereins hat durch das Ableben von Dr. Salhr R e i 3 s einen schweren Verlust erlitten. Dr. Reise hat mehrere Jahrzehnte den Vorsitz der Ortsgruppe geführt, bis ihn im Jahre 1931 Gesundheitsrücksichten zwangen, sein Amt niederzulegen. Seine ganze Kraft hat er dem Verein, an dem er mit besonderer Liebe hing, zur Verfügunggestellt. Unermüdlich ist er für ihn tätig gewesen. Immer wieder hat er nach neuen Möglichkeiten gesucht, um die Arbeit der Ortsgruppe zu beleben. Nicht müde wurde er, jeden einzelnen für die Mitgliedschaft zu werben. Als seine Pflicht sah er es auch an, den Gedanken des Centrai-Vereins in die kleinen Gemeinden auf dem Lande, die zum Gebiet von Krefeld gehören, hineinzutragen. Mit einer solchen Liebe hing er am Verein, dass er einen Teil seiner Lebenskraft abgab, als er sich entschliessen musste, von seinem Amt zurückzutreten, weil sein Körper der Arbeit, die er auf sich lud, nicht mehr gewachsen war. Die Ortsgruppe Krefeld des Jüdischen Central- Vereins wird das Andenken ihres früheren Vorsitzenden hoch in Ehren halten. Aus den Familien Fiau Fanny Plaut geb. Dittmann (Schmalkalden? riiür. beging am 22. April ihren 75. Geburtstag. — Frau Auguste B i s c Ii Ii off (Elberfeld) wird ani 29. Anril 85 Jahre alt. — Max Arndt. langjähriges Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Köslin, feiert am 30. April seinen 00. Geburtstag'. — Sei mar Laserstein (Milliehausen. Ostpr.) begeht am 1. Mai seinen 75. Geburtstag. — Frau Bertha Arensberg (Warstciu, Bez. Dortmund) vollendet am 1. Mai ihr SO. Lebensjahr. — Frau Hannch?ii S c h in e r 1 (Berlin) wird am 5. Mai 70 Jahre alt. — Ludwig Rosenthal (Giessen) feiert am 5. Mai seinen 70. Geburtstag. — Alexander Kronheimer (München) begeht am 5. Mai seinen 85. Geburtstag. — Frau Johanna G o ] d s c h m i d t geb. Bickhardt leiert am S. Mai ihren 70. Geburtstag. — Hermann Bernhardt (Crossen), langjähriger Repräsentant der Gemeinde, vollendet am 9 Mai sein 80. Lebensjahr. — Frau Lina Selig (Frankfurt a. M.) wird am 10. Mai 80 Jahre alt. — Frau Emma H. Sänger (Sontheim-Heilbronn) feiert am 10. Mai ihren 80. Geburtstag:. — Frau Jettchen Levisoim geb. Goldschmidt (Spangenberg) ist im 74. Lebensjahr gesto'rben. — Frau Helene B e - r c n d t geb. Wochenheimcr (Bad Kreuznach) ist im 76. Lebensjahr gestorben. — Georg Jontofsohn (Königsberg i. Pr.), Vorsitzender der Chcwra und Mitglied des Beirats der Ortsgruppe Königsberg des C.-V., ist am 24. April gestorben. R. Jacob ist am 1. Mai 25 Jahre als Religionslehrer und Kantor in Heidelberg tätig. Frau Marga Samoje bittet uns, zugleich im Namen der anderen Hinterbliebenen, allen Freunden, die beim Hinscheiden ihres Gatten ihrer gedacht haben, auf diesem Wege ihren herzlichsten Dank zu übermitteln. Voranzeigen Berlin: 2. Mai, 20 Uhr: Künstlcrhilfe der Jüdischen Gemeinde. Konzert Else Wachsniann (Alt). Mitwirkende Irma Charlotte Croncr (Flöte) und Lili Schlesinger (Klavier). Wohnung Wachsmann, Brandenburgische Strasse 16. 8. Mai, 20 ühr 30 Min.: Orchester der Künstlerhilfe. Operettenabend unter Leitung von Dr. Fritz Berend. Grosser Saal des Musikervereinshauses, Kai«er- Wilhelra-Strasse 31. 9. Mai, 20 ühr: Schüleraufführung der privaten Musikschule Holländer. Festsaal der Joseph-Lehmann- Schule. Joachimsthaler Strasse 13. 10. Mai. 20 Uhr 15 Min.: Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Kammersängerin Ottilie Metzger-Lattermann und Erhard Wechselmann. Joseph:Lehmann- Schule, Joachimsthaler Strasse 13.