Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 14 (8.4.1937)
- Date
- 1937-04-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Unzerstörtes Geheimnis Eine Umdichtung des Schir haschirim Magister Kirsch der gute Likör, Magister München VII In Berlin zu beziehen durch die Weingroßhandlang Bernhard Brauer, Burgstr. 3 Tel. e 1 JBerolina 4M0. vermochte ein grosses, kritisches Publikum während eines Abends in Spannung und — zwischen den Szenen — in zustimmende Begeisterung zu versetzen. Der Erfolg beruhte nicht nur auf dem mit den Schülern und Schülerinnen des Philantropins unternommenen pädagogischen "Versuch, durch diese Spielschar die biblische Simson-Erzählung zur. Darstellung bringen zu lassen: auch die dichterische Darstellung aus dem Buche Richter an sich fand besonderen Anklang. Sie reihte sich würdig an andere Nachbildungen und verdient weitere Verbreitung an jüdischen Bühnen, die mit diesem neuen ,.Simson"-Drama dem jüdischen Publikum eine interessante zeitgenössische Dichtung verbinden können. ' W. S. M. Im Karlsruher Verein für jüdische Geschichte und Literatur (Kulturbund) gastierte das Orchester des Kulturbundes Rhein-Main unter der Stabführung von Professor Prüwer. Das im Mittelpunkt stehende Klavierkonzert fand durch die Solistin Alice Isaac-Krieger eine ganz vorzügliche Wiedergabe. Das Publikum dankte der Solistin, dem Dirigenten und dem Orchester besonders herzlich. Stg. Der Abend mit Sabine Kalter im Jüdischen Kulturbund Königsberg zählte zu den grossen Ereignissen dieses Winters. Anfangs ein wenig behindert, rang sich die Stimme der Künstlerin sehr bald zu strahlender Pracht durch. An dem begeisterten Beifall hatte der feinfühlige Pianist Leo Taubmann verdienten Anteil. Dr. M. A. Tanja Ury-Zunser stellte ihr pianistisches Können bei einem Konzert in Leipzig wiederum unter Beweis. Sie spielte Bach, Brahms, Chopin, Skrjabin, Toch und Prokofjeff. Der Synagogenchor Halle a. d. S. unter Leitung von Kapellmeister Leo Schönbach veranstaltete ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Jüdischen W i n t e rh i 1 f e. Arien von Goidmark, Verdi, Lortzing. Leoncavallo sangen Fränze R o s e n t h a 1, "Halle, und S. S o n i n i, Leipzig, wirkungsvoll. Im Funk-Potpourri, von Leo Schönbach liebevoll zusammengestellt, bewährten sich gleichfalls der Chor und die Chorsolisten Ruth Joseph, Sofie L o e w e , Senta Singer, Ignascha Glück mann und Jakob Kaufmann: am Flügel begleiteten Leo Schönbach und Harry W e i n r o t h. ■ Ein Offenbach-Strauss-Abend war ein voller Erfolg für die.Jüdische Musikvereinigung Beuthen. Gut ausgewählte Chöre dirgierte Heinrich Rosenthal vor leider nicht sehr zahlreich erschienenem Publikum. Eine besondere Note erhielt der Abend durch die Mitwirkung von Rita Atlas z, die von Dr. Zius begleitet wurde. Die Chorbegleitung lag in den Händen von Ursel Uc ko (Beuthen). B. Sch. In der Synagoge in M.-GIadbach sprachen Julius B a b, Berlin, über „Der Jude als Motiv in der Dichtung" und Rabbiner Dr. Gelles über Abrabanel. In Wohltätigkeitskonzerten in Dortmund und Iserlohn sang Oberkantor Kober, Dortmund, das von Leo Polak, Dortmund,- komponierte Lied Erez Israel mit grossem Erfolg. Jüdischer Knlturbund Berlin. Vor ihrer Amerikatournee wird sich die Vortragskünstlerin Marion K o e g e 1 in einer einmaligen Sonderveransaltung ara 22. April, 2014 Uhr. im Logenhaus, Kleiststrasse 10, verabschieden. Am Flügel: Werner Seelip-Bass. Eintritt ausnahmsweise "auch für Xichtmitglietkr des Kulturbundes mit R-Karte. Das jüdische Kabarett ..Der bunte Karren" unter der künstlerischen Leitung von Fried waM 'Fred Wald) gastiert zum ersten Male am 24. April, 20^ Uhr, in Berlin, und zwar im Brüdervereinshaus. Musik und Film Fritz Kreisler konzertiert am 27. April mit den Wiener Philharmonikern in Wien. * Am 10. April, 22% Uhr, sendet der Brüsseler Rundfunk ein Konzert unter der Leitung von Bruno Walter. * Im Brüsseler Sender singt Joseph Schmidt am 12. April, 18.55 Uhr. * Richard Tauber ist im Rundfunk Brüssel am 13. April,'1334 Uhr, 14. April, 12 Uhr, und 15. April, 12 Uhr, zu hören. # Franz 0 s b o r n (Klavier) und Max R o s t a 1 (Violine) gaben am 1. April in der Wigman Hall zu London gemeinsam einen Sonatenabend. An der gleichen Stelle liess Max Rostal am 5. April einen Violinabend folgen. Franz Osborn wirkte am 6. April am Sender H u i z e n (Hilversum) in einem Orchesterkonzert, nachdem er in Amsterdam und Haag mit grösstem Erfolg eigene Klavierabende veranstaltet hatte. Zum 15. April ist Osborn zu einem Klavierabend in Paris aufgefordert. * Paula Salomon (-Lindberg) sang in einem Orchesterkonzert in Holland 7 unter begeistertem Beifall des Publikums und der Presse die „Kindertotenlieder" von Gustav M a h 1 e r und eine altitalienische Kantate in einer Bearbeitung von Kurt Singer. * Rudolf S e r k i n spielt im 9. Sinfoniekonzert der Baseler Allgemeinen Musikgesellschaft unter Leitung von Fritz Busch Beethovens Esdur-Konzert. # Im 8. Sinfoniekonzert der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde spielten Erica M o r i n i und Gregor Piatigorsky das Doppelkonzert für Violine von Brahms. * In dem Oesterreichischen Konzert der Ungarischen Philharmoniker in Budapest am 16. April kommt auch Hans Gäl mit einer Uraufführung zu Wort. * Emerich Kaimans „Kaiserin Josephine" gelangte in Budapest mit grossem Erfolg zur Er s t a u f f ü h r u n g. * Bei einem Vortrag, den M. Carners in Wien über das moderne österreichische Lied hielt, und in dem u. a. Korngold, Schönberg. Toch und Weigl behandelt wurden, wirkte die Sopranistin Erika S t o r m mit. * Alexander Kipnis wird bei den diesjährigen Salzburger Festspielen, bei denen er zum erstenmal mitwirkt, unter Leitung Toscaninis den Sarastro in der „Zauberflöte", den Rocco in „Fidelio" sowie das Basssolo im Verdischen „Requiem" singen. * Die kleine Tänzerin Eva Münz er trat in der Tschechoslowakei mit grossem Erfolg auf. * In London gelangte der Film „Die gute Erde", den Irving Thaiberg kurz vor seinem Tode nach dem bekannten Roman von Pearl Buck geschaffen hat, in Gegenwart des amerikanischen Botschafters zur erfolgreichen Aufführung. * E. W. K o r n g o 1 d s Musik zudem Warner Brothers' Film ..Anthony Adverse" wurde von der amerikanischen Akademie für Filmkunst als „hervorragendste" Filmpartitur für 1936 preisgekrönt. # „Samson", das bekannte Schauspiel von Henry Bernstein, wurde von Maurice Tourneur verfilmt und gelangte mit Harry Baur in der Hauptrolle in Wien zur Vorführung. „Das Hohelied / Nach dem hebräischen Original / Dramatisiert und ins Deutsche umgedichtet" und ein Geleitwort dazu, worin die Umdichtung die erste wirkliche Uebersetzung und Enthüllung des Geheimnisses des „Lied der Lieder" genannt wird — das muss geprüft werden! Was das Geheimnis betrifft, so ist wohl am deutlichsten eine Formulierung Goethes in seiner Hebräer-Note zum West - östlichen Divan: „... dass uns die fragmentarisch durcheinandergeworfenen, übereinandergeschobenen Gedichte keinen vollen reinen Genuss gewähren, und doch sind wir entzückt ..." Der neue Umdichter ist der Meinung, dass „Das „Hohelied" (er übernimmt diesen gängig gewordenen Titel von Luther) kein Fragment sei; man müsse es nur richtig verstehen, wozu geringfügige „Rück-Korrekturen" des massoretischen Textes hinreichen. Eine traditionelle jüdische Deutung sieht nämlich in der Figur der Sulamith die Allegorisierung der Gemeinde Israels, daher „zwei bis drei Plurale", die rücksingularisiert nebst leicht verbesserter Interpunktion „aus dem bisherigen Wirrwarr ein wundervolles Ganzes" abheben. Das Ei des Columbus.oder „die kopernikanische Wendung der neuen Uebersetzung"! Das Ganze sei nämlich ein Drama. Und so ist auch die Dramatisierung offenbar nur eine kleine Rück-Korrektur. Es sei sogar ein „geniales" Drama, „an Kühnheit des dramatischen Aufbaus an Shakespeare heranreichend", und warum auch nicht, wie sollte unser Volk, „das Höchstleistungen auf dem Gebiete des Epos und der Lyrik aufzuweisen hat, keinen Sinn für dramatische Dichtung gehabt" haben? Die Personen des Dramas sind: Sulamith, der Hirt (ihr Liebhaber), Mädchen und Frauen aus Salomos Harem, Hirten und Winzer. Die Handlung: Sulamith ist ein Mädchen aus Salomos Harem, sie ironisiert die königlichen Liebeserklärungen, sie liebt nur den Hirten, nicht ohne ein Zwischenspiel der Eifersucht (Sulamiths, nicht etwa des Hirten), und eine Versöhnungsszene bildet das happy end. — Diesem Sachverhalt entsprechend erfolgt die Verteilung des biblischen Textes auf die Rollen und die Einführung von teils biblischen, teils eigenen Regiebemerkungen. Nehmen wir zunächst an, die Rollenverteilung und Textaufteilung wäre tatsächlich das Ei des Columbus und der überlieferte Text wäre wirklich ein Drama „an Shakespeare heranreichend", nehmen wir sogar an, die Uebersetzung wäre richtig und entspräche dem Sinn und Wortlaut des Originals vollkommen, so müsste uns doch das Deutsch, die Sprachhaltung befremden. Wo es dem Urtext nicht verhaftet ist, also „dichten" muss, da geschieht es in einem Vergissmeinnicht- Deutsch wie aus dem Poesie-Album und verbackfischt damit , das Ganze. Da sitzt Sulamith „am Rande eines still plätschernden Bächleins", sie „pflückt ein Blümlein und entblättert es", sie wird „schalkhaft",, dann „schelmisch", dann „stürmisch", sie zeigt „sehnsüchtig in der Ferne, wo sie die Saron-Ebene ahnt", dann ist sie im Harem, „Mädchenabteilung", dann wieder „schalkhaft", sie versteckt sich, um dem Geliebten „hinterrücks um den Hals" zu fallen, und er, der Geliebte, erscheint zu einer Hirtenhochzeit „liebes-satt, liebes-müde. Schaut sich die verliebten Pärchen an, lächelt — mit Bitternis und nachsichtigem Verständnis, wie einer, der weiss und alles schon hinter sich hat." Sulamith „deutet in Blumensprache an", schon wieder neckisch, aber „noch immer ungläubig", dann „ganz in Sehnsucht aufgelöst", dann „aufwallend" und will zum Schluss ,4n ihrer letzten Sehnsucht von nichts Rohem wissen". Soviel aus den Regiebemerkungen. Ein paar Beispiele für das Deutsch des Textes: „Wie lieb ich dich so inniglich!" „Weshalb lässt du mich herumirren?" „Und liess nicht los von ihm", „Bis der Tag uns umhaucht und es weichen die Schatten", „Ich weiss nicht, was mir ward" (bedeutet: was ich bekam, soll bedeuten: wie mir wurde), „Schwer wie die Hölle die Eifersucht". Es handelt sich bei diesen Beanstandungen, wie gesagt, nicht um die Wörtlichkeit, die dem Umdichter anheimgestellt sei, sondern, um das Deutsch und um das Dichterische, wrovon zu sagen ist, dass die alte wörtliche Uebertragung von Sachs (in der Zunzbibel) eine dichterische „Höchstleistung" dagegen bleibt, wenn auch keine dramatische noch „an Shakespeare heranreichend". Hier ist unbestreitbar etwas gelungen, nämlich den starken Erdgeruch des Originals in Parfüm zu verdunsten, aus Blüten Stilblüten, aus dem Naturspiel ein Schäfer- und Schäkerspiel zu machen. Man könnte auch ebensogut anders „rekonstruieren", rollenaufteilen, dramatisieren, episieren.-lyrisieren. Hier legt man den gegebenen Text Personen in den Mund, die sich diesem Umdichter aus dem Text ergeben, eine „Lösung", wozu der Text oft ermuntert, für deren Unbedingtheit und Schlussfolgerung auf bestimmte Personen aber nicht jeder Vers, wie er im Original steht, spricht. Also sind kleine Korrekturen des Textes nötig, was die Zwangsläufigkeit des Verfahrens erst recht entwertet. Der Dramatisierer hält sich etwas darauf zugute, dass seine Personeninterpolation ein „Drama" ergibt. Die damit „erwiesene" dramatische Aktivlegitimation des jüdischen Volkes (die nicht eben dem Judentum entspräche) leuchtet uns trotzdem nicht ein. Alles in allem ist es recht hübsch, dass man eine Ehrenrettung des Liedes der Lieder versucht hat, aber das war wohl nicht nötig und hat nicht sollen sein. Es geschah mit unzulänglichen Sprachmitteln, und der Ehrgeiz dahinter, nämlich einmal zu zeigen, dass wir aueh ein Drama und sogar ein an Shakespeare heranreichendes haben, entspricht nicht der Art und Würde des Gegenstands. Die Bibel kann das Heranreichen' an wen auch immer entbehren. Die Meinung, dass das Original kein Fragment ist, bleibt wichtig, auch wenn sie nicht neu ist. Der Restaurationsversuch ist ebenfalls nicht der erste, unter anderen hat ihn auch Goethe unternommen. Wenn das schon das .EL. <|ßs_ GpltHäbus.... sein... sqll,. so kann ich mir schwer ^vorstellen, dass. Goethe nicht auch darauf gekommen wäre. Der gab aber die' Mühe auf, denn „gerade das Rätselhaft-Unauflösliche giebt den wenigen Blättern Anmuth und Eigentümlichkeit". Leo Hirsch. Dr. Kurt P. Jaeobsohn aus Berlin, ehemaliger Schüler von Professor Carl Neuberg (Dahlem), der seit acht Jahren als Leiter der biochemischen Abteilung am Institut für biologische Forschung Rocha Cabral tätig ist, wurde mit der Abhaltung der Pflichtvorlesungen über physikalische Chemie für Biologen an der Universität Lissabon betraut. - Zu dieser schönen' Kunstsammlung, zu der Baron Lionel Nathan de Rothschild den Grund legte, fügte sein Nachkomme Nathan Meyer de Rothschild, der erste Lord Rothschild, weniges hinzu, aber seine Gattin, Emma Luise, erbte eine bedeutende Zahl von Gemälden und kunstgewerblichen Arbeiten von ihrem Vater, dem Baron Karl v. Rothschild in Frankfurt a. M., nach dessen Tode im Jahre 1886. ' Die Fachleute betonen, dass der Verkauf dieser Rothschild-Sammlung für mehrere Jahre der bedeutsamste auf dem internationalen Kunslmarkt sein wird. Unter den Gemälden nehmen die Holländer und die Flamen des 17. Jahrhunderts eine wichtige Rolle ein, die zum Teil aus französischem Adelsbesitz erworben wurden. Gabriel Metsus „Fischverkäufer", einstens in der Sammlung William Beckford in Fonthiil beheimatet, aus dem Besitz des Duc d'Alberge in jener berühmten Auktion 1823 in alle Winde zerstreut, konnte Baron Rothschild 1846 in der Higginson-Versteigerung seinen Schätzen einverleiben. In Amsterdam erstand er für 20 000 Francs das Interieur des Eglon van der Neer, das auch in der Fonthill-Versteigerung in den Kunsthandel und 1859 in die Rothschild-Kollektion kam. Mehrere Kunstforscher haben dieses seltene Bild besprochen und in den „Times" wird es mit „Superlative Production" bezeichnet. Auch die typische Winterlandschaft von Nicolas Berchem muss genannt werden und das Kölner Bild des Jan van der Heyden, das aus der Sammlung der Düchesse du Berri stammt. Nicolaes Maes und Pieter de Hooch, Caspar Netscher, William van de Velde sind nur einige der grossen Namen in dieser Londoner Versteigerung. Daran schliesst sich der Verkauf der Gläser und der Porzellane, der Fayencen, der Holzschnitzereien und all der anderen schönen Dinge des alten Kunstgewerbes.- Drei Vasen der Manufaktur von Süvres, in jenen apfelgrünen Glasuren, und ein Service von 225 Teilen vom Maler Le Bei, sind nur kurze Hinweise für diesen Teil der Versteigerung. Die französische Schreinerkunst repräsentiert sich mit den Werken von Boulle, C. Wolff, M. Carlin, G. Landrin, und hier wieder eine interessante Sammlung europäischer Möbel, die für den ostasiatischen Export angefertigt wurden. Besondere Beachtung wird die Versteigerung der Inneneinrichtung des Rothschildhauses gewinnen, im Laufe der Auktion stellen sich nämlich im Gesellschaftszimmer und im Empfangszimmer des ersten Stockwerks jene Gobelins, eine ganze Serie, inhaltlich Szenen aus den Metamorphosen Ovids darstellend. Auch hier eine hervorragende Provenienz: vor Jahren hingen diese Gobelins bei Vincent Hotman. Seigneur de 'Fonteney (1683), sie tragen sein Wappen und das seiner Gattin, Marguerite Collert. Mit der Versteigerung der reichhaltigen Silbersammlung schliesst dann die Auktion dieses Rothschild- Besitzes, für die sich das In- und Ausland in weitestem Masse interessieren. Dr. Olga Bloch. * Die Hamburger Malerin Lore Eber-Feldberg stellt Ende dieses Monats in der Bloomsbury-Gallery, London, Aquarelle aus dem Süden aus. Johnes Henry Brealted: Geschichte Aegyptens. Deutsch von Hermann Ranke mit einem Bilderanhang: Die ägyptische Kunst. Phaidon-Verlag. Wien. Dieses 1905 erstmals erschienene umfassende Werk des 1935 verstorbenen Gründers und Leiters des Oriental Institute der Universität Chicago, ist so gut begründet, dass es sich in seinen wesentlichen Zügen wie in den Umrissen der grossen Persönlichkeiten, die sie mitgestalteten, kaum noch verändern wird. Eine vollständige Sammlung der rein geschichtlichen Urkunden hat Breasted 1906/07 in den fünf Bänden „Ancient Records" veröffentlicht: sie enthalten Dokumente vom Beginn des ägyptischen Staates bis zu der Eroberung durch die Perser im Jahre 525 vor unserer Zeitrechnung. Hier endet auch die „Geschichte" Breasteds, die aus den umfassenden Quellenstudien für die Records hervorging. Allerdings haben spätere Ausgrabungen in Oberägypten und in dem vorher nicht erforschten Nildelta neue wichtige Zeugnisse aus den Anfängen der ägyptischen Siedlungen aufgedeckt. Aber die Frage nach den verborgenen Hintergründen, aus denen die Kultur damals und so erwuchs, nach der seelisch-geistigen Konstellation, die ihre Entfaltung ermöglichte, hat Breasted nicht gestellt. Mit dem Blick des modernen Beobachters, dem das staatliche Leben in seinen Verzweigungen und Wandlungen die selbstverständliche Existenzform der Völker ist, sieht er auf die Dinge und berichtet die grossen Begebenheiten: das Aufgehen der vorgeschichtlichen Gaue in dem Grossstaat der Pyramidenzeit, dessen Umbildung in den Lehnsstaat des Mittleren Reiches, das Entstehen des Militärstaates grossen Stils mit seinen wechselnden Er-r folgen und Rückschlägen, bis zum Ende der ägyptischen Unabhängigkeit. Die Persönlichkeiten, die den Gang der Geschichte bestimmten, werden herausgestellt; das Gesamtbild wird gleich anfangs in dem „vorläufigen Ueberblick" des 2. Kapitels wie in einem Hohlspiegel aufgefangen; zusammengedrängt und scharf. Es ist der Vorzug des Werkes, dass es die Summe der Einzelbeobachtungen nach grossen Motiven zusammenfasse Im Fortschreiten des Geschehens durch drei Jahrtausende erlebt der Leser die Statik dieses mächtigen Baues, errichtet auf den festgefügten Stufen des Alten, Mittleren, Neuen Reiches und der Spätzeit. Die nächste Aufgabe wäre, den eigentümlichen Lebensgrund, aus dem diese Schöpfung herkam, aufzuhellen, das besondere Gesetz ihres Ablaufs neben den Schicksalen der gleichzeitigen Völker aufzudecken und in seiner weltgeschichtlichen Wirkung zu ermessen. Das Nachwort Hermann Rankes bringt einen kurzen, anschaulichen Abriss der ägyptischen Kunstgeschichte, der im Hinblick auf die Ausstattung des Buches mit 353 gut ausgewählten Bildtafeln besonders dankenswert ist. Für eine neue Auflage wären. Grössenangaben der abgebildeten Statuen nützlich, da neben den kolossalen und lebensgrossen Figuren eine Anzahl kleiner und kleinster Köpfchen in sehr vergrössertem Massstab wiedergegeben sind. Hedwig Fechheimer. Ari IBn-Sahav: Das plastische Werk Raphael Chamizers. Verlag Buchhandlung Rubin Mass, Berlin. Das zwiespältige Leben des Arztes und Bildhauers Raphael Chamizer wird in dem reich mit Tafeln ausgestatteten Buch von Ibn-Sahav zu erfassen versucht. So wird ein Künstler lebendig, der im späten Alter von 42 Jahren leidenschaftlich bildhauert, ein geradezu dynamisches Werk schafft. Der Autor nahm die Aufstellung der Bronzeplastik ,.Hiob" im Museum von Tel-Aviv zum Ausgangspunkt seiner auch sprachlich hervorragenden Auseinandersetzung mit diesem Künstler, dessen markanteste Aeusserungen über seine eigenen Arbeiten aus Briefen und Gesprächen in dem interessierenden Buch vereinigt werden konnten. Immer wird der Zwiespalt' des Bildhauers zu seinem eigentlichsten Arbeitsgebiet, dem ärztlichen Beruf, betont, und so ist ein menschlich ebenso wie ästhetisch und künstlerisch interessierendes Leben vor uns aufgebaut, das . weit über den Rahmen eines Kunstbuches hinaus fesselt. Und man wird dazu angeregt, nach Möglichkeit Originale dieser gedankenschweren Plastiken zu'sehen, die ja allein das abschliessende Urteil im Buch der Kunstgeschichte geben können. O.B. Heek Mkfst Mi d&t lesen die C. -V.-Z e i t u n g. Je höher die Auflage, desto grösser unsere Leistungsfähigkeit. Helfen Sie uns werben! Geben Sie diesen Bestellzettel l hr en F reund en l Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung 99 Pfennige für die Monate April, Mai und Juni zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pfennigen zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Name: _■ _,_ Ort:_________ Strasse:____■ ' ' ' Ausschneiden und mit 3 Pfg.' frankiert (oder unfrankiert) senden an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W15. Emser Strasse 42. J 2. Oliva 8141.