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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-11 · 10 (11.3.1937) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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bundes liier geschaffen wurde. .Unten Räume für die vorläufig einklassige Schule und die Verwaltung der Gemeinde. Im ersten Stock eine moderne Gaststätte mit vorbildlicher Küche und anheimelnden Gasträumen. Im zweiten Stock, durch eine Klappwand zu teilen, ein grosser Saal mit kleiner Bühne, der bequem 300 Personen zu fassen vermag. Hier finden die Veranstaltungen des Kulturbundes statt, der aus dem vor 82 Jahren gegründeten Jüdischen Lese verein hervorgegangen ist. Hier kann geturnt werden, kurzum, das gesellige Leben der jüdischen Ge- -ffiemde hat eine schöne Stätte gefunden. Darüber befinden sich schliesslich noch Wohn- und ausgedehnte Bodenräume. Es dürfte kaum eine zweite jüdische Gemeinde dieser Grösse in Deutschland geben, die mit einer ähnlich mustergültigen Institution aufzuwarten hätte. Man bedenke: Die Gemeinde zählt noch nicht 400 Seelen und ihr Etat erreicht allein für lokale Zwecke 30 000 — RM, wozu weitere 17 000 RM Landesumlage treten. Diese Leistung war nur durch das reibungslose Zusammenarbeiten der für das Gemeindewohl verantwortlichen Vertreter möglich. Es sind dies: Rabbiner Dr. Julius Cohn, Fritz E s s i n g e r (Vorsitzender der zionistischen Vereinigung), Dr. Leopold Hirsch (langjähriger Vorsitzender der Ortsgruppe des C.-V. und Vorsitzender der. Gemeinde), IL-A. Ernst Moos (Leiter des Kulturbundes), Emil 'Gundelfinger und schliesslich Hugo R o s e n t Ii a l (Leiter des Landschulheims Herrlingen). Der C.-V. gedenkt in .diesen Tagen mit besonderer Dankbarkeit .seines verdienstvollen Ehrenvorsitzenden R.-A. S. Mo p s, Üer am 3. Tebruar. seinen 75.. Geburtstag feiern koniite. J Auch für Ulm gilt das, was von Stuttgart gesagt wurde. Im öffentlichen Leben war die Gemeinde als solche angesehen, ohne dass Einzelpersonen allzu sehr in den Vordergrund getreten wären. Immerhin sehen eine ganze Anzahl Unternehmungen, die. noch vor einem Jahr etwa 1700 Menschen beschäftigten, auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück, die ihren Ruf weit über Stuttgart hinausgetragen hat. Es befinden sich darunter Lederfabriken, ein Hüttenwerk, eine Malzfabrik, deren jüdisches. Stammhaus vor 112 Jahren gegründet wurde; bedeutend sind das Textilgewerbe in allen seinen Zweigen (Industrie, Gross- und Einzelhandel), "der Eisen- und Metallgrosshandel. 106 Söhne der Gemeinde nahmen als Frontkämpfer ain Welt- * krieg teil, 33 wurden verwundet, 22 kehrten nicht mehr zurück. Ihre Namen sind auf dem Gefallenendenkmal des jüdischenFriedhofs verewigt. Trotz aller Sorgen, die aus den Unterhaltungen klingen, verlässt man auch diese Stadt In dem Bewusstsein, dass die Männer, die sieh um das Schicksal der kleinen Gemeinde sorgen, mit Erfolg bemüht sind, sie mit den Gegebenheiten unserer Tage in Einklang zu bringen. Das heisst, den hier besonders schweren Versuch zu unternehmen, in der Enge den Blick für die Weite zu bewahren, über dem Alltag nicht das Gefühl der Verbundenheit zu ■vergessen, das uns in die Kette der Jahrtausende einreiht als Glieder, die eine Funktion zu erfüllen haben. . Wir müssen weiter. Die Zeit drängt. Durch die verschneite Landschaft geht es in wenigen Minuten wieder zur Bahn, Wir steigen in den Schienenzepp und finden in sausender Fahrt den Anschluss an die Wirklichkeit. Während des Dahingleitens, während draussen die Lichter vorbeihuschen,, sucht man die Eindrücke des Tages zu sammeln. Er begann am frühen Morgen in Stuttgart. Er führte über Ulm nach Herrlingen — wovon in einer der nächsten Nummern berichtet werden soll — und endet am Abend in München. Der Wagen ist hell und draussen das Land ist dunkel.' Man würde schlafen, wenn die Strecke, die zu durchfahren ist, nicht so kurz wäre. So schlägt man ein Buch auf, das den schlichten Titel „Schwäbisch" trägt und von Sebastian Blau im Jahre 1936 geschrieben wurde. In ihm wird mit viel Humor, aber auch mit viel menschlichem Verstehen und einem grüblerischen Geiste das Wesen der Schwaben enthüllt, deren Städte man gesehen und in deren Bereich das nie abreissende und stets sich erneuernde jüdische Leben abrollt. Siegfried Schwarzschild, Stuttgart, feiert heute, am 11. März, seinen 60. Geburtstag. STUTTGARTER UNTERNEHMUNGEN Lippraaen Wolff & Söhn G.m.b.H. Stuttgart-Zuffenhausen * Lumpensortieranstalt llllllll Gebrüder l*oeb Mechanische Trikotwareniahrik STUTTGART J. Rosenbusch l Co. 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