Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 9 (4.3.1937)
- Date
- 1937-03-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Das jüdische Plakat / sonen. Merkwürdig ist cfas Auge des Erzählers, er blickt lieber in die dunklen Tiefen des Innern, als klar auf die Dinge, die er fast niemals plastisch und anschaulich gestaltet. Selbst die Hauptpersonen werden nie ganz deutlich, die Nebenpersonen noch weniger, wohl aber eine Gestalt, die gewichtig und bedeutsam in diesen Kreis junger Künstler tritt: der alternde Mime Doppenheim in seinem Komödiantentum, unter dem sich echtes, gutes Wollen birgt. Trotz mancher Einwände ist zu sagen, dass ein ehrlicher, ernster Klang durch das Buch weht, eine traurige Melodie von Leid, Kampf und Glück. Diese herbe Melodie wird nach Moll hin variiert: gut ist das Mädchen und gut ist schliesslich das Schicksal. Möge es auch dem Verfasser wohlgesinnt sein ... — us Sigrid Undset: Ein Fremder. Bru.no- Cassirer-Verlag, Berlin. Dies Buch enthält vier kleinere Erzählungen der grossen norwegischen Erzählerin, die vor einigen Jahren den Nobelpreis erhalten hat. Aber jede dieser Geschichten ist eigentlich ein richtiger Roman, ein Roman, der weniger in die Breite als in die Tiefe geht. Denn darin hat Sigrid Undset unter den erzählenden Frauen der Gegenwart kaum ihresgleichen: in ihrer Kenntnis des weiblichen Herzens und der Fähigkeit, die schwersten, schwebendsten, drückendsten und seligsten Gefühle solcher Herzen in ganz einfacher, jedem verständlicher, ganz zarter, und doch unzimperlicher Art zum Ausdruck zu bringen. Dies sind hier lauter Schicksale von kleinbürgerlichen Frauen und Mädchen — alle haben es nicht leicht in ein arbeitsames, freudenarmes Durchschnittsdasein gebannt. Aber alle ringen 6ich, nach mancherlei Verzicht, zu einem Glück durch, meist mittels einer guten, festen Liebe zu einem Mann, der es auch nicht leicht hat. Wiewohl eigentlich ziemlich gleichgültige Schicksale, aus einer uns fernen und fast verschollenen Welt, so müssen sie doch jeden Leser tief ergreifen, denn was sich hier keusch, aber unerbittlich entschält, sind die ewigen Gefühle, Geheimnisse, Leiden und Beglückungen des menschlichen Herzens. kp. Siegfried Trebitsch: Die Dritte. Herbert Reichner Verlag Wien. Der Uebersetzer sämtlicher Werke G. B. Shaws seit vielen Jahrzehnten ist ebenso lange schon ein bewährter Erzähler, dem es stets gelingt, in seelische Tiefen zu dringen. Diesmal schildert er in seiner grossen Erzählung oder seinem kleinen Roman. ..Geschichte eines Herzens" unterbetitelt, einen seltsamen Durchschnittsmenschen, kleinen Wiener Staatsbeamten, dessen Besonderheit es ist. dass er stets kranke, leidende, sterbende Mädchen lieben muss, denen er. der Ehescheue und sich doch nach bürgerlicher Bindung Sehnende, erst einen Heiratsantrag macht, wenn sie bereits verloren sind. Und als er schliesslich einer gesunden, ehrgeizigen, selbstbewussten Filmschauspielerin verfällt, da wird er selbst krank, gewinnt sie durch sein Leiden und erlebt nun an sich das Schicksal jener armen Kreaturen, die er bisher liebte und beglückte ... bis ihn diese starke Geliebte ausgelaugt und elend zurückiässt. Das ist mit viel seelischem Spürsinn spannend erzählt von einem reifen Schriftsteller, dessen Menschenkenntnis weit über diesen Sonderfall hinaus überzeugend und eindringlich wirkt. kp. Walther Tritsch: Wallenstein. Verlag Julius Kittl Nachf., Leipzig-Mähr. Oslrau. Seit der Zeit, da Schillers „Wallenstein' auf der Bühne erschien, hat die Gestalt des „Friedländers" immer wieder angeregt und interessiert, besonders durch die merkwürdige Mischung seines Wesens aus verstandesmässiger Klarheit und dunkler Mystik, aus Nüchternheit gedankenklare Monographie über Moses, die als erster Band der Sammlung Religio 192S in München erschienen ist, ein Hörspiel „Israel", einen Essay „Volk zwischen Nationen", der das Zwiespältige jüdischen Schicksals zu deuten versucht, viele einzelne Aufsätze und unzählige künstlerische Blätter über biblische Stoffkreise. Ich erwähne diesen Umstand nicht deshalb, weil es jüdischer Thematik bedürfte, um einen jüdischen Künstler als solchen zu legitimieren. Allein die Unbedingtheit gläubiger Hingabe an das aufgetragene Werk trotz widrigster äusserer Umstände würde genügen, um ihm die Prägung unserer geschichtlichen- Art aufzudrücken. Aber dieser Hinweis mag geeignet sein, jüdische Gewissen stärker aufzurühren als es sonst erwartet werden könnte. „So wenig Oesterreich reich genug ist, um das gewaltige geistige und moralische Kapital, das dieser Oesterreicher Uriel Birnbaum darstellt, ungenutzt lassen zu dürfen, so wenig ist wohl die Judenheit reich genug an sittlichen und moralischen Kräften, um diesen Juden Uriel Birnbaum vernachlässigen zu dürfen." Solche Sätze aus der Feder eines Nichtjuden wie Graf Polzer Hoditz sind wirklich ein wenig beschämend. Werner Cahnmann. Ein neuer Friedländer Max J. Fricdiänder: Anthonis 3Ior und seine Zeitgenossen. A. W. Sijthoff s Uitgeversmij, Leiden. Mit diesem dreizehnten Band seines Hauptwerks, das zugleich das Staudardwerk über die altniederländische Malerei, nicht nur in deutscher Sprach? ist. steht nur noch der Bruegel- Band aus, mit dem der . einstige Leiter des Kupferstichkabinetts und , des Kaiser.-Friedrich- Museums das kostbare Tafelwerk und den unbestritten zuverlässigsten Oeuvre - Katalog abschlössen will. (Ein letzter, fünfzehnter Band der „Altniederländischen Malerei" dürfte als "Nachtrag für Berichtigungen und Ergänzungen — Besitzerwechsel usw. — geplant sein.) unci Schicksalsglaube. Tritsch gibt in seinem Buche ein Bild von dieser gegensätzlichen Zweiheit in der Persönlichkeit des grossen Generals, dessen einzigartige Feldherrntalente bekannt sind, dessen andere Seite des Wirkens aber nicht so allgemein zutage tritt: seine Leistungen als grosser „Wirtschaftler", um ein modernes Wort zu gebrauchen. Wallensteins Tätigkeit auf diesem Gebiet bringt ihn in den Ruf eines „Raffers und Besitzgierigen", sie verschafft ihm aber andererseits die Mittel, an seinem grossen Werk zu bauen: inmitten der immer mehr verelendenden habsburgischen Erblande ein blühendes Staatswesen zu schaffen. Von welch weitem staatsmännischen Blick zeugt auch sein Plan, eine starke Zentralmacht im Reiche zu schaffen und den Kaiser unabhängig von den Fürsten zu machen! Dass dieser Plan an dem Kaiser selbst scheitert, und dass Wallensteins Friedensbesirebungen der Glaubensfanatismus seines Herrschers zum unüberwindlichen Hindernis wurde, das ist das tragische Geschick eines Mannes, der, wenn er nach den Sternen greift, vorher die Sterne befragen zu müssen glaubt. Der Leser des umfangreichen Buches, das manchmal durch die langatmigen Schilderungen der hin und her marschierenden Truppen "ermüdet, wird gepackt und erschüttert durch die Darstellung der tragischen Verkettung der Lebensumstände des genialen Mannes, der vom kleinen Edelmann zum Reichsfürsten emporsteigt, dem sein Sohn und Erbe als Kind stirbt, der von Erfolg zu Erfolg eilt und der mit 40 Jahren schon ein alter, kranker und müder Mann ist. Interessante Bilder, darunter das Kepplersche Horoskop Wallensteins, begleiten den Text, eine ausführliche Quellen- und Literaturangabe schliesst ihn ab. Dr. E. Fr—1. Ferdinand Mayr-Ofen: Ludwig II. ron Bayern. E. P. Tal & Co., Leipzig und Wien. Ludwig IL, König von Bayern, war es, der Richard Wagner mit der Hingabe des Liebenden ans Licht des Erfolges gehoben hat, er zugleich war es, der unter Wagners fortwirkendem Einfluss die Bismarckscbe Reichsgründung ermöglichen half. Beide Ereignisse, die Krönung romantischer Politik und die Vollendung des romantischen Gesamtkunstwerks, haben zugleich das Zeitalter der Romantik beendet und eine neue Epoche eingeleitet. König Ludwig war der Wirklichkeit, die er selbst hervorgerufen hat, nicht gewachsen, sie aber war „das Mächtige, was man auch sage*', und an ihr ist er zugrunde gegangen. Aber an der Dumpfheit der ihm entgegenstehenden Welt gemessen, bleibt jeder Zoll an ihm ein König. „Ich habe den König Ludwig stets begriffen. Denn in unserer Zeit ist etwas so Merkwürdiges, undefinierbar Rohes über die Menschen gekommen, dass fast keiner, der feinfühlend ist und Höheres erstrebt, unter ihnen leben kann." So spricht zwei Jahre nach Ludwigs Tod. 1SSS. Cosima Wagner zu Elisabeth von Oesterreich. Mit diesem Satz ist die Tragödie des königlichen Schwärmers dem Bereich persönlichen weitentrückten Schicksals entrissen und in den Ablauf eines allgemeinen Prozesses hineingestellt. " Ca.' Das Sekretariat für bildende Kunst eröffnet am 7. März in Berlin, Marburger Strasse 5, eine neue Ausstellung: „Das jüdische Kind in der bildenden Kuns t", Werke Berliner Künstler. Die Ausstellung ist täglich (ausser Sonnabends) von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Der Lektor für Blindenkunde an der Universität Prag, Dr. Ludwig Cohn, wurde am 22. Februar 60 Jahr alt. Cohn erblindete in seinem siebenten Lebensjahr. Er studierte trotzdem, erwarb sich den juristischen und philosophischen Doktor und arbeitete führend im Blindenwesen. Bis 1933 war er Dozent für Blindenkunde an der Universität Breslau. Dank seiner Autorität auf diesem Gebiet brauchte sich Friedländer nicht auf die Museumsbestände und die wichtigsten Privatsammlungen zu beschränken, dem Gutachter kamen auch entlegenere Stücke auf Versteigerungen und im Kunsthandel unter: so gelang es ihm, auch kleinere Meister im Gefolge der Grossen zu indentifizieren, die als Zwischenglieder künstlerischer Entwicklung manchmal Zusammenhänge mehr aufhellen als Genies. So einen Künstler, dem er den Notnamen „Meister der vierziger Jahre" gibt, und der wie der grosse Anthonis Mor im Porträt bedeutend ist, Dirk Jacobsz, dem das erste niederländische Gruppenbild nachzuweisen, und der ein Meister der „Hände" ist, oder Jan Swardt van Groningen, von dem er eine Tafel „Adam und Eva" abbildet und eine andere, „Abraham und Melchizedek", erwähnt. Biblische Themen im allgemeinen und alttestamentarische im besonderen sind keine Seltenheit in der altniederländischen Kunst und der des 15. und 16. Jahrhunderts überhaupt. Aber es ist nicht ganz reizlos, einmal die biblischen Darstellungen Revue passieren zu lassen, die in dem Zeitabschnitt des neuen Friedländer-Bandes auftauchen. Jan Massys, Quintens Sohn, hat die „Heilung des Tobias" und „Elia mit der Witwe von Sarepta" gemalt, aber charakteristischer sind für ihn jene biblischen Themen, die ihm Gelegenheit geben, den Frauenleib nackt oder wenig verhüllt zu zeigen: Loths Töchter. Judith, Batheseba, Susan na. Unorganisch in den Boden des Nordens eingepflanzte Palmen sollen südliche Landschaft vortäuschen. Bieter Aertsen, von dem ein „Götzendienst Nebukadnezars" bekannt ist, nimmt biblische Szenen zum Anlass, sie unbedenklich mit Stilleben zu. koppeln; Herri met de Bles, der es noch als den Sinn der Landschaftsmalerei auffasst, Landschaften zu „konstruieren", setzt in ein solches Landschaftsmodell das „Opfer Abrahams", und eine, die er für besonders schön „aufgebaut" hält, nennt er „Das Paradies". Willem Key. als Porträtist begreiflich genug gelegentlich mit Anthonis Mor Im Jüdischen Museum ist eine sehr reizvolle Ausstellung eröffnet worden, in der man einen Ueberblick über ein Grenzgebiet künstlerischen Schaffens, über die Betätigung jüdischer Plakatkünstler gewinnt. Zwei Sammlungen sind es, die wertvolle Bestände für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellten: aus seiner 12 000 Plakate umfassenden Kollektion hat der Berliner Kunstfreund und Zahnarzt Dr. Hans Sachs Leihgaben zusammen mit der Museumsleitung ausgewählt, während das Palästina-Kultur- Archiv sehr interessante Bestände aus der Sammlung Abraham Rosenblüth lieh. Weiss man. dass schon in Paris, der Wiege der Plakatkunst, Jules Cheret das Blatt für die Pariser Uraufführung von Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt" schuf, und dass allein unter den 800 französischen Blättern der Privatsammlung Sachs allerlei vorhanden ist, was jüdische Menschen interessieren könnte? Im Jüdischen Museum sind an den Wänden alle die Originale zu studieren, die auch den ausgesprochen Berliner Plakatstil dokumentieren: Jüdische Maler wie Edmund Edel, Julius K 1 i n g e r (der jetzt in Wien arbeitet), Paul Lern", E. M. Lilien, Josef Oppenheim er, Max Op.penheimer (Mopp), Orlik, Julie Wolfthorn und sehr viele andere zeigen ihre witzige und schlagkräftige Art, die sich dem Tempo und dem kessen Humor der Reichshauptstadt bestens anpasste. Sehr interessant zu verfolgen, wie sich dem knappen Sachplakat nach und nach das gehämmerte Schriftplakat hinzugesellt. Die Arbeiten eines des Grössten auf diesem Gebiet, Lucien Bernhards, der werbetechnische Aufträge sehr glücklich in die Sprache der Plakatkunst übersetzt, zieren im Museum eine ganze Wand. Louis Oppenheim formt seinen eigenen Stil, und Fragen kulturgeschichtlicher, reklametechnischer und wirtschaftlicher Art finden in den vielen Plakaten, die Dr. Hans Sachs in einer verwechselt, hat von dem „Akademiker" Lambert Lombard profitiert, der das Zeug zu einem „Vasari des Nordens" hatte, aber es vorzog, zu malen: Dessen archäologischen Kenntnissen verdankt seine „Susanna im Bade" den Badetrog — einen römischen Sarkophag, in den ein Marmor- Amor aus einem naheliegenden Körperteil Wasser einlässt. Frans Floris zeigt sich als Gestalter von Adam und Eva, Kain und Abel, Loths Töchtern, dem Urteil Salomos und ebenfalls einer Susanna; ein entschiedener Vorgänger von Rubens, während eine antike Darstellung „Diana und Aktäon" bereits an Ingres . denken lässt. Auch Marten van Heemskerk, von dem es eine „Eherne Schlange" und zwei Jonas- Bilder, „Trauer über Ninive" und die „Kürbisstaude" gibt, macht Vorstösse in der Richtung auf den Barock: sein Gemälde „Juda und Thamar" (im Jagdschloss Grunewald) verrät seine fragwürdige Kenntnis orientalischer Kleidung — Juda trägt einen Turban — und greift wie auf Bildern altniederländischer Genrekunst nach Thamars Brüsten. Ein vorrembrandtisches . Werk, wobei der Hauptton auf dem „vor" liegt und die Wegrichtung doch schon sichtbar ist. Wie die biblischen Themen nur ein Teilgebiet der altniederländischen Kunst sind, und zwar ein verhältnismässig kleines, so ist Friedländers Werk über die altniederländische Kunst .mit seiner Anleitung, die erwähnten Schöpfungen zu betrachten, natürlich nicht zulänglich gewürdigt. Aber es lag nahe, dies kleine „Hausmuseum . altniederländischer Kunst" einmal unter solchem Gesichtspunkt zu durchblättern — Ansehen und Ruhm des gelehrten Forschers braucht auch im jüdischeu Raum keiner neuen Bestätigung. Dr. Lutz Weltmann Pessach. Arbeitsplan und StoHsammlung. Zusammengestellt von Bernhard S. Jacobson. Tenuat Tora wa Awoda in Deutschland. Hamburg 13, Grindelhof 66. „Dreissig Tage vor dem Pessachfeste beginne man sich zu informieren . . heisst im Schulchan Arüch. Das vorliegende Büchlein ist ein Zur Ausstellung des Berliner Gemeinde-Museum3 fast vierzigjährigen Sammeltätigkeit vereinigte, ihren Niederschlag. In der Ausstellung freut man sich, au Originaldrucken von Plakaten den koloristischen Reiz studieren zu können, man lernt hier, dass es nicht um einfache Maueranschläge -geht, sondern um das eigentliche Künstlerplakat. Und diesen Eindruck vermittelt auch der .andere Teil der Schau, der die palästinensischen Plakate vorführt. Ganz gegenwartsnah sind diese Arbeiten, sie führen mitten hinein in das pulsierende Leben des Landes. Dass das Toscanini- Konzert auf englisch und hebräisch, auf zwei verschiedenen Plakaten angekündigt wurde, dass das „Land des Lächelns*' mit Richard Tauber überaus künstlerisch und zugleich schlagkräftig plakatiert ist, dass es Wahlplakate in den palästinensischen Städten von ungeheurer Zugkraft gibt, das alles kündet diese Zusammenstellung von Plakaten aus der Sammlung Rosenblüth. Verschiedene Druckereien und manche Meisternamen begegnen: Lachs, Henschel, Eisner, R. Deutsch. Die Museumsleitung hat darüber hinaus in einigen Proben den Stand des zeitgenössischen jüdischen Plakats in Deutschland vor Augen geführt: Man sieht in dieser Abteilung moderne Arbeiten von Fred G o 1 d b e r g, Kurt Löwenstein, Frau Frankenthal und Gretel Wiesenthal.- Dr. Olga Bloch. Das Jüdische Museum, Berlin, gibt eine Serie Ansichtskarten heraus, die Bilder und Kuligegenstände aus der Sammlung des Jüdischen Museums wiedergibt. Die Photographien von Grete Karplus bringen das Stoffliche der Gegenstände und die Farbigkeit der Bilder sehr schön zum Ausdruck. Die erste Serie, die sechs dieser Originalphotographien enthält, ist zum Preise von 1 RM durch die jüdischen Buchhandlungen und im Jüdischen Museum, Berlin, zu beziehen. Fol. Grete Karplus vollkommenes Informationsmittel über Pessach. es beginnt mit der Darstellung von Namen und Bedeutung des Festes, bringt dann die wichtigsten Einzelheiten über den Monat Nissan, das Fasten der Erstgeborenen, Feier und Vorschriften zur Zeit des Heiligtums und „zu allen Zeiten"4, über Chamez, Mazza, Ssederhalten. Omerzählen und schliesslich, sehr dankenswerterweise, über die Texte, Tora, Kaftora, Hallel, Haggada. Talgebet und Lied der Lieder. Für wen ist diese Zusammenstellung? Lehrern und Jugendführern soll sie die Arbeit erleichtern, Schülern ein Rückhalt in der systematischen Erarbeitung der Inhalte werden. Jacobsons ' System dabei ist folgendermassen. Beim Lied der Lieder etwa wird zunächst nach Schulchan 'Aruch und anderen Quellen der Brauch, es am Schabbat Cholha-Moed zu lesen, konstatiert, dann wird es durch ein Midrasch-Zilat literarisch fein eingeordnet und schliesslich zur Deutung aus Josef Carlebachs grossem Werk ein bezeichnender Abschnitt angeführt. Trachten der Alpenländer. Unter diesem Titel erscheint Mitte März im H « rbert R e i c h n c r Verlag, Wien—Leipzig—Zürich, ■ein Werk, das auf 30 Tafeln in zehnfarbigem Offsetdruck die \hbiichingen von 400 vorbildlichen Traehtenstü:.-ken der Alponlfinder bringt., gezeichnet getreu nach den Originalen in den Museen in Berlin. Bozen. Kredenz, Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien. Das Geleitwort schrieb Hans v. H a m m er s t c i n. Jeder Bildtafel stehen die erklärenden Beschreibungen der Stoffe und Macharten in deutscher, englischer und französischer Sprache gegenüber. Im Alter von 52 Jahren ist in Baltimore •Dr.- Gustav Grün bäum,, ein bekannter jüdisch-amerikanischer Philologe, gestorben. Während der letzten 26 ' Jahre" hielt Dr. Grünbaum Vorlesungen über italienische Literatur an der John-Hopkins-Universität. Aus Anlass seines 50. Geburtstages waren ihm von der italienischen Regierung für seine Verdienste um die Verbreitung der Kenntnis der •altitalienischen: Literatur hohe Auszeichnungen verliehen worden. # Mit einer Weihepredigt von Rabbiner G. d e Lange wurde in einem . westlichen Vorort Amsterdams eine neue Synagoge eingeweiht.