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Central-Verein-Zeitung · 1937-02-18 · 7 (18.2.1937) · page 20

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Jüdisches Leben Hans Liebeschütz: Das Mittelalter In der Montag-Vortragsreihe der Lehranstalt für' die Wissenschaft des Judentums, Berlin, sprach Dr. Hans Liebeschütz über „Das Mittelalter im Wandel der Geschichtsauffassung seit Jacob Burckhardt". Geschichtsbilder sind nichts Festes und Endgültiges, sie ändern ihr Aussehen mit jeder neuen Erfahrung und mit jeder andersartigen Ausdeutung. Auch der einzelne Geschichtsforscher ändert seine Ansicht über einzelne Perioden der Geschichte. So hat etwa Jacob Burckhardt zwar grundsätzlich das Mittelalter als etwas Dunkles und Dumpfes, als Vorstufe und Uebergang zur hell leuchtenden Renaissance angesehen; aber in seiner Jugend wie auch in seinem spätem Alter finden sich vereinzelte Bemerkungen, in denen er das Mittelalter als eine Periode der Helle bezeichnet. — Wilhelm Dilthey dagegen betrachtete das Mittelalter unter dem Aspekt der Selbstbesinnung und der Verweisung des Menschen auf sich selbst; diese seit den Tagen der Kirchenväter immer stärker sich ausprägende Entwicklung scheiterte daran, dass die Kirche nicht nur seelenrettende Anstalt sein, sondern auch ein für allemal gültige Aussagen über den Kosmos zwangsweise zur Anerkennung bringen wollte. Daher stand Dilthey dem Mittelalter scharf ablehnend gegenüber; 'lediglich die mönchische und mystische Richtung, verkörpert etwa im Heiligen Bernhard oder Franziskus, wurde von ihm bejaht. — Wieder völlig anders steht Huizinga zum Mittelalter: er sucht in den Formen das Leben selber wiederzuerkennen. Die Verwandtschaft des heutigen Menschen mit manchen Bildern des 15. Jahrhunderts beruht ihm daher nicht auf Gleichheit, sondern auf einer Gegensätzlichkeit. — Ernst Kantorowicz schliesslich gelangt in seinem Buche über den Staufenkaiser Friedrich II. zu einer völligen Umwertung der Auffassung von Burckhardt und Dilthey. Das Mittelalter ist ihm die Zeit der Vorzivilisation, der ungebrochenen Kräfte, wo Idee und Tun. Wort und Tat eines waren. Lebendigkeit und Stärke des Menschen waren durch Vernunft und Zweckdenken noch nicht dünner geworden. Dem Menschen des 20. Jahrhunderts wird der Mensch des Mittelalters vorgehalten als das eigentliche Beispiel, wie er sein muss, wenn er ein grosser Mensch sein will. Gü. Lo. Gabe und Aufgabe der Prophetie In einer Veranstaltung des Kreises im Jüdischen C.-V. und der Franz-Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung, Hamburg, behandelte Rabbiner Dr. Jakob (Augsburg) in einem grossangelegten Vortrag .^Gabe und Aufgabe der Prophetie". Einleitend befasste sich der Referent mit der psychologischen Erklärung des Wesens der Prophetie. Der Referent ging von der Erörterung der Unterschiede zwischen den Newiim (Saul u. a.) und den grossen Propheten aus. Die Prophetie sei eine der stärksten Gottesbeweise. Die Aufgabe der Prophetie sei eine zeitlose; der äusseren Nachwelt setzen die Propheten die Welt des Geistes gegenüber. Durch ihr Wirken werde Antwort gegeben auf die letzte menschliche Frage, wie Gott sich kundtue. Zeuge Gottes sei der Prophet auf der Welt; selbst seine Leiden finde er erklärt und verklärt. Eine Brücke zwischen Himmel und Erde haben sie uns errichtet. So stellt die Prophetie nach Gabe und Aufgabe die höchste Stufe des Menschseins dar. S.E. Begabte und geniale Familien In der B r e s 1 a u e r Ortsgruppe der Gesellschaft für jüdische Familienforschung sprach Professor Dr. Ernst Mathias über „Begabte und geniale Familien". Die Grenzen zwischen Begabung und Genialität sind nicht nur nach dem Standpunkt des Betrachters, sondern auch den Tatsachen nach fliessend. Aufstieg und Verlöschen bedeutender Familien, unerschöpfliche Themen, wurden besonders oft vom naturwissenschaftlichen Standpunkt aus behandelt. Der Redner skizzierte u. a. Werke von Galton, de Candolle, Wilhelm Ostwalds Werk „Grosse Männer, Versuch einer Klassifikation in „romantische" und „klassische" Begabungen" und ging ausführlicher auf Reibmayrs „Die "Entwicklungsgeschichte des Talents und Genies" ein. Die Erfahrung lehrt, dass es eine besonders sichtbare Vererbung von mathematisch - naturwissenschaftlichen Anlagen gibt; damit verwandt ist die musikalische Anlage. Beachtenswert ist die Häufung hervorragender, vielfach künstlerischer Begabungen im mittleren Italien (Dante, Boccaccio, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Ghirlandajo, Lorenzo di Credi, Raffael, Galilei, Macchiaveili, die Medici u. a.). — Langsamer Aufstieg ist der Entstehung bedeutender Familien günstiger als schnelles, mehr konjunkturbedingtes Emporkommen. Professor Mathias erläuterte an einer. Reihe von Beispielen die in den verschiedensten Gliedern einer Familie ■ sich wiederholenden Begabungen. So behandelte .er u. a. die schwedische Familie Nobel, die er bis 1696 zurückverfolgte, den Naturforscher Sir Francis Galton, dessen Vetter Charles Darwin, und weitere ' bedeutende Angehörige dieser ■ Familie mit verwandten geistigen Anlagen, die Familien della Robbia, Galilei, "de Candolle u. a. Sehr vielseitige Begabungen finden sich in der Familie Feuerbach (Archäologie, Mathematik, -Philosophie, Rechtswissenschaft, Malerei), ausgesprochene mathematische Begabungen durch Generationen hindurch in der Familie Bernoulli. Bei jüdischen Familien finden wir gleiche Erscheinungen. Hier nannte der Redner die Familien Mendelssohn, Rothschild, die Familie Bernstein (der Sohn des Schriftstellers und Politikers Aron Bernstein ist der Physiologe Julius B., der Enkel der Mathematiker Felix B.) und die drei in der medizinischen Wissenschaft hervorragenden Vettern Paul Ehrlich, Carl Weigert und Julius Wolff. Sehw. Generalversammlung der Gesellschaft für Jüdische Familienforschung Im Hause von Justizrat Dr. Wilhelm Bernstein, Berlin, fand die diesjährige Generalver- .Sammlung der Gesellschaft für' Jüdische Fa- — jüdischer Geist milienforschung statt Der Vorsitzende, Dr. Arthur C z e 11 i t z e r, sowie der Schriftführer, Albert J. P h i e b i g, erstatteten den Jahresbericht; sodann erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, die von Justizrat Dr. Magnus geleitet wurde. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Nach Erledigung der weiteren Tagesordnung hielt Kurt Schwerin (Breslau) einen Vortrag über „Jüdische Industriellen-Familien in Schlesien". Der auf profunder Beherrschung des Stoffs aufgebaute Vortrag bot eine Fülle des Interessanten. Es gibt wohl kein Gebiet, auf dem jüdische Initiative und jüdischer Weitblick sich nicht anregend und führend beteiligt hätten. Namen wie F. V. Grünfeld, Meyer Kauffmann, S. Frankel (Neustadt), I. Rinkel (Landeshut), Dorndorf, Huldschinsky, Hahn, Schottländer, Pringsheim, Friedländer-Fuld waren um die Jahrhundertwende fast zu Begriffen geworden und sind auch der heutigen Generation noch bekannt. Die Firmen die von den Männern, die Träger dieser Namen waren, gegründet wurden, haben 100 und mehr Jahre bestanden und bestehen teilweise heute noch, wenn auch viele von ihnen nicht mehr in jüdischem Besitz sind. qln Neisse und Hirschberg, in Sagan und Liegnitz, in Leobschütz, Landeshut, Ziegenhals, Reichenberg, Glogau. Gleiwitz waren jüdische Industrielle führend tätig, von Breslau gar nicht zu reden. Ausserordentlich aulscÖussreicfi "waren. aucH 3Te verwandte cfiaftliche-n Beziehungen dieser Familien: hier tauchen Namen wie der d«s Botanikers Ferdinand Cohn, der Mediziner Albert Neisser und Paul Ehrlich, der drei begabten Brüder Gustav Holländer (Stern'sches Konservatorium), Felix Holländer (Romanschriftsteller) und Viktor Holländer (Operettenkomponist) auf. Gü. Lo. Arbeitsbesprechung der Leiter jüdischer Erziehungsheime Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Am 10. und 11. Januar 1937 fand eine Arbeitsbesprechung der Leiter und Leiterinnen der jüdischen Erziehungsheime in Deutschland in Form einer Freizeit im Jüdischen Erholungsheim Lehnitz statt, zu* der gemeinsam die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentrahvohlfahrtsstelle und die Vertretung der Anstaltsleiter und -leiterinnen eingeladen hatten. Betty Rothschild, frühere Leiterin der Jüdischen Kinder- und Jugendheime „Ahawah" (Berlin), sprach über die „Notwendigkeit der Spezialisierung der Heime, Einrichtung von Beobachtungsstationen, Frage, ob Heime, Sonderheime oder Familienerziehung, Länge der Unterbringung", Dr. Siegfried Rothschild (Dinslaken) und Direktor Bein (Beelitz) über „Normalheime oder Sonder- "heime, unter besonderer Berücksichtigung von Schwachsinnigen- und Psychopathenheimen", und Dr. L u b i n s k i über „Aktuelle Fragen der Antfaltsfuiirung tl a. B'enifsfragen 'der Jugendlichen mit besonderem Hinblick auf die Auswanderung, Siedlungs-, Steuerfragen u. ä.". — Eingehend wurden die Aufgaben der Erziehungsheime im Hinblick auf die berufliche Vorbereitung, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Heime, zum grossen Teil bedingt durch die geringen Pflegegelder und die durch die neue Steuergesetzgebung erheblich vergrösserte Steuerbelastung erörtert. — In einem Zusammensein der Anstaltsleiter und -leiterinnen, das den Abschluss der Tagung bildete, wurden organisatorische Fragen, besonders die Zusammenarbeit zwischen Anstaltsleitung und Kuratorium, sowie die Frage des Nachwuchses und der Praktikantenausbildung und die Fortbildung zum Gegenstand einer Aussprache gemacht. Die Thora-Lehranstalt Jeschiwa in Frankfurt a. M. Vor über vierzig Jahren hat der verstorbene Frankfurter Rabbiner Dr. Salomon Breuer die Frankfurter Jeschiva, eine Lehranstalt, die ausschliesslich dem Thorastudium dient, eröffnet, In ihren Räumen in der Friedberger Anlage beherbergt sie heute etwa 150 Hörer aus den verschiedensten Ländern West- und Osteuropas. Das Sommersemester beginnt am 1. Ijar (12. April). Die Anmeldungen sind mit Zeugnisabschriften jetzt schon an den Rektor der Lehranstalt, Rabiner Dr. Josef Breuer, Frankfurt a. M., Friedberger Anlage 4, zu richten. ffiii k?n/ifliffi[?] Mode-Strömungen in der Philatelie Wie auf jedem anderen Kunstgebiet oder jeder anderen Liebhaberei gibt es auch innerhalb der Briefmarkenkunde Moderichtungen und Strömungen, die örtlich _ oder zeitlich begrenzt sind, ihre Anhänger und Gegner haben, für und wider Abhandlungen und Broschüren geschrieben und veröffentlicht. Es dürfte deshalb interessant sein, sich einmal mit einigen dieser Sondergebiete zu befassen, die so in den Vordergrund traten bzw. treten. Sehen wir uns z. B. einmal Briefmarken -Alben aus den achtziger und neunziger Jahren an, so fällt zunächst auf, dass damals die Marken fest und gut haltbar mit Leim, Dextrin oder Markenpapier eingeklebt wurden, unabhängig davon, ob sie gebraucht oder ungebraucht waren. Angeschnittene, zerrissene Marken, Fälschungen, falsche Stempel, falsche Aufdrucke kleben zwischen echten Stücken, man achtete nicht auf Qualität, sondern auf die Füllung der leeren Felder. Heute dagegen muss eine ungebrauchte Marke Original-Gummi besitzen, ungezähnte Stücke müssen vollrandig sein, man verwendet gute Klebefalze, die nur am oberen Markenrand sitzen, um ein herumklappen der Marke zu gestatten. Die Qualitätsansprüche sind also sehr gross geworden, die Erhaltung kann gar nicht gut genug sein. Die Ganzsachen waren früher im Album vorgedruckt, d. h. man hatte besondere Felder vorgesehen, in denen die Wertstempel Platz fanden; der Sammler war also gezwungen, diese Wertstempel auszuschneiden, ihre wichtigsten Bestandteile zu vernichten. Heute werden Ganzsachen getrennt von den Marken gesammelt und aufbewahrt, man achtet genau auf Formate, vorder- und rückseitig angebrachte Stempel und postalische Vermerke. Eine Ausnahme machten die berühmten englischen Mulready-Umschläge, die infolge ihrer eigenartigen Zeichnung vollkommen eingeklebt werden sollten. Bedauerlicherweise ist das Sammeln von Ganzsachen später stark zurückgegangen und heute nur auf einen geringen Kreis von Liebhabern beschränkt. Lange Zeit waren die Katapult-Briefe ausserordentlichbeliebt, die für die einzelnen Abflüge auf der „Europa", der „Bremen" verwendeten Stempel wurden eifrig gesammelt und katalogisiert bis sich auch dieses Gebiet infolge der Fülle der Post und der Menge der Schleuderflüge totlief. Aehnlich ergeht es zurzeit auch den Z e p p e 1 i n f 1 ü g e n , die zuerst eine Sensation, dann ein interessantes Sammelgebiet waren, bis die mathematische Regelmässigkeit die unendliche Zahl der stets mitgeführten Post sowie die Abschaffung der Sonderstempel diese Briefe und Stempel in den Hintergrund treten Hessen. Trotzdem sind aber die sog. klassischen Flüge, d. h. diejenigen der Vorkriegszeit, Pionierflüge, Erstflüge o. ä. heute noch begehrt. Im Augenblick dürfte das Sammeln von Gedenkblocks im Vordergrund des philatelistischen Interesses stehen, dessen Aufschwung durch IPOSTA und Ostropa eingeleitet wurde, wo erstmalig die Zusammendrucke verschiedener Wertstufen auf einem kleinen Block auftauchten. Häufigkeit solcher Block - Emissionen einerseits, schwere Beschaffung derselben infolge geringer Auflagehöhen andererseits werden aber auch hier .ein Ende voraussehen lassen. Neben den Marken finden auch die Stempel bekanntlich grosse Beachtung. Hier sind es die G e - legen heits- und Werbestempel, die zuerst infolge ihrer Vielseitigkeit allseitige Beachtung fanden, aber durch die ungeheure Zahl der jährlich, ja sogar monatlich innerhalb eines Landes in Verwendung gegebenen Stempel ist auch hier der Interessentenkreis wieder kleiner geworden. Hierzu kommen noch die F r e istempler, die seitens der Privatfirmen, Behörden usw. benutzten Frankaturmaschinen, deren Abdrucke eine grosse Liebhaberschar haben. Die Stellung des einzelnen Sammlers zu diesen Teilgebieten ist nicht allgemein gültig festzulegen. Man kann niemandem vorschreiben, was er. sammeln und was er nicht sammeln soll. Der Allgemein-Sammler wird viele Sondergebiete ausser Acht lassen können, wer aber nur ein oder wenige Länder bevorzugt, der wrird an Ganzsachen. Sonderstempeln usw. niemals achtlos vorbeigehen dürfen, sondern sie berücksichtigen müssen. Denn nur so erhält er ein vollständiges Bild über die Postwertzeichen und den Postbetrieb seines Landes. P. P. L. Vermischtes Markendruck in Höchstgeschwindigkeit Den Rekord an Schnelligkeit der Herstellung von Postwertzeichen dürfte bisher die polnische Postverwaltung halten, die schon vier Tage nach dem am 12. Mai 1935 erfolgten Tod des Marschalls Pilsudski die ersten Lieferungen der Trauermarken an die Schalter geben konnte. Nunmehr wird ein zweiter Fall so schnellen Druckes bekannt. Die von Italien für Aethiopien hergestellten neuen Marken wurden am 9. Mai 1936 von Mussolini selbst in Auftrag gegeben, d. h. am Tag der Proklamation des neuen Kaiserreichs. Schon am 14. Mai war die italienische Staatsdruckerei in der Lage, eine Million Stück der neuen Marken an das Kolonial-Ministerium abzuliefern, das sie am folgenden Tage verschiffen Hess. Daun ^wurden am 19. Mai noch 200 000 Satz mit einem Flugzeug abgesandt, das bereits am 22. in Ostafrika eintraf. Die jüdische Sammler-Organisation : Der Aufbau der Jüdischen Philatelistischen Gesellschaft innerhalb Gross-Berlins ist jetzt nahezu beendet. Nach einer grösseren Pause werden jetzt wieder regelmässig Siizungen mit Vorträgen und Markentausch abgehalten, auch die Fortgeschrittenen-Gruppe wird demnächst erstmalig zusammentreten und mit ihrer Arbeit beginnen. Daneben wird der bargeldlose Tauschverkehr weiter eifrig gepflegt. Diesbezügliche Anfragen von Berliner und auswärtigen jüdischen Sammlern sind zu richten an die Geschäftsstelle, Berlin-Wilmersdorf, Motzstrasse 79, bezüglich des Tausch Verkehrs an den 1. Vorsitzenden und Tauschobmann, Dr; Walter Juttke, Berlin-Wilmersdorf, Prager Platz 2. Letzterer ist ebenfalls zuständig für die Gründung neuer Ortsgruppen. In Ostpreussen wohnende jüdische Sammler wenden sich zum gleichen Zweck an Herrn Alfred Juliusburger, Königsberg i. Pr., Mozartstr.30. Alte philatelistische Literatur soll man möglichst nicht fortwerfen, was leider bei Räumungen, Umzügen und Wohnungs-Verkleinerungen sehr oft geschieht. Es gibt sehr viele Sammler, die Fachzeitschriften, Broschüren, Kataloge und Einzelwerke gern ihrer Bücherei einverleiben. Ausserdem hat die bereits mehrfach erwähnte Jüdische Philatelistische Gesellschaft eine eigene grosse Bücherei, die solche Literatur gern noch annimmt, Dubletten verwertet, austauscht, veräussert. Daneben kann man solche Bücher und Zeitschriften auch selbstverständlich der He- „ bräischen Üniversitäts-Bibliothek in Jerusalem schenken, die infolge einer aus Berlin stammenden grösseren Schenkung schon über einen gewissen Stamm philatelistischen Schrifttums verfügt. Denn auch die grosse Zahl der heute schon in Palästina befindlichen Briefmarken- Sammler kann ohne Fachliteratur nicht auskommen. Abarten neuerer deutschen Marken Der Olympiablock mit den Wertzeichen zu 8, 12, 15 und 25 Rpf. ist auch ungezähnt verausgabt worden. Die Winter-Olympia* Marke zu 6 Rpf. kam in Königsberg i. Pr. an den Schalter mit Stücken, die links keine Zähnung hatten. . Bei der Eisenbahn-Gedenkmarke zu 6 und 12 Rpf. kommen Stücke mit unten fehlender Zähnung vor, aus Südwestdeutschland stammend. Einen wahrscheinlich" bisher völlig unbekannten Probedruck enthielt die letzte Mohrmann-Versteigerung. Sie bringt in .Abbildung und Beschreibung Germania-Marken zu 4 Pfg. violett-* schiefer und 7 Pfennig orange, die niemals verausgabt wurden. Anscheinend handelt es sich hierbei um Proben für die Kriegsausgaben, die ja eine 7y2 -Pfennig-Marke ia orange enthielten. Existiert Tannu Tuwa? Seit längerer Zeit erscheinen, von Moskau aus vertrieben, Frei- und Flugpostmarken eines zwischen Sibirien und China gelegenen Gebiets Tannu Tuwa, die auch in den Katalogen Aufnahme gefunden haben. Jetzt wird wieder ein Satz von 22 Gedenkfreimarken und 9 Gedenkflugpostmarken gemeldet, der ebenfalls in den verschiedenartigsten, mehr oder weniger praktischen Formaten hergestellt wurde, und zwar aus Anlass des 15. Jahrestages der Volksrepublik, gleichzeitig auch wegen der Einführung einer neuen Währung, 1 Aksa zu 100 Kopeken. „Die Postmarke", das führende deutschsprachige Wiener Fachblatt, zweifelt mit Recht, ob diese in Moskau hergestellten und auch von dort unmittelbar vertriebenen und propagierten Marken überhaupt in dem fraglichen Gebiet auch Verwendung finden, zumal Briefe nach dort unbeantwortet blieben oder als unbestellbar zurückkamen. Die bisher gestempelt vorkommenden Stücke wurden in Moskau entwertet, Bedarfsbriefe sind völlig unbekannt. Die nächs te Mri&fmurken ~Eeke erscheint in ca. 4 Wochen. Ankauf VIKTOR WEISS BERLIN W. 9, Potsdamer Strasse 12 Nähe Potsdamer Platz. Telef. B 1—2901 Verkauf i!!i!!!t!il!l!!ll!!l[l!!l(l!lll!l!!!!!i!l!!llli!!illl!!!l!!i!l!!!l!!!l!^ Sa FcSlUCf i Berlin - Halensee, Gegr. 1893 Hektorstr.2 TeU7 1044 Heute gesucht: Kg. Eduard, Marokko 11 Werte M. 4.25 Alben z. Originalpr. Ankauf — Verkauf Erledigung von Fehllisten. Ankauf — Verkauf 10-14 Uhr und ab 6 Uhr LUDWIG MEYER Berlin W 62. Lutherstraße 33 / B 4 5250 MERKUR Briefmarkenhandelsses. m. b. H. Berlin W15. Kurfürstendamm 26A Auswahlsendungen - Kostenlos Jllustriert« Sonderangebote

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