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Central-Verein-Zeitung · 1937-02-18 · 7 (18.2.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
7 (18.2.1937)
Date
1937-02-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Wichtig sM überall neben einer reicSlichen. Ausstattung an Kleidern und Wäsche alle hauswirtschaftlicben Gegenstände, einschliesslich des gesämten "Geschirrs" und Silbers und eines elektrischen Kühlschrankes. Für Möbel ist in einigen Ländern der Zoll ausserordentlich hoch; hierüber, wie über alle Einzelheiten, muss man siek .vorher erkundigen. Es ist bekannt, dass ein Auswanderer, der ein Einsiedlerleben auf den Galapagosinseln im Stillen Ozean leben wollte, vorher sich alle Zähne ausreissen und ein Stahlgebiss einsetzen Hess. Dieses Verfahren wird nicht viele Nachahmer finden. Notwendig ist es aber, sich vor der Reise die Zähne gründlich in Ordnung bringen zu lassen. Drüben ist die Nahrung sehr kalkarm, was mit Notwendigkeit zu Zahnleiden führen muss, falls man nicht regelmässig Kalkpräparate benutzt. In tropischen und manchen subtropischen Gegenden wird Chinin gebraucht. 3. Die Reise Die Seereise nach Südamerika, die mit 'den schnellsten Schiffen und auf der kürzesten Strecke mindestens zwei Wochen, gewöhnlich aber viel länger dauert (zum Beispiel mit den meisten Schiffen zur Westküste bis zu 35 Tagen), kann ein unvergessliches Erlebnis voller Schönheit sein, das noch lange in das Leben des Einwanderers hineinleuchtet; diese Seefahrt kann aber auch zu einer Qual für den Reisenden werden. Das hängt nicht nur von der Jahreszeit, dem Wetter, der Schiffsklasse und der Seefestigkeit des Passagiers ab, sondern sehr wesentlich auch von der Schiffahrtslinie und von dem Schiff, das für die Reise gewählt worden ist. Man soll sich also vorher genau erkundigen, bevor man sich für ein bestimmtes Schiff entschliesst. Will man mit einem ausländischen Schiff fahren, so ist es von grossem Vorteil, wenigstens die Anfangsgründe der Sprache zu kennen, die auf dem Schiff gesprochen wird. Der "Reisende muss sich damit abfinden, dass die Verpflegung auf dem Schiff nicht in der gleichen Art zubereitet wird, wie er es zu Hause gewohnt war; hier kann er die erste, leichteste Probe seiner Anpassungsfähigkeit an fremde Verhältnisse ablegen. Ueberhaupt sind Vergleiche der Zustände und Darbietungen auf dem Schiff mit dem, was man zu Hause gewohnt war, höchst überflüssig. 4. Die Landung Die Hafenpolizei zeichnet sich meistens nicht gerade. :durcb gewinnende Umgangsformen aus. Sie ist auch in der Regel nicht dazu bereit, mit dem einzelnen Ankömmling umfangreiche- Verhandlungen zu führen, sie entscheidet sehr rasch über die Landungserlaubnis, von der doch alles abhängt . Ein ruhiges, aber bestimmtes Verhalten gegenüber dieser Stelle kann nur von Vorteil sein; schon hierbei ist natürlich etwas Sprachkenntnis von dem grössten Werte. Alle Papiere müssen in bester Ordnung sein; es haben schon Schreibfehler, die in irgendeinem Dokument beim Namen des Reisenden vorkamen, zur Landuugsverweigerung geführt. Blick in die Zeitschriften Deutsche Schule und jüdisches Schrifttum In einem Beitrag „Lebendiges Schriitum?" '(.»Nationalsozialistische Monatshefte", 8. Jahrg. Nr. 82) wendet sich Dr. Manfred Pechau scharf dagegen, dass heute noch in bestimmten deutschen Schulbüchern jüdische Literatur vertreten sei. „Es geht nicht an", sagt Pechau, „dass auf der einen Seite die Woche des deutschen Buches für wahres nud echtes Volkstum wirbt und deutsche Kultur hineintragen will ins Volk, und dass auf der anderen Seite die Jugend in jüdischem Geiste unterrichtet wird Wenn wir auch nicht annehmen wollen, dass deutsche Erzieher auf solche Anpreisungen heute noch hereinfallen, so müssen wir doch auch von den Verlagen fordern, derartige .Schulbücher' einzustampfen oder sie von Männern bearbeiten zu lassen, die das Empfinden, was deutsch und was jüdisch ist, noch wach in sich fühlen. Oder will man uns tatsächlich weismachen, dass es ohne die Juden nicht geht? Dass keine deutschen Schriftsteller Urteile über die Aufklärung usw. gefällt haben? Hierfür wird man doch nicht den Gegenbeweis von uns verlangen. Und auch der etwaige Einwurf: ohne Kenntnis des Juden keine wirkungsvolle Bekämpfung desselben, rettet den Verlag nicht. In Deutschland ist der Jude erkannt und für alle Zeiten erledigt! In Deutschland wird er nicht mehr herrschen und die Kenntnis, die wir aus seinem Schrifttum von ihm gewonnen haben, werden wir der deutschen Jugend vermitteln, damit sie für alle Zeiten gegen den Giftgeist gefeit ist. In Forschungsslätten werden die Werke stehen für einzelne, die sie zu notwendigen wissenschaftlichen Arbeiten brauchen. Nicht aber gedenken wir, unserer Jugend ziizümuten, sich immer von neuem durchzuwühlen durch den Schmutz und Unrat jüdischen Geistes — es ist genug, dass unser Volk einmal hindurch musste. Und ausserdem geben wir zu bedenken, dass einst die Erzeugnisse der Juden ausgemerzt sein werden aus dem Gedächtnis , Die Gepäckträger In Hen Häfen verlangen oft unangemessen hohe Summen ijit üire Leistungen; es hat aber wenig Zweck, mit ihnen zu streiten, zumal ihnen gewöhnlich die Tarife eine formale Berechtigung geben. Was man tragen kann und tragen darf, das trage man selber; in manchen Häfen darf man freilich nicht einmal sein Handgepäck persönlich von Bord bringen. Auch wenn es noch so heiss ist, mu3s die Kleidung der Landessitte angepasst sein: Rock, Kragen und Krawatte sind nun einmal in den meisten Städten des Landes durch ungeschriebene Gesetze vorgeschrieben. In Brasilien, Argentinien und Chile kein Schillerkragen und unter keinen Umständen ein Tropenhelm! Ich habe es erlebt, dass in einem südamerikanischen Hafen ein junger Auswanderer trotz Warnung mit einem grünen Hemd an Land ging; er hatte grosse Unannehmlichkeiten und wäre beinahe verhaftet worden, weil diese Hemden zur Einheitstracht einer in diesem Landesteile gerade verbotenen politischen Partei gehörten. 5. Im Land Hat man — nach den Landungszeremonien — festen Boden unter den Füssen, so wird man wahrscheinlich zunächst in einer Pension Wohnung nehmen. Die Sprache lernt man natürlich am besten in einer echt brasilianischen usw. Pension. Aber andererseits ist die Art der Unterbringung, Bedienung und Verpflegung dort häufig so verschieden von dem, was der Ankömmling zuvor gewohnt war, dass man zunächst doch am besten tut, in eine europäische Pension zu gehen, die freilich etwa? teurer sein wird. Auch wenn man in einer solchen Pension untergebracht ist, so wird man innerhalb und ausserhalb des Hauses immer noch genügend Dinge finden, die anders sind als in Europa. Daran kann und muss man sich gewöhnen, auch wenn man zum Beispiel auf der Post einmal länger warten muss, Aufträge nicht richtig ausgeführt werden und verabredete Zusammenkünfte nicht klappen. Auch hier soll man nicht vergleichen, sondern versuchen, sich den einmal gegebenen Verhältnissen anzupassen. Allmählich wird man dann begreifen, dass das Andersartige keineswegs immer das Schlechteste ist. . }■ Alles das sind nur Andeutungen, die dem Reisenden einige Grundlagen geben sollen. Richtet er seine Haltung im Sinne dieser Ratschläge ein, so wird er mit Zuversicht an seine Hauptaufgabe gehen können: Die Schaffung einer eigenen Existenz, die-, ihm nicht nur sein Brot gibt, sondern ihn zu einem wertvollen Mitglied seiner neuen Gemeinschaft werden lässt. Versorgung mit Fleisch und Fett Die Reichszentrale für S c b'ä eh t - angelegenheiten in Berlin hat soeben ein Merkblatt herausgegeben, in dem die einschlägigen Bestimmungen über die Einfuhr von Fleisch und Fettwaren aus dem Ausland dargelegt sind. Das Merkblatt bringt eine übersichtliche Zusammenfassung aller Bestimmununseres Volkes, vergessen und ausgelöscht. Und nur noch mit Schaudern und Erbitterung wird von den Zeiten gesprochen werden, da Juden unser Geistesleben beherrschten. Im deutschen Volkstum und seiner Kultur, in dem lebendigen Schrifttum der neuen Zeit, in dem Schrifttum vor allem, das auf Schulen eingeführt werden soll, zum Unterricht für die deutsche nationalsozialistische Jugend des Führers, haben jüdische Verfasser und jüdischer Geist — man versuche keine Kompromisse — keinerlei Raum!" I Die Judenfrage in der Schule In der „Bayerischen Lehrerzeitung" (71. Jahrg., Nr. 5) hat Professor Ernst D o be r s, Elbing, einen umfangreichen Aufsatz ..Die Judenfrage in der Schule" veröffentlicht. Dobers begründet zuerst die Notwendigkeit einer unterrichtlichen Behandlung der Judenfrage in der deutschen Schule, hebt dann die seiner Ansicht nach erforderliche Unterrichtsmethode sowie die wichtigsten Fragen auf jenem Gebiete hervor. Bei der Aufzählung der vorhandenen Unterrichtsmittel betont er mit besonderem Nachdruck die Bedeutung der Wochenschrift ..Der Stürmer". „Der ,StürmerV erklärt Dobers zusammenfassend, „gehört in die Hand jedes Lehrers, der bereitest, sich in die Front derer zu stellen, welche im Weltjudentum den Todfeind unseres Volkes und Vaterlandes erblicken, aber bei der unterrichtlichen Verwertung hat der Lehrer das Geeignete von dem Ungeeigneten zu trennen. Wir lösen die Judenfrage, indem wir uns selbst gegen den Bazillus jener internationalen Pest immun machen und jegliche Berührung — körperlich wie seelisch —■ mit ihm meiden." Einen besonderen Lehrplan für die Behandlung der Judenfrage in der deutschen-Schule lehnt Professor Dobers ab. „So wenig es" erklärt er, „ein Fach .Rassenkunde' in der Schule gibt und jemals geben kann, wenn wir uns nicht am Besten des Rassengedankens versündigen wollen, so wenig kann es ein scharf abgegrenztes Kapitel ,Judenfrage' geben. Vielmehr "kommt es allein darauf an, dass der Lehrer, nachdem er sich selbst stofflich einigermassen orientiert hat, von sieb aus feststellt, welche wesentlichen Erkenntnisse bezüglich der Judenfrage er den Kindern glaubt mit ins Leben geben zu müssen. gen, <Se Fe! -3er Einfufir Ton EeBensmittel- -schenkungen aus dem Ausland für Wohlfahrtsanstalten und Haushaltungen in Betracht kommen, insoweit eie sich auf Fleisch- und Fettwaren beziehen (Devisenbestimmungen, Fleischbeschauvorschriften, Zoll- und postalische Bestimmungen). Das Merkblatt ist in der Reichszentrale für Schächtangelegenheiten, Berlin. NW 87, Siegmundshof 15, zum Selbstkostenpreis erhältlich. Siegfried Sturmband Am 4. Februar starb in Nürnberg einer der besten Freunde und Mitarbeiter des C.-V., Direktor Siegfried Sturmband. Sehr still und unauffällig ist dieser Mann durch das Leben gegangen und nun, da er tot ist. spüren wir, dass eine starke und unendlich gütige Persönlichkeit von uns geschieden ist. Eine Stelle ist leer, die nicht gefüllt werden kann. Alle kannten den Direktor der Grossbank, der an seinem Kassaschalter stand und die Kunden beriet, wie der vornehme Privatbankier der alten Zeit. Schon damals kamen die Menschen zu ihm. wenn sie irgendeine Auskunft brauchten, und sie konnten sich auf seine richtige Einschätzung jeder Situation und auf sein treffsicheres Menschenurteil verlassen. In allen möglichen jüdischen und nichtjüdischen Vereinen war Sturmband der Kassierer, weil er ein €0 treuer Sachwalter fremder Angelegenheiten gewesen ist. Nach seiner Berufsarbeit sass er wieder über anderer Arbeit, über den Büchern der vielen Wohlfahrtevereine, und es schien, dass es nichts anderes ausser dieser Pflichttreue für ihn gäbe. Aber ein Blick auf seine leichte, beschwingte Schrift hätte den musischen Menschen verraten müssen. Wie liebte dieser Mann die Musik, und wenige wissen, dass er ein Künstler im Klavierspiel gewesen ist. Zwei Orte gab es in Deutschland, die ihm ans Herz gewachsen waren, die behäbig an den Bodensee hingelagerte Stadt und das kleine Dorf in den bayerischen Bergen. Dort war er oft und nie unternahm er weite Reisen, so sehr bedurfte dieser Mann, der allein ohne Familie lebte, des Gefühls der heimatlichen Zugehörigkeit. Nach seiner Pensionierung fing er an, sein Leben ganz nach seinem Sinn zu gestalten, und das hiess, dass dieser schwerleidende Mann nun der Helfer von Menschen wurde. In den letzten Jahren der Not stellte er sich restlos in den Dienst seiner jüdischen Gemeinschaft und ihrer Menschen. Wo es ein unangenehmes Amt zu übernehmen, wo eine missliche Aufgabe zu erfüllen war, da bot sich Sturmband an. Schliesslich organisierte und leitete er für Nürnberg die Jüdische Winterhilfe, organisierte sie wie ein geschulter Sozialbeamter und hatte dabei die Nähe und Fühlung zu allen Armen. Nebenher lief die Verwaltung und Betreuung der Angelegenheiten vieler, vieler Menschen, für dieser alle „der beste Freund" war. Sturmband, der so menschenfreundlich wirkte, war kein Optimist. Er sah die dunklen Seiten des Lebens und hielt von den meisten Menschen nicht allzu viel. Das, was er an ihnen und an der Welt 'vermieste, versuchte er selbst zu geben, nicht um eines Dankes willen, sondern nur, damit das Gute existiere. Es ist leicht, als ein fortschrittsgläubiger Mensch Gutes zu wirken, es ist eine schwere Weisheit, es zu tun. aus dem Verständnis und dem Mitleiden für alle Unvollkommenheit. Diese Weisheit hat der Verstorbene gehabt Der Tod ist ihm, so wie er das Leben einschätzte, sicher als ein Befreier erschienen, wir anderen, die wir ihn notwendig brauchten, empfinden dieses frühe Hinwegscheiden als eine der Sinnlosigkeiten des Schicksals. «f. M. Diese Punkte wären zusammenzustellen, und es wäre daraufhin der zweite Schritt zu tun, nämlich zu fragen, ob sich für diese Erkenntnisse eine auf verschiedene Schuljahre verteilte Reihenfolge durchführen lässt bzw. angestrebt werden muss. Wir glauben, dass hier allenfalls — wenn überhaupt — der historische Gang des Judentums durch die Jahrhunderte einen gewissen Anhaltspunkt gewähren könnte, dass die Reihenfolge im übrigen aber gleichgültig ist. Viel erspriesslicher erscheint der Weg, dass der Lehrer von Jahr zu Jahr bewusster, häufiger und eindringlicher die reifer werdenden Kinder an die verschiedenen Seiten unseres Fragenkomplexes heranführt, stets abtastend, wie weit Einsicht und Verständnis der Jugend ihm dabei entgegenkommt, und dass er ausserdem selbstverständlich die in einem Jahre gemachten Erfahrungen in späteren Jahren entsprechend verwertet. So kann ein Lehrplan bezüglich der Judenfrage eigentlich erst aus dem praktischen Tun heraus allmählich erwachsen, im voraus wird sich kaum mehr als ein vorläufiges Programm aufstellen lassen, welches durch die pädagogische Wirklichkeit jeweils von selbst Abänderungen erfahren wird." F. F. Voranzeigen Berlin: 20. Februar. 20 Uhr 30 Min.: Rambam-Lehrhaus. Rabbiner Dr. Altmann „Rabi Jizchak Abravancl". Synagoge Passauer Strasse 2. 20. Februar. 20 Uhr: Gruppe Neue Synagoge im Syaagogenverband Berlin. Psalmenabend. Rabbiner Dr. Warschauer über Psalm 120—137. Oberkantor Gollanin (musikalische Umrahmung). Trausaal, Oranienburger Strasse 29. 22. Februar, 20 ühr: Eünstlcrhilfe der jüdischen Gemeinde. Dr. Lutz Weltmann (Vortrag), Erna Leonhard-Feld (Rezitation), Alice Zutrauen-Geisenberg (Gelang), Rudi Lehmann (Klavier). Haue Weil, Fasanenstrasse 5. 22. Februar, 21 Uhr: ,.Sinai"-Lehrgänge. Dr. Marcus Birnbaum „Die jüdischen Verbände und die Orthodoxie". Betsaal, Siegmundshof 11. 25. Februar, 20 Uhr: Künstlerhilfe der jüdischen Gemeinde. Lilli Schlesinger-Ellreich (Klavier). Aula der Josef-Lehmann-Schule. Chemnitz: 20. Februar: Verein Jüdischer Händler und Reisender. Dr. Salinger, Berlin, Syndikus des Reichsverbandes Polnischer Juden in Deutschland „Die Rechtsstellung der polnischen Staatsangehörigen im deutschen Recht.'- Rechtsanwalt Martin Lentschütz (Hindenburg) 60 Jahre alt Am 23. Februar feiert Rechtsanwalt Marths Lentschütz seinen 60. Geburtstag. Seit vielen' Jahren führt er die Ortsgruppe Hindenburg des Central-Vereins, gehört dem Landesverbands«! vor&tand des Central-Vereins, dem Rat des Preussischen Landesverbands und damit dem Kreis der leitenden Persönlichkeiten im jü> dischen Leben Oberschlesiens an. Er repräsentiert als einer der Besten jenen Typ des immer, einsatzbereiten, geistig begabten Juden, der dem jüdischen Gemeinschaftsleben unserer Mittelgemeinden den verdienten Ruf festgegründetes und tragfähiger Arbeit eingebracht hat. Der "Central-Verein dankt und gratuliert dem verdienten Freunde herzlichst Dienstjubiläum von Dr. E. Fintel Am 15. Februar feierte Rabbiner Dr. E. Finkel das Jubiläum seiner 30jährigen Tätigkeit als Sekretär der Grossloge UOBB. Aus dem Breslauer Rabbinerseminar hervor-* gegangen, war er von 1900 bis 1907 Bezirksrab* biner in Pasewalk; seitdem widmete er sich aus-« schliesslich der sozialen jüdischen Arbeit der. Logen. An der Gründung des Verbandes neutraler Jugendvereine (1909), der Fürsorge für die Pogromwaisen aus Osteuropa und Rumänien, sowie der sozialen Betreuung der in Deutschland lebenden Juden (Arbeitsnachweise, Krankenschwesternausbildung, Ferienkolonien usw.) war er führend und anregend beteiligt. Seit 1904 ist er treues Mitglied des Central-Vereins. Aus den Familien Oberlehrer W a 1 d b o 11 (Speyer) feierte am 28. Januar seinen 70. Geburtstag. Er amtierte bis zu seiner Pensionierung als Schulleiter der israelitischen Volkshauptschule in Speyer und als Kantor der israelitischen Kultusgemeinde. — Mose Frank (Halle a. S.) wird am 19. Februar 70 Jahre alt. — Frau Henriette Mendel (Hannover) feiert am 20. Februar ihren 70. Geburtstag. — Frau Retschel S a 1 w i t z CBerlin- Wilmersdorf) vollendet am 21. Februar ihr 70. Lebensjahr. — Frau Helene Plaut (Bünde, Westfalen) begeht am 24. Februar ihren 75. Geburtstag. — Frau Emma Adam (Berlin N 58) wird am 24. Februar 80 Jahre alt. — Frau Henriette Simon geb. Bernstein (Berlin) vollendet am 24. Februar ihr SO. Lebensjahr. — Leopold Springer (Schwetzingen, Baden) feiert am 25. Februar seinen 70. Geburtstag. Rechtsanwalt Dr. Gustav Reis (Darmstadt) hat vor kurzem sein 50. Lebensjahr vollendet. "Wir gratulieren unserm Freunde und einsatzbereiten Mitarbeiter nachträglich von Herzen. Der Rciehsbund jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Berlin und Mark, veranstaltet am 21. Februar, 9% Uhr, in der Neuen Synagoge, Oranienburger Strasse 30, eine Gedächtnisfeier. Die Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof der Gefallenen in Weissensce ist um 14 Uhr. Die Mitglieder des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Berlin und Mark, treten ein« halbe Stunde vor der Feier an. Führungen durch das jüdische Berlin. Das Werbereferat der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltet g am Sonntag, 7. "Marz, vormittags eine Besichtigung | des V. Altersheims der Jüdischen Gemeinde und der :! Synagoge Schmargendorf, Berkaerstrasse 32—35. Anmeidungen zur Teilnahme nimmt bis zum 4. März :| das Werbereferat, Berlin N4, Oranienburger Str. 29. i'' entgegen. Aus der C.-V.-Arbeit In der Ortsgruppe Königsberg eröffnet© Geheimrat Falkenheim die Arbeitsgemeinschaft über Auswanderungsfragen. Das erste einleitende Referat über „Vorfragen jüdischer Auswanderung" hielt Landesverbandssyndikus Dr. Max Angerthal vor einer zahlreichen interessierten Hörerschaft. Bunte seelische Winterhilfe Der Nachmittag war bunt und der Abend war bunt und viele Kinder und Erwachsene freuten sich wieder an dieser Buntheit, die ihnen die seelische Winterhilfe für ein paar Stunden schenkte. Sogar das bekannt kritische Jugendpublikum konnte richtig zufrieden sein: Stella Ehrlich-Hay konferierte reizend und trug hübsche, moderne Märchen vor, Anneliese Drucker, ein zierliches kleines Mädel, tanzte 6ehr gewandt und wurde von den „Herren Jungen" mit Kennermiene gewürdigt. In Liedern und Berliner Chansons erfreuten Henny Löwenstein und die urkomische Hanni R o s e n t h a 1, und die liebe, tüchtige Erna Klein begleitete alles am Flügel. Na, und dann Jani Ball an mit seiner lustigen Zauberei und seinem ..Karlchen", das mit der Bauchstimme seines Herrn redet — das war ein Vergnügen! Das Kasperletheater hatte danach einen etwas schwierigen Stand. Der Abend, die Veranstaltung für die Erwachsenen, war nicht ganz so unbeschwert. Auch p. sie konnten sich rediieh freuen an dem sehr : netten Jonny Schwersenz, dessen „Partner"' ,,; ähnlicher Herkunft ist wie Ballans „Karlchen", * an Charlotte H i r s c h f e 1 d t mit ihrer künst- « lerischen Wiedergabe der Andersen-Märchen und | an der kessen Hedi H a a s e mit ihren Chansons. | Viel Beifall ernteten auch N e u m a n n und Part- | ner, natürlich Hanni Rosenthal und Rudi g Lehmann und Ilse Stern als Begleiter. Alice § H a n n e s und Martha Frost sangen und Artur § Zander konferierte. Das „nicht so unbeschwert" | dieses Abends kommt von zwei Tatsachen: das? | Erwin Sussmann sein Programm ohne sehr | viel Geschmack darbot: nach dem unvermeid- | liehen Ghettolied Benatzkis mit all seinem Kitsch |' kam Heines „Sie sassen zusammen am Teetisch" I (netenbei: sehr schlecht vorgetragen) und darauf | ein ganz unangebracht schnoddriges Gedicht über | Herrn Meier usw. Und dann: es war nicht sehr | taktvoll, gerade vor einem grossen Kreis von | Unterstützungsempfängern Poigars „Ansprache | eines Wohltäters" zu lesen — gerade wenn der | Autor, wie man leider fürchten muss, mit seinen | nüchternen Ausführungen recht hat. Werner f B u k o f z e r sollte seiner Begabung andere | Objekte geben. H.M. 1

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