Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 2 (14.1.1937)
- Date
- 1937-01-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2*3. Beiblatt €Mürihing H. Januar 1937 Unruhige Woche für Polens Juden Polnische Auswanderungsverhandlungen mit Liberia und Belgien In der polnischen Presse werden. Einzelheiten über das Abkommen veröffentlicht, das zwischen der polnischen Meeres- und Kolonialliga und der Regierung der afrikanischen Negerrepublik Liberia geschlossen wurde. Auf Grund dieses Abkommens überlässt Liberia Polen ein grosses Gebiet zu Kolonisationszwecken. Ausserdem wird ein Zollausschlussgebiet für polnische Waren geschaffen. Polnische Schiffe werden auf liberischen Binnengewässern unter polnischer Flagge verkehren. Polnischen Kaufleuten und Pflanzern werden weitgehende Privilegien gewährt. Auf Grund des Abkommens wird in der liberischen Hauptstadt Monrovia ein polnisches Konsulat errichtet. Ein Vertreter von Liberia ist in Warschau eingetroffen, um verschiedene Fragen im Zusammenhang mit diesem Abkommen zu regeln. Es ist nicht bekannt, ob diese Konzession für Polen im Zusammenhang mit den Plänen für eine grosszügige Auswanderung von Juden aus Polen steht. Die Blätter äussern sich nicht darüber, ob ein Teil des Auswanderungsstroms nach Liberien gelenkt werden soll. In der polnischen Oeffe.ntlicbkeit wird ferner mitgeteilt, dass die polnische Regierung beabsichtige, bei den bevorstehenden Handelsvertragsverhandlungen mit.Belgien auch die Frage der Einwanderung polnischer Staatsbürger nach Belgiscb-Kongo auf zuwerfen. Es heisst, die polnische Regierung wolle gewiss« Konzessionen von der belgischen Regierung erlangen, um die Ansiediung von Polen im Kongo und anderen belgischen Besitzungen, wie z. B. Katanga, zu fördern. Der Pogrom von Czyzew Nach "kurzer Pause sind erneut antijüdische Unruhen aufgeflackert. Wiederum ist* eine im Kreis Bialystok gelegene Ortschaft, Czyzew, von ihnen betroffen worden. Man nimmt an, dass es sich bei den Ausschreitungen, die grossen Umfang angenommen und schwere Opfer gefordert haben, um einen Racheakt der Nationaldemokraten handelt, die darüber aufge-if bracht waren, dass man zwei ihrer Agitatoren aus Czyzew ins Konzentrationslager gebracht hatte. Die Ausschreitung nötigte die Polizei zum Eingreifen. Dabei wurde der Kreischef, der zu einer Inspektion auf dem Schauplatz des Pogroms eingetroffen war, von den Unruhestiftern belästigt. Schliesslich kam es zur Verhaftung von 30 Pogromteilnehmern. Auf jüdischer Seite sind ein Toter, 16 Schwerverwundete, die zum Teil in.gefährlichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurden, und zahlreiche Leichtverwundete zu verzeichnen. Die jüdische Bevölkerung von Czyzew ist auserordentlich beunruhigt. Sie hat es in-den ersten Tagen nach dem Pogrom nicht gewagt, ihre Häuser zu verlassen. . Der Sejmabgeordnete Dr. Jehoschua Gott- Ii eb hat die Ausschreitungen von Czyzew zum Anlass. genommen, um gelegentlich eines Be- - suches bei dem stellvertretenden Innenminister Henryk Krawecki vorbeugende Massnahmen der Regierung zu fordern. Der Minister versicherte, er sei sorgfältig darauf bedacht, die Sicherheit von Leben und Eigentum in der Wojwodschaff - Bialystok aufrechtzuerhalten. Die Polizeikräfte seien bedeutend verstärkt worden. Die Stellung der Studentenschaft Da.ss auch andererorts mit der Möglichkeit neuer antisemitischer Ausschreitungen gerechnet wird, darauf deutet ein Beschluss des akademischen Senats der Universität Wilna hin, den Vorlesungsbetrieb auch nach Beendigung der Weihnachtsferien ruhen zu lassen. Im übrigen ist die Stellungnahme eines Teiles der Studentenschaft in einer Konferenz von Vertretern der akademischen Organisationen für wirtschaftliche Selbsthilfe „Brataia Pomoc" an den Hochschulen für politische Wissenschaft in Warschau, Krakau und Wilna zum Ausdruck gekommen. Dort wurde eine Erklärung be- Wcmn und wo finden Sie Rat? Landesverband Hannover Hannover Georg Strasse U. II. Montag bis Freit S. 31—13 Uhr» sonst nach Vereinbarung. Braunschweig bei Rech t sa mv alt Ta uneben. Theaf erwall 16. — Ausserdem hält aiu 20. Januar der SynrJikTJS det Landesverbandes Haunover . Dr. Rudolf H. He.iinansöhn. vod 16—IS Uhr Sprechstund e im Gemeindehaus, Steinnrasj. e 4. ab. Mitteldeutschland Magdeburg; 20. Januar. 16—19 Uhr. Mencid? ohn-Loce, Gr. Schulsir. 2b. Tel. 25185. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes Mitteldeutschland des Jüdischen Gentrai- Vereins e. V. befindet sich seit 1. Januar Leipzig Gl, Humboidtstrasse 4, parterre; Fernsprecher, wie bisher, 12038. schlössen, die sich gegen die Anwendung ..kulturloser Methoden" im anti jüdischen Kampf "wendet, da dies die Ehre der polnischen Akademiker verletze. Das Anwachsen des Sehächtproblems Der jüdische. Parlamentsklub hat an alle jüdischen Gemeinden und Wirtschaftsorganisationen Polens Anfragen gerichtet, durch die die Höbe der in den einzelnen Kreisen festgesetzten Koscher-FIeischkontingente, die Zahl der erteilten Handeiskonzessionen für' Koscher- Fleisch und Fleischprodukte, die Erhöhung der Schächtgebühren und der Gemeindeetats im Zusammenhang mit dem Schäcbtverbotsgesetz festgestellt werden sollen. Der Parlamentsklub sammelt gleichzeitig Material darüber, ob in den betreffenden Kreisen Schlachthäuser für rituelle Schächtung vorhanden sind. In dem Städtchen Olkusz sind zwei Schächter zu 200 Zloty Geldstrafe oder zwei Wochen Gefängnis wegen Schächtens über das festgesetzte Kontingent hinaus verurteilt worden. Es ist dies der erste Fall, dass nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes eine Bestrafung wegen illegalen Schächtens erfolgte. Warschauer Gemeindekrise Nachdem die polnische Presseagentur „Omnia" Anfang der Woche die Meldung verbreitet hatte, dass die Entscheidung über die Einsetzung einer kommissarischen Leitung in die Warschauer Gemeindeverwaltung noch ausstehe, ist nunmehr die von uns bereits in der vergangenen Woche gemeldete Ernennung von Mauricy Meisl zum Regierungskommissar und die Berufung eines zehnköpfigen Beirates offiziell bestätigt worden. Gerüchtweise verlautet, dass die Regierung nach sechs Wonaten Neuwahlen zur Repräsentantenversammlung veranstalten will. Die im Herbst 1936 gewählte Repräsentanz hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, gegen die Auflösung der Gemeindekörperschaften durch die Regierung Beschwerde zu erheben. Hilfe aus Amerika Ueber die vom Verband der polnischen Juden in Amerika zur Verfügung gestellte Summe von 40 000 Dollars ist nunmehr Bestimmung getroffen worden. Die Verteilungskommission, die aus Senator Professor Dr. Schorr, den" Ab*, geordneten Dr. Sommerstein und Rabbiner Ru* binstein, Vertretern;- des; ,.Bünd"\ dem "Präsidenten der Agudas Jisroel in Polen, I. M. Lewiii, und Vertretern jüdischer Interessenten verbände bestand, hat beschlossen, den Betrag zu konstruktiver Hilfe für Handwerker, Kiemhändler und jüdische Bauern in Gälizien für die Darlehnskassen der religiösen Juden, für Hacbschara-Einrichümgen, zur Unterstützung arbeitsloser Intellektueller, für die durch das Schlachtungsgesetz arbeitslos gewordenen Fleischer und zur Förderung der Jeschiwot des Tarbut-Verbandes und der zentralen jüdischen Schulorganisation zu verwenden. Das Jewish Labour Committee, die Vereinigung der wichtigsten jüdischen Arbeiterorganisationen in den USA hat die Durchführung einer Aktion zur Verteidigung der Judenheit Polens angekündigt. K. J. R. Die Schenkung des Grafen Moise de Camondo an den französischen Staat Der grosse Kunstkenner und Sammler Graf Moise de Camondo, der im November 1935 verstorben ist, hat dem französischen Staat sein im Stil der Jahre 1740 bis 1780 eingerichtetes, an Kunstschätzen überreiches Haus in der Rue Monceau 63 hinterlassen. Er hat mit dieser Schenkung die Weisung verbunden, dass das Haus unversehrt dem Publikum als Museum zugängig gemacht werden solle, unter dem Namen seines im Kriege gefallenen Sohnes, des Leutnants Nissim de Camondo. Ende Dezember hat nun der französische Minister der nationalen Erziehung, Jean Zay. das Haus feierlich im Namen des Staates übernommen, und es ist jetzt an vier Tagen in der Woche nachmittags für den Besuch geöffnet. Paris ist um ein einzigartiges Museum reicher. Die Sammlungen von Möbeln. Gobelins, Teppichen. Panneaus, Vasen. Bildern und Silber sind von unschätzbarem Wert. Selbst der Louvre kann dieses Haus darum beneiden, dass hier die Kunstschätze in den lebendigen Rahmen eines Wohnhauses eingefügt sind. Der Graf de Camondo bat mit Leidenschaft und Beharrlichkeit ausschliesslich Kunstgegenstände aus der zu Ende gehenden Regierungszeit Ludwigs XV. und der Epoche Ludwigs XVI. gesammelt. Seine Sammlertätigkeit erstreckte sich auf die schönsten Hubert, Robert und Guardi. aber auch auf -so kleine Dinge wie stilreine Türklinken jener Zeit, es gelang ihm, die herrlichsten Aubusson-Teppiche und die erlesensten Chi na-Vasen zu vereinen. So ist sein Palais ein vollkommen stilreines Wohnhaus geworden, da? den Geist einer der fruchtbarsten Epochen französischer Kultur lebendig ausstrahlt: das Tri an o n eines Kunst-Aristokraten. Der Graf Moise de Camondo entstammte ' einer alten französischen Familie, die ebenso wie die ihr verwandten Rothschilds stets an ihrem jüdischen Glauben festgehalten hat. Schon 1911 hat Isaak de Camondo, ein Vetter des jetzt verstorbenen Grafen de Camondo, dem Louvre eine berühmte Sammlung hinterlassen. Moise de Camondo hat neben seiner privaten Sammlertätigkeit den französischen Museen das grösste praktische Interesse bekundet. Er war Mitglied des Verwaltungsrates der Nationalmuseen, dessen Präsident bekanntlich seit Jahren Andre Weill, der Seniorchef des Bankhauses Lazare freres, ist; er war . Vizepräsident der Gesellschaft der Freunde des Louvre und des Zenlralverbandes für Kunstgewerbe (Union Centrale des Arts Decoratifs)T Dr. E. M.-Paris. Jükä&tt JkÜ2Ü dem man hätte sagen können, dass er zum East End gehöre. Dr. Mallon wandte sich sodann gegen die Tätigkeit der British Union of Faselst und ihres Führers, Sir Oswald M o s 1 e y, und erklärte, man könne nicht erwarten, dass dio judenfeindlichen Unruhen sich nicht mehr wiederholen würden, doch würden die letzteu Ausschreitungen auch ihr Gutes haben, denn sie hätten den Anstoss dazu gegeben, die Fremdheit zwischen Juden und Nichtjuden im East End zu beseitigen. Aktion gegen die Judenfeindschaft im Londoner East End Der Rat der Bürger Ost-Londons hat in einer unter dem Vorsitz des Erzbischofs von Canterbury abgehaltenen Sitzung eine planmässige Aktion gegen die Verbreitung von Judenfeindschaft im Londoner East End beschlossen. Im Zuge dieser Aktion sollen zunächst gemischt jüdisch-christliche Klubs errichtet werden, um einen engereu gesellschaftlichen Kontakt der verschiedenen Bevölkerungsschichten zu ermöglichen. Der Beschluss des Rates wurde von seinem Sekretär, Dr. J. J. Mallon, bekanntgegeben, der bei der Ausarbeitung des Gesetzes zum Schutz der öffentlichen Ordnung Berater der Regierung war. — In einer öffentlichen Versammlung erklärte -Dr. Mallon, dem East End selbst sei Judenfeindschaft fremd. In Wirklichkeit sei das East End beherrscht von dem Geist der Duldsamkeit und fxeundnachbarlicher Beziehungen. An den letzten Unruhen waren Einwohner des East End kaum selbst beteiligt, und unter denjenigen, die wiegen judenfeindlicher Ausschreitungen festgenommen wurden, befand sich niemand, von Dreissigste Jahrestagung des American Jewish Committee Das American Jewish Committee hielt in New-York seine 30. Jahresversammlung ab. Der Präsident des Committee, Dr. Cyrus Adler, erstattete den Bericht der Exekutive für 1936 und gab einen UeberbUck über die Lage der Juden in Amerika und in anderen Ländern. Er stellte fest, dass der judenfeindlichen Propaganda in den Vereinigten Staaten Einhalt geboten worden sei. Dagegen müsse die Lage der Juden in vielen anderen Ländern als tragisch bezeichnet werden. Es wäre nötig, dass angesichts der Auswirkungen der judenfeindlichen Bewegung bei den Regierungen einzelner Staaten Vorstellungen erhoben würden. Bei der Neuwahl der leitenden Körperschaften des Committee wurde Dr. Cyrus Adler zum Präsidenten wiedergewählt. Ferner wurden Abraham I. Elkus zum Ehreuvizepräsidenten, Irving Lehman und Louis E. K i r s t e i n zu Vizepräsidenten, Samuel D. Leidesdorf zum Schatzmeister und Sol M. Stroock zum Vorsitzenden der Exekutive Gewählt. A uslandS'Nachrich ten Amerika In einem Schreiben an die United Synagogue of America hat Präsident Franklin D. Roosev el t erklärt, dass er die Ziele der von der Union eingeleiteten Aktion zur Neubelebung des religiösen Judentums in den Vereinigten Staaten billige und jeder Förderung für wert erachte. * Im Alter von 62 Jahren ist in C h i e ag o-Brigadegeneral Abel D a w i s an Lungenentzündung gestorben. General Dawis, der im bürgerlichen Leben als Rechtsanwall, Finanzier und aktiver Mitarbeiter an jüdischen Wohlfahrtsunternehmungen sehr bekannt war, diente 1916 als Major an der mexikanischen Grenze und später im Weltkrieg in Frankreich als Oberst des 132. Infanterie- Regiments. Zum Brigadegeneral befördert, übernahm er das Kommando der 66. Infanteriebrigade. Er. war auch Brigadier der Nationalgarde von Illinois. Für seine Leistungen im Kriege wurde er mit dem amerikanischen Distinguisbed Service Cross und der Distinguish Service Medal ausgezeichnet, die französische Regierung ernannte ihn zum Offizier der Ehrenlegion. Dänemark Am 11. Januar wurde in Kopenhagen eine für zwei Tage anberaumte Konferenz -der Rabbiner aus den vier skandinavischen Ländern unter dem Vorsitz des Kopenhagener Oberrabbiners Dr. F r i e d i g e r eröffnet. An der Konferenz, bei der aktuelle Probleme der skandinavischen Judenheit besprochen werden sollen, nehmen als Vertreter der Judenheit Schwedens Oberrabbiner Dr. Markus Ehrenpreis -Stockholm, Rabbi Dr. K r o h n h e i m - Stockholm, Dr. L o e b - Göteborg und Rabbiner E. Berliuger -Malmö, als Vertreter der Juden Norwegens Rabbi Samuel- Oslo und aus Finnland Oberrabbiner Dr. Federb u s c h - Helsinki teil. Auf der Tagesordnung standen insbesondere Fragea der Erziehung der jüdischen Jugend in den skandinavischen Ländern, das Schäcbtproblem und Massnahmen zur Abwehr judenfeindlicher Angriffe in den skandinavischen Läudern. Anlässlich der Konferenz fand in Kopenhagen eine öffentliche Versammlung statt, bei* der mehrere Rabbiner zu jüdischen Kulturfragen Stellung genommen haben. Der Rabbinerkonferenz wird in jüdischen Kreisen Skandinaviens ausserordentliches Interesse entgegengebracht. Man erwartet von ihr durchgreifende Massnahmen zur Förderung des religiösen und kulturellen Lebens der Juden Skandinaviens. England Die jüdische Notstaudsküche in M an c bester wurde von dem Bürgermeister der Stadt und seiner Gattin besucht. Der ehrenamtliche Sekretär des leitenden Komitees. Sidney Needeff. teilte dem Bürgermeister bei dieser Gelegenheit, mit, dass auch Angehörige der British Union of Faszists auf ihre Bitte hin in der Küche verpflegt wurden. Der Leiter sei zwar zunächst versucht gewesen, diesen Leuten zu sagen, dass sie doch schwerlich .Hilfe von Menschen erwarten dürften, die zu hassen und zü verfolgen sie eingeschworen seien. Dieser Gedanke habe aber sofort der Erwägung Platz gemacht, dass keimNotleidender, wer immer es sei, abgewiesen werden dürfe. Die Schwarzhemden seien bewirtet worden und sie hätten die Küche befriedigt verlassen, um noch einige Male wiederzukommen. Nathan Laski fügte hinzu, er. hoffe, dass Sir Oswald Mosley demnächst nach Manchester kommen würde, um die Suppe zu kosten, die man seinen Leuten gegeben habe. Die Londoner Tageszeitung „Star" bemerkt zu diesem Vorfall, diese Geschichte sei eine Parabel aus dem Neuen Testament, übersetzt in die Sprache von heute. Griechehland Der Minister-Gouverneur von Attika mvl frühere Bürgermeister von Saloniki, C. Codzias, hat den Öberrabbiner von Saloniki, Dr. Zwi Köretz, telegraphisch verständigt, dass Wohlfahrtsminister K o r y z i s beschlossen habe, di« Wohlfahrtseinrichtungen der Jüdischen Gemeinde. Saloniki materiell zu konsolidieren. Minister Codzias, der ebenso wie Ministerpräsident Metasas und andere Mitglieder der griechischen Regierung der jüdischen Bevölkerung gegenüber stets eine sehr wohlwollende Haltung bewiesen hat, gab gleichzeitig seiner Genugtuung über diese Entscheidung des Wohlfahrtsministers Ausdruck. Holland Am Vorabend der Trauung waren bereits überall Festgottesdienste. In der portugiesischen, der grossen und noch drei andern Synagogen in. Amsterdam, in den Synagogen im Haag, in Utrecht und einer Reihe' kleinerer Städte hatten die jüdischen Gemeinden Gottesdienste arrangiert. In ihren Predigten betonten die Rabbiner übereinstimmend die Verbundenheit der holländischen Juden mit dem Fürstenhaus Oranje. „Wir Söhne eines Volkes, das nicht vergisst, was es seit Willem dem Schweiger dem Lande der GlaubeJisfreiheit und dem Haus Oranje zu danken hat,*' sagte der Rabbiner Franc es in der festlich" mit Kerzen erleuchteten portugiesischen Synagoge, während Oberrabbiner S a r 1 o u i s in der grossen Synagoge der „Hoogduitschen Gemeente"' an den Besuch der Königin in dieser Synagoge erinnerte. Die kirchliche Einsegnung begann mit dem berühmten: „Treulich geführt" und endete mit dem Mendelssohnschen Hochzeitsmarsch. Unter den geladenen Gästen befand sich auch der Haager Oberrabbiner I. Maarse n. Oesterreick In Wien gibt es. wie die Jüdische Telegraphen Agentur mitteilt, gegenwärtig 3000 Staatenlose, zum grossten Teil Juden, die dn den traurigsten Verhältnissen leben. Die Staatenlosen erhalten nur in den seltensten Fällen eine Arbeitsbewilligung. Sie haben keinen Pass, sondern nur ein Identitätsdokument und können daher Oesterreich nicht verlassen. Es sind Bemühungen im Gange, auf dem Wege über den Völkerbund das Schicksal der'Staatenlosen zu erleichtern. Der Verein der Heimatlosen hat anlässlich des letzten Aufenthaltes des Völkerbundskommissars, Sir Neill M a 1 c o 1 m , in Wien mit diesem über die ganze Frage gesprochen. Sir Neill Malcolm hat in Aussicht gestellt, die Forderungen der Staatenlosen zu unterstützen. Die staatenlosen Juden werden von der Winterhilfsaktion der Jüdischen Kultusgemeinde in Wien erfasst. Mitgliedsbeiträge für den C.-V. Gross-Berlin auf Postscheckkonto Berlin: 115501 Für Jüdischen Ceniral-Verein E. VLandesverband Gross-Berlin, Berlin W. 15 *